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Aalborg oder Ålborg Audio-Datei / Hörbeispiel anhören?/i ([ˈʌlb̥ɒːˀ], deutsch veraltet Aalburg) ist eine dänische Großstadt mit Seehafen und Verwaltungssitz der Region Nordjylland.

Dänemark Ålborg
(deutsch Aalborg)
Wappen von Ålborg
Ålborg (Dänemark)
Ålborg
Ålborg
Basisdaten
Staat: Dänemark
Region: Nordjylland
Kommune
(seit 2007):
Aalborg
Koordinaten: 57° 3′ N, 9° 55′ OKoordinaten: 57° 3′ N, 9° 55′ O
Gegründet: 1342
Einwohner:
(2018[1])
114.194
Fläche: 139 km²
Bevölkerungsdichte: 822 Einwohner je km²
Höhe: 5 m ö.h.
Telefonvorwahl: (+45) 9
Postleitzahl: 9000 – 9220
(Kommune: - 9430)
Bürgermeister: Thomas Kastrup-Larsen,[2] Socialdemokratiet
Partnerstädte: siehe hier
Website: www.aalborg.dk
Nytorv, der Neumarkt in Aalborg.
Nytorv, der Neumarkt in Aalborg.

Nach Kopenhagen, Aarhus und Odense ist Aalborg die viertgrößte Stadt des Landes.

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

Aalborg liegt am Limfjord, der dort flussartig verengt über eine Entfernung von etwa 35 Kilometer die Verbindung zur Ostsee herstellt. Über den Limfjord führen eine Eisenbahnbrücke von 1879 und die Limfjordsbroen für den Autoverkehr; beide wurden als Klappbrücken ausgeführt, um die Durchfahrt größerer Schiffe zu ermöglichen. Die Autobahn wird durch den Limfjordtunnel geführt.

KlimatabelleBearbeiten

Aalborg
Klimadiagramm
JFMAMJJASOND
 
 
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-1
Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: wetterkontor.de
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Aalborg
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 1,8 2,1 5,0 9,9 15,4 19,1 20,2 20,1 16,3 11,9 6,8 3,4 Ø 11
Min. Temperatur (°C) −2,9 −2,9 −0,9 1,8 6,3 9,8 11,6 11,3 8,8 5,9 2,0 −0,8 Ø 4,2
Niederschlag (mm) 43 35 35 36 44 51 63 57 65 66 62 55 Σ 612
Sonnenstunden (h/d) 1,2 2,5 3,8 6,3 8,0 8,4 8,4 7,2 5,0 3,2 2,1 1,2 Ø 4,8
Regentage (d) 12 7 9 8 8 8 9 9 12 12 14 12 Σ 120
Luftfeuchtigkeit (%) 90 89 85 77 73 75 75 77 81 85 88 89 Ø 82
T
e
m
p
e
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t
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2,1
−2,9
5,0
−0,9
9,9
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15,4
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9,8
20,2
11,6
20,1
11,3
16,3
8,8
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3,4
−0,8
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GeschichteBearbeiten

Die ersten Siedlungen im heutigen Stadtgebiet sind Ausgrabungen zufolge bereits über 1000 Jahre alt. Am Lindholm Høje, einem Hügel nördlich der Stadt, fanden zu dieser Zeit rituelle Begräbnisse statt.

Die erste Erwähnung Aalborgs datiert auf das Jahr 1040: Die Bezeichnung Alabu wurde auf einer Münze geprägt. Um 1075 erwähnte Adam von Bremen Aalborg, das bereits ein bedeutender Handelsplatz war, als einen wichtigen Hafen für Schiffe, die nach Norwegen segelten.

1342 erhielt Aalborg vom König das Stadtrecht, wonach die Stadt schnell wuchs. Ein weiterer Wachstumsschub setzte ein, als ihr 1516 das Monopol auf den Handel mit gesalzenem Hering zugestanden wurde. In der sogenannten Grafenfehde stürmten am 18. Dezember 1534 die Dänen und Holsteiner unter Johann Rantzau, dem Feldherrn Christians III., das von Bauern besetzte Aalborg, wobei 2000 Bauern mit ihren Familien niedergemacht wurden. 1554 wurde die Stadt Sitz des lutherischen Bistums Aalborg mit dem St. Budolfi Dom als Hauptkirche. Als Wallenstein im Dreißigjährigen Krieg 1627 Jütland verwüstete, wurde Aalborg geplündert und hier am 27. September des gleichen Jahres das Korps des Markgrafen Georg Friedrich von Baden vom kaiserlichen General Schlik gefangen genommen. Die Stadt wurde auch später, 1644 und 1657, von den Schweden heimgesucht. Am 10. Juli 1864 überschritten preußische Truppen bei Aalborg, das sie okkupiert hatten, den Limfjord und besetzten dann den nordöstlichen Teil von Jütland bis Skagen.

Im Zuge der dänischen Rechtschreibreform von 1948 wurde generell der Digraph Aa durch den Buchstaben Å ersetzt; somit änderte sich auch die formal richtige Schreibweise von Aalborg zu Ålborg. Diese Schreibweise konnte sich aber bei den Stadtbehörden und in der Bevölkerung nicht durchsetzen (vgl. Aabenraa). Seit 1984 darf man den Namen auch offiziell wieder Aalborg schreiben. Jedoch bleibt Ålborg die empfohlene Wahl der Dänischen Sprachkommission (Dansk Sprognævn).[3] Das Doppel-A ist den Aalborgern inzwischen ein Identifikationssymbol geworden, dem der in Aalborg beheimatete Rapper Niarn den Titel Dobbelt-A widmete.

1988 wurde Aalborg mit dem Europapreis für ihre hervorragenden Bemühungen um den europäischen Integrationsgedanken ausgezeichnet.

EinwohnerBearbeiten

In Aalborg lebten am 1. Januar 2009[1] insgesamt 122.461 Einwohner. Davon wohnen 101.497 Einwohner im ursprünglichen Aalborg und 20.964 im statistisch eigenständig erfassten, 1970 eingemeindeten Ortsteil Nørresundby.

 
Jens Bangs Stenhus, historisches Gebäude in Aalborg
 
KUNSTEN Museum of Modern Art Aalborg, Innenansicht
 
Musikkens Hus, Konzerthaus und architektonisches Highlight in Aalborg
 
Utzon Center Aalborg
 
Kneipenviertel Jomfru Ane Gade

SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • Das Fachwerkschloss Schloss Aalborghus wurde 1539 von König Christian III. erbaut.
  • Das Heiliggeistkloster von 1437 gilt als älteste soziale Einrichtung in Dänemark.
  • Das Jens Bangs Stenhus ist das im Renaissancestil erbaute Wohn- und Geschäftshaus des Kaufmanns Jens Bang.
  • Das KUNSTEN Museum of Modern Art Aalborg ist ein bedeutender Museumsbau der skandinavischen Moderne von Alvar Aalto. Die Sammlung konzentriert sich auf dänische und internationale Kunst des 20. Jahrhunderts.
  • Die Jomfru Ane Gade ist eine malerische Altstadt-Gasse mit vielen Szene-Wirtshäusern.
  • Die Musikbühne Musikkens Hus gilt als Glanzlicht moderner Architektur der Architekten Coop Himmelb(l)au
  • Das zentral gelegene Kulturzentrum Nordkraft in einem alten Kraftwerk bietet unter anderem kostenlose Kunstausstellungen, außerdem gibt es Konzertbühnen, Sportmöglichkeiten, Café und Kino.
  • Das Erlebniszentrum Springeren – Maritimt Oplevelsescenter behandelt die Themen Seefahrt und Marine (früher Aalborg Søfarts- og Marinemuseum).
  • Bekannt ist auch das bereits 1863 gegründete Historische Museum (Historisk Museum), ein Lokalmuseum für Kulturgeschichte und Archäologie Aalborgs und der Halbinsel Himmerland mit angeschlossener Fachbibliothek. Die archäologische Sammlung umfasst rund 100.000 Exponate, vor allem aus der Jungsteinzeit, Bronzezeit, Wikingerzeit sowie dem Mittelalter.
  • Unübersehbar erhebt sich in der Innenstadt der St.-Budolfi-Dom aus dem 15. Jahrhundert. Weiß getünchter Backstein verleiht dem Bau sein charakteristisches Aussehen.
  • An der Hafenpromenade am Limfjord befinden sich die Brücke Vesterbro, das Tagungs- und Ausstellungszentrum Utzon Center des dänischen Architekten Jørn Utzon sowie die historische königliche Zollkammer (Kongeligt Toldkammer). Die davor befindliche moderne Brunnenanlage lässt Händels Wassermusik zu sprudelnden Fontänen erklingen.
  • Aalborg Zoo
  • Der 1933 errichtete Aussichtsturm Aalborgtårnet, ein Wahrzeichen der Stadt, ist 54,9 Meter hoch und beherbergt ein Turmrestaurant.
  • Ein kleines Szeneviertel mit individuellen Läden und Cafés hat sich in den letzten Jahren rund um die Straße Reberbansgade entwickelt, die zum historischen Arbeiterviertel Vestby gehört.
  • Große Altbaubestände aus der Zeit des ausgehenden 19. Jahrhunderts finden sich in Aalborg zwischen Altstadt und Bahnhof sowie im zentralen Stadtteil Vestby. Es handelt sich hierbei überwiegend um Wohnhäuser im Stil eines nordisch-schlichten Historismus.

Von 1947 bis 2010 gab es im nördlichen Teil der Stadt einen kleinen Freizeitpark. Von 1947 bis 2006 trug er den Namen Tivoliland. 2007 wurde er in „Karolinelund“ umbenannt,[4] musste jedoch wegen zu geringer Besucherzahlen geschlossen werden.[5]

WirtschaftBearbeiten

In der Hafenstadt setzte die Industrialisierung verhältnismäßig früh ein, was noch heute an der starken Chemie-, Metall-, Tabak- und Textilindustrie sowie dem dort ansässigen Schiffbau zu beobachten ist. Der Aalborg Akvavit, auch Aalborger genannt, wurde bis April 2015 in der Stadt hergestellt, seitdem entsteht er in Norwegen.

BildungBearbeiten

  • Universität Aalborg: Das Aalborg Universitetscenter, 1974 gegründet, ist heute das wissenschaftliche Zentrum Nordjütlands und versorgt die Stadt mit einer nennenswerten Anzahl von Arbeitsplätzen in Hochtechnologiebranchen, etwa der Telekommunikation.
  • Königliche Musikakademie
  • University College Nordjylland (UCN): Berufsbildungs- und Fachschulzentrum
  • TECHCOLLEGE Aalborg: Technisches Ausbildungszentrum
  • SOSU Nord: Berufsfachschule für Gesundheit und Soziales

SportBearbeiten

  • Aalborg DH: Ein ebenfalls sehr bekannter Sportverein war der Aalborg DH, der in der Spielzeit 2005/06 im Halbfinale der Champions League stand.

Des Weiteren besitzt Aalborg eine Trabrennbahn.[6]

VerkehrBearbeiten

BahnBearbeiten

 
Bahnhof Aalborg

Aalborg ist in das Intercity-Netz der Dänischen Staatsbahnen eingebunden und besitzt stündliche Verbindungen in Richtung Kopenhagen und Frederikshavn.

StraßenBearbeiten

Aalborg liegt direkt an der E45, die Jütland von der deutschen Grenze bis nach Frederikshavn durchquert.

StraßenbahnBearbeiten

In Aalborg war, wie auch in Arhus oder Odense, in den 2010er Jahren der Bau eines neuen Straßenbahnsystem geplant. Das Netz sollte 24 Stationen und eine Länge von 12 Kilometern umfassen. Die Fertigstellung wurde für das Jahr 2021 erwartet.[7] Während Aarhus und Odense ihre Pläne realisieren konnten, wurde das Projekt in Aalborg 2015 auf Eis gelegt, da die dänische Regierung die Zuschüsse streichen musste.

StadtbusBearbeiten

Es existiert ein dichtes Stadtbus-Netz. Im Rahmen des CIVITAS Programms der Europäischen Union wurden Haltestellen mit modernen Anzeigen ausgestattet und das Informations-Angebot im Internet massiv ausgebaut.[8] Als Ersatz für das 2015 gestrichene Straßenbahn-Projekt plant Aalborg derzeit das Projekt +BUS: Busse mit Überlänge, die in kurzen Abständen auf eigenen Trassen fahren, sollen die Innenstadt mit den wachsenden Stadtteilen im Osten und Westen der Stadt verbinden. An der geplanten Strecke liegen unter anderem die Universität Aalborg, die Multifunktionsarena Gigantium und das Universitätskrankenhaus Aalborg.

FlugverkehrBearbeiten

Der Flughafen Aalborg wird von u. a. SAS Scandinavian Airlines, Norwegian und KLM angeflogen.

PartnerstädteBearbeiten

Aalborg listet folgende 33 Partnerstädte auf:[9]

Stadt Land seit
Almere Niederlande  Niederlande 1984
Antibes Frankreich  Frankreich 1967
Büdelsdorf Deutschland  Schleswig-Holstein, Deutschland 2007
Edinburgh Schottland  Schottland, Vereinigtes Königreich (Vereinigtes Konigreich ) 1964
Fredrikstad Norwegen  Norwegen 1951
Fuglafjørður Faroer  Färöer, Dänemark (Danemark ) 1987
Galway Irland  Irland 1997
Gdynia Polen  Polen 1966
Haifa Israel  Israel 1972
Hefei China Volksrepublik  Anhui, Volksrepublik China 1986
Innsbruck Osterreich  Österreich 1967
Ittoqqortoormiit Gronland  Grönland, Dänemark 1963
Kaliningrad Russland  Nordwestrussland, Russland 2000
Karlskoga Schweden  Schweden 1963
Lancaster England  England, Vereinigtes Königreich (Vereinigtes Konigreich ) 1977
Lerum Schweden  Schweden 2007
Liperi Finnland  Finnland 2007
Norðurþing Island  Island 1966
Nuuk Gronland  Grönland, Dänemark (Danemark ) 1963
Orsa Schweden  Schweden 2007
Orust Schweden  Schweden 2007
Ośno Lubuskie Polen  Polen 2007
Puschkin Russland  Sankt Petersburg, Russland 1971
Racine Vereinigte Staaten  Wisconsin, Vereinigte Staaten 1965
Rapperswil-Jona Schweiz  Schweiz 1968
Rendalen Norwegen  Norwegen 2007
Rendsburg Deutschland  Schleswig-Holstein, Deutschland 1967
Riga Lettland  Lettland 1989
Riihimäki Finnland  Finnland 1961
Solvang Vereinigte Staaten  Kalifornien, Vereinigte Staaten 1971
Tulcea Rumänien  Rumänien 1970
Vilnius Litauen  Litauen 1979
Warna Bulgarien  Bulgarien 1976
Wismar Deutschland  Mecklenburg-Vorpommern, Deutschland 1961

Die Stadt Aalborg veranstaltet alle vier Jahre Jugendspiele (dän. Ungdomslegene), ein Sportfest, zu dem Jugendliche aus allen Partnerstädten eingeladen werden. Ähnliche Spiele finden in den dazwischenliegenden Jahren – ebenfalls jeweils alle vier Jahre – in den Partnerstädten Rendsburg, Lancaster und Almere statt.[10]

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter der StadtBearbeiten

Personen mit Beziehung zur StadtBearbeiten

  • Jens Munk (1579–1628), Seefahrer und Entdecker, wuchs in Aalborg auf
  • Fritz Tillisch (1801–1889), dänischer Staatsmann, wirkte längere Zeit in Aalborg
  • Heinrich Tønnies (1825–1903), Fotograf, wirkte längere Zeit in Aalborg
  • Peter Adolphsen (* 1972), Schriftsteller, wuchs in Aalborg auf
  • Daniel Kandi (* 1983), Trance-DJ und Snooker-Spieler, wirkt in Aalborg

WeblinksBearbeiten

  Commons: Aalborg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  Wikivoyage: Aalborg – Reiseführer
  Wikisource: Aalborg – Artikel der 4. Auflage von Meyers Konversations-Lexikon

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Statistikbanken -> Befolkning og valg -> BY1: Folketal 1. januar efter byområde, alder og køn (dänisch)
  2. Person Aalborg Kommune: Thomas Kastrup-Larsen. In: http://www.aalborg.dk/. Archiviert vom Original am 28. Januar 2015; abgerufen am 24. Januar 2015 (dänisch).
  3. Rechtschreiberegeln, § 3.2 (Memento vom 13. Mai 2010 im Internet Archive), sproget.dk (auf dänisch). Im Gegensatz zum Deutschen und Niederländischen, in dem „aa“ ein langes „a“ bedeutet, ist das dänische „å“, das ehemalige „aa“, ein offener oder geschlossener o-Laut.
  4. Eintrag bei Rollercoaster DataBase
  5. Ehemaliger Standort des „Tivolilands“ bzw. „Karolinelund“
  6. Racing Arena Aalborg Pferderennbahn In: visitaalborg.de, abgerufen am 29. Mai 2018.
  7. Aalborg Letbane. Archiviert vom Original am 24. März 2016; abgerufen am 5. April 2016 (dänisch).
  8. Seite über Maßnahmen in Aalborg (Memento vom 6. September 2009 im Internet Archive) im Rahmen des CIVITAS Programms (Memento vom 6. September 2009 im Internet Archive)
  9. Venskabsbyer. Abgerufen am 29. August 2016.
  10. Europäische Jugendspiele Webseite der Stadt Rendsburg