Tartu

zweitgrößte Stadt Estlands

Tartu (deutsch und schwedisch: Dorpat,[2] früher deutsch auch Dörpt; russisch Дерпт Derpt, 11.–17. Jahrhundert, 1893–1918 Юрьев/Jurjew) ist die zweitgrößte Stadt Estlands nach dessen Hauptstadt Tallinn und Sitz der Universität Tartu, Estlands größter und ältester Universität. Die ehemalige livländische Hansestadt liegt im Kreis Tartu (Tartumaa) im Südosten des Landes, rund 180 Kilometer von Tallinn. 2024 ist Tartu, neben Bad Ischl in Österreich und dem norwegischen Bodø, eine der drei Europäischen Kulturhauptstädte.[3]

Tartu
Wappen
Wappen
Wappen
Flagge
Flagge
Flagge
Staat: Estland Estland
Kreis: Tartu
Gegründet: vor 1262
Koordinaten: 58° 22′ N, 26° 43′ OKoordinaten: 58° 22′ N, 26° 43′ O
Höhe: 79 m
Fläche: 38,8 km²
 
Einwohner: 98.312 (1. Januar 2022[1])
Bevölkerungsdichte: 2.534 Einwohner je km²
Zeitzone: EET (UTC+2)
Postleitzahl: 50050 – 51111
Kfz-Kennzeichen: T
 
Gemeindeart: Stadt
Bürgermeister: Urmas Klaas
Website:
Karte von Estland, Position von Tartu hervorgehoben

Geografie und Klima Bearbeiten

Lage Bearbeiten

Die Stadt Tartu liegt beiderseits des Flusses Emajõgi („Mutterfluss“, deutsch Embach), der den Kreis Tartu vom Võrtsjärv im Westen zum Peipussee nach Osten durchfließt. Die Emajõgi ist Estlands längster Fluss. Über den Peipussee befindet sich Tartu im Einzugsgebiet der Narva. Bis zum Peipussee, auf dessen anderer Uferseite die Russische Föderation beginnt, sind es von Tartu rund 40–45 Kilometer. Auf dem Landweg sind es etwa 100 Kilometer bis zum nächsten Grenzübergang nach Russland bei Petschory. Tartu ist etwa 180 Kilometer von Tallinn entfernt; 245 Kilometer südwestlich liegt Riga, zur Grenzstadt Valga sind es 89 Kilometer.

Nördlich der Stadt liegt die gleichnamige Landgemeinde Tartu. Südlich befinden sich von West nach Ost die Gemeinden Elva, Nõo und Kambja. Im Westen grenzt die Gemeinde Luunja an Tartu, die als einzige flächenmäßig kleiner ist als Tartu selbst. Tartu ist die einzige Stadt im Kreis Tartu und die mit Abstand einwohnerreichste Gemeinde der Region.

Klima Bearbeiten

Tartu
Klimadiagramm
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_ Temperatur (°C)   _ Niederschlag (mm)
Quelle: wetterkontor.de
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Tartu
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Mittl. Tagesmax. (°C) −4,8 −3,9 0,8 8,4 15,7 19,3 20,7 19,5 14,0 8,6 2,0 −2,3 8,2
Mittl. Tagesmin. (°C) −9,6 −9,4 −5,3 0,3 6,0 10,3 11,9 11,2 7,3 3,1 −1,6 −6,7 1,5
Niederschlag (mm) 29 23 26 34 53 61 71 86 65 53 48 40 Σ 589
Sonnenstunden (h/d) 1,2 2,3 4,3 6,0 8,4 9,5 8,5 7,0 4,6 2,8 1,0 0,8 4,7
Regentage (d) 8 7 7 7 8 9 10 11 11 11 11 11 Σ 111
Luftfeuchtigkeit (%) 85 84 79 72 68 73 77 80 84 85 89 88 80,3
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Geschichte Bearbeiten

 
Tartu 1866

Die erste urkundliche Erwähnung unter dem Namen Tharbatas datiert aus dem Jahre 1030. Der Großfürst von Kiew, Jaroslaw der Weise, zerstörte im Jahre 1030 eine von vermutlich finno-ugrischen Einwohnern errichtete Holzfestung und errichtete unter dem Namen Jurjew (nach Juri, dem Taufnamen Jaroslaws) eine Festung. Im Jahre 1224 wurde die Estenburg Tharbatum durch den Schwertbrüderorden erobert. Sie wurde Sitz des Bischofs (bis 1558); vor der Burg entwickelte sich seit dem 13. Jahrhundert die Hansestadt. Im Mittelalter war Dorpat ein Bindeglied zwischen den Hansestädten (insbesondere Reval) und den russischen Städten Pleskau (Pskow) und Nowgorod. Dorpat gehörte seit 1721 zum russischen Zarenreich (Gouvernement Livland).

 
Rathaus
 
Zeuge deutscher Geschichte: Ein Eingangstor des Baptistenfriedhofs mit deutscher Inschrift. „Selig sind die Todten, die in dem Herrn sterben.“

Ein Großfeuer zerstörte 1775 nahezu die gesamte Innenstadt. Die markantesten älteren Gebäude stammen aus dem 18. und vor allem aus dem 19. Jahrhundert. Nachdem auch das vorherige Rathausgebäude dem Brand zum Opfer gefallen war, wurde im 18. Jahrhundert das derzeitige Rathaus vom damaligen Stadtbaumeister, dem aus Rostock stammenden Johann Heinrich Bartholomäus Walther, entworfen und 1789 fertiggestellt.

 
Originaler Verhandlungstisch des Friedensvertrages von Dorpat im Tartuer Stadtmuseum

1893 wurde die Stadt im Zuge der Russifizierung offiziell in Jurjew (Юрьев) umbenannt; die Verwendung des estnischen oder des deutschen Namens war teilweise verboten. Der russische Name setzte sich aber nicht durch, nicht einmal im Russischen. Als Estland 1918 die Unabhängigkeit erlangte, wurde der Name „Tartu“ offiziell. Sowohl Dorpat als auch Tartu stammen von dem altestnischen Namen Tarbata ab, mit der möglichen Bedeutung „Auerochse“.

Der Anteil Deutschsprachiger in Dorpat betrug 1897 etwa 17 %.[4]

Am 2. Februar 1920 wurde in Tartu der Friede von Dorpat zwischen Estland und Sowjetrussland unterzeichnet, in dem letzteres Estlands Unabhängigkeit „auf alle Zeiten“ anerkannte.

In den 1930er-Jahren erschienen in Dorpat die Baltischen Familiengeschichtlichen Mitteilungen.

Im Zweiten Weltkrieg wurde Tartu, 1940 von der Roten Armee besetzt und Teil der Estnischen Sowjetrepublik, am 7. Juli 1941 von der Wehrmacht eingenommen und am 18. September 1944 erneut von der Roten Armee erobert.[5] In der Stadt bestand das sowjetische Kriegsgefangenenlager 331 für deutsche Kriegsgefangene des Zweiten Weltkriegs.[6]

Im Juli 2005 fanden in Tartu die 25. Internationalen Hansetage statt.

Am 23. Juni 2016 wurde Tartu als 62. Stadt der Ehrentitel „Reformationsstadt Europas“ durch die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa verliehen.[7]

Politik Bearbeiten

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5
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19 
Insgesamt 49 Sitze

Stadtrat Bearbeiten

Der Stadtrat wurde zuletzt bei den Kommunalwahlen in Estland 2021 neu gewählt. Die Estnische Reformpartei wurde stärkste Kraft und schloss eine Koalitionsvereinbarung mit der konservativen Vaterlandspartei und den estnischen Sozialdemokraten.

Städtepartnerschaften Bearbeiten

Partnerstädte von Tartu sind:[8]

Zudem besteht eine Städtefreundschaft mit Deutschland  Greifswald, Deutschland (seit 2006).[9]

Bevölkerung Bearbeiten

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Bevölkerung Jahr Bevölkerung
1825 8.450[10] 1934 58.876[11]
1833 10.020[12] 1939 60.281[13]
1840 12.203[14] 1959 74.263[15]
1847 12.185[16] 1970 90.459[17]
1856 12.914[18] 1979 104.518[19]
1863 14.386 1989 113.977[20]
1867 21.014[21] 2000 98.695[20]
1881 29.974[22] 2010 103.284
1897 42.308[23] 2015 96.310[24]
1922 50.342[22] 2020 96.123[24]

Historische Bevölkerungsverteilung Bearbeiten

Bevölkerung 1867[21] 1881[25] 1897[26] 1922[25] 1934[27]
Zahl % Zahl % Zahl % Zahl % Zahl %
Esten 9.720 46,3 16.526 55,4 29.039 68,6 42.459 84,5 51.559 87,6
Deutsche 8.907 42,4 10.486 35,2 7.020 16,6 3.210 6,4 2.706 4,6
Russen 1.866 8,9 1.818 6,1 3.689 8,7 2.570 5,1 2.640 4,5
Andere 521 2,5 1.144 3,8 2.560 6,1 2.103 4,2 1.971 3,3
Summe 21.014 100 29.974 100 42.308 100 50.342 100 58.876 100

Bildung Bearbeiten

Universität Tartu Bearbeiten

 
Hauptgebäude der Universität Tartu

Tartu ist eine typische Studentenstadt, dominiert von der 1632 von König Gustav II. Adolf gegründeten Universität Dorpat, die 1802 von Deutsch-Balten mit Hilfe Zar Alexanders I. als einzige deutschsprachige Universität des Russischen Zarenreiches neu gegründet wurde. Erster Rektor der Universität wurde der aus Livland stammende Georg Friedrich Parrot, an den die Inschrift auf der „ingli sild“ / „Engelsbrücke“ am Domberg erinnert. Die Universität wurde zu einer Mittlerin zwischen der russischen und der deutschen Kultur bzw. war Drehscheibe der west-östlichen Beziehungen, gleichzeitig aber auch zum Geburtsort der estnischen und lettischen nationalen Erweckung. Die estnischen Nationalfarben waren ursprünglich die der StudentenverbindungVerein Studierender Esten“ an der Universität. Während der Jahre 1886 bis 1889 fand eine kompromisslose Russifizierung statt, in deren Zuge Deutsch von Russisch als Lehrsprache abgelöst wurde, weshalb die Mehrzahl der einstmals zu über 90 % deutschen Lehrkräfte nach Deutschland wechselte. Nach 1919 wurde die Universität die Nationaluniversität (estnisch Eesti Vabariigi Tartu Ülikool) der nunmehr unabhängigen Republik Estland und blieb auch in der darauffolgenden Sowjetzeit (1940–1991) die wichtigste Universität in Estland. Heute ist die Universität Tartu die einzige Volluniversität Estlands und die Mutteruniversität für die Technische Universität Tallinn und die Universität für Biowissenschaften.

Im Jahr 2004 standen 18.000 Studenten 135 Professoren und 700 weitere Lehrkräfte gegenüber. Etwa 440 Personen sind in der Forschung tätig. Sie können mit 4000 wissenschaftlichen Veröffentlichungen jährlich aufwarten. An der Universität sind viele Studentenverbindungen aktiv, die im Vergleich zu Deutschland einen regen Zulauf an neuen Mitgliedern haben. In Tartu befindet sich auch eine moderne medizinische Forschungseinrichtung, das Biomeedikum.

Hochschulen und Schulen (Auswahl) Bearbeiten

Tartu ist einer von sechs Standorten der privaten Estonian Entrepreneurship University of Applied Sciences (EEUAS),[28] Ferner verfügt die Stadt über eine Kunstschule[29], das Tartu Raatuse Gümnaasium (einer Schule mit zahlreichen Beziehungen zum deutschen Sprachraum)[30] und das Tartu Waldorfgümnaasium.[31]

Weiterhin befinden sich in Tartu zwei Lehreinrichtungen der Streitkräfte: die Estnische Nationalverteidigungsakademie und das gemeinsam mit den beiden anderen baltischen Staaten betriebene Baltic Defence College.

Kultur und Sehenswürdigkeiten Bearbeiten

Stadtverwaltung und Kirchen Bearbeiten

Drohnenvideo von Toomemägi, Dom zu Tartu und Tartu

Sehenswert ist die gesamte Altstadt Tartus mit Rathaus, welches 1782–1789 nach Plänen und unter Leitung des aus Rostock gebürtigen Architekten Johann Heinrich Bartholomäus Walter (1734–1802) entstand. Weiter zu nennen sind der Rathausplatz mit dem Kunstmuseum, das einseitig abgesunken ist, aber stabilisiert werden konnte, die Einkaufsstraßen und das klassizistische Universitätshauptgebäude. Zahlreiche andere Universitätsgebäude liegen über die Stadt verstreut. Weithin sichtbar ist die mittelalterliche Johanniskirche, ein gotischer Backsteinbau mit kunsthistorisch bedeutsamen Terrakottafiguren, dessen Wiederaufbau nach Zerstörung im Zweiten Weltkrieg 2005 abgeschlossen wurde.

Auf dem Domberg, estnisch Toomemägi, befinden sich die Ruine des mittelalterlichen Doms (deren ausgebauter Chor erst als Universitätsbibliothek diente und jetzt das Universitätsmuseum beherbergt) sowie weitere Baulichkeiten der Universität, wie das Observatorium (58° 22′ 44″ N, 26° 43′ 12″ O, Teil des Weltkulturerbes Struve-Bogen) und das alte anatomische Theater, in dem bis Mitte der 1990er Jahre noch anatomische Vorlesungen gehalten wurden.

Kunst- und Kulturbauten Bearbeiten

In Tartu sind mehrere Theater, Bühnen und Kunstprojekte sowie verschiedene Ausstellungen zur Geschichte der Stadt und der Universität vorhanden. Neben dem Botanischen Garten der Universität gibt es mehrere Parks und Grünflächen in der Altstadt (z. B. Domberg, Barclay-Park) sowie am Fluss Embach entlang.[32]

Tartu ist Sitz des Estnischen Nationalmuseums sowie des Estnischen Literaturmuseums.

2019 wurde Tartu als Kulturhauptstadt Europas 2024 ausgewählt.[33]

Verkehr Bearbeiten

Flugverkehr Bearbeiten

Es existiert ein Flughafen Tartu, der von der Betreibergesellschaft des Tallinner Flughafens betrieben wird. Es besteht ab März 2024 reguläre Linienflugverbindung mit Finnair nach Helsinki-Vantaa.[34] Der nächste internationale Flughafen befindet sich in Tallinn.

Schienenverkehr Bearbeiten

Tartu liegt an der Gabelung der von Tallinn kommenden Bahnverbindung in die Bahnstrecken Tartu–Valga und Tartu–Petschory. Während in Valga Umsteigemöglichkeit ins lettische Eisenbahnnetz nach Riga besteht, ist der grenzüberschreitende Verkehr ins russische Petschory eingestellt. Es verkehren mehrfach täglich Express- und Regionalzüge nach Tallinn sowie Regionalbahnen auf den Ästen nach Valga und Koidula (Grenzstation in Richtung Petschory).

Zugverbindungen am Bahnhof Tartu
Linie Verlauf Betreiber Takt
E34 TartuJogevaTamsaluTapaÜlemisteKitsekülaTallinn Baltiijaam Elron 4 × täglich
E35 ValgaSangasteKeeniMägistePukaPaluperaElvaPeeduToravereNöoRopkaAardlaTartuJõgevaTamsaluÜlemisteKitsekülaTallinn Baltiijaam Elron 3 × täglich
E36 KoidulaOravaIlumetsaVerioraRuusaHolvandiPölvaTaevaskojaKiidjärveValgemetsa – Vastse-KuusteRebase – Vana-Kuuste – ReolaUhtiÜlenurmeKirsiTartuJögevaTamsaluTapaÜlemisteKitseküleTallinn Balitijaam Elron Mo–Do 1 × täglich
R46 KoidulaOravaIlumetsaVerioraRuusaHolvandiPölvaTaevaskojaKiidjärveValgemetsa – Vastse-KuusteRebase – Vana-Kuuste – ReolaUhtiÜlenurmeKirsiTartu Elron 1–2 × täglich
RE34 TartuKärknaTabivereKaarepereJögevaPedjaVägevaRakkeKiltsiTamsaluTapaLehtseJänedaNelijärveAegviiduKehraÜlemisteKitsekülaTallinn Baltiijaam Elron 4 × täglich

Busverkehr Bearbeiten

In Estland hat der Überlandbusverkehr eine bedeutende Rolle. Regional- und Intercity-Busse fahren vom zentralen Busbahnhof (Tartu Bussijaam) ab. Der Umlandverkehr wird im Auftrag des Kreises Tartu von GoBus betrieben.[35] Im Fernverkehr dominiert das estnische Unternehmen LuxExpress mit Verbindungen nach Tallinn, Narva, Pärnu, Riga und St. Petersburg.

Im Stadtverkehr fahren 15 Tag- und 2 Nachtlinien, die durch das Unternehmen GoBus im Auftrag der Stadt Tartu betrieben werden.[36] Zentrale Umstiegshaltestelle ist die Station Kesklinn (Stadtzentrum), an der sich die meisten Linien treffen und die auch fußläufig zum Busbahnhof liegt.

Stadtbuslinien Tartu
Linie Verlauf Takt
1 FI – Nõlvaku 10–20 Minuten
2 Lõunakeskus – Nõlvaku 10–20 Minuten
3 Zoomeedikum – Nõlvaku 20 Minuten
4 Ringtee – Kummeli 10–20 Minuten
5 Turu – Annelinn – Ihaste – Turu 10 × täglich (nur wochentags)
6 Lõunakeskus – Roheline park 15–20 Minuten
7 Ringtee – ERM – Kaupmehe 30 Minuten
8 Kvissentali – Roopa 30 Minuten
9 Ringlinie 30 Minuten
10 Kvissentali – Bahnhof 30 Minuten (nur wochentags)
11 Kasteheina – Lõunakeskus 30 Minuten
12 Kasteheina – Lõunakeskus 30 Minuten
13 Kasteheina – Puidu 30–60 Minuten
21 Nachtlinie eine Fahrt Sonntagmorgen
22 Nachtlinie 60 Minuten (nur Wochenendnächte)
25 Nationalmuseum – Busbahnhof – Bahnhof 60 Minuten
E1 Flughafenlinie eingestellt, da zurzeit kein Flugverkehr

Sport Bearbeiten

Bei Tartu wird im Rahmen der Worldloppet der Skimarathon Tartu Maraton über 63 Kilometer von Otepää nach Elva ausgerichtet. 2017 fand die Weltmeisterschaft im Orientierungslauf in Tartu statt. Bekannte Eishockeyvereine der Stadt sind Tartu Kalev-Välk sowie die Tartu Big Diamonds. Der bekannteste Fußballverein ist der JK Tammeka Tartu. Das Basketballteam Tartu Rock nimmt sowohl an der Estnischen Meistriliiga, als auch an der Baltic Basketball League und der EuroChallenge teil. Die Mannschaft spielt derzeit in der ersten Fußballliga, Meistriliiga. Das Rugbyteam Tartu Lelo spielt in der estnischen ersten Rugbyliga.

Persönlichkeiten Bearbeiten

Söhne und Töchter der Stadt Bearbeiten

Bis 1900 Bearbeiten


1901 bis 1950 Bearbeiten


Ab 1951 Bearbeiten


Persönlichkeiten, die mit Tartu in Verbindung stehen Bearbeiten

Zahlreiche Persönlichkeiten stehen als Professoren, Alumni, Studenten und Angestellte der Universität mit Tartu in Verbindung. Ferner sind zu nennen:

  • Friedrich Amelung (1842–1909), baltischer Schachspieler und Schachkomponist
  • Andreas Ascharin (1843–1896), baltisch-russischer Literaturübersetzer und Schachspieler
  • Nikolai Bezhanitsky (1859–1919), russisch-orthodoxer Priester der örtlichen St.-Georgs-Gemeinde, Märtyrer zur Zeit des Estnischen Freiheitskrieges
  • Michael Bleive (1873–1919), russisch-orthodoxer Priester der örtlichen Mariä-Entschlafungs-Gemeinde, Märtyrer zur Zeit des Estnischen Freiheitskrieges
  • Johann Georg Andreas von Brückner (1744–1814), deutscher Jurist
  • Werner Gruehn (1887–1961) war ein evangelischer Theologe und Religionspsychologe, Gründer und Rektor der Privaten Deutschen Theologisch-Philosophischen Luther-Akademie in Dorpat
  • Miina Härma (1864–1941), erste estnische Komponistin, Organistin und namhafte Chorleiterin, 1939 Ehrendoktor der Universität Tartu und Ernennung zur Ehrenprofessorin des Tallinner Konservatoriums
  • Traugott Hahn (1875–1919), deutscher evangelischer Theologe und Pfarrer, Professor in Dorpat, Märtyrer des estnischen Befreiungskampfes und der evangelischen Kirche
  • Arnold Hasselblatt (1852–1927), Historiker und Journalist
  • Melchior Hofmann (um 1500–1543), lutherischer Sendbote und späterer Täufer in Dorpat, löste als Prediger 1524 durch seine Predigt den Dorpater Bildersturm aus
  • August Alexander Kämmerer (1789–1858), deutscher Geologe und Apotheker, vermachte der Universität Dorpat eine Mineraliensammlung
  • Friedrich Maximilian Klinger (1752–1831), deutscher Dichter des Sturm und Drang, in Dorpat gestorben
  • Jakob Michael Reinhold Lenz (1751–1792), deutscher Dichter des Sturm und Drang, 1759 mit seiner Familie nach Dorpat gezogen, verließ die Stadt 1768, um in Königsberg zu studieren
  • Oskar Lieven (1852–1912), russischer Chemiker und Unternehmer, wuchs ab 1863 in Tartu auf
  • Jaan Tõnisson (1868–vermutlich Juli 1941), estnischer Verleger, Politiker, Ministerpräsident und Staatsoberhaupt der Republik Estland
  • Edgar Valter (1929–2006), einer der bedeutendsten zeitgenössischen Kinderbuchautoren, Illustratoren und Karikaturisten in Estland, in Tartu gestorben
  • Johann Anton Weinmann (1782–1858), Botaniker, erster gärtnerischer Leiter des 1803 gegründeten botanischen Gartens

Literatur Bearbeiten

Weblinks Bearbeiten

Commons: Tartu – Album mit Bildern
Wikivoyage: Tartu – Reiseführer
Wikisource: Dorpat – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. Population of residence and year. Statistikamt Estland, abgerufen am 8. Mai 2023 (englisch).
  2. Die Betonung der Bezeichnungen Dorpat und Tartu liegt auf der ersten Silbe.
  3. Bodø: Norway’s European Capital Of Culture For 2024. In: Forbes. 25. September 2019, abgerufen am 1. Oktober 2019 (englisch).
  4. Reet Bender: Als die Tiere noch im Fuhrmann fuhren. In: Kulturkorrespondenz östliches Europa. 1429 Juli/August 2022. Deutsches Kulturforum östliches Europa, S. 27–29.
  5. Sophie Pannitschka: Dorpat und die grüne Kiste. Carl-Schirren-Gesellschaft, ISBN 978-3-923149-86-5, Lüneburg 2021, S. 12.
  6. Erich Maschke (Hrsg.): Zur Geschichte der deutschen Kriegsgefangenen des Zweiten Weltkrieges. Verlag Ernst und Werner Gieseking, Bielefeld 1962–1977, DNB 540491969.
  7. Zur Bedeutung Tartus in der Reformationsgeschichte siehe das Stadtporträt Reformationsstadt Tartu. Vorübergehender Aufruhr im hohen Norden Europas des Projekts Reformationsstädte Europas. In: reformation-cities.org, abgerufen am 29. Juni 2016.
  8. Partnerlinnad. In: tartu.ee, abgerufen am 14. März 2022.
  9. Städtepartnerschaften. In: greifswald.de, abgerufen am 30. Juni 2016 (Liste Greifswalder Partnerstädte und Städtefreundschaften).
  10. Статистическое изображение городов и посадов Российской империи по 1825 год. Сост. из офиц. сведений по руководством директора Департамента полиции исполнительной Штера. Спб., 1829.
  11. Estonia. Riigi Statistika Keskbüroo: Rahvastiku koostis ja korteriolud: II rahvaloenduse tulemusi. Tallinn 1935, OCLC 38611530, lk. 1 (= Données du recensement de 1. III 1934/Ergebnisse der Volkszählung vom 1. März 1934; Nationale Regierungsveröffentlichung).
  12. Обозрение состояния городов российской империи в 1833 году / Изд. при министерстве внутренних дел. – Спб., 1834.
  13. Reichskommissar für das Ostland: Strukturbericht über das Ostland. Teil I: Ostland in Zahlen. 2 Teile. Bearb. von Gottfried Müller. Riga 1942, DNB 560954328.
  14. Статистические таблицы о состоянии городов Российской империи. Сост. в Стат. отд. Совета МВД. – Спб., 1840.
  15. Перепись населения СССР 1959 года (Memento vom 9. Oktober 2008 im Internet Archive), abgerufen am 30. Juni 2016.
  16. Статистические таблицы о состоянии городов Российской империи [по 1 мая 1847 года]. Сост. в Стат. отд. Совета МВД. Спб., 1852.
  17. Перепись населения СССР 1970 года (Memento vom 16. Juli 2012 im Webarchiv archive.today), abgerufen am 30. Juni 2016.
  18. Статистические таблицы Российской империи, составленные и изданные по распоряжению министра внутренних дел Стат. отделом Центрального статистического комитета. [Вып. 1]. За 1856-й год. Спб., 1858.
  19. Перепись населения СССР 1979 года (Memento vom 16. Juli 2012 im Webarchiv archive.today), abgerufen am 4. Juli 2016.
  20. a b Statistikaamet/Statistical Office of Estonia: 2000. Aasta rahva ja eluruumide loendus. Faktiline ja alaline rahvastik, rahvastiku paiknemine, soo- ja vanuskoosseis – 2000 Population an Housing Census. Population de facto and Usual Resident Population, Location of the Population, Population Sex and Age Structure (stat.ee (Memento vom 13. November 2010 im Internet Archive; PDF; 6,4 MB), abgerufen am 30. Juni 2016).
  21. a b R. Eckhardt: Resultate der am 3. März 1867 in den Städten Livlands ausgeführten Volkszählung. Tab. 4. Summarische Gliederung der städtischen Bevölkerung in Livland nach ihrer Nationalität für Civil und Militair getrennt. Livl. Gouvernements-Typographie, 1871 (Scan in der Google-Buchsuche).
  22. a b Tallinn, Riigi Statistika Keskbüroo: 1922 a. üldrahvalugemise andmed. Vihk 1. Rahva demograafiline koosseis ja korteriolud Eestis. Tallinn 1924–25, 3 Bde., OCLC 173274744, lk. 10 (Résultats du recensement de 1922 pour toute la république/Ergebnisse der republikweiten Volkszählung 1922; Nationale Regierungsveröffentlichung).
  23. Первая Всеобщая перепись населения Российской империи 1897 года. Наличное население в губерниях, уездах, городах Российской Империи (без Финляндии). In: demoscope.ru/weekly, abgerufen am 30. Juni 2016.
  24. a b Statistikaameti juhtimislauad. Abgerufen am 23. Mai 2023.
  25. a b Tallinn, Riigi Statistika Keskbüroo: 1922 a. üldrahvalugemise andmed. Vihk 1. Rahva demograafiline koosseis ja korteriolud Eestis. 3 Bände. Tallinn 1924–25, OCLC 173274744, lk. 33 (= Résultats du recensement de 1922 pour toute la république/Ergebnisse der republikweiten Volkszählung 1922; Nationale Regierungsveröffentlichung).
  26. Первая Всеобщая перепись населения Российской империи 1897 г. Под ред. Н. А. Тройницкого. 21: Лифляндская губерния. – Спб., 1905, с. 78–79.
  27. Estonia. Riigi Statistika Keskbüroo: Rahvastiku koostis ja korteriolud: II rahvaloenduse tulemusi. Tallinn 1935, OCLC 38611530, lk. 47–53 (= Données du recensement de 1. III 1934/Ergebnisse der Volkszählung vom 1. März 1934; Nationale Regierungsveröffentlichung).
  28. Campus. In: eek.ee, abgerufen am 31. Mai 2019 (estnisch, russisch, hier: englisch).
  29. Die Kunstschule auf einen Blick (Memento vom 24. Mai 2013 im Internet Archive) abgerufen am 29. Juni 2016.
  30. Herzlich willkommen bei uns! In: raatuse.rtk.tartu.ee, abgerufen am 30. Juni 2016.
  31. waldorfkool.info, abgerufen am 30. Juni 2016.
  32. Theater in Dorpat. In: Berliner Architekturwelt. Nr. 11, Februar 1911, S. 443–444 (zlb.de – Foto, Grundrisse).
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