Tapa (Tapa)

Stadt in Nordestland

Tapa (deutsch Taps) ist eine Stadt im Norden Estlands 80 km südöstlich von Tallinn und Verwaltungssitz der Gemeinde Tapa, in der sie liegt.

Tapa
Wappen
Wappen
Flagge
Flagge
Staat: Estland Estland
Kreis: Lääne-Virumaa lipp.svg Lääne-Viru
Koordinaten: 59° 16′ N, 25° 57′ OKoordinaten: 59° 16′ N, 25° 57′ O
Fläche: 17,31 km²
 
Einwohner: 5.168 (1 Januar 2021)
Bevölkerungsdichte: 299 Einwohner je km²
Zeitzone: EET (UTC+2)
Postleitzahl: 45101 - 45109
Tapa (Estland)
Tapa

GeschichteBearbeiten

Tapa ist Estlands wichtigster Eisenbahnknotenpunkt. Tallinn ist per Eisenbahn 77 km, Tartu 112 km und Narva 133 km entfernt.

Die Entstehung von Tapa ist auf die Eisenbahnstrecke TallinnSankt Petersburg zurückzuführen, die am 24. Oktober 1870 mit einem großen Fest der Baltischen Eisenbahn eröffnet wurde. Der Bau der Strecke Tapa (Taps) – Dorpat begann im Jahr 1875, und am 21. August 1876 fuhr der erste Zug von Reval (estnisch: Tallinn) aus über Taps nach Dorpat (estnisch: Tartu). Heute werden die Strecken von Eesti Raudtee (Estnische Eisenbahn) betrieben.

Tapa wuchs schnell als Siedlung der Bahnarbeiter. Weil der Bahnhof auf dem Land des Gutsbesitzers Taps gebaut wurde, erhielt sie seinen Namen.

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Bei der ersten Volkszählung 1922 wurden 2.398 Einwohner gezählt. Bei der Volkszählung 1986 waren es 10.395. Nachdem das sowjetische Militär 1993 abzog, ging die Einwohnerzahl wieder stark zurück und hat sich inzwischen bei etwas über 5.000 eingependelt.

Jahr 1922 1934 1959 1970 1979 1989 2000 2005 2010 2015 2020[1] 2021[1]
Einwohner 2.398 3.751 8.001 10.037 10.851 10.439 6.799 6.585 6.371 5.706 5.286 5.168

Politik (bis 2005)Bearbeiten

BürgervorsteherBearbeiten

  • 1930–1934: August Pallon
  • 1934–1940: Helmi Kaber
  • 1993–1996: Rain Sepping
  • 1996–1999: Algur Kaerma
  • 1999–2001: Ilmar Müür
  • 2001–2005: Algur Kaerma

BürgermeisterBearbeiten

  • 1927–1929: Ernst Grimm (Krimm)
  • 1929–1930: Johannes Ruuse
  • 1930–1935: Tõnis Rähn
  • 1935–1940: Jaan Maidre (Name bis 1936: Felix-Eduard Märtin / Martin)
  • 1991–1996: Raivo Raid
  • 1996–1997: Garri Raagmaa
  • 1997–2001: Voldemar Nellis
  • 2001–2005: Kuno Rooba

Ende 2005 entstand die Gemeinde Tapa durch die Fusion der Stadt Tapa mit den Gemeinden Lehtse und Saksi.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

EisenbahndepotBearbeiten

Operail betreibt in der Stadt ein Eisenbahndepot. Entsprechend einer Entscheidung aus dem Jahr 2019 wird dort aktuell vor allem die Reparatur und der Umbau von Lokomotiven durchgeführt.[2] So konnte man sich in den letzten Jahren durch den Umbau der estnischen GE C30-7 und dem Umbau einer GE C36-7 auf Flüssiggasantrieb einen Namen machen.

MilitärBearbeiten

In Tapa ist das Hauptquartier und der Großteil der Verbände der ersten Brigade des estnischen Heeres stationiert. Zudem hat auch die NATO-Battlegroup Estonia ihren Sitz auf der nach den 1990ern ausgebauten Militärbasis, auf dem Gelände des ehemaligen sowjetischen Militärflugplatzes Tapa.

Sonstige BauwerkeBearbeiten

  • Die Evangelisch-Lutherische Jakobskirche wurde 1832 errichtet.
  • Die Orthodoxe Kirche Johannes des Täufers wurde von 1901 bis 1904 nach dem Entwurf von Vladimir Lunski gebaut.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Statistics Estonia: Population after the 2017 administrativ reform, 1 January by Sex, Place of residence and Year. Abgerufen am 6. März 2022 (englisch).
  2. Aili Vahtla (news.err.ee): Operail to cut 21 jobs in restructuring of operations at Tapa depot. Abgerufen am 6. März 2022 (englisch).