Georg Philipp August von Roth

deutschbaltischer Literat und Volkspädagoge

Georg Philipp August von Roth (* 8. Oktoberjul. / 19. Oktober 1783greg. in Dorpat; † 15. Februarjul. / 27. Februar 1817greg. ebenda) war ein deutschbaltischer Geistlicher, Literat, Zensor und Universitätslektor.

LebenBearbeiten

Georg Philipp August von Roth war der Sohn von Johann Philipp Roth, der seit 1780 Pfarrer in Kanepi war, und Beata Katharina Seefels. Er studierte von 1802 bis 1803 an der Universität Dorpat evangelische Theologie und verbrachte die Jahre 1803–1806 an einer deutschen Universität.[1] Nach seiner Rückkehr nach Estland war er zunächst Hauslehrer, ehe er 1810 als Nachfolger von Friedrich David Lenz der zweite Estnisch-Lektor an der Universität Dorpat wurde. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger lautete seine Amtsbezeichnung nicht mehr „Lektor für Estnisch und Finnisch“, sondern war er ausschließlich „Lector der Ehstnischen Sprache.“[2] Parallel dazu nahm er die Aufgaben eines Zensors für estnische Schriften wahr.

WirkenBearbeiten

Kulturhistorische Bedeutung erlangte Roth durch seine Mitarbeit an der Wochenzeitung Tarto maa rahva Näddali-Leht, die sein Vater 1806 gemeinsam mit seinem Schwager Gustav Adolph Oldekop ins Leben rief.[3] Allerdings war das Erscheinen der Zeitung nur von kurzer Dauer, da das Blatt nach 41 Nummern nach einer Anschwärzung bei der Sankt Petersburger Zensurbehörden[4] verboten wurde. Außerdem war er Verfasser eines Estnisch-Lehrbuchs, das er in seinem Unterricht verwendete.

PublikationBearbeiten

  • ABD nink weikenne luggemisse ramat Tarto ma rahwa tullus Keiserlikko Tarto sure koli ramato kohto lubbaga. Tartu: M. G. Grenzius 1814. 16 S.[5]

SekundärliteraturBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Arnold Hasselblatt: "Album Academicum der Kaiserlichen Universität Dorpat", Dorpat: C. Mattiesen, 1889 lk. 1
  2. Vahur Aabrams: Friedrich David Lenz ning tema vend Jacob Michael Reinhold Lenz, in: 200 aastat eesti keele ülikooliõpet. Tartu: Tartu Ülikool 2003 (Tartu Ülikooli eesti keele õppetooli toimetised 25), S. 36.
  3. Cornelius Hasselblatt: Geschichte der estnischen Literatur. Berlin, New York: De Gruyter 2006, S. 177–178.
  4. Tõnu Tannberg: Kes kaebas esimese eestikeelse ajalehe peale?, in: Looming 12/1996, S. 1659–1669.
  5. Rezension in Beiträge zur genauern Kenntniß der ehstnischen Sprache 4, S. 100–102