Ain Kaalep

estnischer Schriftsteller und Übersetzer
Ain Kaalep (2010)

Ain Kaalep (* 4. Juni 1926 in Tartu; † 9. Juni 2020[1]) war ein estnischer Schriftsteller, Dichter, Übersetzer, Literaturkritiker und Literaturwissenschaftler.

LebenBearbeiten

Ain Kaalep stammte aus einer Intellektuellenfamilie. Er absolvierte das renommierte Hugo-Treffner-Gymnasium während des Zweiten Weltkrieges. Danach trat er in die Finnische Armee ein und kämpfte im Jahre 1944 im deutschen Militär gegen die vorstoßende Rote Armee. Später verbrachte er einige Zeit in sowjetischer Gefangenschaft. In Tartu studierte er bis 1956 Finnougristik an der Universität Tartu. Er war danach als Übersetzer und freier Schriftsteller tätig. 1984 erhielt er den Juhan-Liiv-Lyrikpreis. Von 1989 bis 2001 war Ain Kaalep Chefredakteur der estnischen Kulturzeitschrift Akadeemia.

Werke (Auswahl)Bearbeiten

  • "Aomaastikud" (1962)
  • "Samarkandi vihik" (Gedichtsammlung, 1962)
  • "Iidamast ja Aadamast ehk Antimantikulaator" (Schauspiel, 1967)
  • "Järvemaastikud" (Gedichtsammlung, 1968)
  • "Mäe veri (Totomauna)" (Schauspiel, 1970)
  • "Klaasmaastikud" (1971)
  • "Paani surm ja teisi luuletusi" (1976)
  • "Peegelmaastikud" (Anthologie seiner Übersetzungsarbeiten, Band I 1976, Band II 1980)
  • "Kuldne Aphrodite ja teisi luuletusi" (Gedichtsammlung, 1986)
  • "Maavallast ja maailmakirjandusest" (Literaturkritiken und Essays, 1984)
  • "Minu silmad ja sinu silmad" (Schauspiel, 1965)
  • "Kolm Lydiat" (1997)
  • "Haukamaa laulu'" (1999)

Daneben zahlreiche Übersetzungen, besonders von Lyrik, unter anderem aus dem Deutschen, Spanischen und Französischen, aber auch aus Sprachen wie dem Armenischen und dem Usbekischen. Ain Kaalep wurde durch seine Übertragungen der Werke von Gotthold Ephraim Lessing, Friedrich Schiller, Jakob Wassermann, Bertolt Brecht und Max Frisch ins Estnische bekannt.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Suri Ain Kaalep, kultuur.err.ee, abgerufen am 10. Juni 2020