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Gemeinde Salamanca
Blick auf Salamanca
Blick auf Salamanca
Wappen Karte von Spanien
Wappen von Salamanca
Salamanca (Spanien)
Finland road sign 311.svg
Basisdaten
Autonome Gemeinschaft: KastilienleonKastilien und León Kastilien und León
Provinz: Salamanca
Koordinaten 40° 58′ N, 5° 40′ WKoordinaten: 40° 58′ N, 5° 40′ W
Höhe: 802 msnm
Fläche: 39,34 km²
Einwohner: 144.436 (1. Jan. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 3.671,48 Einw./km²
Postleitzahl: 37001–37080
Gemeindenummer (INE): 37274 Vorlage:Infobox Gemeinde in Spanien/Wartung/cod_ine
Verwaltung
Website: Salamanca

Salamanca (ursprünglich gegründet in der Antike als Salamantica) ist die Hauptstadt der Provinz Salamanca in der autonomen spanischen Region Kastilien-León (Castilla y León). Im Jahr 1988 wurde Salamanca von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt; 2002 war Salamanca zusammen mit Brügge Kulturhauptstadt Europas.

Inhaltsverzeichnis

Lage und KlimaBearbeiten

Salamanca liegt am Río Tormes etwa 215 km nordwestlich von Madrid in einer Höhe von etwa 800 m. Das Klima ist gemäßigt bis warm; Regen (durchschnittlich 400 mm/Jahr) fällt überwiegend im Winterhalbjahr.[2]

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Jahr 1857 1900 1950 2000 2017
Einwohner 15.213 25.690 80.239 158.556 144.436[3]

Die Landflucht infolge der Mechanisierung der Landwirtschaft führte im 20. Jahrhundert zu einem deutlichen Bevölkerungswachstum. Die Stadt wächst jedoch deutlich langsamer als die boomende Hauptstadtregion, denn die dünn besiedelte Umgebung bietet außer dem Tourismus nur wenig wirtschaftliches Potenzial.

Altstadt von Salamanca
  UNESCO-Welterbe

 
Staatsgebiet: Spanien  Spanien
Typ: Kultur
Kriterien: i, ii, iv
Fläche: 50,78 ha
Referenz-Nr.: 381rev
UNESCO-Region: Europa und Nordamerika
Geschichte der Einschreibung
Einschreibung: 1988  (Sitzung 12)

GeschichteBearbeiten

Die alte iberische Siedlung wurde im Jahr 219 v. Chr. von Hannibal besucht. Unter römischer und westgotischer Herrschaft (133 v. Chr. bis ca. 712 n. Chr.) wuchs die Stadt zu einem wichtigen Handelszentrum. Im 8. Jahrhundert wurde Salamanca von den Mauren eingenommen: Im Zuge der maurischen Invasion der Iberischen Halbinsel eroberte Musa ibn Nusayr die Stadt. Erst im Jahr 1085 wurde sie von Alfons VI. von León zurückerobert (reconquista). Während der Eroberungen und Rückeroberungen wurde die Stadt weitgehend zerstört und war längere Zeit unbewohnt. Unter Raimundo de Borgoña begann 1102 die Zeit der Wiederbevölkerung. Die christlichen Neusiedler erhoben sich im Jahr 1162 gegen Kastilien-Leon und riefen 1163 Portugal zu Hilfe, das Salamanca bis 1165 besetzt hielt.

Seine Blüte erlebte Salamanca im 16. Jahrhundert. 1524 wurde der Bau von Kirche und Kloster San Esteban begonnen.

Bei der Schlacht bei Salamanca, am 22. Juli 1812, besiegte eine britisch-portugiesische Armee unter Wellington eine französische Armee unter Marmont.

Die Salamanca-Erklärung[4] mit der Nennung von Inklusion als wichtigstes Ziel der internationalen Bildungspolitik und in der Folge ein erster internationaler Rahmen für deren Umsetzung war das Hauptergebnis der UNESCO-Konferenz Pädagogik für besondere Bedürfnisse: Zugang und Qualität, welche vom 7. bis 10. Juni 1994 in Salamanca stattfand: hier trafen sich über 300 Teilnehmer, die 92 Regierungen und 25 internationale Organisationen repräsentierten, um das Ziel „Bildung für Alle“ zu unterstützen.

Kultur und BildungBearbeiten

Salamanca ist bekannt durch die Universität Salamanca mit ihrem berühmten Maskottchen, einem Frosch auf einem Totenschädel an ihrer Fassade. Die Universität füllt die Stadt mit mehr als 40.000 Studenten, was ihr ein lebhaftes, jugendliches Gepräge gibt. Die im Jahr 1218 gegründete Universität ist die älteste bis heute bestehende Universität Spaniens (die Universität Palencia wurde zwar 10 Jahre früher gegründet, aber schon um 1250 wieder aufgelöst). Schon im 16. Jahrhundert, als hier in der sogenannten Schule von Salamanca der Grundstein für die neuzeitliche humanistische Naturrechtslehre gelegt wurde, zählte sie 8000 Studenten. Die Universidad de Salamanca wurde zu einer der wichtigsten Bildungsstätten Europas. Unter den bekanntesten Dozenten befinden sich Fray Luis de León und Miguel de Unamuno. Lope de Vega, Calderón de la Barca und Miguel de Cervantes holten sich in Salamanca das geistige Rüstzeug für ihre dichterische Arbeit.

Im Jahr 1492, wenige Monate vor seiner Seereise nach Amerika, musste Kolumbus in Salamanca den versammelten skeptischen Professoren und Kardinälen seine Theorien bezüglich des Erdumfangs und des Abstands von Europa zu Asien erläutern und die Pläne behandeln, den Osten über den Westen zu erreichen.

Der Dominikanerpater Francisco de Vitoria formulierte hier 1540 die Grundlagen des Völkerrechts. Der berühmteste Rektor der Universität war der spanische Schriftsteller Miguel de Unamuno.

Das Hauptportal der Universität ist mit zahlreichen Skulpturen und dichtem Dekor im Stil der spanischen Frührenaissance, dem so genannten Platereskenstil geschmückt. Ein Totenkopf mit einem Frosch (eigentlich eine Kröte) symbolisiert die Ausschweifungen im Leben, die nach dem Tod gesühnt werden – eine Mahnung an die lebenslustigen Studenten.

In Salamanca soll das beste Hochspanisch gesprochen werden. Dies und die von der Universität und diversen privaten Anbietern organisierten Sprachkurse führen dazu, dass sich die Stadt in den Sommermonaten stets mit ausländischen Studenten füllt.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Plaza Mayor am Abend

In der Stadt gibt es zwei Kathedralen, die alte Kathedrale aus dem 12. und die neue Kathedrale aus dem 16. Jahrhundert, die einen gemeinsamen Gebäudekomplex bilden. Der Turm der neuen Kathedrale wurde verstärkt, da sich nach dem Erdbeben von Lissabon Risse an ihm zeigten. Auch an der Kathedrale sieht man Spuren der Universität: Früher war es Sitte, nach erfolgreicher Beendigung der Promotion einen Víctor, ein rotes „V“ und seinen Namen an den Dom zu malen.

Im gegenüberliegenden Bischofspalast befand sich während des spanischen Bürgerkriegs zeitweilig das Hauptquartier Francos.

Die Plaza Mayor, auf der früher u. a. Stierkämpfe abgehalten wurden, gilt als der schönste Platz Spaniens. Philipp V., erster spanischer König aus dem französischen Haus Bourbon, machte ihn den Einwohnern 1729 für ihre Loyalität im Erbfolgekrieg zum Geschenk.

Bekannt ist auch die Casa de las Conchas (Haus der Muscheln), ein im Plateresco-Stil erbauter Stadtpalast, dessen Fassade mit mehr als 300 Jakobsmuscheln aus goldgelbem Sandstein geschmückt ist, dem Symbol der Pilgerschaft nach Santiago de Compostela.

Noch heute können Fußgänger die Puente Romano benutzen, eine durch die Römer erbaute Brücke über den Fluss.

WirtschaftBearbeiten

Salamanca ist das Zentrum einer agrarisch genutzten Region; in der Stadt haben sich bereits früh Händler und Tagelöhner niedergelassen; aus letzteren entwickelten sich allmählich Handwerks- und Dienstleistungsberufe. In den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts sind mehrere Gewerbegebiete entstanden.[5]

VerkehrBearbeiten

Die Stadt ist an das schnell wachsende spanische Autobahnnetz angeschlossen. In Nord-Südrichtung (nach Zamora bzw. Cáceres) verläuft die A-66, nach Westen (Richtung Ciudad Rodrigo und Portugal) die A-62, die umgekehrt in Richtung Nordosten nach Valladolid führt. Nach Osten (Richtung Ávila) verläuft die A-50.[6]

Salamanca ist an das spanische Eisenbahnnetz angeschlossen, jedoch bisher nicht an den Hochgeschwindigkeitsverkehr. Der Ort liegt an der Bahnstrecke von Medina del Campo nach Vilar Formoso und ist Ausgangspunkt einer Strecke nach Ávila. Es gibt einen regionalen Flughafen, der hauptsächlich von der Luftwaffe genutzt wird. Außerdem wird er von privaten Kleinflugzeugen und im Linienverkehr von einigen „Billigfliegern“ angeflogen, jedoch nur im Sommer.

Söhne und Töchter der StadtBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Salamanca – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  Wikivoyage: Salamanca – Reiseführer

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Cifras oficiales de población resultantes de la revisión del Padrón municipal a 1 de enero. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística (Bevölkerungsfortschreibung).
  2. Salamanca – Klimatabellen
  3. Salamanca – Bevölkerungsentwicklung
  4. Die Salamanca Erklärung und der Aktionsrahmen zur Pädagogik für besondere Bedürfnisse. In: unesco.at, Bildung, Basisdokumente, Salamancaerklärung (Memento des Originals vom 28. Februar 2013 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.unesco.at (66 KB, 29. Dezember 2011; PDF)
  5. Salamanca – Gewerbegebiete
  6. Dirección General de Tráfico: Información de tráfico. Abgerufen am 13. Januar 2019 (spanisch).