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Die Junkers J 1 war das erste verspannungslose (freitragende) flugfähige Ganzmetallflugzeug der Welt. Bei der als einsitziger Mitteldecker ausgelegten Konstruktion setzte Hugo Junkers zum ersten Male die Konzepte eines idealen Flugzeugtragwerks um; ein freitragender, unverspannter, dicker Flügel zur Aufnahme von nicht Auftrieb erzeugenden Teilen. Das Konzept hatte er 1910 in seinem Patent Nr. 253788, dem später sogenannten Nurflügelpatent dargelegt.

Junkers J 1
Junkers J 1
Typ: Experimentalflugzeug
Entwurfsland:

Deutsches ReichDeutsches Kaiserreich Deutsches Reich

Hersteller:

Junkers & Co.

Erstflug: 12. Dezember 1915
Stückzahl: 1
Junkers J 1 Rückansicht

GeschichteBearbeiten

Es gelang Hugo Junkers mit seinem Stab von 15 Mitarbeitern und trotz der damals unvollkommenen Schweißtechnik, am 12. Dezember 1915 nach nur drei Monaten Bauzeit dieses revolutionäre neue Konzept auf dem Flugplatz Döberitz zum Erstflug zu bringen. Pilot des Erstflugs war Leutnant Friedrich von Mallinckrodt. Bei der Landung wurde das Flugzeug jedoch beschädigt. Nach der Reparatur wurden im Januar 1916 noch drei weitere Testflüge durchgeführt. Die Flüge wiesen die praktische Umsetzbarkeit und Flugtauglichkeit des Ganzmetallkonzepts nach und zeigten, dass die J 1 eine relativ schnelle Maschine war. Mit dem gemessen am hohen Gewicht relativ schwachen Motor war die Steigleistung jedoch nicht akzeptabel.

Das einzige Exemplar wurde 1926 dem Deutschen Museum in München übergeben, wo es 1944 durch einen der Luftangriffe auf München zerstört wurde.

Seit 2015 entsteht im Hugo-Junkers-Technikmuseum in Dessau ein mit Crowdfunding finanzierter originalgetreuer Nachbau dieses Pionierflugzeugs im Maßstab 1:1.[1][2]

KonstruktionBearbeiten

Das mit 0,1–0,2 mm starkem Stahlblech beplankte Flugzeug war zu schwer (937 kg Leermasse gegenüber 400 kg für die Fokker E-III), weswegen die Inspektion der Fliegertruppe keinen Bauauftrag erteilte. Allerdings erteilte man einen erneuten Versuchsauftrag für eine verbesserte Ausführung, der zur Junkers J 2 führte. Allerdings war es auch das erste Flugzeug, bei dem Wellbleche eingesetzt wurde; im Flügelinneren ergab sich damit eine höhere Steifigkeit.[3][4]

Eine weitere in der J 1 verwirklichte Innovation war der patentierte Junkers-Düsenkühler, der aus der thermischen Energie des Kühlwassers zusätzlichen Schub gewann.

Technische DatenBearbeiten

 
Daimler D II
Kenngröße Daten
Besatzung 1
Länge 8,62 m
Spannweite 12,95 m
Flügelfläche 24,60 m²
Flächenbelastung 4,75 kg/m²
Höhe 3,11 m
Rüstmasse 937 kg
Nutzmasse 233 kg
Gesamtmasse 1170 kg
Antrieb 1 × 6-Zylinder-Reihenmotor Daimler D II mit 120 PS (ca. 90 kW) bei 1400 min−1
Höchstgeschwindigkeit 170 km/h in Meereshöhe
normale Reichweite 230 km
Steigzeit auf 2000 m 32 min

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • P.M. Grosz, G. Terry: The way to the world’s first all-metal fighter. AIR Enthusiast 25, 1984.
  • Wolfgang Wagner: Von der J 1 bis zur F 13. Vom „Blechesel“ zum ersten Ganzmetall-Verkehrsflugzeug. Leuchtturm-Verlag, Konstanz 1976, ISBN 3-88064-015-7.
  • Wolfgang Wagner: Hugo Junkers: Pionier der Luftfahrt – seine Flugzeuge. In: Die deutsche Luftfahrt. Band 24. Bernard & Graefe, Bonn 1996, ISBN 3-7637-6112-8., S. 80–83: J 1 erster Ganzmetalleindecker.
  • Paul Zöller: Die letzten Junkers-Flugzeuge 1, BoD, Norderstedt 2017, ISBN 978-3-7448-0050-1, S. 23–26
  • Günter Schmitt: Junkers und seine Flugzeuge, transpress, Berlin 1986, ISBN 3-344-00065-9, S. 26–27

WeblinksBearbeiten

  Commons: Junkers J 1 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. J1-Project. Förderverein Technikmuseum “Hugo Junkers” e.V., 2017, abgerufen am 20. November 2017 (Schwarmfinanzierung zum Nachbau einer J 1).
  2. Thomas Steinberg: Die Rückkehr einer Luftfahrt-Legende. Mitteldeutsche Zeitung, 11. November 2018, abgerufen am 21. September 2019 (Artikel/Photos zum Nachbau).
  3. The World’s First All Metal Aircraft – The Junkers J1. In: junkers.de. Abgerufen am 5. März 2018 (englisch).
  4. Mornement, A.; Holloway, S.: Corrugated iron – building on the frontier. Frances Lincoln, London 2007, ISBN 978-0-7112-2654-8, S. 115.