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Ilse Decho

deutsche Glas- und Porzellangestalterin

Ilse Decho (* 9. Dezember 1915 in Leipzig als Helene Ilse Schmidt[1]; † 16. Januar 1978 in Leipzig), war eine deutsche Glas- und Porzellangestalterin.

Inhaltsverzeichnis

Leben und WerkBearbeiten

 
Teekanne aus Jenaer Glas

Decho absolvierte eine kaufmännische Ausbildung, besuchte die Abendschule der Akademie für grafische Künste und Buchgewerbe und studierte 1947 bis 1949 an der Kunstgewerbeschule Leipzig. Danach arbeitete sie bis 1966 als freischaffende Kunsthandwerkerin und Formgestalterin in Leipzig. Anschließend unterrichtete sie bis zur Emeritierung 1975 als Dozentin für Glasgestaltung, später als Professorin an der Hochschule für industrielle Formgestaltung Halle, Burg Giebichenstein in Halle (Saale).

Dechos gestalterisches Werk umfasst unter anderem Koch- und Bratgeräte sowie das Teeservice 5000 aus Jenaer Glas (entworfen 1962–1963) für das VEB Jenaer Glaswerk Schott & Gen., das Service und die Kelchglasserie Julia (entworfen 1963) für das VEB Porzellanwerk Freiberg sowie für das VEB Porzellanwerk Ilmenau „Graf von Henneberg“ das Speise-, Kaffee- und Mokkaservice Daphne (entworfen 1964) sowie das Kaffee- und Mokkaservice Atlas (entworfen 1973).[2] Daneben schuf sie Objekte der freien Glasgestaltung.

Decho war von 1954 bis 1971 Mitglied in der Gutachterkommission Glas/Keramik des Deutschen Amtes für Messwesen und Warenprüfung.

Für ihre Entwürfe erhielt Decho zahlreiche Preise: 1956 wurde sie auf der Kunsthandwerkermesse in München mit einer Goldmedaille ausgezeichnet, 1965 erhielt sie dem Kunstpreise der Stadt Leipzig (1965) und ein Jahr später folgte die Auszeichnung mit dem Kunstpreis der DDR.[3][4] Ilse Decho's Glas- und Porzellanentwürfe wurden auf verschiedenen Kunstausstellungen der DDR und Einzelausstellungen im Leipziger Grassimuseum (1961 und 1985) sowie im Erfurter Angermuseum (1961) gezeigt.

Im Jahr 2000 wurde im Leipziger Stadtteil Heiterblick eine Straße nach ihr benannt.[3]

LiteraturBearbeiten

  • Kurzbiografie zu: Decho, Ilse. In: Wer war wer in der DDR? 5. Ausgabe. Band 1, Ch. Links, Berlin 2010, ISBN 978-3-86153-561-4.
  • Walter Funkat, Kunsthandwerk in der DDR. Berlin 1970.
  • Ilse Decho – Glas und Porzellan. Zum Gedächtnis. Museum des Kunsthandwerks Leipzig und Hochschule für industrielle Formgestaltung Burg Giebichenstein Halle mit Beiträgen von Angela Grzesiak, Renate Luckner-Bien und andere (ohne Jahresangabe).
  • Angela Grzesiak, Ilse Decho. In: Glas und Porzellan. Museum des Kunsthandwerk Leipzig 1985.
  • Ute Camphausen, Die Leipziger Kunstgewerbeschule. Passage-Verlag Leipzig 1996. ISBN 978-3-938543-50-4.
  • Hubert Kittel, Ilse Dechos Glasentwürfe für Jena – ein neues Leitbild für das Hauswirtschaftsglas ab 1960. In: Schott und die Burg. Die Burg Giebichensteiner Entwürfe für Jenaer Glas 1925–2005. Verlag und Datenbank für Geisteswissenschaften. Weimar 2006. ISBN 978-3-89739-536-7.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Kopie der Geburtsurkunde im Support hinterlegt
  2. Günther Höhne: DDR-Design. Komet, Köln 2006, ISBN 978-3-89836-587-1, S. 129 ff., 143 f.
  3. a b leipzig.de: 100 Frauenporträts (Memento des Originals vom 9. September 2017 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.leipzig.de, abgerufen am 18. Oktober 2015
  4. Kunstpreisträger 1966. In: Neue Zeit, 27. März 1966, S. 4.