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1918
Wilhelm II. verabschiedet sich am belgisch-niederländischen Grenzübergang Eysden von seinem Gefolge.
Die Novemberrevolution stürzt das Deutsche Kaiserreich und führt in die Erste Republik. Kaiser Wilhelm II. geht ins Exil.
Koloriertes Photo des Waffenstillstandsabschlusses
Mit dem Waffenstillstand von Compiègne endet der Erste Weltkrieg.

Scheidemann ruft vom Westbalkon (zweites Fenster nördlich des Portikus) des Reichstagsgebäudes die Republik aus.
Philipp Scheidemann ruft die deutsche Republik aus.
Nikolaus II. mit seiner Gattin Alexandra und den fünf gemeinsamen Kindern (1913)
In Jekaterinburg wird die russische Zarenfamilie ermordet.

Am 28. Oktober wird auf dem Wenzelsplatz die Tschechoslowakische Unabhängigkeit ausgerufen
Die Tschechoslowakische Unabhängigkeit wird ausgerufen, das Königreich Böhmen offiziell aufgelöst.
1918 in anderen Kalendern
Ab urbe condita 2671
Armenischer Kalender 1366–1367
Äthiopischer Kalender 1910–1911
Badi-Kalender 74–75
Bengalischer Kalender 1324–1325
Berber-Kalender 2868
Buddhistischer Kalender 2462
Burmesischer Kalender 1280
Byzantinischer Kalender 7426–7427
Chinesischer Kalender
 – Ära 4614–4615 oder
4554–4555
 – 60-Jahre-Zyklus

Feuer-Schlange (丁巳, 54)–
Erde-Pferd (戊午, 55)

Französischer
Revolutionskalender
CXXVICXXVII
126–127
Hebräischer Kalender 5678–5679
Hindu-Kalender
 – Vikram Sambat 1974–1975
 – Shaka Samvat 1840–1841
Iranischer Kalender 1296–1297
Islamischer Kalender 1336–1337
Japanischer Kalender
 – Nengō (Ära): Taishō 7
 – Kōki 2578
Koptischer Kalender 1634–1635
Koreanischer Kalender
 – Dangun-Ära 4251
 – Juche-Ära 7
Minguo-Kalender 7
Olympiade der Neuzeit VI
Seleukidischer Kalender 2229–2230
Thai-Solar-Kalender 2461

Das Jahr 1918 markiert das Ende des Ersten Weltkrieges. Dadurch zerfallen auch viele europäische Monarchien.

EreignisseBearbeiten

Politik und WeltgeschehenBearbeiten

Erster Weltkrieg und daraus folgende Revolutionen und BürgerkriegeBearbeiten

Politische und diplomatische EntwicklungenBearbeiten
OstfrontBearbeiten
WestfrontBearbeiten
Gebirgskrieg zwischen Italien und Österreich-UngarnBearbeiten
OstafrikaBearbeiten
 
Lettow-Vorbecks Kapitulation (zeitgenössische Zeichnung)

Die deutsche Schutztruppe unter Paul von Lettow-Vorbeck, die sich im Vorjahr auf das Gebiet von Portugiesisch-Ostafrika zurückgezogen hat, kehrt am 28. September über den Grenzfluss Rovuma auf das Gebiet Deutsch-Ostafrikas zurück und zieht nach Norden, entlang des Nyassa-Sees über Songea und Mbozi. Lettow-Vorbeck entschließt sich, den Marsch nach Nordrhodesien fortzusetzen, das nach seinen Informationen weithin frei von britischen Truppen ist, die ihn in anderen Teilen der Kolonie vermuten. Hier erhält er durch britische Parlamentäre am 13. November die Nachricht vom Waffenstillstand in Europa. Am 25. November wird in Abercorn südlich des Tanganjika-Sees die Kapitulation unterzeichnet und der nur noch 1.300 Mann starke Verband offiziell aufgelöst.

See- und LuftkriegBearbeiten
 
Wracks der versenkten Blockschiffe in der Hafeneinfahrt von Zeebrügge, es bleibt jedoch eine ausreichend breite Fahrrinne für die deutschen U-Boote frei
  • 22. April bis 10. Mai: Beim Überfall auf Seebrügge und Ostende versucht die Royal Navy erfolglos die im besetzten Belgien liegenden U-Boot-Häfen Zeebrügge und Ostende zu blockieren, um das Auslaufen der U-Boote zu verhindern.
  • Am 23. April erfolgt der letzte Vorstoß der Hochseeflotte in die nördliche Nordsee, wo ein britischer Konvoi angegriffen werden soll. Da die Flotte gänzlich auf die Verwendung von Funkgeräten verzichtet, stößt die Hochseeflotte bis auf die Höhe von Bergen vor, ohne dass die Briten reagieren. Als die Funkstille wegen einer Maschinenhavarie des Schlachtkreuzers SMS Moltke am Folgetag gebrochen werden muss, läuft die Royal Navy mit überlegenen Kräften umgehend aus, kann aber die Hochseeflotte nicht stellen, obwohl die SMS Moltke in Schlepp genommen werden muss.
  • 7. Mai: Die HMT Olympic versenkt das U-Boot SM U 103 mit ihrer Backbord-Schiffschraube.
 
Eines der modernsten und größten Schiffe der österreichischen Kriegsmarine, die SMS Szent István, sinkt nach einem Torpedoangriff eines italienischen MAS
  • 9. Juni: Der zweite und letzte Versuch der österreichischen Kriegsmarine, die Seesperre an der Straße von Otranto zu durchbrechen, startet von Pula aus. Am frühen Morgen des 10. Juni versenkt jedoch das italienische Schnellboot MAS 15 das im Verband fahrende Schlachtschiff SMS Szent István vor der Insel Premuda durch zwei Torpedotreffer, der Angriff wird daraufhin abgebrochen.
  • 27. Juni: Das deutsche U-Boot U 86 unter dem Kommando von Oberleutnant zur See Helmut Brümmer-Patzig torpediert im Nordatlantik das deutlich als Hospitalschiff gekennzeichnete britische Schiff HMHS Llandovery Castle. Von den 258 Menschen an Bord überleben nur 24, da U 86 die Rettungsboote rammt und auf die Schiffbrüchigen schießt.
  • 14. Juli: Das deutsche U-Boot UB 105 versenkt im östlichen Mittelmeer den französischen Passagierdampfer Djemnah. 436 Passagiere und Besatzungsmitglieder kommen ums Leben.
  • 21. Juli: Der Angriff auf Orleans des U-Kreuzers U 156 ist der einzige Angriff der Mittelmächte auf US-amerikanisches Festland im Ersten Weltkrieg.
  • 3. August: Ein deutsches U-Boot versenkt im Ärmelkanal das australische Hospitalschiff Warilda, wobei 123 Menschen ums Leben kommen.
  • 27. August: 84 Seemeilen östlich von Malta wird das französische Hospitalschiff Pampa versenkt. 117 Menschen kommen dabei ums Leben.
  • 12. September: Südwestlich von Land’s End torpediert das deutsche U-Boot U 82 das britische Passagierschiff Galway Castle. 143 der 950 Passagiere und Besatzungsmitglieder sterben.
  • 10. Oktober: Ein deutsches U-Boot versenkt in der Bucht von Dublin den irischen Passagierdampfer RMS Leinster. 501 Menschen sterben, darunter mehr als 300 Militärangehörige und 115 Zivilisten. Es ist bis heute das schwerste Schiffsunglück in der Irischen See.
Der Zerfall der MittelmächteBearbeiten
Ereignisse bis zum SommerBearbeiten
 
Ca. 800 Österr.-ungarische Seeleute revoltieren
Osmanisches ReichBearbeiten
BulgarienBearbeiten
Deutsches ReichBearbeiten
 
Verkündung der Machtübernahme durch den Arbeiter- und Soldatenrat am 15. November am Bremer Rathaus
 
Demonstration auf der Straße Unter den Linden und Beginn des Generalstreiks
 
Reichsversammlung der Arbeiter- und Soldatenräte am 16. Dezember
PolenBearbeiten
Österreich-UngarnBearbeiten
 
Die Bevölkerung bei der Verkündung der Unabhängigkeit
 
Ungarische Revolutionäre (31. Oktober)
 
Die Verzichtserklärung vom 11. November 1918, von Ministerpräsident Lammasch gegengezeichnet
 
Ausrufung der Republik, Blick auf die Parlamentsrampe in Wien
 
Károlyi spricht am 16. November 1918
 
Resolution der Nationalversammlung von Alba Iulia: Siebenbürgen, Banat und weitere bislang zu Ungarn gehörende Gebiete werden an Rumänien angeschlossen
Der Zerfall RusslandsBearbeiten
SowjetrusslandBearbeiten
 
Wiktor Tschernow
 
Anton Denikin in Jekaterinodar
 
Der Kellerraum, in dem die Zarenfamilie mit ihrem Gefolge ermordet wurde; die Schäden an der Wand entstammen der Suche nach Beweisen durch weiße Ermittler.
 
Fanny Kaplan
Ukraine und BessarabienBearbeiten
 
Gruppe von Aufständischen während der Arsenalwerk-Revolte
 
„Die ukrainische Volksrepublik in ihren voraussichtlichen Grenzen“: Deutsches Plakat von 1918
KaukasusBearbeiten
 
Nikolos Tschcheidse
 
Aserbaidschanische Opfer in Baku
 
Unabhängigkeitserklärung Georgiens
 
Bildercollage der Kaukasusexpedition im „Großen Bilderatlas des Weltkrieges“
 
Osmanische Artillerie bombardiert Baku
BaltikumBearbeiten
 
Original der litauischen Unabhängigkeitserklärung
 
Ausrufung der estnischen Unabhängigkeit in Pärnu (23. Februar 1918)
 
„Brüder, schnell in zu den Volkstruppen“ – Mobilisierungsplakat für die estnischen Streitkräfte 1918
FinnlandBearbeiten
  • 12. Januar: Das finnische Parlament beschließt gegen den erbitterten Widerstand der Sozialisten, die Regierung zur Ergreifung aller Maßnahmen zu ermächtigen, „welche sie zur Schaffung einer straffen öffentlichen Ordnung als erforderlich ansieht.“
  • 16. Januar: Senatsvorsitzender Pehr Evind Svinhufvud beauftragt den nach Finnland zurückgekehrten Generalleutnant der russischen Armee Carl Gustaf Emil Mannerheim als Befehlshaber mit der Bildung von Streitkräften. Am 25. Januar werden die bis dahin privaten „weißen“ Schutzkorps zur regulären Armee der Regierung erklärt. Die Sozialisten interpretieren das als Schaffung einer Klassenkampfarmee gegen die Arbeiterklasse.
 
Kräfteverhältnisse Anfang Februar 1918
  • Machtbereich der „Weißen“
  • Machtbereich der „Roten“
    • 27. Januar: Knapp zwei Monate nach der Unabhängigkeitserklärung bricht in Helsinki mit dem Besetzen der wichtigsten Gebäude durch Rote Garden der Finnische Bürgerkrieg aus. Am folgenden Tag wird ein Volkskommissariat als Regierung eingesetzt. Diese sieht sich sofort einem Generalstreik der öffentlichen Verwaltung und der Banken gegenüber.
    • In der Nacht auf den 28. Januar beginnen die weißen Schutzkorps mit der Entwaffnung der russischen Garnisonen in Südösterbotten. Die Garnisonen in Laihia, Lapua, Seinäjoki, Ylistaro, Ilmajoki, Kaskinen, Nykarleby und Jakobstad leisten nur geringen Widerstand, und auch Vaasa kann noch am gleichen Tag eingenommen werden. In Kristinestad und Kokkola müssen die Schutzkorps dagegen den Widerstand der von den Roten Garden unterstützten Soldaten brechen. Bis zum 31. Januar ist jedoch ganz Südösterbotten unter weißer Kontrolle. Dabei werden 8.000 Gewehre sowie schwere Bewaffnung erbeutet
    • 20. Februar: Die rote Regierung beschließt eine von Otto Ville Kuusinen entworfene Verfassung nach dem Vorbild der Schweiz, die nach dem Krieg einer Volksabstimmung unterzogen werden soll.
    • 7. März: Die weißfinnische Regierung in Vaasa und das Deutsche Kaiserreich schließen in Berlin einen Sonderfrieden, ein Handels- und Schifffahrtsabkommen sowie ein Geheimabkommen, das Finnland verpflichtet, nahezu die gesamte laufende kriegswirtschaftlich relevante Produktion und sonstige vorhandene Materialien bis zu einem allgemeinen Friedensschluss „als Bezahlung der gelieferten Kriegsmaterialen“ Deutschland zu überlassen. Die Revolutionsregierung in Helsinki erklärt die Berliner Abkommen umgehend für nichtig.
     
    Tampere nach der Schlacht
     
    Deutsche Soldaten in Helsinki nach der Eroberung der Stadt
     
    Flagge Finnlands

    Weitere Ereignisse in SkandinavienBearbeiten

     
    Flagge Islands 1918 bis 1944
    • 1. Dezember: Island unterzeichnet den Unionsvertrag, der mit der Gründung des Königreichs Island die Unabhängigkeit des Landes von Dänemark einleitet. Die beiden Länder sind damit nur noch lose durch Realunion unter dem gemeinsamen König Christian X. verbunden. Island erhält eine eigene Flagge sowie ein eigenes Wappen, und Dänemark übernimmt lediglich die Außenbeziehungen und Verteidigung der Insel. Der Vertrag ist auf 25 Jahre angelegt, danach soll in einem Volksentscheid über eine vollständige Unabhängigkeit abgestimmt werden.

    SchweizBearbeiten

     
    Stimmzettel vom 13. Oktober 1918

    PortugalBearbeiten

    MonacoBearbeiten

    KanadaBearbeiten

    WirtschaftBearbeiten

    • In der Sowjetunion werden Großindustrie und Eisenbahnen verstaatlicht.

    Wissenschaft und TechnikBearbeiten

     
    Felsmalereien mit Weißer Dame

    KulturBearbeiten

    Bildende KunstBearbeiten

    FilmBearbeiten

     
    Filmplakat Tarzan of the Apes

    LiteraturBearbeiten

     
    Der Untertan, Umschlagdeckel von 1918

    Musik und TheaterBearbeiten

     
    Originalszenenbild von Gianni Schicchi

    GesellschaftBearbeiten

    • 21. Mai: In Weimar findet die Gründungsversammlung der Deutschen Philosophischen Gesellschaft statt. Ein wichtiger Initiator des Vereins konservativer Philosophen ist Bruno Bauch, der als Vertreter der Südwestdeutschen Schule des Neukantianismus eine eigenständige Wertphilosophie vertritt, die einen besonderen Fokus auf den Zusammenhang von Wert und Leben legt. Im Bericht über die Gründungsversammlung wird als Ziel die „Pflege, Vertiefung und Wahrung der deutschen Eigenart“ genannt. Die Entgegensetzung zur 1904 gegründeten Kant-Gesellschaft kommt in der Betonung zum Ausdruck, dass man nicht wie diese die „Philosophie aller Kulturvölker“ zum Thema habe, sondern sich als „nationale Ergänzung“ betrachte.
    • 8. Dezember: Freimaurer gründen die Großloge von Wien. Sie waren in der Monarchie in Österreich seit 1795 verboten.

    ReligionBearbeiten

    KatastrophenBearbeiten

     
    Die zerstörten Züge nach dem Frontalzusammenstoß bei Nashville
     
    Die Lok nach ihrem Sturz vom Bahndamm auf die darunter liegende Straße. Die ersten Wagen liegen ausgebrannt hinter der Lok und der Speisewagen steht in einem 45-Grad-Winkel am Bahndamm.

    Kleinere Unglücksfälle sind in den Unterartikeln von Katastrophe aufgeführt.

    Natur und UmweltBearbeiten

     
    Karolinasittich (Schaustück)

    NobelpreiseBearbeiten

    Nobelpreise für Physiologie oder Medizin, Literatur oder Frieden wurden nicht verliehen.

    GeborenBearbeiten

    JanuarBearbeiten

    FebruarBearbeiten

    MärzBearbeiten

    AprilBearbeiten

    MaiBearbeiten

    JuniBearbeiten

    JuliBearbeiten

    AugustBearbeiten

     
    Ernst Rudolph
     
    Leonard Bernstein, 1971

    SeptemberBearbeiten

    OktoberBearbeiten

    NovemberBearbeiten

    DezemberBearbeiten

    Genaues Geburtsdatum unbekanntBearbeiten

    GestorbenBearbeiten

    Januar/FebruarBearbeiten

     
    Georg Cantor
     
    Gustav Klimt, 1913
     
    Grabmal (türbe) von Abdülhamid II. an der Divan Yolu in Istanbul

    März/AprilBearbeiten

     
    Frank Wedekind
     
    Claude Debussy, etwa 1908
     
    Ferdinand Braun, 1909
     
    Manfred von Richthofen, 1917

    Mai/JuniBearbeiten

     
    Peter Roseggers Wohn- und Sterbehaus in Krieglach

    Juli/AugustBearbeiten

     
    Mehmed V. (1913)
     
    Hans am Ende
     
    Korbinian Brodmann

    September/OktoberBearbeiten

     
    Carl Peters
     
    Koloman Moser, 1905
     
    Schieles Totenmaske

    November/DezemberBearbeiten

     
    Albert Ballin

    Genaues Todesdatum unbekanntBearbeiten

    Siehe auchBearbeiten

    WeblinksBearbeiten

      Commons: 1918 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien