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Abel Ehrlich (* 3. September 1915 in Cranz/Ostpreußen; † 30. Oktober 2003 in Tel Aviv) war ein israelischer Komponist.

Ehrlich, aufgewachsen in einer deutsch-jüdischen Familie,[1] konnte nach dem Abitur in Königsberg 1934 nach Jugoslawien fliehen.[2] Er studierte an der Musikakademie Zagreb Komposition und Violine bei Vaclav Huml.[3] 1938 emigrierte er über Albanien in das damalige Palästina, ab 1939 studierte er am Konservatorium Jerusalem bei Emil Hauser, Tzvi Rothenberg und Solomon Rosowski.[4] Er selbst unterrichtete danach an verschiedenen Musikakademien in Jerusalem und Tel Aviv, darunter auch von 1953 bis 1967 an der Kibbuzim-Hochschule in Oranim.[5] 1972 wurde er Professor an der damaligen Rubin-Akademie in Tel Aviv, wo er bis 1991 auch an der Bar-Ilan-Universität lehrte.[5]

Er komponierte 3450 Werke,[1] darunter Opern, Oratorien sowie Chor- und Solovokalmusik, Orchesterwerke, Ballette, Schauspiel-, Kammermusik und Elektroakustische Musik.[5] Berühmt wurde seine Komposition Bashrav für Solovioline aus dem Jahr 1953. Ab 1959 nahm er mehrfach an den Darmstädter Ferienkursen bei Karlheinz Stockhausen und Henri Pousseur teil,[5] in Israel betrieb er weitere Studien zur Elektronischen Musik bei Josef Tal.[1] Die Bandbreite seiner musikalischen Sprache reichte von tonaler Musik über Neoklassizismus bis hin zu seriellen und atonalen Einflüssen.[6]

Er wurde achtmal mit dem ACUM-Preis des israelischen Ministerpräsidenten für Komponisten und 1997 mit dem Israel-Preis für Musik ausgezeichnet.[4]

Inhaltsverzeichnis

WerkeBearbeiten

  • Bashrav für Solovioline, 1953
  • The Split Personality of Music Master Botten, Kurzoper, UA 1959 in Jerusalem
  • ARPMUSIK (Hans Arp) für Bariton, 12 Spieler und Pantomimen, 1971
  • Five Poems by Immanuele Romano, Kurzoper, UA 1971 in Jerusalem
  • Dead Souls, Kurzoper nach Nikolai Gogol, UA 1978 in Tel Aviv
  • The Jubilee, komische Kammeroper nach Anton Tschechow, 1995
  • Über die Schrift Hesekiel für Sopran, Oboe, Fagott und Violine
  • Seid nicht wie eure Väter, Chor
  • König Salomo über den Wein für Alt, Flöte und Klavier
  • Spannung und Flaschenpost, Streichquartett (komponiert für das Iturriaga Quartett)
  • Portrait of Vincent van Gogh at the Age of 27 für Solovioline und Streichquartett (Kolja Lessing und dem Iturriaga Quartett gewidmet)

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c Peter Petersen: Abel Ehrlich im Lexikon verfolgter Musiker und Musikerinnen der NS-Zeit (LexM), Stand: 22. Mai 2017
  2. Miri Gerstel: Ehrlich, Abel. In: Ludwig Finscher (Hrsg.): Die Musik in Geschichte und Gegenwart. Zweite Ausgabe, Personenteil, Band 6 (Eames – Franco). Bärenreiter/Metzler, Kassel u. a. 2001, ISBN 3-7618-1116-0 (Online-Ausgabe, für Vollzugriff Abonnement erforderlich)
  3. Ury Eppstein: Ehrlich, Abel. In: Grove Music Online (englisch; Abonnement erforderlich).
  4. a b Biographie bei: Israel Composers‘ League
  5. a b c d Vita in: Abel-Ehrlich-Archiv an der Akademie der Künste Berlin
  6. Lebenslauf in: Jewish Music Research Centre