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Billy Strayhorn

US-amerikanischer Jazzmusiker
Billy Strayhorn, fotografiert von Carl van Vechten am 14. August 1958

William „Billy“ Strayhorn (* 29. November 1915 in Dayton, Ohio; † 31. Mai 1967 in New York City, New York) war ein US-amerikanischer Jazzmusiker.

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Leben und WirkenBearbeiten

Billy Strayhorn wirkte seit 1939 bis zu seinem Tode als Mitglied, Arrangeur und Komponist in Duke Ellingtons Orchester. Strayhorn hatte eine klassische Ausbildung während der Grade- und High-Schoolzeit, galt als Wunderkind und spielte Klavier, das er sich mit seltsamen Jobs selbst finanzierte[1]. Er schrieb während der Schulzeit erfolglos ein Musical und wandte sich mehr dem Jazz zu, nachdem er Art Tatum und Teddy Wilson hörte. Er bereicherte den Jazz um Instrumentalarrangements, wie sie in ihrer Raffinesse bis dahin im Jazz nur selten zu finden waren. Damit gilt er als einer der bedeutendsten Arrangeure des Jazz überhaupt. Erst spät wurde bekannt, dass sein Anteil an Ellingtons Musik weitreichender und komplexer war als ursprünglich angenommen[1].

Strayhorn spielte Gelegenheitsjobs mit seiner Combo Mad Hatters, als Ellington ihn in Pittsburgh hörte und von der Stelle weg engagierte mit dem Hinweis, er habe keinen bestimmten Posten für ihn, er solle machen was ihm beliebe[1]. Ellington und Strayhorn verband eine lebenslange innige Freundschaft. Gelegentlich übernahm Strayhorn bei Schallplattenaufnahmen sogar Ellingtons Part des Pianisten. Berühmt sind auch die Duette Strayhorns und Ellingtons am Piano. Tonk z. B. ist ein witziges, modernes und sehr dynamisches Stück, das beide oft gespielt haben.

Bei mehreren Gelegenheiten wurde Strayhorn als Koautor mit Ellington/Strahorn eingetragen ("Day Dream," "Something to Live For") andererseits wurde deren Zusammenarbeit auch nur unter Ellingtons Namen vermerkt ("Satin Doll," "Sugar Hill Penthouse," "C-Jam Blues") und Strayhorns Kompositionen wurden unter Ellingtons Namen oder überhaupt nicht mit Copyright eingetragen[1]. Bei Ellingtons Suiten ist er vermerkt. Strayhorn war für den Sound des Ellington-Orchesters prägend. So stammen Komposition, Text und Arrangement des bekanntesten Stücks und der Erkennungsmelodie des Orchesters Take the “A” Train von Strayhorn und nicht – wie oft fälschlicherweise angenommen – von Ellington. Weitere bekannte Kompositionen Strayhorns sind Chelsea Bridge, Lotus Blossom und Lush Life, ferner Snibor. Er war gelegentlich auch als Pianist bei Ellington zu hören (Blues in Orbit) und veröffentlichte außerdem mehrere Schallplatten unter eigenem Namen.

Strayhorn ist bekannt für seine Klassiker "Lotus Blossom," "Lush Life," "Rain Check," "A Flower Is a Lovesome Thing," and "Mid-Riff." Und obwohl diese auf Ellingtons Musiksprache zugeschnitten sind, haben sie meist ihren eigenen bittersüßen Ton, und seine größeren Werke haben einen zusammengestimmten und klassisch beeinflussten Aufbau, anders als diejenigen Ellingtons[1].

Er rauchte und konsumierte Alkohol und erkrankte an Speiseröhrenkrebs. Unmittelbar nach seinem Tod nahm das Duke Ellington Orchestra das Tributalbum ...And His Mother Called Him Bill auf. Es enthält Strayhorns letzte Komposition Blood Count in der bewegenden Interpretation durch Johnny Hodges. Nur wenig bekannt ist, dass Billy Strayhorn offen homosexuell war, zu einer Zeit, da dies eine strafbare Tatsache war. Allerdings trat er – in einer intoleranten Zeit und Umgebung – persönlich kaum ins Rampenlicht, sondern blieb meist im Schatten Duke Ellingtons. Diesen Zustand empfand er teils als zufriedenstellend, teils als frustrierend[1], und seine Homosexualität bedeutete zusätzlichen Stress. Im Jahre 1968, ein Jahr nach seinem Tod, wurde Billy Strayhorn von der National Academy of Recording Arts and Sciences (NARAS) mit dem Grammy Trustees Award für seine Leistungen für die Musik ausgezeichnet.

LiteraturBearbeiten

  • James Lincoln Collier: Duke Ellington, Genius des Jazz, Hannibal, Wien, 1989, Knaur Taschenbuch 1990 (englisches Original „Duke Ellington“, Oxford University Press 1987)
  • David Hajdu: Lush Life: A Biography of Billy Strayhorn, Farrar, Straus, Giroux, New York 1996. ISBN 0-374-19438-6.
  • David Hajdu A jazz of their own, Vanity Fair, Mai 1999 (Verhältnis Ellington–Strayhorn)

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d e f WMKY Kurzbio