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Hubert von Herkomer

deutscher Maler, Bildhauer, Musiker und Schriftsteller

LebenBearbeiten

KindheitBearbeiten

Hubert Herkomer war das einzige Kind des aus Waal bei Landsberg stammenden (Kunst-) Tischlermeisters Lorenz Herkomer und seiner Frau Josephine, geb. Niggl, Schulmeisterstochter und Musiklehrerin aus dem nahegelegenen Dorf Denklingen. Er hatte die Talente beider Eltern geerbt, sein Vater hatte jedoch für seinen Sohn seit dessen Geburt eine Karriere als bildender Künstler vorgesehen. Der liberale Vater emigrierte 1851 mit seiner Frau und seiner Familie in die USA und ging zunächst nach New York, ab ca. 1853 nach Cleveland. Er kehrte aber 1857 nach Europa zurück und ließ sich in Southampton nieder.[1] Lesen und Schreiben lernte der inzwischen Achtjährige von einer der Musikschülerinnen seiner Mutter, eine öffentliche Schule besuchte er in Southampton nur sechs Monate lang: Wohl auch um Schulgeld zu sparen (die Familie lebte lange Zeit in dürftigen Verhältnissen), unterrichtete ihn danach bis zu seinem 18. Lebensjahr fast ausschließlich der Vater.[2]

Künstlerische AusbildungBearbeiten

Im Schuljahr 1863/64 besuchte Hubert lustlos die örtliche Kunstschule, wo er in seiner Freizeit Aquarelle seines Lehrers kopieren musste; immerhin erhielt er für eine Zeichnung nach Michelangelos Moses zuletzt eine Bronzemedaille.[3]

1865 war eine Reise nach München möglich geworden, weil Lorenz Herkomer von seinem Bruder aus Amerika den Auftrag angenommen hatte, vier lebensgroße Evangelistenfiguren nach (kleineren) Figuren von Peter Vischer zu schnitzen. Vater und Sohn trafen allerdings erst eine Woche vor Beginn der großen Ferien dort ein. Hubert konnte eben noch die Zeichnung erstellen, die zur Aufnahme in die Akademie erforderlich war. Der Maler Michael Echter war von ihr so beeindruckt, dass er dem Sechzehnjährigen erlaubte, Gipsmodelle mitzunehmen und während der Ferien seine Arbeiten korrigierte. Daneben besuchten sein Vater und er eine private Aktklasse. Der Aufenthalt in München (unter bescheidensten Verhältnissen – in einem einzigen Raum wurde gekocht, geschnitzt, gezeichnet und geschlafen!) musste jedoch im Frühherbst abgebrochen werden, weil der nur für sechs Monate ausgestellte Pass des in England eingebürgerten Vaters nicht in München verlängert werden konnte und eine zweimalige Reise aus finanziellen Gründen nicht in Frage kam. Die deutsche Staatsbürgerschaft wieder anzunehmen, hätte hingegen bedeutet, dass Hubert zum Militärdienst eingezogen worden wäre.[4]

1866 und 1867 studierte der junge Mann für jeweils ein Semester an der South Kensington Kunstschule. Bereits im Herbst 1866 hatte er in Southampton im Freundeskreis eine Malklasse organisiert, die, als erste Kunstausstellung Southamptons, 65 Arbeiten der Gruppe ausstellte und drei verkaufte – darunter zwei Arbeiten Herkomers.[5] Als der Jüngling 1867 sein zweites Semester an der Kunstschule absolvierte, wurde Frederick Walkers in der Royal Academy of Arts ausgestelltes Gemälde Badende vieldiskutiert: Das Bild wurde vom Publikum je nach Einstellung als „genial fortschrittlich“ oder „unerträglich fehlgeschlagen“ eingestuft. Walker wurde damals zum jahrelang übermächtigen Vorbild Herkomers, der Walkers Entwicklung vom Zeichnen und Gravieren über das Aquarellieren zum Öl nachahmte und sich demgemäß noch an der Schule als Illustrator versuchte, allerdings ohne finanziellen Erfolg. Er kam jedoch zu dieser Zeit mit dem bereits bekannten Illustrator Luke Fildes in Kontakt, als dieser im South Kensington Museum für die London Illustrated News ein Bild kopierte.[6]

Erste Erfolge; Übersiedlung nach LondonBearbeiten

 
Lonely Jane, 1868.

1868 gelangen Herkomer in dem idyllische Dorf Hythe, auf der westlichen Seite des Southampton Water, unter bescheidenen Umständen erste vermarktbare Zeichnungen, die von den Brüdern Dalziel in Holz geschnitten und gedruckt wurden, weiters Aquarelle, welche die Dudley Gallery 1869 ausstellte und verkaufte.[7]

Noch 1868 ließ der Zeichner sich trotz Bedenken der Eltern in London nieder, um möglichen Auftraggebern nahe zu sein: Zunächst bei einer befreundeten Familie, 1869 in eigener Wohnung mit einem als Atelier geeigneten Zimmer in der Smith Street, Chelsea. In diesem Jahr wurde auch sein Aquarell Leisure Hours an der Akademie angenommen und „sehr gut gehängt“.

 
Zigeunerin, The Graphic 1870.

Nach einer finanziell kritischen Phase, in der er sich sogar als Zitherspieler beworben hatte und das Nötigste mit Schablonenmalerei zur Ausgestaltung des South Kensington Museum verdiente, stellte er sich 1870 bei William Luson Thomas, dem Gründer der seit 4. Dezember 1869 erscheinenden illustrierten Wochenzeitung The Graphic, vor. Sein Bild wurde sofort angenommen und er selbst eingeladen, weitere Vorzeichnungen nach eigenen Ideen in gleicher Qualität in beliebiger Menge zu liefern.[8]

 
The Last Muster (Der letzte Appell), 1875

Während des nächsten Jahrzehnts war Herkomers Arbeit als Illustrator seine wichtigste und jederzeit verfügbare Einkommensquelle. Besonderen Anklang hatte 1871 sein Bild von Veteranen im Royal Hospital Chelsea gefunden, das einen während des Gottesdienstes Verstorbenen zum Thema hat. Thomas gab für sich selbst ein Aquarell davon in Auftrag, und das Ölgemälde danach, The Last Muster [Der letzte Appell], 1875 gemalt und an der Royal Academy mit Applaus angenommen. brachte Herkomers endgültiger Durchbruch als bedeutender Maler: Erstmals hatte er (damals zu seinem Leidwesen!) sich in der Malerei von seinem Vorbild Walker gelöst.

Aus den seit 1870 fließenden Einkünften finanzierte Herkomer einen Sommeraufenthalt in der Normandie, von dem er das Bild War News [Neuigkeiten vom Kriegsschauplatz] heimbrachte. 1871 wurde er in die Royal Society of Painters in Water Colours berufen, wo er danach häufig ausstellte. 1873 lernte er den Maler Mansel Lewis kennen, mit dem ihn eine lebenslange Freundschaft verbinden sollte. Mansel kaufte auch Herkomers erstes Ölgemälde After the Toil of the Day. 1880 gründete Herkomer zusammen mit anderen Künstlern die Society of Painter-Etchers and Engravers, um die Radierung (Etching) und den Kupferstich (Engraving) als anerkannte Kunstformen zu etablieren.

Von seinen ab etwa 1881 entstandenen zahlreichen Porträts sind insbesondere eines seiner ersten, das des Kriegsberichterstatters Archibald Forbes und als Gegenstücke die Bilder einer jungen Engländerin (Miss Katharine Grant, The Lady in White) und einer Amerikanerin (Mrs. Sealbee, of Boston, The Lady in Black), 1884 und 1886 zu nennen; The Lady in White trug ihm noch im selben Jahr auf der Berliner Ausstellung die große goldene Medaille ein und wurde dann in mehreren europäischen Städten vorgestellt.[9]

Von 1885 bis 1894 war er Slade Professor of Fine Art an der Universität Oxford.

EhenBearbeiten

Hubert von Herkomer war dreimal verheiratet. 1873 heiratete er Anna Weise († 1883) aus Berlin, aus dieser Ehe stammen zwei Söhne. 1884 heiratete er Lulu Griffiths (* 1849), Tochter des Gutsbesitzers Thomas Griffiths in Stanley House, Ruthin, die jedoch bereits 1885 verstarb. Am 2. September 1888 heiratete Herkomer im Mutterturm in Landsberg seine dritte Frau, seine Schwägerin Margaret Griffiths (1857–1924), wofür er die deutsche Staatsbürgerschaft annehmen musste und in Landsberg eingebürgert wurde.[10] Aus dieser Ehe stammen zwei Töchter.

ProjekteBearbeiten

Schule für MalereiBearbeiten

Herkomer eröffnete 1883 in Bushey in Hertfordshire, wo er seit 1873 wohnte, eine zweisemestrige Schule für Malerei, die er unentgeltlich bis 1904 leitete. Sie bestand aus zwei Malklassen und einer Einführungsklasse. Die Schule verkörperte seine Vision einer sehr freien, nicht-akademischen Ausbildung, in der die Studenten gefördert werden sollten, sich selbst und die ihnen gemäßen Stile zu finden, statt dem Stil des Lehrers zu entsprechen. Überzeugt, dass junge Menschen schwerlich eine Beziehung zur Antike fänden, verzichtete er beispielsweise auf das bis dahin für Anfänger zwingende Zeichnen nach Abgüssen antiker Plastiken und ließ seine Studenten von Beginn an auch nach lebenden Modellen zeichnen und nach dem Vorbereitungskurs auch Akt malen.

 
Herkomers Führungsstil, Punch 1883.

All dies stand in krassem Widerspruch zu damaliger akademischer Tradition. Herkomers unkonventioneller aber reichlich autoritärer Führungsstil, der von Müttern mancher Studentinnen heftig kritisiert wurde, war Thema einer Karikatur der Zeitschrift Punch:
"No one to sit or stand" [Niemand darf sitzen oder stehen] ist unter „Rules“ zu lesen – eine Anspielung auf Herkomers Forderung "Stand by your work" [Doppelbedeutung "Stehe beim Arbeiten", aber eher "Stehe zu Deiner Arbeit"]. Der „selbstgemachte“ Besen, die eingesteckte Regelsammlung und der Bettlerhut vervollständigen die Kritik.

Die Anzahl der Schüler, anfangs 25, stieg auf nahezu 100 im Schuljahr 1893/94; insgesamt haben in 21 Jahren mehr als 500 Studenten Herkomers Schule absolviert.[11] Zu den bekannteren zählen die als Pferdemalerin bekannt gewordene Lucy Elizabeth Kemp-Welch (1869–1958), die nach Herkomers Rückzug in Bushey die Bushey School of Painting von 1905 bis 1926 betrieb,[12] sowie George Harcourt (1868–1947), der beispielsweise das Porträt des First Marquess Curzon of Kedleston, das sein Lehrer begonnen hatte, nach dessen plötzlichem Tod vollendete.[13]

Schulgebäude und Areal waren von Beginn an von privater dritter Seite zur Verfügung gestellt und bewirtschaftet worden. 1887 wurde daraus die Einrichtung Educational establishment incorporated und Schuldverschreibungen wurden ausgegeben. Mit Herkomers Austritt wurde alles mit bescheidenem Erfolg versteigert.[14] Der Künstler erwarb das Land 1912 und ließ es zu einem Garten umgestalten.

MutterturmBearbeiten

 
Der Mutterturm in Landsberg

Häufig weilte Herkomer während des Sommers in Deutschland, meist in Bayern. In Landsberg am Lech wo die 1879 verstorbene Mutter ihre letzten anderthalb Lebensjahre verbracht hatte, erwarb Herkomer Baugrund neben dem früheren Wohnhaus der Eltern und begann, einen 30 Meter hohen Turm errichten zu lassen, was sich aus Kostengründen bis etwa 1887 hinzog.[15] Heute gehört der Turm zum Herkomer-Museum.

LululaundBearbeiten

 
Die Villa Lululaund um 1900

In Bushey, wo nach dem Tod der Mutter auch der Vater hinzog, verwirklichte Herkomer zwischen 1883 und etwa 1894 ein Projekt, das bereits seinem Großvater vorschwebte: Einen Familiensitz, der gleichzeitig den künstlerischen Fähigkeiten der Herkomers ein Denkmal sein sollte. Die von ihm errichtete Villa erhielt den Namen Lululaund nach seiner Ehefrau Lulu. Das Haus wurde 1939 großteils abgetragen.

AutomobilsportBearbeiten

 
Hubert von Herkommer bei der Herkomer-Konkurrenz 1905

1905 regte der begeisterte Automobilist Hubert von Herkomer eine Tourenwagen-Rallye in Deutschland an und sponserte sie. Diese Herkomer-Konkurrenzen, Zuverlässigkeitsprüfungen, wurden auch 1906 und 1907 auf jeweils längeren Strecken ausgetragen und machten den neuen Sport in Deutschland populär, unter anderem weil aufgrund der persönlichen Kontakte des Künstlers sich auch Teilnehmer aus dem Hoch- und Geldadel einfanden.

WerkeBearbeiten

BilderBearbeiten

Zu Herkomers Werken zählen Bilder mit sozialer Thematik (das Frühwerk) und ab 1881 hunderte von Porträts. Der Künstler gibt beispielsweise an, während seiner fünfmonatigen Amerikareise ab Mitte Dezember 1885, trotz zeitweise wochenlanger Krankheit, 34 Porträts geschaffen zu haben, bei bis zu vier Sitzungen täglich.

Später beschäftigte sich der Künstler mit Radierung und Fotografie und erfand dabei eine Mischtechnik, die als Herkomergravure Herkomer-übliches Aufsehen erregte. Auch mit Emailmalerei und Goldschmiedearbeit befasste er sich.

In der nachstehenden Auswahl wurden Originaltitel gemäß Herkomers Publikationen vorangestellt. Nur wenige seiner Arbeiten tragen im Original deutsche Titel.

  • Lonely Jane, 1868[16]
  • Gipsy Woman with Child, 1870, Herkomers erste Zeichnung für The Graphic.
  • Sunday at the Chelsea Hospital [Gottesdienst der Invaliden im Chelsea Hospital]. 1871, The Graphic.
  • Rest [Die Ruhe] 1872
  • At the Well [Am Brunnen] 1872
  • Das Abendbrodt 1873
  • An Alpine Cheesemonger [Der Käsekrämer] 1873
  • Weary [Die Müdigkeit] 1873
  • After the Toil of the Day [Nach des Tages Lasten] 1873 Herkomers erstes Ölgemälde, noch ganz im Stil Walkers.[17]
  • Der Bittgang: Peasants praying for a Successful Harvest [eine Prozession in Bayern] 1874
  • The Last Muster – Sunday at the Royal Hospital, Chelsea [Die letzte Musterung] 1875, heute Lady Lever Art Gallery, Port Sunlight
  • At Death’s Door [An der Tür des Todes] 1876
  • Porträt Richard Wagners 1877
  • Eventide: A Scene in the Westminster Union [Tee trinkende alte Frauen in einem Armenhaus] 1878, Ölgemälde nach dem Holzschnitt von 1877
  • Archibald Forbes, 1881, leitete Herkomers Erfolg als Porträtist ein.
  • Miss Katherine Grant („The Lady in White“), 1884
  • Mrs. Sealbee, of Boston („The Lady in Black“), 1886
  • Theodor von Cramer-Klett junior 1905
  • Die Zukunft ans Automobil gefesselt 1905

MusiktheaterBearbeiten

  • The Sorceress. 1887 in Bushey aufgeführt
  • An Idyl. A pictorial-music-play. The music composed (and the play illustrated) by Hubert Herkomer, R.A.; the lyrics Joseph Bennett, Novello, Ewer and Co., London 1889; 152 S.

Das Stück wurde 1889 an der Bushey School aufgeführt, Herkomer schrieb die Geschichte und die Musik, entwarf das Bühnenbild und die Kostüme mit seiner Frau und seinen Schülern und spielte selbst in dem Stück mit. Dirigent der Aufführung war Hans Richter.[18]

SchriftenBearbeiten

  • Kurze Autobiographie in The Graphic. 26. Oktober 1876.[19]
  • Drawing and engraving on wood. In: Art Journal 1882.
  • Art Tuition. Peacock, Printer, 1882; 19 S.; Vortrag in der Stadthalle von Birmingham am 10. Februar 1882.
  • The Pictorial Music Play: An Idyl. In: The Magazine of Art. Juli 1889, S. 316–324.[20]
  • Autobiography. In: Louis Engel: From Handel to Hallé Biographical Sketches. London 1890, S. 135–225 (Textarchiv – Internet Archive), auch separat erschienen (printed for private circulation).
  • Etching and Mezzotint Engraving. Macmillan, London 1892; 107 S. (archive.org).
  • Scenic Art. In: The Magazine of Art. 1892, S. 259–264. 316–320.[20]
  • A new Black and White Art. 1896; 58 S.
  • My School and my Gospel. A. Constable, London 1908; x+223 S.; auch bei Doubleday, Page & Company, New York 1908 (archive.org).
    • deutsche Übersetzung: Meine Schule. Neues Stadtmuseum, Landsberg am Lech 2005; 84 S.
  • A certain phase of lithography. A lecture delivered at Lululaund, Bushey, Herts, on January 27, 1910, to a number of invited artists. Macmillan, London 1910; 38 S.
  • The Herkomers. Band 1. Macmillan, London 1910 (archive.org).
  • The Herkomers. Band 2. Macmillan, London 1911 (archive.org)
    • deutsche Übersetzung: Die Herkomers. Neues Stadtmuseum, Landsberg am Lech 1999. 192 S.

AuszeichnungenBearbeiten

Hubert von Herkomer wurde 1899 in Bayern sowie 1907 in Großbritannien geadelt. Drei weitere hohe Orden waren ihm bereits zuvor verliehen worden:

Herkomer erhielt bis zur Jahrhundertwende zehn damals sehr begehrte Medaillen:

 
Karikatur: Erfolg und Neid, 1878 (Punch).
  • 1878: Paris (Ehrenmedaille)[24]
  • 1879: München (Goldmedaille)
  • 1880: Sydney (kleine Goldmedaille)
  • 1883: Wien (Goldmedaille)
  • 1885: München (Goldmedaille)
  • 1886: Berlin (Goldmedaille)
  • 1888: Wien (Goldmedaille)
  • 1889: Paris (Goldmedaille)
  • 1892: Chicago (Goldmedaille)
  • 1898: Brüssel (Goldmedaille)

Nach entsprechender Wartezeit (A.R.A im Juni 1879) wurde Herkomer am 13. Mai 1890 zum Vollmitglied der Royal Academy of Arts gewählt. Die verpflichtende Diplomarbeit, die er 1891 einreichte (das Ölbild On Strike), brachte ihm später dort auch eine Professur ein.

Neben zehn Mitgliedschaften in britischen Institutionen wurde er auch im übrigen Europa in sechs Akademien und Künstlervereinigungen berufen, darunter 1885 in die Preußische Akademie der Künste in Berlin[25] und 1896 als auswärtiges Mitglied in die Académie des Beaux-Arts in Paris.[26]

Auch die Stadt Landsberg am Lech ehrte ihn vielfach: 1893 wurde er Ehrenbürger der Stadt, im Jahr 1900 benannte sie eine Straße nach ihm, 1991 stiftete die Stadt einen Kulturpreis mit dem Namen „Hubert von Herkomer-Preis“.

AusstellungenBearbeiten

  • Watford, Watford Museum 15. Februar – 10. März 1982
    • David Setford, Rosemary Treble, Lee M. Edwards (Hrsg.): A passion for work. Sir Hubert von Herkomer, 1849–1914. Watford Borough Council, Watford 1983.
  • Watford, Watford Museum 17. September – 10. Dezember 1983
    • David Setford: Stand to your work. Hubert Herkomer and his students. Watford Borough Council, Watford 1983.
  • Landsberg am Lech xx – 14. August 1988
    • Hartfried Neunzert (Hrsg.): Sir Hubert von Herkomer. Zum hundertjährigen Jubiläum seines Landsberger Muttertums. Neues Stadtmuseum, Landsberg am Lech 1988.
  • Landsberg am Lech 1. Juli – 29. September 1999
    • Hartfried Neunzert (Hrsg.): Mansel Lewis & Hubert Herkomer. Wales, England, Bavaria. Neues Stadtmuseum, Landsberg am Lech 1999.
  • Landsberg am Lech, 29. März – 31. August 2014: Hubert von Herkomer. Ein Malerfürst und Graphiker. Neues Stadtmuseum und Rathaus Landsberg am Lech, Deutschland / Bushey, 28. Juni 2014 – 11. Januar 2015: Herkomer Centenary Exhibition. Bushey Museum, Bushey, Hertfordshire, England
    • Hartfried Neunzert (Hrsg.): Herkomer. Meisterwerke im Großformat / Masterpieces in large format. Michael Imhof Verlag, Petersberg 2014, ISBN 978-3-7319-0044-3.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

AnmerkungenBearbeiten

  1. Hubert von Herkomer: The Herkomers. Band 1. Macmillan, London 1910, S. 15–19.
  2. Hubert von Herkomer: The Herkomers. Band 1. Macmillan, London 1910, S. 26 f.
  3. Wie er selbst dazu vermutet: Weil sein Studium an der Münchener Akademie zu diesem Zeitpunkt bereits vorgesehen war. Hubert von Herkomer: The Herkomers. Band 1. Macmillan, London 1910, S. 39.
  4. Hubert von Herkomer: The Herkomers. Band 1. Macmillan, London 1910, S. 51. An den Aufenthalt erinnert der Herkomerplatz in München-Bogenhausen.
  5. Hubert von Herkomer: The Herkomers. Band 1. Macmillan, London 1910, S. 60.
  6. Hubert von Herkomer: The Herkomers. Band 1. Macmillan, London 1910, S. 68.
  7. Zu diesen im Stil Walkers gemalten Aquarellen bemerkte Herkomer später, dass seine Entwürfe für Holzschnitte derselben Sujets die weitaus besseren, weil eigenständigeren, waren. Siehe dazu beispielsweise diesen. Hubert von Herkomer: The Herkomers. Band 1. Macmillan, London 1910, S. 65; 70.
  8. Hubert von Herkomer: The Herkomers. Band 1. Macmillan, London 1910, S. 81.
  9. Herkomer erklärt, dass er das Porträt seines Freundes Forbes gemalt habe, um nicht (nach The Last Muster und einem einzigen Porträtauftrag, nämlich 1879 durch den alten Dekan des King’s College, Cambridge, Lord Stratford de Redcliffe,) als „Maler alter Männer“ etikettiert zu werden, nachdem er sich 1881 entschieden hatte, sich weitgehend der Porträtmalerei zu widmen. Während etwa des folgenden Jahrzehnts erlebt die Porträtmalerei in England eine Hausse, die damals noch wenigen Porträtisten waren überbeschäftigt. Bereits während der Arbeit an Forbes’ Porträt kamen weitere ähnliche Aufträge. The Lady in White wiederum sei bald erforderlich geworden, um zu widerlegen, Herkomer könne keine schönen Frauen malen. Das Bild entstand im selben Jahr, in dem er sich glücklich mit Lulu verheiratete. Hubert von Herkomer: The Herkomers. Band 1. Macmillan, London 1910, S. 118 f., 129 f., 133 ff.
  10. Ein englisches Gesetz verbot damals Witwern, ihre Schwägerinnen zu heiraten. Herkomer hatte ab dieser Zeit bis zu seinem Tod beide Staatsbürgerschaften. S. Hubert von Herkomer: The Herkomers. Band 2. Macmillan, London 1911, S. 22 ff.
  11. Siehe die Liste mit einer Auswahl von ihnen.
  12. The Modernist Journals Project;
    Doris Jones-Baker: Hertfordshire in History. Papers Presented to Lionel Munby. University of Hertfordshire Press, Hatfield 2004, ISBN 978-0-9542189-4-2, S. 240 ff.
  13. R. Lane Poole: Catalogue of Portraits in the possession of the University, Colleges, City, and County of Oxford. Band 3, Clarendon Press, Oxford 1925, S. 312 (Textarchiv – Internet Archive);
    Eintrag bei Oxford Portraits.
  14. Der Neubau von Holzhäusern für derartige Zwecke war bereits seit geraumer Zeit per Gesetz untersagt, die Gebäude waren daher für Investoren uninteressant. Siehe Hubert von Herkomer: The Herkomers. Band 1. Macmillan, London 1910, S. ? und ders. My School and my Gospel. London 1908, S. ?.
  15. That same year [1880] the foundations were put in, and the structure rose to some six feet above the ground. Hubert von Herkomer: The Herkomers. Band 1. Macmillan, London 1910, S. 123 f.
  16. Herkomers erste gedruckte Zeichnung, von Dalziel in Holz geschnitten und mit einer dazu erfundenen rührseligen Geschichte in der Jugendillustrierten Good Words for the Young veröffentlicht.
  17. Es wurde bei der Ausstellung an der Akademie prompt mit Walker verwechselt. Herkomer schreibt dazu, dass die Verwechslung, die er mit angehört habe, ihm selbst nicht schmeichelte, aber Walker das Plagiat noch weniger begrüßte. Hubert von Herkomer: The Herkomers. Band 1. Macmillan, London 1910, S. 103.
  18. Hubert von Herkomer: The Pictorial Music-Play: An Idyl, In: The Magazine of Art July 1889, S. 316–324; Alice Corkan: Professor Herkomer’s Pictorial Music-Play. In: The Scottish Art Review. 2, Juli 1889, S. 41–45. Details dazu bei See this Sound.
  19. Dieser Aufsatz war Vincent van Gogh bekannt, der Herkomer daraufhin zum Vorbild idealisierte und später sogar überlegte, bei ihm zu studieren. Zitiert bei Alexander Roob: Van Goghs Favorites I, Hubert Herkomer und die Schule des englischen Sozialrealismus. 2007.
  20. a b Zitiert bei Uta Grund: Zwischen den Künsten. Edward Gordon Craig und das Bildertheater um 1900. Akademie Verlag, Berlin 2002, ISBN 978-3-05-003721-9, S. 243.
  21. Pour le Mérite: Hubertus von Herkomer
  22. Elisabeth Meixner: Herkomer, Sir Hubert von. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 8, Duncker & Humblot, Berlin 1969, ISBN 3-428-00189-3, S. 623 f. (Digitalisat).
  23. Herkomers Lebenslauf auf der website der Londoner Tate Gallery
  24. Hervorzuheben ist, dass Herkomer, kein Mitglied der Akademie, bloß zwei Ölbilder einreichen durfte, d. h. weniger als seine Konkurrenten.
  25. Eintrag in der Mitgliederdatenbank.
  26. Alfred L. Baldry: Hubert von Herkomer R.A. A study and a biography. George Bell and Sons, London 1901, S. 47.