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Waal (Schwaben)

Gemeinde im Landkreis Ostallgäu in Bayern

GeografieBearbeiten

LageBearbeiten

Waal liegt am Rand der Allgäuer Landschaft. Im Ortskern entspringt die Singold, die in Augsburg in die Wertach mündet. Nach Buchloe sind es etwa acht Kilometer, nach Landsberg am Lech etwa zwölf Kilometer.

Ausdehnung des GemeindegebietesBearbeiten

Das Gemeindegebiet besteht aus den Gemarkungen Waal, Bronnen, Emmenhausen und Waalhaupten.

GemeindeteileBearbeiten

Die Gemeinde hat sechs amtlich benannte Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[2]

Daneben gibt es auf dem Gemeindegebiet die nicht amtlich benannten Gemeindeteile Gut Haspelweiher und Ziegelstadel.

GeschichteBearbeiten

Bis zur GemeindegründungBearbeiten

Im Jahre 890 wurde Waal erstmals in einer Tauschurkunde des Klosters Ottobeuren erwähnt. Der Ort erhält 1444 von Kaiser Friedrich III. das Marktrecht.

Der Markt Waal war Sitz einer Herrschaft, die um 1800 Franz Ludwig Reichsgraf Schenk von Castell, dem so genannten Malefizschenk, gehörte. Mit der Rheinbundakte 1806 kam der Ort zu Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

EingemeindungenBearbeiten

Am 1. Juli 1971 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Emmenhausen eingegliedert. Am 1. Januar 1972 folgte Bronnen.[3] Am 1. Mai 1978 kam noch Waalhaupten hinzu.[4]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Auf dem Gebiet des Marktes wurden gezählt:

Jahr 1961 1970 1987 1995 2000 2005 2010 2015
Einwohner 1712[4] 1737[4] 1784 2004 2013 2189 2198 2250

Waal wuchs von 1988 bis 2008 um 455 Einwohner, also etwa 26 %.

PolitikBearbeiten

Gemeinderat und BürgermeisterBearbeiten

Der Gemeinderat hat 14 Mitglieder. Bei der Gemeinderatswahl vom 16. März 2014 führte das Ergebnis zu folgender Sitzverteilung:[5]

Partei/Liste Stimmenanteil Sitze
Bürgerblock 42,8 % 6
Bürgerforum Emmenhausen-Bronnen 25,2 % 4
Neue Liste/GRÜNE 16,7 % 2
Freie Wähler Waalhaupten 15,3 % 2

Bürgermeister ist seit Mai 2008 Alois Porzelius (Bürgerblock Waal). Bei der Kommunalwahl 2014 wurde er mit 79,3 % der gültigen Stimmen im Amt bestätigt.

WappenBearbeiten

Das Wappen zeigt in Silber und aus silbernen Wolken wachsend den Heiligen Nikolaus in rotem Ornat, der in der rechten Hand den Bischofsstab und in der linken ein Messbuch, darauf drei goldene Kugeln, hält. Es weist auf den Patron der früheren Pfarrkirche St. Nikolaus von Waal hin und wird seit dem 18. Jahrhundert geführt.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • Das Kirchdorf Bronnen wurde im Bundeswettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ im Jahre 1989 beim Landesentscheid mit einer Goldmedaille und im Bundesentscheid mit einer Silbermedaille ausgezeichnet.
  • Das Waaler Passionsspiel wird unregelmäßig aufgeführt und zählt zu den ältesten Passionsspielen in Bayerisch-Schwaben.

Sehenswürdigkeiten in der Gemeinde sind

  • Kirche St. Nikolaus in Waal
  • Katholische Pfarrkirche St. Anna in Waal (mit neugotischer Innenausstattung)
  • Schloss Waal (Wohnsitz des fürstlichen Hauses von der Leyen)
  • Schlosstaverne
  • Pfarrkirche St. Margareta in Bronnen
  • Pfarrkirche St. Ulrich in Emmenhausen
  • Ehemalige Pfarrkirche, heutige Friedhofskirche St. Michael in Waalhaupten
  • Katholische Pfarrkirche Zur Schmerzhaften Muttergottes in Waalhaupten

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

WirtschaftBearbeiten

Es gab 2016 nach der amtlichen Statistik im Bereich Land- und Forstwirtschaft sowie Fischerei zwölf, im produzierenden Gewerbe 156 und im Bereich Handel, Verkehr und Gastgewerbe keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort acht Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 922. Im verarbeitenden Gewerbe gab es keine, im Bauhauptgewerbe fünf Betriebe. Im Jahr 2010 waren zudem 49 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von insgesamt 1422 ha, davon waren 1095 ha Dauergrünfläche.

BildungBearbeiten

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 2017):

  • einen Kindergarten mit 80 Kindergartenplätzen, den 77 Kinder besuchen;
  • eine Grundschule, an der fünf Lehrer 68 Schüler unterrichten;
  • weiterführende Schulen (Mittelschule, Realschule, Gymnasium) befinden sich in Buchloe;
  • eine Außenstelle der Volkshochschule Buchloe.

Öffentlicher NahverkehrBearbeiten

An den öffentlichen Nahverkehr ist der Ort mit der Buslinie 17 der Verkehrsgesellschaft Kirchweihtal angeschlossen, die zwischen den Orten Buchloe und Kaufbeuren fährt. An den beiden Endpunkten der Linie werden Regionalzüge auf der Bayerischen Allgäubahn erreicht.

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Benedicta Riepp (1825–1862), Ordensfrau, wurde in Waal geboren.
  • Hubert von Herkomer (1849–1914), Porträtmaler und Bildhauer, Wegbereiter des Automobilsports in Deutschland, wurde in Waal geboren.
  • Peter Dörfler (1878–1955), Priester und Schriftsteller, wuchs in Waalhaupten auf.
  • Otto Kobel (1919–2002), wirkte als Bildhauer, Kirchenmaler, Darsteller und Regisseur in Waal.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Waal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Waal in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 17. August 2019.
  3. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 492.
  4. a b c Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 779.
  5. Bayerisches Landesamt für Statistik