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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Jengen
Jengen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Jengen hervorgehoben

Koordinaten: 48° 0′ N, 10° 44′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Ostallgäu
Verwaltungs­gemeinschaft: Buchloe
Höhe: 635 m ü. NHN
Fläche: 33,75 km2
Einwohner: 2440 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 72 Einwohner je km2
Postleitzahl: 86860
Vorwahl: 08241
Kfz-Kennzeichen: OAL, FÜS, MOD
Gemeindeschlüssel: 09 7 77 140
Gemeindegliederung: 8 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kirchplatz 7
86860 Jengen
Website: www.jengen.de
Bürgermeister: Franz Hauck (Kom.Wver./ Überp.Wver./ Fr.Wver.)
Lage der Gemeinde Jengen im Landkreis Ostallgäu
ÖsterreichKempten (Allgäu)Landkreis OberallgäuKaufbeurenLandkreis AugsburgLandkreis UnterallgäuLandkreis Garmisch-PartenkirchenLandkreis Weilheim-SchongauLandkreis Landsberg am LechRettenbach am AuerbergWestendorf (Landkreis Ostallgäu)Wald (Schwaben)Waal (Schwaben)UntrasriedUnterthingauHalblechStöttwangStötten am AuerbergSeegSchwangauRückholzRuderatshofenRoßhauptenRonsbergRieden (bei Kaufbeuren)Rieden am ForggenseePfrontenPforzenOsterzellOberostendorfObergünzburgNesselwangMauerstettenMarktoberdorfLengenwangLechbruck am SeeLamerdingenKraftisriedKaltentalJengenIrseeGünzachHopferauGörisriedGermaringenFüssenFriesenriedEisenberg (Schwaben)EggenthalBuchloeBidingenBaisweilBiessenhofenAitrangKarte
Über dieses Bild
Jengen von Süden

Jengen ist eine Gemeinde im schwäbischen Landkreis Ostallgäu und ein Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Buchloe.

GeographieBearbeiten

LageBearbeiten

Jengen liegt im Landkreis Ostallgäu, gehört als Tor zum Allgäu nicht zur Allgäuer Landschaft. Jengen liegt auf der Lech-Wertach-Ebene zwischen 616 m NHN (Nähe der Wertach beim Irsinger See) und 694 m NHN (Höhenzug westlich Beckstetten). Der Hauptort Jengen wird vom Fluss Gennach durchflossen.

Gemeindeteile und GemarkungenBearbeiten

Die Gemeinde hat acht amtlich benannte Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp und der Einwohnerstand vom 31. Dezember 2018 angegeben):[2][3]

Es existieren die Gemarkungen Jengen, Beckstetten, Eurishofen, Ummenhofen, Weicht und Weinhausen.

GeschichteBearbeiten

Bis zur GemeindegründungBearbeiten

Die Gründung des Ortes reicht bis 800 nach Christus zurück. Da bei Weicht einige keltische Grabhügel festgestellt wurden, dürfte es schon vorher keltische Siedlungen im Gemeindegebiet gegeben haben. Wohl schon vor 800 hat hier eine Missionsstelle und eine Taufkirche bestanden.

Ein niederer Adel zu Jengen wurde im 12. Jahrhundert erwähnt. 1150 erschienen als Zeugen Hiltprant und Konrad von Giengen. In der gleichen Zeitabschnitt wurde der Ort als Malstätte (Gerichtsstätte) des Markgrafen von Ronsberg genannt.

Im Bauernkrieg von 1524 bis 1526 hielten die Bauern in Jengen und Ummenhofen zu dem Bauernhaufen von Buchloe. Anführer des Haufens war Sebastian Bader. Während des Dreißigjährigen Kriegs kam es auch in Jengen zu einem Ausbruch der Pest mit vielen Toten.

Nach dem Dreißigjährigen Krieg wurde 1665 die Skapulierbruderschaft gegründet, welche in ihrer besten Zeit 2000 Mitglieder besaß.

Jengen gehörte zum Hochstift Augsburg. Seit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 gehört der Ort zu Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen im Königreich Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

EingemeindungenBearbeiten

Am 1. Juli 1972 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Weinhausen eingegliedert.[4] Am 1. Januar 1978 kamen Beckstetten, Eurishofen, Ummenhofen und Weicht hinzu.[5]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

  • 1961: 1623 Einwohner[5]
  • 1970: 1612 Einwohner[5]
  • 1987: 1709 Einwohner
  • 1991: 1814 Einwohner
  • 1995: 2095 Einwohner
  • 2000: 2257 Einwohner
  • 2005: 2375 Einwohner
  • 2010: 2367 Einwohner
  • 2015: 2405 Einwohner
  • 2016: 2410 Einwohner[6]

Jengen wuchs von 1988 bis 2008 um 611 Einwohner bzw. ca. 35 %. Jengen und die benachbarte Stadt Buchloe hatten in diesem Zeitraum den höchsten prozentualen Einwohnerzuwachs im Landkreis Ostallgäu. Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 1725 auf 2440 um 715 Einwohner bzw. um 41,5 %.

PolitikBearbeiten

BürgermeisterBearbeiten

Bürgermeister ist Franz Hauck (Kommunale Wählervereinigung/Überparteiliche WV/Freie WV). Er wurde im Jahr 2002 Nachfolger von Rudolf Rogg (Freie WV/Überparteiliche WV).

WappenBearbeiten

Blasonierung: Gespalten von Silber und Rot; vorne am Spalt ein rot bewehrter halber schwarzer Adler, hinten ein linksgewendeter goldener Greifenlöwe. Die Rot-Silberne Spaltung kommt vom alten Augsburgischen Hochstiftswappen. Als historisch bedeutsame Grundherren sind im Gemeindegebiet die Kaufbeurer Spitalstiftung sowie das Kloster Steingaden nachweisbar. Der halbe Adler am Spalt stammt aus dem Wappen der Reichsstadt Kaufbeuren, der Greifenlöwe ist dem Wappen des Klosters Steingaden entnommen.

BaudenkmälerBearbeiten

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Wirtschaft einschließlich Land- und ForstwirtschaftBearbeiten

Es gab 1998 im Bereich der Land- und Forstwirtschaft keine, im produzierenden Gewerbe 111 und im Bereich Handel und Verkehr keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 71 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 456. Im verarbeitenden Gewerbe (sowie Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden) gab es einen Betrieb, im Bauhauptgewerbe vier Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 32 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 740 ha. Davon waren 577 ha Ackerfläche.

BildungBearbeiten

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 1999):

  • Kindergärten: 100 Kindergartenplätze mit 94 Kindern
  • Volksschule: eine mit sieben Lehrern und 160 Schülern

SportBearbeiten

  • FC Jengen 1927 e. V.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Jengen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Jengen in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 17. August 2019.
  3. Zahlen und Statistiken. Abgerufen am 21. Oktober 2018.
  4. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 492.
  5. a b c Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 779.
  6. Zahlen und Statistiken. Abgerufen am 21. Oktober 2018.