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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Irsee
Irsee
Deutschlandkarte, Position des Marktes Irsee hervorgehoben
Koordinaten: 47° 54′ N, 10° 34′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Ostallgäu
Verwaltungs­gemeinschaft: Pforzen
Höhe: 755 m ü. NHN
Fläche: 17,47 km2
Einwohner: 1507 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 86 Einwohner je km2
Postleitzahl: 87660
Vorwahl: 08341
Kfz-Kennzeichen: OAL, FÜS, MOD
Gemeindeschlüssel: 09 7 77 139
Marktgliederung: 6 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Meinrad-Spieß-Platz 1
87660 Irsee
Website: www.irsee.de
Bürgermeister: Andreas Lieb (Bürgerforum)
Lage des Marktes Irsee im Landkreis Ostallgäu
ÖsterreichKempten (Allgäu)Landkreis OberallgäuKaufbeurenLandkreis AugsburgLandkreis UnterallgäuLandkreis Garmisch-PartenkirchenLandkreis Weilheim-SchongauLandkreis Landsberg am LechRettenbach am AuerbergWestendorf (Landkreis Ostallgäu)Wald (Schwaben)Waal (Schwaben)UntrasriedUnterthingauHalblechStöttwangStötten am AuerbergSeegSchwangauRückholzRuderatshofenRoßhauptenRonsbergRieden (bei Kaufbeuren)Rieden am ForggenseePfrontenPforzenOsterzellOberostendorfObergünzburgNesselwangMauerstettenMarktoberdorfLengenwangLechbruck am SeeLamerdingenKraftisriedKaltentalJengenIrseeGünzachHopferauGörisriedGermaringenFüssenFriesenriedEisenberg (Schwaben)EggenthalBuchloeBidingenBaisweilBiessenhofenAitrangKarte
Über dieses Bild
Klosterkirche Irsee

Irsee ist ein Markt im schwäbischen Landkreis Ostallgäu und ein Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Pforzen.

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

Irsee liegt in der Region Allgäu im Landkreis Ostallgäu, nordwestlich von Kaufbeuren. Es existiert nur die Gemarkung Irsee.

Die Gemeinde hat 6 amtlich benannte Ortsteile:[2]

GeschichteBearbeiten

Ursprünglich lautete der Name des Ortes Ursin.[3] Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte im Jahre 982.[4] Die zunächst hier noch ansässigen Feudalherren, welche sich von Ursin nannten, errichteten eine Burg und stifteten im 12. Jahrhundert das Kloster Irsee.

Der Markt Irsee gehörte bis zur Säkularisation 1803 zur Reichsabtei Irsee. Irsee besaß das Marktrecht mit wichtigen Eigenrechten. Seit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 gehört der Ort zu Bayern.

Auf dem Gebiet der Gemeinde wurden folgende Einwohnerzahlen ermittelt:[5]

Einwohnerentwicklung
Jahr 1840 1871 1900 1925 1939 1950 1961 1970 1987 1991 1995 2000 2005 2010 2015
Einwohner 574 965 1091 1082 1092 1616 1509 1324 1248 1304 1332 1350 1385 1412 1481

Irsee wuchs von 1988 bis 2008 um 166 Einwohner bzw. ca. 14 %.

PolitikBearbeiten

Gemeinderat und BürgermeisterBearbeiten

Bei der Kommunalwahl am 16. März 2014 mit einer Wahlbeteiligung von 70,7 % wurden die zwölf Gemeinderäte neu gewählt. Die Sitzverteilung bei der Gemeinderatswahl war wie folgt:[6]

  • Bürgerforum: 6 Sitze
  • Freie Wähler Gemeinschaft: 3 Sitze
  • Offene Liste: 3 Sitze

Bürgermeister ist Andreas Lieb sen. (Bürgerforum). Er wurde im Jahr 2002 Nachfolger von Rudolf Scharpf (CSU/Unabhängige Bürger). Bei der Kommunalwahl 2014 wurde er mit 93,5 % der gültigen Stimmen im Amt bestätigt.

GemeindefinanzenBearbeiten

Im Jahr 2013 betrugen die Gemeindesteuereinnahmen 1.137.000 Euro, davon waren 256.000 Euro Gewerbesteuereinnahmen (netto).[5]

WappenBearbeiten

Beschreibung: In Rot übereinander zwei silberne Löwen, der obere nach rechts, der untere nach links gewendet.

Der Entwurf für das Wappen mit den zwei Löwen führt die Wappenfiguren aus dem Wappen der Herren von Ramschwag, den letzten Stiftsvögten. Das Wappen wurde 1837 durch König Ludwig I. verliehen.[7]

GemeindepartnerschaftenBearbeiten

Seit 1987 ist die französische Gemeinde Montsûrs im Département Mayenne Partnergemeinde von Irsee.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Wirtschaft einschließlich Land- und ForstwirtschaftBearbeiten

August 1979
August 2006


Irsee von Süden

Es gab 2009 im Bereich der Land- und Forstwirtschaft drei, im produzierenden Gewerbe 32 und im Bereich Handel und Verkehr 98 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 44 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 389.

Im Jahr 2007 bestanden 30 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von mehr als zwei Hektar. Die gesamte landwirtschaftlich genutzte betrug 979 ha. Davon waren 121 ha Ackerfläche und 836 ha Wiesen und Weideland.[5]

Im Bauhauptgewerbe gab es im Jahr 2010 einen Betrieb.

BildungBearbeiten

Im Jahr 2010 bestanden folgende Einrichtungen:[5]

  • ein Kindergarten mit 75 Plätzen, den 63 Kinder besuchten
  • eine Volksschule, wo in vier Klassen von vier Lehrkräften 61 Kinder unterrichtet wurden (Schuljahr 2010/11)

Kultur, Sport und FreizeitBearbeiten

 
Peter Horton im ALTBAU, 2008

Veranstaltungen im Kloster IrseeBearbeiten

Der Irseer Pegasus ist eine jährlich im Januar im Kloster Irsee stattfindende Literaturveranstaltung der Regionalgruppe Schwaben des Verbandes deutscher Schriftsteller (VS) und der Schwabenakademie Irsee.

Von 1993 bis 2011 fand jährlich Ende August/Anfang September im Kloster Irsee das Festival Klang & Raum unter Leitung des Dirigenten Bruno Weil statt. Es widmete sich der Musik des 18. und 19. Jahrhunderts und ihrer Aufführung auf historischen Instrumenten.

Galerie und Kleinkunstbühne ALTBAUBearbeiten

Das kleine privat geführte Kulturzentrum besteht seit 1978. Es ist die älteste Einrichtung dieser Art im Allgäu und eine der ältesten Kleinkunstbühnen Bayerns.[8]

BiomarktBearbeiten

Seit 1998 findet jeden Freitag im historischen Dorfkern von Irsee ein Biomarkt statt.

Natur und NaherholungseinrichtungenBearbeiten

Der Oggenrieder Weiher am westlichen Ortsrand ist ein beliebtes Badegewässer.

BaudenkmälerBearbeiten

 
Euthanasie-Denkmal in Klosternähe

Kloster IrseeBearbeiten

Das im Ostteil des Ortes gelegene Kloster Irsee ist ein ehemaliges Kloster der Benediktiner. Das der Heiligen Maria geweihte Kloster wurde 1186 durch Markgraf Heinrich von Ronsberg auf dem Irseer Burgberg gegründet, allerdings bereits ab 1190 am heutigen Standort am Fuß des Berges neu errichtet. Die Hauptvögte waren von 1390 bis 1803 die Habsburger.

Im Jahre 1849 wurde im ehemaligen Kloster eine „Kreisirrenanstalt“ eingerichtet, die in der Zeit der NS-Gewaltherrschaft zur Tötung „lebensunwerten Lebens“ missbraucht wurde. Von 1939 bis 1945 wurden über 2000 Kinder, Frauen und Männer entweder in die Tötungsanstalten Hadamar, Grafeneck und Hartheim verschleppt oder in Irsee durch Verabreichung von „E-Kost“ (eine von bestimmten essentiellen Bestandteilen „befreite“ Nahrung) oder mittels Injektionen getötet. Die Verantwortung dafür hatte der damalige Anstaltsleiter und Psychiater Valentin Faltlhauser.[9] Seit 1981 erinnert eine Skulptur des Bildhauers Martin Wank in der ehemaligen Anstalt an dieses Geschehen.[10]

Mitte der 1990er Jahre wurde im ehemaligen Leichenhaus der Heil- und Pflegeanstalt Irsee, in der sogenannten Prosektur, eine Gedenkstätte für die Opfer der NS-"Euthanasie" eingerichtet.[11] Im Vorraum ist das großformatige Triptychon möchte ich Sie noch höflichst bitten, mir folgende Fragen zu beantworten (1996) der Münchener Künstlerin Beate Passow ausgestellt. Sie kombinierte drei von Tätern gemachte Fotografien von Opfern mit Auszügen aus dem Briefwechsel zwischen Valentin Faltlhauser und Georg Hensel, der von 1939 bis 1946 Oberarzt in der Kinderheilstätte Mittelberg bei Oy im Allgäu war und Tbc-Versuche an behinderten Kindern in Kaufbeuren-Irsee durchführte.[11]

Im Jahr 2009 wurden drei Stolpersteine des Kölner Künstlers Gunter Demnig vor dem Kloster Irsee verlegt. Stellvertretend für alle in Irsee ermordeten Patienten werden Maria Rosa Bechter, Anna Brieger und Ernst Lossa namentlich genannt.[11]

Heute ist das Kloster ein Tagungs- und Bildungszentrum des Bezirks Schwaben, Sitz der Schwabenakademie Irsee.

Klosterbrauerei und BrauereimuseumBearbeiten

Irsee ist Sitz der Brauerei Irseer Klosterbräu in deren Brauereimuseum die jahrhundertealte Brautradition des Ortes dokumentiert ist.

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und TöchterBearbeiten

PersönlichkeitenBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Irsee in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 17. August 2019
  3. Karte: Das Allgäu im 12. Jahrhundert. Abgerufen am 21. Oktober 2016.
  4. Franz Ludwig Baumann: Geschichte des Allgäus, Erster Band, Verlag der Jos. Kösel’schen Buchhandlung in Kempten, Kösel, 1883–1894, S. 485
  5. a b c d Statistik kommunal – Irsee (PDF; 1,3 MB)
  6. Kommunalwahlen in Bayern am 16. März 2014 - Ergebnisse in Schwaben, abgerufen am 18. November 2017.
  7. Haus der Bayerischen Geschichte – Markt Irsee (Memento des Originals vom 1. März 2009 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.hdbg.de
  8. ALTBAU Homepage
  9. Harald Lachmann: Himmel und Hölle in Irsee. Im Allgäu treffen Kultur und die Schrecken der NS-Verbrechen in einem Dorf zusammen. In: neues deutschland vom 19. Dezember 2016, S. 13
  10. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 151
  11. a b c Bundeszentrale für politische Bildung: Erinnerungsorte - Detailseite – bpb. In: bpb.de. Abgerufen am 26. Mai 2017.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Irsee – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien