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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Ruderatshofen
Ruderatshofen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Ruderatshofen hervorgehoben

Koordinaten: 47° 49′ N, 10° 35′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Ostallgäu
Verwaltungs­gemeinschaft: Biessenhofen
Höhe: 728 m ü. NHN
Fläche: 33,52 km2
Einwohner: 1804 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 54 Einwohner je km2
Postleitzahl: 87674
Vorwahl: 08343
Kfz-Kennzeichen: OAL, FÜS, MOD
Gemeindeschlüssel: 09 7 77 167
Gemeindegliederung: 12 Gemeindeteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Füssener Str. 12
87640 Biessenhofen
Website: www.ruderatshofen.de
Bürgermeister: Johann Stich (Allg. Wählergem. Apfeltrang)
Lage der Gemeinde Ruderatshofen im Landkreis Ostallgäu
ÖsterreichKempten (Allgäu)Landkreis OberallgäuKaufbeurenLandkreis AugsburgLandkreis UnterallgäuLandkreis Garmisch-PartenkirchenLandkreis Weilheim-SchongauLandkreis Landsberg am LechRettenbach am AuerbergWestendorf (Landkreis Ostallgäu)Wald (Schwaben)Waal (Schwaben)UntrasriedUnterthingauHalblechStöttwangStötten am AuerbergSeegSchwangauRückholzRuderatshofenRoßhauptenRonsbergRieden (bei Kaufbeuren)Rieden am ForggenseePfrontenPforzenOsterzellOberostendorfObergünzburgNesselwangMauerstettenMarktoberdorfLengenwangLechbruck am SeeLamerdingenKraftisriedKaltentalJengenIrseeGünzachHopferauGörisriedGermaringenFüssenFriesenriedEisenberg (Schwaben)EggenthalBuchloeBidingenBaisweilBiessenhofenAitrangKarte
Über dieses Bild
Ruderatshofen

Ruderatshofen ist eine Gemeinde im schwäbischen Landkreis Ostallgäu und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Biessenhofen.

GeografieBearbeiten

Die Gemeinde liegt im nordöstlichen Allgäu, etwa 7 km südwestlich von Kaufbeuren.

Sie hat 12 amtlich benannte Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[2]

Es gibt die Gemarkungen Apfeltrang und Ruderatshofen:

  • Gemarkung Ruderatshofen mit Geisenhofen, Heimenhofen, Hiemenhofen, Immenhofen und Leichertshofen
  • Gemarkung Apfeltrang mit Dionis, Fleischer, Fuchs, Hefele und Nettengrub

Abgegangene Orte auf dem Gemeindegebiet sind Königsberg (um 1900) und Wellenhofen (vor 1404).

GeschichteBearbeiten

Bis zur GemeindegründungBearbeiten

Der Ort wurde 839 erstmals urkundlich als Ort im Keltensteingau als „Hruodoldishoua“ erwähnt. Ruderatshofen gehörte zum Hochstift Augsburg. Mit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 kam der Ort zu Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen im Königreich Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Gebietsreform der 1970erBearbeiten

Bis zur Gemeindegebietsreform gehörte Ruderatshofen zum Landkreis Marktoberdorf. Dieser wurde 1972 umgestaltet und erweitert und 1973 in Landkreis Ostallgäu umbenannt. Am 1. Mai 1978 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Apfeltrang nach Ruderatshofen eingegliedert.[3] Am 1. Januar 1982 löste sich der ehemalige Apfeltranger Ortsteil Wenglingen mit den Einöden Lohbauer und Unger durch Volksentscheid von der Gemeinde und wurde an die Nachbargemeinde Aitrang abgetreten.[3]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Ruderatshofen wuchs von 1988 bis 2008 um 340 Einwohner bzw. ca. 24 %.

Jahr Einwohner
1840 860
1900 1090
1939 1126
1950 1777
1961 1460
Jahr Einwohner
1970 1504
1987 1425
1991 1491
1995 1596
2000 1696
Jahr Einwohner
2005 1709
2010 1725
2015 1825

Quelle: BayLSt

PolitikBearbeiten

BürgermeisterBearbeiten

Bürgermeister ist Johann Stich (Allg. Wählergem. Apfeltrang). Er wurde im Jahr 2002 Nachfolger von Wilhelm Kunstin (Freie Wählergemeinschaft).

WappenBearbeiten

Die Wappenbeschreibung lautet: „Gespalten von Rot und Silber, hinten ein mit goldenem Gitter belegter roter Schrägbalken“.

BaudenkmälerBearbeiten

In der Ortsmitte von Ruderatshofen befindet sich die Pfarrkirche St. Jakobus, im gotischen Stil sowie in Apfeltrang die Kirche St. Michael mit einer barocken Ausstattung.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Wirtschaft einschließlich Land- und ForstwirtschaftBearbeiten

1998 gab es nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 26, im produzierenden Gewerbe 152 und im Bereich Handel und Verkehr 20 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 80 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es 481. Im verarbeitenden Gewerbe gab es keine, im Bauhauptgewerbe vier Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 83 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 2024 ha.

VerkehrBearbeiten

Ruderatshofen liegt nahe der Bahnstrecke München–Lindau. Die Züge passieren den Ort ohne Halt.

BildungBearbeiten

1999 gab es folgende Einrichtungen:

  • Kindergärten: 75 Kindergartenplätze mit 69 Kindern
  • Volksschulen: Grundschule mit ca. 100 Schülern, die eine Schulgemeinschaft mit der Grundschule Aitrang bildet

SonstigesBearbeiten

In Ruderatshofen gibt es den Brauch des Klopferstags. Dabei gehen die Kinder des Ortes, meist im Grundschulalter, am Donnerstag vor dem ersten Advent von Haus zu Haus, um die bevorstehende Adventszeit anzukündigen. Als Geschenke für das Aufsagen des tradierten Spruches bekommen sie Süßigkeiten. Der Brauch wird nur in Ruderatshofen selbst begangen, in den anderen Ortsteilen ist er mittlerweile ausgestorben. Außer bei den Kindern selbst ist dieser Brauch besonders bei den älteren Menschen des Dorfes beliebt, die dadurch an ihre eigene Kindheit erinnert werden und ein wenig Kontakt zu den Kindern aufnehmen können.

Eingetragene Vereine:

  • Musikverein Ruderatshofen
  • Schlachtgemeinschaft Ruderatshofen e.V.
  • Schützenverein "Der Rotensteiner" e.V. Ruderatshofen
  • Tennisclub Immenhofen e.V
  • Turn- und Sportverein e.V. Ruderatshofen

WeblinksBearbeiten

  Commons: Ruderatshofen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Ruderatshofen in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 17. August 2019.
  3. a b Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 779 und 815.