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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Aitrang
Aitrang
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Aitrang hervorgehoben
Koordinaten: 47° 49′ N, 10° 32′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Ostallgäu
Verwaltungs­gemeinschaft: Biessenhofen
Höhe: 745 m ü. NHN
Fläche: 30,72 km2
Einwohner: 2037 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 66 Einwohner je km2
Postleitzahl: 87648
Vorwahl: 08343
Kfz-Kennzeichen: OAL, FÜS, MOD
Gemeindeschlüssel: 09 7 77 111
Adresse der Verbandsverwaltung: Füssener Str. 12
87640 Biessenhofen
Website: www.aitrang.de
Bürgermeister: Jürgen Schweikart (Wählergemeinschaft Eintracht)
Lage der Gemeinde Aitrang im Landkreis Ostallgäu
ÖsterreichKempten (Allgäu)Landkreis OberallgäuKaufbeurenLandkreis AugsburgLandkreis UnterallgäuLandkreis Garmisch-PartenkirchenLandkreis Weilheim-SchongauLandkreis Landsberg am LechRettenbach am AuerbergWestendorf (Landkreis Ostallgäu)Wald (Schwaben)Waal (Schwaben)UntrasriedUnterthingauHalblechStöttwangStötten am AuerbergSeegSchwangauRückholzRuderatshofenRoßhauptenRonsbergRieden (bei Kaufbeuren)Rieden am ForggenseePfrontenPforzenOsterzellOberostendorfObergünzburgNesselwangMauerstettenMarktoberdorfLengenwangLechbruck am SeeLamerdingenKraftisriedKaltentalJengenIrseeGünzachHopferauGörisriedGermaringenFüssenFriesenriedEisenberg (Schwaben)EggenthalBuchloeBidingenBaisweilBiessenhofenAitrangKarte
Über dieses Bild
Aitrang im Ostallgäu
Elbsee bei Aitrang

Aitrang ist eine Gemeinde im schwäbischen Landkreis Ostallgäu und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Biessenhofen.

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

Die Gemeinde liegt in der Region Allgäu zwischen Kaufbeuren (10 km entfernt) und Kempten (in 20 km Entfernung) auf einer Höhe von ca. 740 bis knapp 900 m NHN.

Sie besteht aus 19 Ortsteilen:[2] (Ehemalige Gemeinden: Hauptorte mit ihren Ortsteilen)

Es gibt die Gemarkungen Aitrang, Huttenwang und Wenglingen. Auf dem Gemeindegebiet befindet sich auch der Elbsee.

GeschichteBearbeiten

Bis zur GemeindegründungBearbeiten

Schon in einer Urkunde des Frankenkönigs Pippin des Kurzen (741–768) ist der Ort erwähnt. Der Ort war Reichsvogtei des Klosters St. Mang (Füssen), das seit 1227 die Niedergerichtsbarkeit innehatte. Die Reichsvogtei wurde mehrmals verpfändet und als letztes vom Fürststift Kempten 1524 erworben. Vor 1803 überschnitten sich in diesem Ort die Rechte des Klosters St. Mang sowie die des Fürststiftes Kempten. Im Reichsdeputationshauptschluss 1803 fiel der Ort an die Fürsten Oettingen-Wallerstein. Mit der Rheinbundakte 1806 kam er zum Königreich Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die Gemeinde.

Zugunglück von AitrangBearbeiten

9. Februar 1971 – Auf der Fahrt von München nach Zürich durchfuhr der TEE 56 „Bavaria“, ein Dieseltriebzug RAm der SBB, hinter dem Bahnhof Aitrang eine Rechtskurve mit 130 km/h, obwohl diese nur für 80 km/h zugelassen war. Der Zug entgleiste, zerstörte das Gegengleis und einige Wagen stürzten eine Böschung hinab. Kurze Zeit nach dem Unfall fuhr ein aus der Gegenrichtung kommender Schienenbus in die Unfallstelle. Bei dem Unglück kamen 28 Personen ums Leben, 42 wurden verletzt. Weil gefrorenes Wasser in den Bremsschläuchen die Leitung der Druckluftbremse blockierte, konnte der Lokführer im führenden Steuerwagen des TEE nur mit der elektrischen Bremse des Triebkopfes am Schluss des Zuges bremsen.

EingemeindungenBearbeiten

Anlässlich der Gemeindegebietsreform wurde am 1. Mai 1978 die selbstständige Gemeinde Huttenwang mit den Weilern Neuenried, Umwangs und Wolfholz nach Aitrang eingemeindet. Am 1. Januar 1982 wurde noch der Weiler Wenglingen mit den Einöden Lohbauer und Unger (vorher in der Gemeinde Ruderatshofen) nach einer Volksabstimmung umgegliedert.[3]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Aitrang wuchs von 1988 bis 2008 um 245 Einwohner bzw. ca. 14 %.

Jahr 1961 1970 1987 1991 1995 2000 2005 2010 2015
Einwohner 1697 1632 1757 1803 1880 1942 2046 1993 2033

Angaben des Statistischen Landesamtes (1961 und 1970: Volkszählungsergebnisse)[3]

ReligionenBearbeiten

Ein Großteil der Einwohner der Gemeinde ist katholisch, eine Minderheit evangelisch. Die Kirche St. Ulrich ist die einzige Kirche in Aitrang. Außerdem gibt es die Kirche St.Johannes in Huttenwang. In Wenglingen, das kirchlich zu Apfeltrang gehört, existiert außerdem die Rosinakapelle. In Görwangs steht die Wallfahrtskirche St. Alban.

PolitikBearbeiten

BürgermeisterBearbeiten

  • 1782 Gemeindeführer Johann Georg Haggenmüller
  • 1810–1833 Ortsvorsteher Philipp Hannes (* ca. 1770)
  • 1833–1855 Ortsvorsteher Johann Martin Eichele (* 1789; † 1875)
  • 1855–1880 Ortsvorsteher Jakob Blenk († 1902)
  • 1900– Erster Bürgermeister Josef Abletshauser
  • 1929– Erster Bürgermeister Franz Xaver Abletshauser (* 1897; † 1971)
  • Erster Bürgermeister Karl Barromäus Trunsperger (* 1913; † 1968)
  • Erster Bürgermeister Anton Bräckle (* 1903; † 1980)
  • 1972–1978 Erster Bürgermeister Alois Huber (* 1921; † 2007)
  • 1978–1990 Erster Bürgermeister Ulrich Schindele (* 1928; † 2009)
  • Erster Bürgermeister Georg Petrich
  • –2002 Erster Bürgermeister Hans Bischof (Wählergemeinschaft)
  • Seit 2002 Erster Bürgermeister Jürgen Schweikart (Wählergemeinschaft Eintracht)

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat hat nach der Wahl März 2014 diese Sitzverteilung:[4]

  • WG Eintracht: 5
  • WG Aitrang: 4
  • DG Huttenwang: 4

Wappen und FlaggeBearbeiten

Blasonierung: „Gespalten; vorne geteilt von Rot und Blau, hinten in Silber ein roter Abtstab, beseitet von zwei gegeneinander gebogenen blauen Bogenfelgen.“[5]

Das Wappen wurde 1983 genehmigt. Die gleichzeitig genehmigte blau-weiß-rote Flagge wird nicht verwendet.[6]

BaudenkmälerBearbeiten

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Wirtschaft einschließlich Land- und ForstwirtschaftBearbeiten

1998 gab es im Bereich der Land- und Forstwirtschaft sechs, im produzierenden Gewerbe 193 und im Bereich Handel und Verkehr 20 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 79 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es 595. Im verarbeitenden Gewerbe gab es keine, im Bauhauptgewerbe sechs Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 93 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 2174 ha, im Wesentlichen Dauergrünfläche.

VerkehrBearbeiten

Aitrang liegt an der Bayerischen Allgäubahn von München nach Lindau, allerdings ohne Haltepunkt.

BildungBearbeiten

1999 gab es folgende Einrichtungen:

  • Kindergärten: 72 Kindergartenplätze mit 60 Kindern
  • Eine Volksschule mit elf Lehrern und 187 Schülern

PersönlichkeitenBearbeiten

Folgende Persönlichkeiten wurden in Aitrang geboren:

WeblinksBearbeiten

  Commons: Aitrang – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Bayerische Landesbibliothek Online
  3. a b Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 779 und 815.
  4. http://www.aitrang.de/aitrang/gemeindekanzlei/gemeinderat/index.php
  5. Eintrag zum Wappen von Aitrang in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  6. Eintrag zu Aitrang auf der Seite kommunalflaggen.eu