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Royal Academy of Arts

Universität im Vereinigten Königreich
Die Royal Academy im Burlington House

Die Royal Academy of Arts in London ist eine der wichtigsten Kunstinstitutionen in Großbritannien. Sie widmet sich der Lehre und Förderung von Malerei, Bildhauerei und Architektur.

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

 
Johann Zoffany: Die Porträts der Gründungsmitglieder der Royal Academy (1771–72, Öl auf Leinwand).

Die Royal Academy of Arts wurde 1768 von George III. gegründet, mit 34 bedeutenden Künstlern und Architekten als Gründungsmitglieder unter der Leitung des Malers Joshua Reynolds;[1] darunter waren mit den Malerinnen Angelika Kauffmann und Mary Moser auch zwei Frauen[2][3][4][5] Auslöser war ein Streit innerhalb der damals führenden Künstlervereinigung Society of Artists of Great Britain. Der Architekt William Chambers verließ diese Vereinigung, nachdem er vergeblich für die Präsidentschaft kandidiert hatte. Nachdem er seine guten Verbindungen zum englischen Königshaus genutzt hatte, vollzog der König schließlich die Gründung einer neuen Künstlervereinigung. Sie nahm ihre Arbeit offiziell im Folgejahr 1769 auf. Anfänglich nahm die Akademie maximal 40 Mitglieder auf, mittlerweile sind es bis zu 80.

LageBearbeiten

Während der ersten drei Jahre war die Royal Academy in Pall Mall in der City of Westminster untergebracht. Kurz darauf zog sie in das neu fertiggestellte Somerset House um. 1837 wurde sie in die National Gallery am Trafalgar Square verlegt. Seit 1868 befindet sich die Royal Academy im Burlington House.

AktivitätenBearbeiten

Obwohl die Akademie offiziell unter der Schirmherrschaft des Königs stand, erhielt sie keine Fördermittel aus der Staatskasse. Die Haupteinnahmequelle waren und sind seit 1870 die Ausstellungen der Akademie, die weltweit einen hervorragenden Ruf genießen. Neben Ausstellungen mit Leihgaben ist die jährliche Sommerausstellung eines der zentralen Ereignisse der Londoner Kunstwelt. Neben Mitgliedern können andere Künstler ihre Werke einreichen und bei positivem Bescheid auf der Sommerausstellung zeigen.

MitgliedschaftBearbeiten

 
Christopher Le Brun, Präsident der Royal Academy, bei der Eröffnung der RA Summer Exhibition 2015

Die Anzahl der Mitglieder, Members oder RAs (letzteres als Abkürzung für „Royal Academicians“) genannt, war anfänglich auf 40 beschränkt, 1972 wurde sie auf 50 erhöht und ist seit 1991 auf 80 beschränkt, zusätzlich einer Anzahl von Senioren, die das Lebensalter von 75 überschritten haben und ihren Platz für neue Mitglieder freimachen. Voraussetzung für die Aufnahme ist, dass der künstlerische Beruf zumindest teilweise in Großbritannien ausgeübt wird. Die Mitglieder werden in folgende drei Gruppen unterschieden:

Neue Mitglieder werden durch den Kreis der RAs gewählt. Dieser Wahl zum Vollmitglied geht in der Regel eine mehrjährige Anwartschaft als ARA (Abkürzung für „Associated Royal Academician“) voraus. Hierbei ist vorgeschrieben, dass zu jeder Zeit mindestens 14 Bildhauer, 12 Architekten und 8 Druckgrafiker unter den maximal 80 RAs sein müssen. Als Ehrenmitglieder Hon. RA können seit 1869 auch Künstler ernannt werden, die nicht in Großbritannien tätig sind.

Durch die Mitgliedschaft wird allen RAs das Recht verliehen, bis zu sechs eigene Werke in der – seit 1769 ununterbrochen stattfindenden – jährlichen Sommerausstellung (Summer Exhibition) auszustellen. Darüber hinaus können sie kleine Ausstellungen im Friends' Room abhalten; gelegentlich bekommen sie Gelegenheit zu großen Ausstellungen ihrer Werke in den Sackler Galleries. Im Rahmen des RA Education Programme sind viele RAs als Dozenten in der Bildung engagiert.

Bekannte Studenten/Professoren (Auswahl)Bearbeiten

Ausstellungen (Auswahl)Bearbeiten

  • 1998: Sensation, die Sammlung Saatchi
  • 2010: The Real Van Gogh - The Artist and his Letters
  • 2016/17: Abstract Expressionism, kuratiert von David Anfam

Literatur zu den AnfängenBearbeiten

  • Die Kunstausstellung in der Königlichen Akademie zu London. In: Illustrirte Zeitung. Nr. 25, 16. Dezember 1843, J. J. Weber, Leipzig 1843, S. 396–398 (online)
  • William Sandby: The history of the Royal Academy of Arts from its foundation in 1768 to the present time. With biographical notices of all the members. Band I. Longman Green, Longman Roberts & Green, London 1862 (Textarchiv – Internet Archive).
  • William Sandby: The history of the Royal Academy of Arts from its foundation in 1768 to the present time. With biographical notices of all the members. Band II. Longman Green, Longman Roberts & Green, London 1862 (Textarchiv – Internet Archive).
  • Henry Blackburn: Academy notes 1875. With illustrations of the principal pictures at Burlington House. Chatto and Windus, London 1875 (Textarchiv – Internet Archive).
  • Henry Blackburn: Academy notes 1883. With illustrations of the principal pictures at Burlington House. Chatto and Windus, London 1883 (Textarchiv – Internet Archive).
  • Henry Blackburn: English art in 1884. D. Appelton & Company, New York 1895 (Textarchiv – Internet Archive).
  • Henry Blackburn: Academy notes 1891. With illustrations of the principal pictures at Burlington House. Chatto and Windus, London 1891 (Textarchiv – Internet Archive).
  • List of Appendices. In: J. E. Hodgson, Fred. A. Eaton: The Royal academy and its members 1768–1830. Charles Scribner’s Sons, London 1905 (Textarchiv – Internet Archive).

WeblinksBearbeiten

  Commons: Royal Academy of Arts – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Royal Academy of Arts: About the Royal Academy of Arts, abgerufen 23. Januar 2014.
  2. Porträts der Gründungsmitglieder der Royal Academy of Arts, RA Magazin. Nr. 114, 2012. (Memento vom 2. Februar 2014 im Internet Archive)
  3. Amy Bluett: Mary Moser and Angelica Kauffman: the RA’s founding women. International Women’s Day series. 2. März 2016, abgerufen am 17. März 2016 (englisch).
  4. Helen Tierney (Hrsg.): Women's Studies Encyclopedia. Band 3, Greenwood 1999, ISBN 978-0-313-29620-8, S. 1236.
  5. Allison Lee Palmer: Historical Dictionary of Neoclassical Art and Architecture. Scarecrow Press 2011, ISBN 978-0-8108-6195-4, S. 245 f.
  6. Hyacinth Holland: Ramberg, Johann Heinrich. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 27, Duncker & Humblot, Leipzig 1888, S. 207 f.

Koordinaten: 51° 30′ 33″ N, 0° 8′ 22″ W