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Jackie Coogan

US-amerikanischer Schauspieler
Jackie Coogan
Jackie Coogan in Berlin. Links von ihm steht seine Mutter Lillian Rita Coogan (geborene Dolliver) und rechts sein Vater John Henry Coogan, Jr.; Aufnahme aus dem Jahr 1928

Jackie Coogan (* 26. Oktober 1914 als John Leslie Coogan in Los Angeles; † 1. März 1984 in Santa Monica) war ein US-amerikanischer Schauspieler. Durch seinen Auftritt neben Charlie Chaplin in The Kid wurde er zu einem der ersten Kinderstars der Filmgeschichte.

LebenBearbeiten

Karriere als KinderstarBearbeiten

Jackie Coogan wurde als Sohn des Schauspieler-Ehepaares John Henry Coogan Jr. (1886–1935) und Lilian Coogan (1892–1977) geboren. Bereits als Kleinkind übernahm er erste Bühnenauftritte in Vaudeville-Shows. Mit nicht einmal drei Jahren machte Coogan mit einer kleinen Rolle in Skinner's Baby aus dem Jahr 1917 sein Filmdebüt. Wenig später wurde der tanzende Coogan im Orpheum Theatre in Los Angeles von Filmstar Charlie Chaplin entdeckt, der sich von dem Talent des Kindes begeistert zeigte und ihn sofort verpflichtete.[1] Er bekam eine kleine Rolle in Chaplins Komödie Vergnügte Stunden (1919) zugewiesen.

Anschließend drehte Chaplin dann mit Coogan den Film, der ihn im Jahr 1921 weltberühmt machte: The Kid. Mit diesem internationalen Filmerfolg avancierte Jackie Coogan zu einem der ersten großen Kinderstars der Kinogeschichte. Vor allem die Stummfilme aus seiner Kinderzeit sind bis heute bekannt. Es folgten Produktionen wie Oliver Twist (1922), Little Robinson Crusoe (1924) und Old Clothes (1925). In den Jahren 1930/1931 spielte er noch den Tom Sawyer in den ersten beiden Tonfilm-Verfilmungen von Mark Twains Literaturklassikern Tom Sawyer und Huckleberry Finn. Im Jahre 1931 war die Karriere als Kinderstar für den mittlerweile 17-jährigen Coogan beendet.

Coogan BillBearbeiten

Während seiner Zeit als Kinderstar verdiente Jackie Coogan insgesamt rund 4 Millionen Dollar.[2] Das Geld war für Jackie in einem Fonds angelegt worden. Seine Eltern lebten in Trennung und Jackie bei seinem Vater. Seine Mutter war eine Beziehung mit Jackies ehemaligem Manager Arthur L. Bernstein eingegangen. Das Geld wurde von seinem Vater verwaltet, und Jackie sollte sein Vermögen mit Erreichen der Volljährigkeit erhalten.

Am 4. Mai 1935, fünf Monate vor Jackies Volljährigkeit, verunglückte sein Vater jedoch tödlich bei einem Autounfall, bei dem auch Jackie Coogan leicht verletzt wurde. Ihr Wagen wurde durch ein entgegenkommendes Auto dazu gezwungen, von der Straße abzuweichen, und stürzte einen Abhang herunter und überschlug sich vielfach. Neben Coogans Vater starben dabei auch der mit ihm befreundete Jungschauspieler Junior Durkin, der Ranch-Vorarbeiter Charles Jones und der Filmproduzent Robert J. Horner. Jackie Coogan überlebte als einziger der fünf Fahrzeugpassagiere mit leichten Verletzungen, da er sich festhalten konnte und im Gegensatz zu den anderen Insassen nicht aus dem Auto geschleudert wurde.[3][4]

Der Fonds wurde nun von Jackies Mutter verwaltet, da die Ehe zwischen seinen Eltern noch nicht rechtmäßig geschieden worden war. Als Jackie auch Monate später bei seiner Volljährigkeit das Geld nicht erhielt, verklagte er seine Mutter und seinen Stiefvater. Der Prozess endete nach über einem Jahr mit einem Vergleich. Von Coogans Vermögen war zu diesem Zeitpunkt jedoch nur noch ein kleiner Teil übrig, da seine Mutter und der Stiefvater dieses inzwischen weitgehend verschwendet hatten. Als Konsequenz aus diesem Prozess entstand das so genannte Coogan-Gesetz, das von da an das Einkommen von Minderjährigen schützen sollte. Das Einkommen des Kindes bleibt dabei Eigentum des Kindes. 15 Prozent des Brutto-Einkommens, resultierend aus der beruflichen Tätigkeit in Sport oder Unterhaltung, werden einem Treuhandkonto zugunsten des Minderjährigen gutgeschrieben und bis zu seiner Volljährigkeit verwaltet.[5]

Späteres LebenBearbeiten

In den späten 1930er Jahren spielte Coogan mit mäßigem Erfolg in einigen B-Movies. Nach einem Einsatz im Zweiten Weltkrieg kehrte Coogan Ende der 1940er Jahre erneut zur Schauspielerei zurück, diesmal vorwiegend im Fernsehen, wie in einer der Hauptrollen der Westernserie Cowboy G-Men (1952–1953). Im Hollywood-Kino war Coogan gelegentlich in Charakterrollen zu sehen, etwa neben Montgomery Clift in Das Leben ist Lüge (1958) und John Wayne in Geier kennen kein Erbarmen (1973). Erst in den 1960er Jahren wurde er durch seine Rolle als exzentrischer Onkel Fester in der erfolgreichen Fernsehserie The Addams Family von einem breiten Publikum wiederentdeckt. Er übernahm weitere Gastrollen in Fernsehserien wie Perry Mason, Bezaubernde Jeannie, Die Partridge Familie und Rauchende Colts.

Jackie Coogan verstarb 1984 im Alter von 69 Jahren an einem Herzinfarkt.[6] Er wurde auf dem Friedhof „Holy Cross Cemetery“ in Culver City begraben.[7] Seine ersten drei Ehen, mit Betty Grable von 1937 bis 1939, mit Flower Parry von 1941 bis 1943, sowie mit Ann McCormack von 1946 bis 1951, wurden alle geschieden. Seine letzte, im Jahre 1952 geschlossene, Ehe mit Dorothea Lamphere hielt schließlich bis zu seinem Tod. Coogans Enkel Keith Coogan arbeitete ebenfalls als Kinderschauspieler.

Zu Coogans Ehren wurde ein Stern auf dem Walk of Fame gestiftet.

Filmografie (Auswahl)Bearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Jackie Coogan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

QuellenBearbeiten

  1. Jackie Coogan bei Allmovie
  2. Jackie Coogan bei Allmovie
  3. Zeitungsartikel über den Unfall aus dem Jahr 1936
  4. Archiv der Cornell Daily Sun, Zeitungsbericht aus dem Jahr 1936
  5. David Robinson: Chaplin. Sein Leben, seine Kunst. Diogenes, Zürich 1993, ISBN 3-257-22571-7. S. 316
  6. Nachruf auf Jackie Coogan in der New York Times
  7. Jackie Coogan bei Find A Grave