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Rafael Kubelík

tschechisch-schweizerischer Dirigent und Komponist
Rafael Kubelík (links) 1950
Unterschrift

Jeroným Rafael Kubelík (* 29. Juni 1914 auf Schloss Horskyfeld in Býchory, Böhmen; † 11. August 1996 in Kastanienbaum, Kanton Luzern) war ein tschechisch-schweizerischer Dirigent und Komponist.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Rafael Kubelík war der Sohn des Geigers Jan Kubelík. Der Vater förderte seine musikalische Ausbildung und Kubelík studierte am Prager Konservatorium Violine, Dirigieren und Komposition.

Während der deutschen Besatzungszeit war Kubelík von 1939 bis 1941 Opernchef an der Brünner Oper. Er wurde 1941 als Nachfolger von Václav Talich Chefdirigent der Tschechischen Philharmonie. 1946 eröffnete er den ersten Jahrgang des Festivals Prager Frühling.

Zusammen mit seiner ersten Frau Ludmila Bertlová verließ er nach dem Februarumsturz 1948 seine Heimat und wirkte zunächst einige Jahre in den USA. Von 1955 bis 1958 war Kubelik Chief Administrator des Royal Opera House in Covent Garden in London. Er leitete 1957 die Weltpremiere einer gekürzten Fassung der Oper Les Troyens von Hector Berlioz, die im Jahre 1858 von der Opéra in Paris abgelehnt worden war. Von 1961 bis 1979 war Kubelík Chefdirigent des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks. 1973 erwarb er die Schweizer Staatsbürgerschaft.

Kubelík galt vor allem als Spezialist für tschechische Komponisten, wobei seine Interpretationen der Kompositionen von Dvořák und Janáček Maßstäbe gesetzt haben. Auch für das Werk Gustav Mahlers setzte er sich ein und begann in den 1960er Jahren als erster mit einer Gesamteinspielung von dessen Sinfonien auf Schallplatte (er wurde allerdings in diesem Unterfangen von Leonard Bernstein „überholt“, dessen später begonnene Gesamtaufnahme zuerst fertiggestellt wurde). Für diesen Einsatz erhielt er von der Internationalen Gustav Mahler Gesellschaft Wien 1960 die goldene Mahler-Medaille.[1]

1983 wurde Kubelík mit dem Léonie-Sonning-Musikpreis ausgezeichnet. 1984 zog er sich vom Dirigieren zurück, um nur noch zu komponieren.

Nach der Samtenen Revolution kehrte er 1990 auf Einladung von Václav Havel nach Prag zurück, um dort das Eröffnungskonzert des Prager Frühlings, Má Vlast von Bedřich Smetana zu dirigieren.

Rafael Kubelík ist auf dem Vyšehrader Friedhof in Prag bestattet.

OpernBearbeiten

  • Veronika; UA 19. April 1947 Brno (Brünn) über das biblische Sujet
  • Tagesanbruch; UA 1958
  • Cornelia, UA, 15. August 1972, Dienstag, 20:00, Theater Augsburg, Inszenierung: Wilm ten Haaf[2]

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. gustav-mahler.org: Die goldene Mahler-Medaille (abgerufen am 29. Oktober 2014)
  2. Kulturreferat der Stadt Augsburg (Hrsg.): Augsburger Kulturnachrichten, August 1972, S. 4