Hauptmenü öffnen

Volksbad Nürnberg

Bauwerk in Deutschland
Schwimmhalle I
Schwimmhalle II
Schwimmhalle III

Das Volksbad der Stadt Nürnberg in Nürnberg, Rothenburger Straße 10, wurde 1911 bis 1913 errichtet. Das Nürnberger Volksbad gilt als Juwel der Jugendstil-Badekultur. Die Baugestaltung zitiert römische Thermen, wie etwa der Säulenportikus am Eingang mit Stadtwappen.

GeschichteBearbeiten

Die Entwürfe stellten der Architekt Carl Weber und der Ingenieur Friedrich Küfner auf. Die Baukosten beliefen sich auf annähernd 1,8 Millionen Mark. Das Volksbad wurde am 2. Januar 1914 feierlich eröffnet. Der Jugendstilbau wurde mit drei Schwimmhallen für Männer und Frauen, 66 Wannenbädern, 14 Duschen, einem Dampfbad sowie Frisier- und Erfrischungsräumen ausgestattet. Ein Hundebad und eine Wäscherei waren ebenfalls integriert. Im Ersten Weltkrieg war es für drei Monate geschlossen. Ab 1921 stand die Schwimmhalle I das ganze Jahr über dem Schwimmunterricht an den Volksschulen zur Verfügung. Bereits am 27. Juli 1933 beschloss der Stadtrat, dass Juden die Benutzung der städtischen Badeanstalten untersagt wird, lediglich in den Duschbädern und Wannenbädern wurden Juden zunächst noch toleriert. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Bad zu 70 Prozent zerstört und der etappenweise Wiederaufbau erst 1959 abgeschlossen. Seit der Stilllegung im Jahre 1994 konnte bis heute keine Nutzung mehr gefunden werden.

1995 wurde das Volksbad u. a. für Techno-Partys zwischengenutzt. Heute kann das Bad für Filmaufnahmen und Fotografie-Workshops angemietet werden. Im linken Flügel befindet sich das Büro der Gostenhofer Grünen und ein Thai-Restaurant.[1]

Zwischenzeitlich war auch die Nutzung als Arabisches Museum im Gespräch. Eine endgültige Entscheidung über die weitere Nutzung des Volksbades steht noch immer aus.[2]

Die wasserspeiende Reiterskulptur am Wöhrder See ist ein Zweitguss einer Figur des Neptunbrunnen, stand ab 1914 in Halle 1 des Volksbades und wurde 1967 an die Adenauerbrücke versetzt.

SanierungBearbeiten

Eine Machbarkeitsstudie ergab im Jahr 2016, dass „eine erneute Nutzung als Schwimmbad mit Sauna möglich wäre, falls Bund und Land das Projekt mit unterstützen.“[3] Im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz, wurde am 20. September 2018 vom bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder und dem Nürnberger Oberbürgermeister Ulrich Maly bekanntgegeben, dass sich der Freistaat Bayern mit 18 Millionen Euro an einer Sanierung beteiligen würde.[4]

Im Juli 2019 gab die Stadt Nürnberg bekannt, dass die europaweite Ausschreibung für ein geeignetes Planungsteam bereits begonnen hatte, so dass im Frühjahr 2020 der Abschluss der Vorplanung und ein Baubeginn Mitte 2021 möglich sein könnten. Bei der Sanierung des Volksbades handelt es sich aber nicht nur um ein Einzelprojekt, sondern vielmehr um die zentrale Maßnahme bei der Erneuerung des umliegenden Stadtquartiers. Der Dialog mit Vereinen und Verbänden, sowie weitere Maßnahmen zur Beteiligung der Bürger, sind daher explizit für den Planungsprozess vorgesehen.[5]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Historie. foerderverein.wix.com. Abgerufen am 7. Mai 2016.
  2. Verein Arabisches Museum will Klarheit über Volksbad-Nutzung. nordbayern.de. 13. August 2012. Abgerufen am 7. Mai 2016.
  3. Volksbad Nürnberg: Vorbereitungen zum Umbau laufen – Stadtportal Nürnberg. Abgerufen am 27. Juli 2019.
  4. Jetzt ist es fix: Das Nürnberger Volksbad wird saniert. Abgerufen am 27. Juli 2019.
  5. Nachrichten aus dem Rathaus: Volksbad: „Es wird bereits fleißig gearbeitet“. Abgerufen am 27. Juli 2019.

Koordinaten: 49° 26′ 51,8″ N, 11° 3′ 44,1″ O