Kabinett Yamamoto I

Regierung Japans von 1913 bis 1914

Das erste Kabinett Yamamoto (jap. 第1次山本内閣, dai-ichi-ji Yamamoto naikaku) regierte Japan von 1913 bis 1914. Das Vorgängerkabinett Katsura war im Februar 1913 angesichts von Massendemonstrationen der (ersten) „Bewegung zum Schutz der Verfassung“ (goken undō) und mangelnder Unterstützung im Unterhaus des Reichstags zurückgetreten. Zum Nachfolger als Premierminister wurde am 20. Februar 1913 Admiral Graf Yamamoto Gonnohyōe ernannt. Yamamoto gehörte zur Satsuma-Clique und stützte sich im Unterhaus auf die [Rikken] Seiyūkai („[Konstitutionelle] Vereinigung politischer Freunde“). Der führende Seiyūkai-Politiker Hara Takashi erhielt das Innenministerium. Weitere bürgerliche Minister waren Justizminister Matsuda und Kommunikationsminister Motoda.

Über den Siemens-Skandal um konkurrierende Bestechungsgelder von Siemens und Vickers für den Auftrag zum Bau des Schlachtkreuzers Kongō erklärte das Kabinett im März 1914 seinen Rücktritt. Zum Nachfolger als Premierminister nominierten die Genrō Ōkuma Shigenobu, der sich im Gegensatz zu Yamamoto auf das Heer, das [Rikken] Dōshikai („[Konstitutionelle] Vereinigung von Gleichgesinnten“) im Unterhaus und die parteienfeindliche Herrenhausmehrheit um Yamagata Aritomo stützen konnte. Auf diese Weise versuchten Yamagata und Inoue Kaoru, die Vormachtstellung einer Allianz der Satsuma-Clique mit der Marine und der Seiyūkai-Mehrheit im bürgerlichen Unterhaus zu verhindern.[1] Ōkuma und sein zweites Kabinett wurden am 16. April 1914 ernannt.

Kabinett Yamamoto I vom 20. Februar 1913 bis zum 16. April 1914
Amt Name Parlamentskammer (Wahlkreis/Methode) Partei/Gruppierung
Premierminister Admiral Graf Yamamoto Gonnohyōe Satsuma-Clique/Marine
Außenminister Baron Makino Nobuaki Satsuma-Clique/Ministerialbürokratie
Innenminister Hara Takashi Shūgiin (Iwate, Stadt Morioka) Seiyūkai
Finanzminister Baron Takahashi Korekiyo Kizokuin →Seiyūkai
Heeresminister Generalmajor Baron Kigoshi Yasutsuna bis 24. Juni 1913 Heer
Generalleutnant Kusunose Yukihiko ab 24. Juni 1913 Heer
Marineminister Admiral Baron Saitō Makoto Satsuma-Clique/Marine
Justizminister Matsuda Masahisa bis 11. November 1913 Shūgiin (Saga-Land) Seiyūkai
Okuda Yoshito (bzw. Okuda Gijin) ab 11. November 1913 Kizokuin Seiyūkai/Ministerialbürokratie
Kultusminister Okuda Yoshito/Gijin bis 6. März 1914 Kizokuin Seiyūkai/Ministerialbürokratie
Ōoka Ikuzō ab 6. März 1914 Shūgiin (Yamaguchi-Land) Seiyūkai
Minister für Landwirtschaft und Handel Yamamoto Tatsuo Kizokuin Seiyūkai-nah
Kommunikationsminister Motoda Hajime Shūgiin (Ōita) Seiyūkai
Leiter des Kabinettssekretariats Yamanouchi Kazuji Kizokuin (ab 1914)
Leiter des Legislativbüros Okano Keijirō bis 20. September 1913
Kuratomi Yūzaburō ab 20. September 1913

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Taichirō Mitani: The establishment of party cabinets, 1889–1932. in Peter Duus (Hrsg.): The Cambridge History of Japan, Volume 6: The Twentieth Century., Cambridge University Press 1988, S. 81 f.
  Japanischer Name: Wie in Japan üblich, steht in diesem Artikel der Familienname vor dem Vornamen. Somit ist Yamamoto der Familienname, Gonnohyōe der Vorname.