1. FC Union Berlin

Fußballverein aus Berlin-Köpenick

Der 1. FC Union Berlin (offiziell 1. Fußballclub Union Berlin e. V.), kurz Union Berlin, ist ein Fußballverein aus dem Berliner Ortsteil Köpenick. Er wurde 1966 bei einer Neuordnung des DDR-Fußballs gegründet und basiert auf dem in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts aktiven SC Union Oberschöneweide, der 1923 die Deutsche Vizemeisterschaft erreichte. Seit 1920 spielen der 1. FC Union Berlin bzw. dessen Vorgängervereine im Stadion An der Alten Försterei. 1990 wurde der Club vom Deutschen Fußball-Bund aufgenommen.

1. FC Union Berlin
Vereinswappen des 1. FC Union Berlin
Basisdaten
Name 1. Fußballclub Union Berlin e. V.
Sitz Berlin-Köpenick
Gründung 20. Januar 1966
Farben Rot und Weiß
Mitglieder 64.466 (Stand: 31. Dezember 2023)[1]
Vorstand Dirk Zingler (Präsident)
Jörg Hinze
Oskar Kosche
Lutz Munack
Dirk Thieme
VR-Nr. VR 10579 B (AG Charlottenburg)
Website fc-union-berlin.de
Erste Fußballmannschaft
Cheftrainer Nenad Bjelica
Spielstätte Stadion An der Alten Försterei
Plätze 22.012
Liga Bundesliga
2022/23 4. Platz
Heim
Auswärts
Ausweich
Spiel des 1. FC Union Berlin im Stadion An der Alten Försterei

Mit 64.466 Mitgliedern (Stand: 31. Dezember 2023) ist der 1. FC Union der größte Berliner Sportverein und zählt damit zu den 15 mitgliederstärksten Sportvereinen Deutschlands.[1]

Zu den sportlichen Erfolgen des Clubs zählen der Gewinn des FDGB-Pokals 1968 sowie das Erreichen des DFB-Pokalendspiels 2001 und damit die Qualifikation für den UEFA-Pokal der Spielzeit 2001/02. Die erste Mannschaft hatte zehn Jahre kontinuierlich in der 2. Bundesliga gespielt, ehe sie in der Saison 2018/19 erstmals in die 1. Bundesliga aufstieg. In der Saison 2020/21 erreichte der 1. FC Union Berlin die Qualifikation zur UEFA Europa Conference League. In der Saison 2022/23 wurde Union Berlin Tabellenvierter in der Bundesliga und qualifizierte sich zum ersten Mal für die UEFA Champions League.

Der Schlachtruf der Fans lautet – ebenso wie der Titel der von Nina Hagen gesungenen Vereinshymne – Eisern Union.[2]

Geschichte Bearbeiten

1906 bis 1966: Die Vorgängervereine Bearbeiten

1906–1920: Gründung und Umzüge Bearbeiten

 
Wappen von
Union 92 Berlin
1907–1909

Der erste Vorgängerverein des heutigen 1. FC Union Berlin wurde am 17. Juni 1906 als FC Olympia Oberschöneweide durch einen Zusammenschluss dreier kleinerer, ortsansässiger Vereine (Frisch Auf, Preußen und Vorwärts) im damaligen Berliner Vorort Oberschöneweide gegründet. Da die Mannschaft zunächst fast nur aus Schülern bestand, schloss sie sich knapp einen Monat später als Jugendmannschaft dem BTuFC Helgoland 1897 an. Aufgrund des sportlichen Misserfolgs von Helgoland 97 entschieden sich die Oberschöneweider aber ein halbes Jahr später erneut zu einem Wechsel und banden sich an den Deutschen Meister von 1905 – den BTuFC Union 1892. Dort spielte das Team zwei Jahre lang als vierte Mannschaft und konnte in der Saison 1907/08 mit dem Gewinn der Meisterschaft in der untersten Klasse des Verbands Berliner Ballspielvereine (VBB; der damals führende Fußballverband in Berlin und Brandenburg) erste Erfolge erzielen. Im Februar 1909 löste sich die Mannschaft vom BTuFC, um auf eigenen Beinen stehen zu können. Aus freundschaftlicher Verbundenheit und aus Dank übernahmen die Spieler sowohl den Namen, der Verein hieß fortan Union Oberschöneweide (später folgte noch das Präfix ‚SC‘), als auch die Vereinsfarben Blau-Weiß von Union 92.

In der Saison 1909/10 traten die Oberschöneweider erstmals als eigenständiger Verein im VBB an und spielten von 1914 an – nach drei Aufstiegen in fünf Jahren – in der höchsten Klasse Berlin und Brandenburg, obwohl sich zu dieser Zeit der VBB mit anderen regionalen Verbänden zusammenschloss und so mehr Konkurrenz entstand. In der neuen Verbandsliga des Verbandes Brandenburgischer Ballspielvereine wurde Union 1917 Vizemeister. Allerdings waren diese sportlichen Erfolge durch die politischen Ereignisse rund um den Ersten Weltkrieg überschattet. So war im Fußball ein regelmäßiger Spielbetrieb nur eingeschränkt möglich. Rund 60 Prozent der damaligen Vereinsmitglieder wurden zum Militärdienst einberufen und nur jeder Fünfte kehrte aus dem Krieg zurück.

Fast zehn Jahre spielten und trainierten die Unioner auf einem Sportplatz in der Oberschöneweider Wattstraße, bis sie 1920 in die Sportanlage Sadowa – das heutige Stadion An der Alten Försterei – in der Wuhlheide umzogen, wo sie noch heute beheimatet sind. Zur offiziellen Eröffnungsfeier am 7. August 1920 kam der amtierende Deutsche Meister 1. FC Nürnberg.

1920–1945: Vizemeisterschaft und Abstieg Bearbeiten

 
Wappen des
SC Union Oberschöneweide
1909–1945

Im Jahr 1920 wurde Union zum ersten Mal Berliner Meister und durfte an der Endrunde zur deutschen Meisterschaft teilnehmen. Dort unterlag man im Viertelfinale den Vereinigten Breslauer Sportfreunden mit 2:3. Drei Jahre später wurde der Verein erneut Berliner Meister und erreichte nach Siegen über Arminia Bielefeld und die SpVgg Fürth (in den 1920er Jahren eine der stärksten Mannschaften des Deutschen Reichs) das Endspiel um die Meisterschaft. Dieses ging im Berliner Grunewaldstadion vor 64.000 Zuschauern (ein Rekord für dieses Stadion) mit 0:3 gegen den Hamburger SV verloren.

 
Deutsches Stadion in Berlin: hier wurde der SC Union Oberschöneweide 1923 Deutscher Vizemeister

Danach konnte „Union-Ob.“ – wie der Verein von seinen Anhängern genannt wurde – zwar noch 1925 die Vizemeisterschaft in Berlin und die Teilnahme am Endspiel um den Berliner Pokal 1926 als weitere Erfolge erreichen, hielt sich jedoch aufgrund der Konkurrenz durch finanziell besser aufgestellte Vereine wie Hertha BSC oder Tennis Borussia Berlin nicht in der Spitzengruppe. Wichtige Spieler wie z. B. Otto Martwig oder Karl Schulz verließen den Verein und Union rutschte ins Mittelfeld der Tabelle. Aus dieser Zeit resultiert der noch heute bekannte Anfeuerungsruf der Union-Fans „Eisern Union“. Erstmals soll diese Anfeuerung in einem Spiel gegen Hertha BSC erklungen sein, als ein Unentschieden gegen den überlegenen Gegner noch zugunsten der Hertha zu kippen drohte. Der Ursprung dieses Ausrufs geht auch auf die Bezeichnung „Schlosserjungs“ zurück, denn so wurden die Spieler aufgrund ihrer blauen Spielkleidung und ihrer überwiegenden Herkunft aus der Arbeiterklasse genannt.

Mit der Übertragung der Regierungsgewalt in Deutschland auf die NSDAP und die anschließende Umwandlung der Demokratie in eine Diktatur im Jahr 1933 wurde der Liga- und Spielbetrieb im deutschen Fußball stark verändert. Unter anderem wurden aus den über 30 regional höchsten Ligen mit rund 600 Vereinen 16 Gauligen mit einer Stärke von 160 Mannschaften, so dass in den jeweiligen Gauligen eine Leistungskonzentration stattfand. In der neu entstandenen Gauliga Berlin-Brandenburg fand Unions allmählicher sportlicher Niedergang seine Fortsetzung und in der Saison 1934/35 stiegen die „Schlosserjungs“ ab. Schon im Jahr darauf gelang der Wiederaufstieg, aber bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs blieb Union Mittelmaß.

Mit dem Anfang des Krieges wurde Fußball wie schon zwischen 1914 und 1918 zur Nebensache und der Spielbetrieb sowie die Vereine waren durch die politische Situation stark beeinträchtigt. Erneut mussten viele Spieler an die Front und kehrten teils nicht mehr heim. Union erreichte in dieser Zeit als Berliner Meister (1940) nochmals die Endrunde um die deutsche Meisterschaft, schied aber in der Zwischenrunde gegen die Spitzenmannschaft Rapid Wien aus. Zwei Jahre später stieg man erneut ab und erst 1944 kehrte man in die erste Liga zurück. Die folgende Saison wurde aufgrund des Vorrückens der Alliierten zum Ende des Krieges bedeutungslos und nicht mehr beendet.

1945–1950: Nachkriegszeit und Spaltung Bearbeiten

 
Wappen der
SG Oberschöneweide 1945–1948

Da alle Sportvereine im „Dritten Reich“ indirekt zu nationalsozialistischen Unterorganisationen geworden waren, wurden sie von den Besatzungsmächten nach Kriegsende vorübergehend verboten, damit sie keinesfalls wieder als „Pflanzstätten soldatischer Tugend“ missbraucht werden konnten. In allen Sektoren der Stadt Berlin war überdies auch die Gründung neuer Vereine nicht zugelassen, stattdessen wurde der Kommunalsport eingeführt (bis 1948), was unter anderem bedeutete, dass bis dahin nicht die alten Namen verwendet werden konnten. So entstanden in Berlin zahlreiche kommunale Sportgruppen (SG) wie beispielsweise die SG Gesundbrunnen (ehemals Hertha BSC und SV Norden-Nordwest), die SG Charlottenburg (ehemals Tennis Borussia) oder als De-facto-Nachfolgerin Unions die SG Oberschöneweide. Im ersten Jahr durften ausschließlich Spieler aus dem eigenen Stadtbezirk mitwirken; diese Bestimmung wurde jedoch 1946 gelockert.

 
Wappen der
SG Union Oberschöneweide
1948–1951

Die Oberschöneweider schafften zunächst nicht den sportlichen Anschluss und verpassten 1946 die Qualifikation für die neu geschaffene eingleisige Berliner Stadtliga. In der Saison 1946/47 konnte die Mannschaft den Aufstieg in die Stadtliga feiern und darüber hinaus überraschend den Berliner Pokal gewinnen, wobei man im Laufe des Turniers mehrere Erstligisten aus dem Rennen warf. In der Folgesaison hielt der Aufwärtstrend der Mannschaft an und die Berliner Meisterschaft wurde gewonnen sowie der Berliner Pokal verteidigt. In der anschließenden Endrunde erwies sich der FC St. Pauli im Viertelfinale als zu stark; vor 70.000 Zuschauern im Berliner Olympiastadion unterlag man 0:7.

Von 1948 an durften die Berliner Vereine wieder ihre alten Vereinsbezeichnungen annehmen. Da die sowjetische Besatzungsmacht aber die bürgerlichen Wurzeln der ehemaligen Vereine auflösen wollte, blieb Union Oberschöneweide „politisch korrekt“ eine Sportgemeinschaft (SG Union Oberschöneweide). Dem Erfolg des Vereins tat dies keinen Abbruch, denn er blieb in Berlin weiter konkurrenzfähig, obwohl schon viele Spieler in das finanziell lukrativere West-Berlin abgewandert waren.

Kurz darauf begann die bis dahin schwerste Krise des Vereins. Der Deutsche Sportausschuß (DS) als Sportdachverband der Sowjetischen Besatzungszone akzeptierte die geplante Einführung des Vertragsspielerstatuts vom 1949 neugegründeten West-Berliner Fußballverband für die Stadtliga nicht und zog die Ost-Berliner zur Folgesaison aus der Stadtliga ab. Die Oberschöneweider spielten daraufhin aus Protest die restlichen Saisonheimspiele im Moabiter Poststadion. Zwar qualifizierte sich die vom ehemaligen Hertha-Spieler Johannes Sobek trainierte Mannschaft als Tabellenzweiter für die Endrunde um die deutsche Meisterschaft, jedoch wurde ihr von der politischen Führung die Reise nach Kiel zum Spiel gegen den Hamburger SV verboten. Daraufhin siedelte fast das komplette Team (darunter Leistungsträger wie Paul Salisch oder Heinz Rogge) endgültig nach West-Berlin über und trat danach auch gegen den HSV an. Etwa zwei Wochen später gründeten die Spieler den SC Union 06 Berlin im Westteil Berlins neu.

1950–1965: Absturz und Namenswechsel Bearbeiten

 
Spielszene
Motor Berlin gegen
Chemie Grünau-Schmöckwitz (1957)

Die in der DDR verbliebenen Mitglieder waren durch den Verlust der nahezu kompletten ersten Mannschaft stark geschwächt. Zuerst nur der neuen zweithöchsten Liga, dann doch der DDR-Oberliga zugeordnet,[3] wurde 1950/51 der Klassenerhalt knapp verpasst. Dass Union nachträglich dennoch in der Oberliga bleiben konnte, verdankte das Team nicht der eigenen sportlichen Stärke, sondern vielmehr der Entscheidung des DS, dass in der Oberliga zwei Ost-Berliner Mannschaften verbleiben mussten. Neben den Wuhlheidern profitierte noch der VfB Pankow davon.

Diese Entscheidung bedeutete jedoch, dass beide Mannschaften in die Betriebssportgemeinschaften (BSG) von Trägerbetrieben eingegliedert wurden, um so die vom DS begonnene Umstrukturierung „auf Produktionsbasis“ zu gewährleisten. Union wurde in die BSG des VEB Transformatorenwerk Karl Liebknecht (kurz TRO) eingegliedert und hieß nun BSG Motor Oberschöneweide. Auch die traditionellen Farben wurden geändert und aus dem Blau-Weiß des Vorgängers (und des „Brudervereins“ im Westen) wurde das heute charakteristische Rot-Weiß. Ein paar wenige versuchten noch, den alten Verein mit dem Namen Union Oberschöneweide weiterzuführen, hatten dabei aber wenig Erfolg, denn nach nur zwei Jahren in der drittklassigen Bezirksliga (wobei man sich in der Saison 1952/53 mit der SVgg Grünau zusammenschloss)[4] stieg die Mannschaft weiter in die Berliner Amateurklassen ab und löste sich 1972 schließlich auf (für den bis heute bestehenden Verein ohne Fußballabteilung siehe SG Union Oberschöneweide 1910).

Die sportliche Situation der Mannschaft besserte sich aber auch als Motor Oberschöneweide nicht und in der Saison 1952/53 stieg der Verein in die zweitklassige DDR-Liga ab. Zwei Jahre später folgte der Abstieg in die II. DDR-Liga. Kurz zuvor war die Mannschaft als Fußballabteilung in den SC Motor Berlin integriert worden. Wiederum nur zwei Jahre später (1957) wurde Motor Berlin mit den verschiedenen BSGen anderer Trägerbetriebe zum TSC Oberschöneweide zusammengefasst. Dieser fusionierte 1963 mit dem SC Rotation Berlin sowie dem SC Einheit Berlin zum TSC Berlin. Die Gründe für die häufigen Namens- und Strukturwechsel waren vor allem sportpolitischer Natur und in der DDR zu dieser Zeit keineswegs unüblich. So entstand der TSC Berlin durch einen Beschluss der Bezirksleitung der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) als ziviles Gegenstück gegenüber den Sportclubs (SC) der Volkspolizei (Sportvereinigung Dynamo) und der Nationalen Volksarmee (Armeesportvereinigung Vorwärts).[5]

Zum Leidwesen der Ost-Berliner Union führten derartige Umwandlungen zu einem Identitätsverlust bei den Fans, sodass bis zum Bau der Berliner Mauer 1961 noch viele Anhänger zur West-Berliner Union ins Poststadion pilgerten und dem Verein in Köpenick weniger Beachtung schenkten. Die fehlende Fan-Unterstützung, den personellen Verlust aus der Flucht und die Delegierung hoffnungsvoller Talente zu den damaligen Ost-Berliner Spitzenmannschaften ASK Vorwärts Berlin (z. B. Günther Wirth, Horst Assmy und Lothar Meyer) und SC Dynamo Berlin konnte die Mannschaft lange Zeit nicht kompensieren und spielte bis 1962 in der dritten Liga (zum Vergleich: Union 06 spielte im Westen noch bis 1957 in der Spitzengruppe der Berliner Meisterschaft mit und verschwand erst 1962 nach und nach aus den obersten Ligen).

Erst danach besserten sich mit dem Aufstieg zurück in die DDR-Liga für das Team die Zeiten. In den folgenden Jahren wurde allerdings der Aufstieg in die Oberliga verpasst. In der Saison 1963/64 reichte sogar ein 15:1-Sieg am letzten Spieltag gegen den SC Frankfurt nicht aus, um den SC Neubrandenburg noch zu überholen. Erst mit dem Engagement von Werner Schwenzfeier sollte die Mannschaft wenig später wieder große Erfolge feiern.

Seit 1966: Der 1. FC Union Berlin Bearbeiten

1966–1971: Neugründung und Pokalsieg Bearbeiten

In der Saison 1965/66 war der Wiederaufstieg in die Oberliga gelungen. Mit sechs Punkten Vorsprung wurden die Köpenicker überraschend klar Erster der Liga. Diesem sportlichen Ereignis voraus gingen allerdings wieder gravierende sportpolitische Veränderungen für den Verein. In einer Neuordnung des DDR-Fußballs sollten Leistungszentren in Form von Fußballclubs gebildet werden. Überraschenderweise wurde dabei auch das zweitklassige Team aus Oberschöneweide berücksichtigt, obwohl in Ost-Berlin beim BFC Dynamo (Nachfolger des SC Dynamo) und beim FC Vorwärts Berlin (Nachfolger des ASK Vorwärts) bereits zwei Leistungszentren entstanden waren. Darüber hinaus sollte es ursprünglich pro DDR-Bezirk nur maximal einen Fußballclub geben.

Dass das Team aus Köpenick trotzdem Berücksichtigung fand, war dem Vorsitzenden des Bundesverbands des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes (FDGB), Herbert Warnke, zu verdanken. Dieser forderte, für die Berliner Werktätigen einen zivilen Fußballclub einzurichten, und hatte damit Erfolg. Am 20. Januar 1966 wurde der Verein als „1. FC Union Berlin“ neu gegründet. Die Gründung des Clubs wurde vom 1. Sekretär der SED-Kreisleitung in Köpenick Hans Modrow organisiert.[6]

 
Union Berlin
feiert den FDGB-Pokalgewinn (1968)

Union startete mit guten Leistungen in die erste Oberligasaison und wurde am Ende überraschend Sechster. Damit lag man – wie auch bei den inzwischen wieder gestiegenen Zuschauerzahlen – vor den anderen beiden Ost-Berliner Vereinen. Zudem konnten die Zuschauer in der Saisonvorbereitung 1967 auch internationale Gastmannschaften in Ost-Berlin erleben, denn der 1. FC Union trat im Intertoto-Cup 1967 an.

Ein Jahr später gelang den Unionern mit dem Gewinn des FDGB-Pokals der größte Erfolg ihrer DDR-Geschichte. Im Endspiel konnte der hohe Favorit FC Carl Zeiss Jena (zu dieser Zeit amtierender DDR-Meister) besiegt werden, weshalb das siegreiche Team um Spieler wie „Jimmy“ Hoge, „Ate“ Wruck oder „Mäcki“ Lauck bis heute bei den Fans Heldenstatus besitzt.

Wegen der Ereignisse des Prager Frühlings wurden die Unioner in der folgenden Saison jedoch um ihre Qualifikation für den Europapokal der Pokalsieger gebracht, da der DFV aus Protest gegen die Neuauslosung aller Europapokalpartien mit Trennung von Ostblock- und Westblock-Staaten seine Mannschaften zurückzog. Stattdessen schaffte der 1. FC Union den Klassenerhalt nicht und stieg in die Liga ab. Doch das Team fing sich wieder, schaffte den sofortigen Wiederaufstieg und erreichte mit dem fünften Rang in der Saison 1970/71 schließlich die beste Oberliga-Platzierung aller Zeiten.

Frauenfußball In den Jahren 1969 bis 1971 gab es eine Frauenfußballmannschaft beim 1. FC Union.[7]

1971–1980: Relegationskomplex Bearbeiten

Seit dem Jahr 1971 gab es in Ost-Berlin mit dem 1. FC Union Berlin und dem BFC Dynamo nur noch zwei große Fußballvereine. Der FC Vorwärts Berlin wurde nach Frankfurt (Oder) umgesiedelt, was zur Folge hatte, dass die den Fußballclubs zur Verfügung stehenden Bezirke und deren angeschlossene Trainingszentren in Berlin und Brandenburg noch einmal neu aufgeteilt wurden. Aus diesen Trainingszentren rekrutierten die Vereine, die 1966 als Leistungszentren ausgesucht worden waren, ihre Nachwuchsspieler und die Neuaufteilung lief nicht zufriedenstellend für die Verantwortlichen Unions. War Ost-Berlin vorher gedrittelt, ging das freiwerdende Drittel nun an den BFC Dynamo. Da auch die Bezirke in Brandenburg neu aufgeteilt wurden und Union hier den Bezirk Potsdam an Vorwärts abgeben musste, verfügte der Verein nun nur noch über sechs Trainingszentren (zum Vergleich: Der BFC besaß 38).

 
Union verliert das Relegation-Heimspiel gegen den HFC Chemie mit 1:2 (1974)

Nicht zuletzt wegen dieser Schwächung stieg Union erneut aus der Oberliga ab und verlor darüber hinaus in Reinhard Lauck einen weiteren großen Publikumsliebling (bereits 1970 hatte Hoge seine Karriere bei den „Eisernen“ beenden müssen). Seit 1973 trat der 1. FC Union in der neu strukturierten DDR-Liga an, die nun nicht mehr über zwei, sondern fünf Staffeln verfügte, aus denen die zwei Aufsteiger durch eine Relegationsrunde ermittelt wurden. Für den Verein wurde dieser Modus zum „Relegationskomplex“, da die Mannschaft zweimal nacheinander als Staffelsieger in der Aufstiegsrunde scheiterte (und auch später dabei oft Pech hatte).

Das Jahr 1976 brachte für Union nicht nur den Aufstieg, sondern auch mit Heinz Werner einen neuen Trainer in die Wuhlheide. Zu Beginn der Saison 1976/77 konnte das Team gleich auf Anhieb für eine Überraschung sorgen und am ersten Spieltag vor 45.000 Zuschauern im Stadion der Weltjugend den BFC Dynamo mit 1:0 schlagen. Auch das Rückspiel (ebenfalls im Stadion der Weltjugend) gewann Union mit 1:0. Union konnte die Klasse halten, und vor allem die beiden Siege gegen den bei vielen Fußballanhängern in der DDR als „Stasi­verein“ verhassten BFC Dynamo bescherten Union ein Image als Kultverein und Publikumsmagneten in den 1970er Jahren. So hatte der FCU in der folgenden Saison mit durchschnittlich 17.308 Zuschauern pro Heimspiel den zweitgrößten Zuschauerschnitt hinter Dynamo Dresden. Sportlich kämpfte der Verein zwar jedes Jahr gegen den Abstieg, aber durch das Image des „Underdogs“ und die Missbilligung durch die DDR-Führung war der Verein ein Sammelbecken für viele, die ihrem Unmut gegen das System Luft machen wollten. Daher stand der Verein auch unter besonderer Beobachtung der Funktionäre.

Doch trotz der vielen Zuschauer stieg man am Ende der Saison 1979/80 in die DDR-Liga ab. Auch in den Derbys gegen den BFC Dynamo konnte die Mannschaft keine weiteren Erfolge verzeichnen und teilweise wurde die Mannschaft mit Ergebnissen wie 0:6 oder 0:5 regelrecht auseinandergenommen. Im FDGB-Pokal verloren die „Eisernen“ einmal sogar mit 1:8.

1980–1989: Fahrstuhlmannschaft Bearbeiten

Nach dem insgesamt vierten Abstieg aus der Oberliga starteten die Köpenicker 1980 wieder in der Liga und scheiterten zum dritten Mal in der Relegation; erst 1981/82 stand der Wiederaufstieg fest. Trotzdem wurde Trainer Heinz Werner nach dieser Saison von Harry Nippert abgelöst. Die Demission des beliebten Trainers war bei den Fans sehr umstritten, da Nippert zuvor u. a. auch beim BFC Dynamo tätig war und zeitgleich mit Norbert Woick als Präsident ein weiteres ehemaliges BFC-Mitglied in einer leitenden Position tätig wurde. Für viele Union-Fans wirkten diese Personalien wie der Versuch, den Verein „von oben“ zu kontrollieren. Sowohl Nippert als auch Woick hielt es allerdings nur ein Jahr bei Union. Immerhin konnte trotz der internen Streitigkeiten 1982/83 der Abstieg vermieden werden (obwohl kein einziger Auswärtspunkt geholt wurde).

 
Mannschaftsfoto, Saison 1983/84

In der folgenden Saison stieg der Verein erneut in die Zweitklassigkeit ab. Dabei kam es zwischen Union und der BSG Chemie Leipzig zu einem wortwörtlichen „Abstiegsfinale“: Union hatte am letzten Spieltag der Saison den direkten Abstiegskonkurrenten Chemie mit 2:0 besiegt und belegte zusammen mit den Leipzigern punkt- und torgleich den letzten Nichtabstiegsplatz. Deswegen mussten zwei Entscheidungsspiele über den Klassenerhalt entscheiden. Nach einem 1:1 in Berlin und einem 1:2 in Leipzig stiegen die Berliner ab.

Nach dem sofortigen Wiederaufstieg spielte Union 1985/86 sehr erfolgreich und belegte bis zum drittletzten Spieltag noch einen UEFA-Pokal-Platz. Am Ende wurde das Team Siebter und stellte mit Ralf Sträßer den Torschützenkönig der Oberliga (er erzielte 14 Treffer). Die größte Überraschung gelang aber im FDGB-Pokal, wo Union unerwartet das Finale erreichte und auf dem Weg dorthin Gegner wie den 1. FC Magdeburg und Dynamo Dresden besiegte. Im Finale war der 1. FC Lokomotive Leipzig allerdings deutlich stärker und die Berliner unterlagen klar mit 1:5.

Ein weiteres Highlight für die Fans war der Intertoto-Cup in der Sommerpause 1986, in dem sich die Unioner auch mit westeuropäischen Gegnern messen konnten. Nach Spielen gegen Bayer 05 Uerdingen, Lausanne Sport und Standard Lüttich gewann das Team aus Berlin seine Intertoto-Gruppe.

In der nächsten Saison kämpfte der Verein wieder gegen den Abstieg und erreichte am Ende der Spielzeit Rang elf. Knapper verlief der Abstiegskampf in der Saison darauf, als Union sich am letzten Spieltag erst in der Nachspielzeit durch das notwendige Siegtor gegen den FC Karl-Marx-Stadt auf einen Nichtabstiegsplatz rettete. In der Saison 1988/89 stieg die Mannschaft zum sechsten und letzten Mal aus der DDR-Oberliga ab, doch kurz darauf wurde Fußball durch den Fall der Berliner Mauer am 9. November 1989 in der DDR zur Nebensache.

1989–1998: Lizenzentzug und drohender Bankrott Bearbeiten

Die politische Wendezeit begann für Union mit einem Freundschaftsspiel vor 51.270 Zuschauern im Olympiastadion zunächst verheißungsvoll, denn beim ersten Duell der beiden Traditionsvereine seit 28 Jahren feierten Blau-Weiß (Hertha) und Rot-Weiß (Union) gemeinsam sich selbst und machten aus der Veranstaltung ein großes Fest auf den Rängen. Zu diesem Zeitpunkt lag Union in der noch bestehenden DDR-Liga mit nur einem Sieg Rückstand auf Tabellenführer Vorwärts Frankfurt auf Platz 2 und hatte noch Aussichten auf den Aufstieg. Dieser wurde am Ende der Saison jedoch verpasst, was sich ein Jahr später noch als Problem herausstellte, als es zur Vereinigung der west- und ostdeutschen Ligen kam.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) billigte den ehemaligen DDR-Vereinen in seinen beiden Profiligen nur acht Plätze – zwei in der Bundesliga und sechs in der Zweiten Liga – zu, was vor allem an dem mangelnden Vertrauen in die Wirtschaftlichkeit der Ost-Klubs lag, da diese Probleme bei der Anpassung an den Profifußball hatten. Für die Verteilung von zwei Zweitligaplätzen wurde eine Qualifikationsrunde mit Teilnehmern aus der DDR-Oberliga und -Liga gebildet. Der 1. FC Union konnte sich in der Saison 1990/91 durch einen ersten Platz in der Liga dafür qualifizieren, scheiterte aber in seiner Relegationsgruppe und trat in der Folgesaison in der NOFV-Oberliga (damals noch die dritte Liga) an. In dieser Phase verabschiedeten sich viele Spieler in den Westen und auch die Zuschauerzahlen brachen rapide ein.

Auch 1992 wurde der Aufstieg wieder in der Relegation verpasst, weshalb der Verein immer mehr als „unaufsteigbar“ galt. Zu Beginn der Folgesaison nahm Frank Pagelsdorf auf der Unioner Trainerbank Platz und mit ihm schien für viele Fans der Traum von der Zweiten Liga wahr zu werden. Am Ende der Saison wähnten sich alle Köpenicker am Ziel, als im alles entscheidenden Relegationsspiel der 1. FC Union Berlin mit einem 1:0-Heimsieg gegen den Bischofswerdaer FV 08 vor über 15.000 Zuschauern den sportlichen Aufstieg schaffte. Erst später stellte sich heraus, dass eine Bankbürgschaft gefälscht worden war, um so die Lizenzauflagen des DFB zu erfüllen, woraufhin der DFB die Lizenz für die Zweite Liga verweigerte. Es wurde nie geklärt, wer im Verein die Bürgschaft gefälscht hatte.

Auch in der Saison 1993/94 wurde dem 1. FC Union Berlin zu Saisonende die Lizenz für die Zweite Liga durch den DFB aufgrund mangelnder Wirtschaftlichkeit verweigert, da der Schuldenberg fast 2,56 Millionen DM betrug. Nur ein schwacher Trost war der Gewinn des inzwischen Paul-Rusch-Pokal genannten Berliner Landespokals zum ersten Mal nach 46 Jahren sowie die Teilnahme an der deutschen Fußballamateurmeisterschaft. Der 1. FC Union Berlin blieb in der dritten Liga und musste viele gute und somit teure Spieler verkaufen (Martin Pieckenhagen an Tennis Borussia sowie später Marko Rehmer und Sergej Barbarez an Hansa Rostock), um sich finanziell nicht vollständig zu ruinieren. Trainer Pagelsdorf verabschiedete sich ebenfalls in Richtung Rostock – und stieg dort nur wenig später mit vielen Ex-Unionern in die Bundesliga auf.

 
Nina Hagen (hier 2003) sang 1998 die Hymne Eisern Union ein

Die nächsten Jahre waren für die Unioner ein wirtschaftlicher Überlebenskampf. Sportlich war das Team zwar im oberen Tabellendrittel der Regionalliga Nordost (die neue dritte Liga) festgesetzt, doch nebenher stiegen die Schulden auch aufgrund der „Altlasten“ durch teure Spielerverträge immer weiter. In der Saison 1994/95 wurde dem Verein zum dritten Mal in Folge die Lizenz für die Profiligen verweigert (wobei die Zweite Liga diesmal auch sportlich verpasst wurde) und trotzdem handelten das Präsidium sowie das Management des Vereins weiterhin zum Teil hoch dotierte Verträge mit Spielern und Trainern aus. Bezeichnend für die Leistung des Managements war die Saison 1995/96, in welcher Union dreimal den Trainer wechselte. Trainer Hans Meyer wurde wegen Streitigkeiten mit der Führungsebene entlassen, als die Mannschaft nach acht Siegen und zwei Unentschieden auf Tabellenplatz zwei stand.

Im Februar 1997 schien der Verein endgültig zu Grunde gewirtschaftet zu sein und in der Presse stand zu lesen, dass der Konkurs schon unabwendbar sei. Die Fans des FCU organisierten sich und marschierten bei einer großen Rettet-Union-Demonstration (etwa 3000 Fans waren anwesend) durch das Brandenburger Tor – erfolgreich, denn der Sportartikelhersteller Nike schloss einen Sponsorenvertrag über fünf Jahre mit Union ab und so wurde die Pleite vorerst noch abgewendet. Immerhin machten die Köpenicker auch ein paar sportliche Schlagzeilen und erreichten das Finale des Paul-Rusch-Pokals, in dem sie aber gegen die Reinickendorfer Füchse verloren.

Der Abwärtstrend ging zunächst weiter und Spieler sowie Trainer verließen Union, weil sie entweder unpünktlichen Gehaltszahlungen ausgesetzt waren oder keine sportliche Zukunft mehr sahen. Das Präsidium war aufgrund der finanziellen Lage (rund 2,56 Millionen Mark Schulden, davon rund 256.000 Mark kurzfristige Verbindlichkeiten) zerstritten. Nur die Mannschaft spielte in der Regionalliga oben mit und die Fans versuchten weiterhin, ihren Verein zu retten, indem sie in der Öffentlichkeit sammeln gingen (mit der Aktion „Fünf Mark für Union“) oder das Spiel gegen TeBe im Mommsenstadion boykottierten, um die Kartenpreise dem Verein zu spenden. Erst im Januar 1998 nahte durch ein Darlehen im Umfang von 15 Millionen Mark durch Michael Kölmel und sein Unternehmen Sportwelt Beteiligungs GmbH die finanzielle Rettung, im Gegenzug erhielt Kölmel Marketingrechte und eine Beteiligung an den Fernsehrechten.[8] Nina Hagen sang für den Verein eine neue Vereinshymne.[9]

1998–2008: „Profi- und Europapokalluft schnuppern“ Bearbeiten

Der FCU startete in die Saison 1998/99 erstmals seit Jahren ohne große Existenzsorgen, landete am Ende aber nur auf Platz sechs. In der Saison 1999/2000 ging es mit dem neuen Trainer Georgi Wassilew besser, denn der „General“ führte die Mannschaft zur Meisterschaft in der Regionalliga und damit in die Relegation um den Zweitligaaufstieg gegen den Meister der Regionalliga Nord. Aber der Verein scheiterte erneut, diesmal gegen den VfL Osnabrück im Elfmeterschießen (Hin- und Rückspiel endeten jeweils 1:1). In der folgenden Amateurmeisterschaft um den verbliebenen Aufstiegsplatz brauchten die Wuhlheider im entscheidenden Spiel gegen LR Ahlen ein Unentschieden, um aufzusteigen, doch auch dieses verloren sie mit 1:2.

Trotz dieses erneuten Rückschlags sollte die folgende Saison 2000/01 eine der erfolgreichsten der Vereinsgeschichte werden. In der neugegliederten Regionalliga Nord erreichte man souverän den ersten Rang und stieg zum ersten Mal in die 2. Bundesliga auf. Parallel dazu sorgte das Team im DFB-Pokal für Schlagzeilen, als nach einem 6:4-Sieg nach Elfmeterschießen im Halbfinale über Borussia Mönchengladbach das DFB-Pokalfinale 2001 erreicht wurde. Erst dort unterlag man dem Bundesliga-Zweiten FC Schalke 04 mit 0:2.

Da der FC Schalke 04 aber als Vize-Meister für die Champions League startberechtigt war, durfte Union dennoch in der Folgesaison erstmals im Europapokal spielen und qualifizierte sich als erster und bisher einziger deutscher Drittligist für den UEFA-Pokal. Dort erreichten die Spieler in der Saison 2001/02 durch ein 1:1 und einen 3:0-Sieg gegen den finnischen Vertreter Haka Valkeakoski die zweite Runde, wo die Mannschaft gegen die bulgarische Mannschaft Litex Lowetsch ausschied.

Spiele des 1. FC Union Berlin im UEFA-Pokal 2001/02:

20. Sep. 2001: FC Haka Valkeakoski (FIN) – 1. FC Union Berlin 1:1 (1:0), Valkeakoski, Tehtaan kenttä 1.720 Zuschauer
27. Sep. 2001: 1. FC Union Berlin – FC Haka Valkeakoski (FIN) 3:0 (2:0), Berlin, Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark, 12.111 Zuschauer
18. Okt. 2001: 1. FC Union Berlin – Litex Lowetsch (BUL) 0:2 (0:0), Berlin, Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark, 11.255 Zuschauer
30. Okt. 2001: Litex Lowetsch (BUL) – 1. FC Union Berlin 0:0, Lowetsch, Gradski-Stadion, 3.000 Zuschauer
 
Seit 2003 findet im Stadion das jährliche Weihnachtssingen statt (Aufnahme aus dem Jahr 2011)

Der Verein spielte insgesamt drei Jahre in der Zweiten Bundesliga. Im ersten Jahr erreichte die Mannschaft einen überraschend guten sechsten Platz und verdarb unter anderem am letzten Spieltag durch einen 3:1-Heimsieg dem FSV Mainz dessen schon sicher geglaubten Aufstieg. Auch die Saison 2002/03 beendete der Verein auf einem einstelligen Tabellenplatz (der Verein wurde Neunter), jedoch hatte die Saison einen für viele Fans unrühmlichen Höhepunkt, als am 7. Oktober 2002 das Team mit 0:7 beim 1. FC Köln verlor, weshalb Wassilew eine Woche später seinen Hut als Trainer nehmen musste. Sein Nachfolger wurde Mirko Votava, doch auch er wurde in der Saison 2003/04 durch einen neuen Übungsleiter ersetzt, weil Union an das Tabellenende abgerutscht war. Neuer Coach wurde der bei Fortuna Düsseldorf berühmt gewordene Aleksandar Ristić, der aber nicht mehr verhindern konnte, dass der 1. FC Union als Tabellensiebzehnter in die Regionalliga Nord absteigen musste.

Auf eine der erfolgreichsten Epochen in der Geschichte des 1. FC Union Berlin folgte im Jahr 2005 der wohl tiefste Fall, als der Zweitligaabsteiger auch in der Regionalliga nicht die Klasse hielt und in der Oberliga landete. Vier verschiedene Trainer konnten den Absturz nicht aufhalten. Auch die Finanzen bereiteten dem Verein wieder Sorgen, da die für die Lizenz der Saison vom DFB geforderten Liquiditätsreserven in Höhe von 1,46 Millionen Euro erneut nur durch Spenden zusammengebracht werden konnten (u. a. durch den Spendenaufruf „Bluten für Union“). Den 1. FC Union Berlin drückten neben den kurzfristigen Verbindlichkeiten von rund 720.000 Euro auch die langfristigen Schulden (rund 15 Millionen Euro) beim ehemaligen Retter Michael Kölmel.

 
Das Team der Saison 2006/07 am Rathaus Köpenick mit dem Berliner Landespokal

Jedoch konnte sich der Verein in der Folgesaison wieder regenerieren und sicherte sich unter dem vom Ligakonkurrenten MSV Neuruppin geholten Trainer Christian Schreier den Wiederaufstieg in die Regionalliga. Die Höhepunkte der Saison bildeten dabei die beiden Stadtderbys gegen den alten Rivalen BFC Dynamo: Im Hinspiel in Köpenick besiegte Union den Kontrahenten vor 14.020 Zuschauern mit 8:0, was ein Rekordergebnis gegen Dynamo bedeutete. Das von einem Großteil der Union-Fans boykottierte Rückspiel im Sportforum Hohenschönhausen wurde dagegen beim Stand von 1:1 abgebrochen, nachdem Anhänger des BFC Dynamo die Absperrungen zum Stadioninnenbereich überwunden und versucht hatten, sich Zugang zum Gästeblock, in dem die Union-Fans untergebracht waren, zu verschaffen. Im Nachhinein wurde das Spiel mit 2:0 für den 1. FC Union gewertet.

In der Saison 2006/07 wurde in der Regionalliga die Klasse gehalten, wobei sich im Saisonverlauf Positiv- mit Negativserien abwechselten: Nach einem starken Saisonstart und der kurzzeitigen Tabellenführung folgte eine Schwächephase. Zur Rückrunde wurde das Team wieder besser, trotzdem verkündete Trainer Schreier überraschend seinen Abschied zum Saisonende aus persönlichen Gründen. In der Folgezeit verlor die Mannschaft mehrere Spiele nacheinander und geriet kurzzeitig in Abstiegsgefahr. Im Berliner Landespokal feierte das Team dagegen durchweg Erfolge und gewann diesen im Finale mit 7:0 gegen den benachbarten Verbandsligisten Köpenicker SC.

In der Saison 2007/08 gelang der Mannschaft unter Schreiers Nachfolger Uwe Neuhaus die Qualifikation für die neue 3. Profiliga. Zwar erwischte das mit den früheren Bundesliga-Spielern Michael Bemben, Marco Gebhardt und Macchambes Younga-Mouhani verstärkte Team zunächst einen Fehlstart. Im Verlaufe der Saison stabilisierten sich die Leistungen jedoch, sodass Union sich vorzeitig die Drittligaqualifikation sicherte und am Ende sogar Chancen auf den Zweitligaaufstieg hatte. Dieser wurde jedoch nach zwei Niederlagen in den letzten beiden Heimspielen verpasst. Im Berliner Pokal wurde die Titelverteidigung verpasst, als das Team im Halbfinale überraschend gegen den Fünftligisten VfB Hermsdorf nach Elfmeterschießen unterlag. Dadurch wurde die Chance auf die Qualifikation für den DFB-Pokal der Folgesaison verpasst und somit auch die Möglichkeit, auf einen ähnlich attraktiven Gegner wie Eintracht Frankfurt zu treffen, gegen die Union in der ersten Runde des DFB-Pokals mit 1:4 unterlag.

2008–2019: Drittligameisterschaft folgt Zweitligadekade Bearbeiten

Nach jahrelangen Verhandlungen und Planungen begannen vor der Saison 2008/09 endlich die notwendigen Sanierungsarbeiten am Stadion An der Alten Försterei. Aufgrund der Bauarbeiten trug der Verein seine Saison-Heimspiele im Jahnsportpark aus. Trotz dieser – von den Fans ungeliebten und teilweise boykottierten – Ausweichspielstätte spielte die Mannschaft eine erfolgreiche Saison, eroberte am 21. Spieltag die Tabellenspitze der dritten Liga und verteidigte diese bis zum Saisonende. Bereits drei Spieltage vor Saisonschluss sicherte sich die Mannschaft vorzeitig die Meisterschaft und den damit verbundenen Aufstieg in die zweite Bundesliga. Daneben gewann das Team auch den Berliner Landespokal. Im Finale des Wettbewerbs, in dem der Verein überwiegend mit Reservespielern antrat, setzten sich die „Eisernen“ knapp mit 2:1 gegen den alten Rivalen Tennis Borussia Berlin durch.

 
Umbaumaßnahmen im Stadion An der Alten Försterei (2009)

In der Sommerpause 2009 wurde nach 13 Monaten Bauzeit das renovierte Stadion An der Alten Försterei in einem Testspiel gegen Hertha BSC (Endresultat 3:5) feierlich eingeweiht. Zum Saisonauftakt traf der Zweitligaaufsteiger in der ersten Runde des DFB-Pokals auf den Pokalverteidiger Werder Bremen. Vor ausverkauftem Haus hatte der 1. FC Union gegen den klassenhöheren Gegner keine Chance und unterlag mit 0:5. Dafür startete die Mannschaft sehr erfolgreich in die Liga und belegte bis zum 14. Spieltag durchgehend einen der ersten fünf Tabellenplätze. Nach einer Schwächephase im zweiten Saisondrittel rutschte der Verein zeitweilig bis auf den dreizehnten Tabellenrang ab, konnte aber am vorletzten Spieltag den Klassenerhalt endgültig sichern und wurde am Ende Tabellenzwölfter.

Für Aufmerksamkeit außerhalb des sportlichen Bereichs sorgte die kurze Partnerschaft mit der International Sport Promotion (ISP), die dem Verein als Hauptsponsor bis 2014 jährlich zwei Millionen Euro Einnahmen bringen sollte, aufgrund ihres undurchsichtigen Geschäftsmodells aber auch für Kontroversen sorgte.[10] Am 24. August 2009 trennte sich der Verein von der ISP, da diese beim Zustandekommen des Vertrages falsche Angaben gemacht hätte. Ein wichtiger Grund soll dabei auch die Vergangenheit des Aufsichtsratsvorsitzenden Jürgen Czilinsky, der beim Ministerium für Staatssicherheit tätig war, gewesen sein. Czilinsky war nach Bekanntgabe dieser Informationen von seinem Posten zurückgetreten.[11]

 
Buddy Bär mit FCU-Trikot

Die neue Saison begann Union mit einem Misserfolg. Im DFB-Pokal unterlagen die Berliner dem zwei Klassen tiefer spielenden Halleschen FC im Leipziger Zentralstadion mit 0:1. Auch in der Liga startete das Team schwach und holte aus den ersten vier Spielen nur zwei Punkte. Danach stabilisierte sich Union und sicherte am 32. Spieltag den Klassenerhalt. Man schloss die Saison auf Platz 11 ab.

Wie schon im Vorjahr startete Union erneut schwach in die Saison 2011/12. So schied die Mannschaft nach einem 5:6 im Elfmeterschießen gegen Rot-Weiss Essen erneut in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen einen unterklassigen Gegner aus. Dem folgte allerdings eine erfolgreiche Weiterentwicklung, so dass der Verein die Saison auf dem 7. Tabellenplatz abschloss. Für Aufsehen sorgte in dieser Saison aber vor allem der Verkauf der Alte-Försterei-Aktie: Um für den Bau einer neuen Haupttribüne das Stammkapital der Stadionbetriebsgesellschaft um fünf Millionen Euro zu erhöhen, wurde den Mitgliedern und Sponsoren die Zeichnung von maximal jeweils zehn Aktien (von insgesamt 10.000 Wertpapieren) ermöglicht.[12] Bis Abschluss der Zeichnungsfrist am 31. Dezember 2011 gingen 5473 Aktien, also 43,88 Prozent des Grundkapitals des Stadionbetreibers in Streubesitz über. Einhergehend mit der Aktion stieg die Mitgliederzahl während dieses Zeitraums rasant an und erreichte erstmals die Marke von 10.000.[13]

In der Sommerpause 2012 begann der Neubau der Haupttribüne an der Alten Försterei, an der sich der Verein mit zwei Millionen Euro beteiligte.[14]

Nach einem starken Beginn in der Saison 2013/14, aber einer schwachen Rückrunde gab der 1. FC Union Berlin am 26. April 2014 die Trennung von Trainer Uwe Neuhaus zum Saisonende bekannt. Neuhaus wurde am 11. Mai offiziell verabschiedet. Union beendete die Saison auf dem 9. Platz. Neuhaus’ Nachfolger wurde Norbert Düwel.

Zu Beginn der Saison 2015/16 unterlag Union im DFB-Pokal dem Viertligisten FC Viktoria Köln mit 2:1. In der Liga zeichnete sich durch ein Unentschieden gegen Fortuna Düsseldorf, eine Niederlage gegen den SV Sandhausen und weitere Unentschieden gegen 1. FC Kaiserslautern, TSV 1860 München und RB Leipzig ein relativ schwacher Saisonstart ab. Am 31. August wurde die sportliche Zusammenarbeit mit Trainer Norbert Düwel schließlich beendet.[15] Düwel wurde am 2. September 2015 von Sascha Lewandowski als neuem Cheftrainer abgelöst.[16] Da Lewandowski jedoch nach bereits rund sechs Monaten aus gesundheitlichen Gründen den Posten aufgeben musste, übernahm Co-Trainer André Hofschneider diese Funktion interimsweise.[17] Den Umständen zum Trotz spielte Union eine sehr erfolgreiche Rückrunde 2015/16 und schloss die Saison auf Platz 6 der Tabelle ab.

 
Schiffsparade des 1. FC Union Berlin auf der Spree in Berlin anlässlich des Aufstiegs in die 1. Fußball-Bundesliga im Jahr 2019

In der Saison 2016/17 übernahmen der zuletzt beim FC Schalke 04 tätige Trainer Jens Keller und der Däne Henrik Pedersen.[18] Als Tabellenvierter verpasste die Mannschaft am Ende nur knapp die Aufstiegsplätze. In der Saison 2017/18 wurde Jens Keller nach dem 16. Spieltag entlassen. Zu diesem Zeitpunkt hatte Union nur drei Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz und stand auf Tabellenplatz 4. Nachfolger wurde André Hofschneider. Der Trainerwechsel brachte nicht den erwünschten Erfolg, erst im 6. Spiel unter Hofschneider wurde der erste Sieg eingefahren. Auch der weitere Saisonverlauf war nicht besonders erfolgreich und teilweise rutschte man bedrohlich nah an die Abstiegszone. Erst am 33. Spieltag, mit einem 3:1-Erfolg über den VfL Bochum, konnte man sich retten. Die Saison schloss man dann auf Platz 8 der Tabelle ab. Nach dieser Saison wurde der Vertrag mit Hofschneider aufgelöst. Am 1. Juni 2018 wurde Urs Fischer als neuer Cheftrainer vorgestellt.

In der Saison 2018/19 war der 1. FC Union mit 17 aufeinanderfolgenden Spielen ohne Niederlage die am längsten ungeschlagene Mannschaft im deutschen Profifußball. Am 19. Mai 2019 beendete man die Saison mit einem 2:2 beim VfL Bochum als Tabellendritter. Dadurch erreichten die Eisernen die beste Endplatzierung in ihrer Zweitligahistorie und qualifizierten sich für die Relegationsspiele zur Bundesliga gegen den VfB Stuttgart. Bei einem Sieg wäre aufgrund der gleichzeitigen Niederlage des SC Paderborn der Direktaufstieg in die erste Liga geglückt.

In der Relegation gelang dem 1. FC Union Berlin am 23. Mai 2019 ein 2:2 in Stuttgart. Das 0:0 im Heimspiel am 27. Mai 2019 nach dem 2:2 im Hinspiel in Stuttgart am 23. Mai bedeutete aufgrund der Auswärtstorregel den erstmaligen Aufstieg des Vereins in die Bundesliga.

Seit 2019: Bundesliga und Europapokalteilnahmen Bearbeiten

In der Saison 2019/20 spielte der 1. FC Union erstmals seit der deutschen Wiedervereinigung erstklassig und wurde zum 56. Verein der Bundesliga.[19] Am 18. August 2019 endete das erste Spiel in der 1. Bundesliga mit einer 0:4-Niederlage gegen RB Leipzig.[20] Am 2. Spieltag dieser Saison erzielte Stürmer Sebastian Andersson beim 1:1 gegen den FC Augsburg das erste Bundesligator und am dritten Spieltag gelang mit dem 3:1 gegen Borussia Dortmund der erste Bundesliga-Sieg der Vereinsgeschichte. Die Hinrunde beendete Union mit 20 Punkten auf Rang 11. Trotz einer Schwächephase in der Rückrunde – die aufgrund der COVID-19-Pandemie für rund zwei Monate unterbrochen werden musste – konnte Union dank dreier Siege in den letzten vier Spielen letztlich souverän die Klasse halten. Nur einmal, am ersten Spieltag, hatte man einen Abstiegsplatz belegt.

Vor der Saison 2020/21 verstärkte sich Union u. a. mit dem früheren Nationalspieler Max Kruse. Im Herbst konnte sich Union überraschend im oberen Tabellendrittel festsetzen und nach der ersten Saisonhälfte bereits starke 28 Punkte vorweisen. Mit dem 4:0 gegen Mainz 05 am 3. Spieltag und dem 5:0 gegen Arminia Bielefeld waren dabei die zu diesem Zeitpunkt jeweils höchsten Siege der Bundesligageschichte Unions gelungen.[21][22] Zwar verlor Union in der Folge den Kontakt zu den Europa-League-Plätzen, bewahrte aber die Chance, sich über den 7. Platz für die neu geschaffene Conference League zu qualifizieren, was mit einem 2:1-Sieg über RB Leipzig am letzten Spieltag auch gelang.

Die internationalen Heimspiele trug der Verein im Berliner Olympiastadion aus.[23] In den Playoffs der Conference League traf man auf den finnischen Vertreter Kuopion PS. Nach einem 4:0-Auswärtssieg genügte im Rückspiel ein 0:0 zum Einzug in die Gruppenphase, wo man auf Slavia Prag, Feyenoord Rotterdam und Maccabi Haifa traf. Allerdings reichten den Berlinern sieben Punkte nicht, um in die Play-offs der Conference League einzuziehen. In der Bundesliga konnte Union auch in der Saison 2021/22 um die internationalen Startplätze mitspielen. Mit einem 3:2-Heimsieg über den VfL Bochum am letzten Spieltag schloss man die Saison letztlich auf dem fünften Tabellenplatz ab und qualifizierte sich für die Gruppenphase der Europa League.

In der Saison 2022/23 übernahm Union am 6. Spieltag zum ersten Mal die Tabellenspitze in der Bundesliga,[24] die auch an den folgenden sechs Spieltagen verteidigt werden konnte. Mit einem 1:0-Heimsieg über SV Werder Bremen schloss man am letzten Spieltag die Saison auf dem vierten Tabellenplatz ab und qualifizierte sich somit für die Gruppenphase der UEFA Champions League.[25]

Nach einem Fehlstart in die Saison 2023/24, bei dem in der Bundesliga neun Partien in Folge verloren gingen und in der Champions League nur ein Unentschieden erreicht wurde, einigten sich der Verein und Cheftrainer Urs Fischer Mitte November 2023 auf ein vorzeitiges Ende der Zusammenarbeit.[26] Interimsweise übernahm Marco Grote für einen Spieltag die Mannschaft, ehe der Kroate Nenad Bjelica als neuer Cheftrainer vorgestellt wurde.[27]

Verein Bearbeiten

 
Jubiläumsfeier von Union Berlin (2016)

Der 1. Fußballclub Union Berlin e. V. hat eine vielfältige und in den vergangenen Jahren stark gewachsene Fan- und Mitgliederbasis. Zählte man im Jahr 2006 offizielle 4209 Vereinsmitglieder, so verzeichnete man Ende Dezember 2023 bereits 64.466 eingetragene Mitglieder.[1]

Der Club ist seit 2019 der mitgliederstärkste reine Fußballverein im deutschsprachigen Raum und zählt seit 2020 zu den 15 mitgliederreichsten Sportvereinen Deutschlands.[28] Seit 2021 ist der 1. FC Union Berlin der mitgliederreichste Sportverein in Berlin.

Für die Saison 2021/2022 verbuchte der Club Einnahmen von 122,1 Millionen Euro (2020/2021: 72,8). Der Gewinn nach Steuern im gesamten Verein, zu dem unter anderem auch die Stadion AG gehört, lag bei 12,7 Millionen Euro (2020/2021: -12 Mio. Euro).[29] Der Verein beschäftigte 2022 rund 350 Mitarbeiter. Im selben Jahr waren 480 aktive Fußballer und Fußballerinnen in den verschiedensten Mannschaften gemeldet.

Präsidium Bearbeiten

Von 1966 bis 1990 wurden die Vorsitzenden des Vereins als Clubvorsitzende bezeichnet. Seit 1990 tragen die Vorstandsvorsitzenden den Titel des Präsidenten. Der aktuelle Präsident, Dirk Zingler, ist der am längsten amtierende Vorsitzende in der Vereinsgeschichte.

 
Die ehemalige Alte Försterei war die langjährige Geschäftsstelle des Vereins.

Sponsoren Bearbeiten

Die Anzahl der Sponsoren stieg von 386 im Jahr 2016 auf rund 450 im Jahr 2023.[30] Seit der Saison 2020/21 stattet adidas als Ausrüster sämtliche Mannschaften des 1. FC Union Berlin aus. Der Vertrag wurde für fünf Spielzeiten geschlossen. Union Berlin war 2020/21 neben dem FC Bayern München und dem Hamburger SV eines von drei DFL-Profiteams, das von Adidas ausgerüstet wurde.[31]

Seit der Saison 2022/23 ist der in der Schweiz gegründete Digitalversicherer Wefox mit Sitz in Berlin neuer Hauptsponsor von Union. Der Vertrag wurde zunächst über drei Jahre abgeschlossen. Wefox ist seit dem Bundesliga-Aufstieg bereits Ärmel-Sponsor.[32]

 
Ein Union-Zeughaus in Berlin
Saison Ausrüster Hauptsponsor Medienpartner
2011/12 uhlsport kfzteile24 B.Z./Flux FM
2012/13 uhlsport f.becker B.Z./Flux FM
2013/14 uhlsport f.becker B.Z./Flux FM
2014/15 uhlsport kfzteile24 B.Z./Flux FM
2015/16 Macron kfzteile24 Berliner Kurier/Radio Eins
2016/17 Macron Layenberger Berliner Kurier/Radio Eins
2017/18 Macron Layenberger Berliner Kurier/Radio Eins
2018/19 Macron Layenberger Berliner Kurier/Radio Eins
2019/20 Macron Aroundtown Berliner Kurier/Radio Eins
2020/21 Adidas Aroundtown Berliner Kurier/Radio Eins
2021/22 Adidas Aroundtown Berliner Kurier/Radio Eins
2022/23 Adidas Wefox Berliner Zeitung/Radio Eins
2023/24 Adidas Paramount+ Berliner Zeitung/Radio Eins

Namenshistorie Bearbeiten

 
Die Vereins- und Namenshistorie
Jahr Namenshistorie
17. Jun. 1906 Gründung des FC Olympia Oberschöneweide
22. Jul. 1906 Anschluss an den BTuFC Helgoland als 3. Mannschaft, Abt. Oberschöneweide
10. Feb. 1907 Anschluss an den BTuFC Union 1892 als 4. Mannschaft, Abt. Oberschöneweide
20. Feb. 1909 Aufnahme in den VBB als Union Oberschöneweide bzw. SC Union Oberschöneweide
1945 Auflösung durch den alliierten Kontrollrat und Neugründung als SG Oberschöneweide
Dez. 1948 Wiederzulassung als SG Union Oberschöneweide
09. Jun. 1950 1. Mannschaft flüchtet nach West-Berlin und gründet den SC Union 06 Berlin sowie den BBC Südost
1951 Anschluss der Oberliga-Mannschaft an die BSG Motor Oberschöneweide
01. Feb. 1955 Anschluss an den SC Motor Berlin
06. Jun. 1957 Zusammenschluss mit anderen BSGen zum TSC Oberschöneweide
18. Feb. 1963 Zusammenschluss mit anderen Sportclubs zum TSC Berlin
20. Jan. 1966 Gründung des 1. FC Union Berlin

Stiftung Bearbeiten

 
Maskottchen „Ritter Keule“

Am 6. Oktober 2016 wurde durch den 1. FC Union Berlin die Stiftung „UNION VEREINT. Schulter an Schulter“ ins Leben gerufen. Unter dem Motto „Der Starke hilft dem Schwachen“ soll das gesellschaftliche Engagement ausgebaut werden. Schwerpunkte der Stiftungsarbeit sind unter anderem Union-Fußballcamps, Projekttage und -wochen für Kinder und Jugendliche, Aktionen für Toleranz und Integration und gegen Rassismus, sowie die Förderung von Gesundheit und der Umweltschutz.[34][35][36]

Vereinsmaskottchen Bearbeiten

Das Maskottchen des 1. FC Union Berlin heißt Ritter Keule und ist „ein wahrhaft eiserner Ritter mit einem mutigen Herz“.[37] Als Ritter steht er metaphorisch für die im Sport und insbesondere für Union wichtigen „ritterlichen“ Tugenden wie Demut, Höflichkeit, Tapferkeit, Zurückhaltung, Opferbereitschaft, Beständigkeit und Treue. Ein historisches Vorbild für den „eisernen Ritter“ sind die Ritter des Deutschen Ordens. Ritter Keule verkörpert somit sinnbildlich die Geschichte der „Eisernen“.

Wappen Bearbeiten

Das bis heute nur wenig veränderte Vereinswappen wurde 1966 von Peter Gribat (* 1935) im Rahmen eines Wettbewerbs erschaffen.[38]

Erfolge Bearbeiten

Nationale Erfolge Bearbeiten

 
2001 konnte Union Berlin das Endspiel im DFB-Pokal erreichen

Internationale Erfolge Bearbeiten

1. FC Union Berlin:

Saisonbilanzen Bearbeiten


Spielstätte Bearbeiten

 
Stadion An der Alten Försterei, größtes reines Fußballstadion Berlins

Bevor Union im Jahr 1910 die erste feste Spielstätte in der Wattstraße am nordwestlichen Ende von Oberschöneweide bekam, hatte die Mannschaft auf dem heutigen Gelände der AEG sowie auf dem Gelände der N. A. G. gespielt. Zehn Jahre spielte der Verein in der Wattstraße, bevor die Mannschaft 1920 in den Südosten Oberschöneweides umzog. Am Ortseingang von Köpenick entstand das Stadion An der Alten Försterei.

Das anfangs 10.000 Zuschauer fassende Stadion blieb bis in die 1970er Jahre relativ unverändert. In den frühen 1980er Jahren wurden umfangreiche Erweiterungs- und Modernisierungsmaßnahmen durchgeführt, die die Kapazität auf 22.500 Plätze erhöhten und der Anlage einen Ansageturm sowie eine elektronische Anzeigetafel brachten. An den Umbaumaßnahmen waren Spieler, Funktionäre und Fans des Vereins unentgeltlich beteiligt. Im Jahr 2000 kam es zu Baumaßnahmen, deren Resultat eine überdachte Sitzplatztribüne war. Die Zuschauerkapazität wurde aufgrund von Sicherheitsauflagen des DFB auf 18.100 Zuschauer zurückgestuft.

2007 wurden vom Verein die Planungen zur Modernisierung des Stadions bekannt gegeben. Die Stehränge sollten renoviert und überdacht, die Haupttribüne komplett neu gebaut und mit Logen ausgestattet werden. Außerdem sollte im Stadion eine Rasenheizung und Videowand sowie außerhalb der Arena 450 Parkplätze installiert werden.[40] Nach Verhandlungen zwischen dem 1. FC Union Berlin und dem Land Berlin wurden 2008 die Baumaßnahmen begonnen sowie ein Erbbaurechtvertrag für das Stadion abgeschlossen.[41]

Die erste Umbauphase (u. a. Einbau der Rasenheizung und Überdachung der Stehtribünen) wurde 2009 abgeschlossen. Die zweite Bauphase, die vor allem den Neubau der Haupttribüne beinhaltete, fand ihren Abschluss im Jahr 2013. Ein Teil der Finanzierung wurde dadurch gewährleistet, dass die Union-Vereinsmitglieder Aktienanteile an der Stadionbetriebs AG erwerben konnten. Seit der Saison 2015/16 liegt die Zuschauerkapazität bei 22.012 (davon 18.200 Steh- und 3.812 Sitzplätze).

Seit 2017 hat der Verein das Vorhaben das Stadion mit einer Zuschauerkapazität für mindestens 37.000 Besucher auszubauen.[45] Seitdem wurde der Baubeginn mehrfach verschoben[46] und soll nach derzeitiger Planung im Sommer 2025 beginnen und bis Ende 2026 abgeschlossen werden. Die Heimspiele sollen während der Saison 2025/26 im Berliner Olympiastadion ausgetragen werden. Zuvor sollen im Umfeld das Stadions verschiedene Bauvorhaben umgesetzt werden, unter anderem ein Parkhaus mit Außenbühne, eine neue Tiefgarage sowie eine neue Straßenbahnhaltestelle.[47] Allerdings muss für die größere Zahl von Zuschauern nach dem Ausbau ein Verkehrskonzept ausgearbeitet werden, das ursprünglich im September 2022 vorgestellt werden sollte. Im Januar 2023 lag es der zuständigen Senatsverwaltung noch nicht vor.[48]

Seit 2003 (mit Ausnahme von 2020 und 2021 infolge der COVID-19-Pandemie)[49][50] findet jährlich am 23. Dezember im Stadion das Weihnachtssingen des 1. FC Union Berlin statt.

Stadion AG Bearbeiten

Die Stadion AG (offiziell: „An der Alten Försterei“ Stadionbetriebs AG) ist das Unternehmen, das den Betrieb des Stadions geschäftsmäßig gewährleistet. Die Firma ist Inhaber des Stadions und seit 2022 Eigentümer des Grundstücks, auf dem das Stadion An der Alten Försterei errichtet wurde.[51] Vorstandsvorsitzender der Stadion AG ist Dirk Thieme; weiterer Vorstand ist Oskar Kosche. Der Aufsichtsrat der Stadion AG setzt sich zusammen aus Dirk Zingler (Aufsichtsratsvorsitzender), Dirk Gräning, Katja Jösting, Michael Kölmel, Thomas Koch und Holger Keye (Stand: 2023).

Mannschaft Bearbeiten

Seit dem 15. Mai 2018 ist Oliver Ruhnert Geschäftsführer Profifußball und Leiter der Lizenzspielerabteilung beim 1. FC Union Berlin.

Kader der Saison 2023/24 Bearbeiten

 
Trainer Nenad Bjelica
 
Christopher Trimmel (C) 
 
Robin Knoche
 
Rani Khedira

Stand: 1. Februar 2024[52]

Nr. Nat. Spieler Geboren am Im Verein seit Letzter Verein
Tor
01 Danemark  Frederik Rønnow 4. August 1992 20. Juli 2021 Eintracht Frankfurt
12 Danemark  Jakob Busk 12. September 1993 15. Januar 2016 FC Kopenhagen
37 Deutschland  Alexander Schwolow 2. Juni 1992 26. Juli 2023 Hertha BSC
Abwehr
02 Deutschland  Kevin Vogt 23. September 1991 11. Januar 2024 TSG 1899 Hoffenheim
03 Deutschland  Paul Jaeckel 22. Juli 1998 1. Juli 2021 SpVgg Greuther Fürth
04 Portugal  Diogo Leite 23. Januar 1999 15. Juli 2022 FC Porto
05 Niederlande  Danilho Doekhi 30. Juni 1998 1. Juli 2022 Vitesse Arnheim
06 Deutschland  Robin Gosens 5. Juli 1994 15. August 2023 Inter Mailand
18 Kroatien  Josip Juranović 16. August 1995 22. Januar 2023 Celtic Glasgow
26 Frankreich  Jérôme Roussillon 6. Januar 1993 12. Januar 2023 VfL Wolfsburg
28 Osterreich  Christopher Trimmel (C)  24. Februar 1987 1. Juli 2014 SK Rapid Wien
31 Deutschland  Robin Knoche 22. Mai 1992 4. August 2020 VfL Wolfsburg
Mittelfeld
07 Vereinigte Staaten  Brenden Aaronson 22. Oktober 2000 9. Juli 2023 Leeds United
08 Deutschland  Rani Khedira 27. Januar 1994 1. Juli 2021 FC Augsburg
13 Ungarn  András Schäfer 13. April 1999 21. Januar 2022 DAC Dunajská Streda
19 Deutschland  Janik Haberer 2. April 1994 1. Juli 2022 SC Freiburg
20 Tunesien  Aïssa Laïdouni 13. Dezember 1996 27. Januar 2023 Ferencváros Budapest
29 Frankreich  Lucas Tousart 29. April 1997 19. Juli 2023 Hertha BSC
33 Tschechien  Alex Král 19. Mai 1998 1. Juli 2023 Spartak Moskau
Angriff
09 Danemark  Mikkel Kaufmann 3. Januar 2001 1. Juli 2023 FC Kopenhagen
10 Deutschland  Kevin Volland 30. Juli 1992 17. August 2023 AS Monaco
11 Elfenbeinküste  Chris Bedia 5. März 1996 18. Januar 2024 Servette FC
14 Belgien  Yorbe Vertessen 8. Januar 2001 1. Februar 2024 PSV Eindhoven
16 Deutschland  Benedict Hollerbach 17. Mai 2001 27. Juli 2023 SV Wehen Wiesbaden
Trainer / Betreuer / Funktionsteam
CT Kroatien  Nenad Bjelica 20. August 1971 26. November 2023 Trabzonspor
Co Kroatien  Danijel Jumić 27. Juni 1986 26. November 2023 Trabzonspor
Co Kroatien  Nino Bule 19. März 1976 16. Januar 2024 Trabzonspor
Co Deutschland  Marie-Louise Eta (interim) 7. Juli 1991 15. November 2023
TT Osterreich  Michael Gspurning 2. Mai 1981 3. August 2016 FC Schalke 04
AT Deutschland  Martin Krüger 26. November 1979 1. Juli 2016 Alba Berlin (Basketball)
RT Deutschland  Johannes Thienel
SA Deutschland  Sebastian Podsiadly
MA Deutschland  Clemens Gwinner 23. März 1984
MA Deutschland  Marvin Minkus
PT Deutschland  Maximilian Perschk 25. April 1990 1. Juli 2018
ML Deutschland  Susanne Kopplin 24. Januar 1963 23. Juni 2016
BF Deutschland  Martin Schäfter

Abkürzungen: „CT“ Cheftrainer, „Co“ Co-Trainer, „TT“ Torwarttrainer, „AT“ Athletiktrainer, „RT“ Rehatrainer, „SA“ Spielanalyse, „MA“ Mannschaftsarzt, „PT“ Leitender Physiotherapeut, „ML“ Mannschaftsleiterin, „BF“ Betreuer/Busfahrer

Transfers der Saison 2023/24 Bearbeiten

  • Stand: 1. Februar 2024
Zugänge
Zeitpunkt Spieler Abgebender Verein
Sommer 2023 Brenden Aaronson Leeds United (Leihe)
Mathis Bruns US Lecce (Leihende)
Laurenz Dehl FC Viktoria 1889 Berlin (Leihende)
David Datro Fofana FC Chelsea (Leihe)
Robin Gosens Inter Mailand
Dominique Heintz VfL Bochum (Leihende)
Benedict Hollerbach SV Wehen Wiesbaden
Mikkel Kaufmann FC Kopenhagen
Alex Král Spartak Moskau
Alexander Schwolow Hertha BSC
Tim Skarke FC Schalke 04 (Leihende)
Lucas Tousart Hertha BSC
Kevin Volland AS Monaco
nach Saisonbeginn Leonardo Bonucci Juventus Turin
Winter 2023/24 Chris Bedia Servette FC
Keita Endō Eintracht Braunschweig (Leihende)
Yorbe Vertessen PSV Eindhoven
Kevin Vogt TSG 1899 Hoffenheim
Abgänge
Zeitpunkt Spieler Aufnehmender Verein
Sommer 2023 Timo Baumgartl PSV Eindhoven (Leihende)
Rick van Drongelen Samsunspor
Niko Gießelmann SpVgg Greuther Fürth
Lennart Grill VfL Osnabrück (Leihe)
Jamie Leweling VfB Stuttgart (Leihe)
Tim Maciejewski SV Sandhausen
Sven Michel FC Augsburg
Kevin Möhwald KAS Eupen
Levin Öztunali Hamburger SV
Tymoteusz Puchacz 1. FC Kaiserslautern (Leihe)
Paul Seguin FC Schalke 04
Morten Thorsby CFC Genua (Leihe)
nach Saisonbeginn Mathis Bruns Stuttgarter Kickers (Leihe)
Dominique Heintz 1. FC Köln
Miloš Pantović KAS Eupen
Jordan Siebatcheu Borussia Mönchengladbach (Leihe)
Tim Skarke SV Darmstadt 98 (Leihe)
Winter 2023/24 Sheraldo Becker Real Sociedad
Kevin Behrens VfL Wolfsburg
Leonardo Bonucci Fenerbahçe Istanbul
Laurenz Dehl SK Austria Klagenfurt
Keita Endō FC Tokyo (Leihe)
David Datro Fofana FC Chelsea (Leihende)
Aljoscha Kemlein FC St. Pauli (Leihe)
Yannic Stein VfB Lübeck (Leihe)

Kooperationen Bearbeiten

Der 1. FC Union Berlin kooperiert seit 2016 mit der Charité – Universitätsmedizin Berlin. Zahlreiche Einrichtungen der Exzellenzuniversität nehmen an der Betreuung verschiedenster Mannschaften des Vereins teil. Die erste Männer-Mannschaft wird u. a. während der offiziellen Spiele von Spezialisten der Uniklinik versorgt. Insbesondere die Bereiche zur Leistungsdiagnostik in der Sportmedizin, der Radiologie und der Sportorthopädie arbeiten eng mit den Profiathleten und dem Trainerteam zusammen.[53]

Ehemalige Bearbeiten

Spieler Bearbeiten

Spielername Spielzeit
von/bis
Spiele
(Tore)1
Leistungen/Erfolge
Sergej Barbarez 1993–1996 103 (59) Der Bosnier nutzte Berlin als Start für seine große sportliche Karriere (u. a. Nationalspieler und Bundesliga-Torschützenkönig 2001) und war ein torgefährlicher Mittelfeldspieler. Er wurde 1996 zum „Unioner des Jahres“, ein von den Fans jährlich vergebener Sympathiepreis, gewählt.
Christian Beeck 1987–19952 051 0(7) Der Rathenower begann bei dem Verein mit acht Jahren seine Fußballlaufbahn und schaffte 1995 von dort den Sprung in den Profifußball. Er kehrte 2005 als Teammanager zurück und war dann bis 2011 Sportdirektor.[54][55]
Sebastian Bönig 2005–2009 134 0(9) Der gebürtige Bayer kam 2005 zum 1. FC Union Berlin und hielt dem Verein trotz des Abstiegs in die Oberliga die Treue. Mit ihm stieg der Verein wieder bis in die zweite Bundesliga auf. Bönig war Mannschaftskapitän und bei den Fans Publikumsliebling. Bei seinem Abschied mit 27 Jahren beendete er seine Fußballkarriere mit der Begründung „Was soll nach Union noch kommen?“.[56]
Uwe Borchardt 1975–1987 199 (69) Der Stürmer schaffte es gleich in seiner Debütsaison für Union zum Torschützenkönig in der DDR-Liga und dadurch zum „Unioner des Jahres“. Er war in den 1980er Jahren fester Bestandteil der Mannschaft und erreichte mit ihr das FDGB-Pokalfinale 1986.
Jan Glinker 2001–2014 243 0(0) Der eher stille Ost-Berliner war einer der prägendsten Torhüter des Vereins. Er stand 13 Jahre lang im Dienste des Vereins und wurde insgesamt viermal zum „Unioner des Jahres“ gewählt.
Jens Härtel 1993–20002 180 (28) Härtel war langjähriger Mannschaftskapitän und Stammspieler in der Abwehr des 1. FC Union sowie 1999 „Unioner des Jahres“.
Karsten Heine 1969–19862 213 (21) „Kuller“ Heine war lange Jahre erfolgreich als Offensivspieler bei den Eisernen aktiv und fester Bestandteil der Oberliga-Mannschaft.
Lutz Hendel 1968–19932 422 (27) Mit zehn Jahren begann „Meter“ – so wurde er von den Union-Fans genannt – in der Jugend des FCU und verließ den Verein erst 25 Jahre später als Rekordspieler und zweifacher „Unioner des Jahres“ (1990 und 1992).
Günter Hoge 1964–1970 089 0(5) Der von den Fans nur „Jimmy“ genannte Hoge wurde Unions erster DDR-Nationalspieler. Der dribbelstarke Techniker und Pokalheld von 1968 war eigenwillig und geriet oft mit den Verbandsfunktionären aneinander. Ein Vorfall (er betrank sich mit einem seiner Ex-Trainer während des Mannschaftsurlaubs und stimmte das Deutschlandlied an) führte zum vorzeitigen Ende seiner Karriere. Heute ist „Jimmy“ Ehrenmitglied des Vereins.
Oskar Kosche 1974–19992 204 0(1) Der heutige Geschäftsführer des Vereins war noch vor Rafał Gikiewicz der erste Torhüter Unions, welcher ein Pflichtspieltor erzielte. Er wurde 1997 und 1998 zweimal nacheinander zum „Unioner des Jahres“ gewählt und nach dem Ende seiner Spielerkarriere erst Nachwuchsleiter und dann auch Präsidiumsmitglied bei Union.
Reinhard Lauck 1968–1973 145 (23) „Mäcki“ bestritt im Pokalfinale 1968 sein Debüt für Union und gewann auf Anhieb den Titel. Der beliebte Spieler verließ den Verein 1973 (nachdem ihm ein Wechsel nahegelegt wurde, um so seine Nationalmannschaftskarriere nicht zu gefährden) zum Rivalen BFC Dynamo und feierte dort große Erfolge (Olympiasieger 1976, WM-Teilnehmer, DDR-Meister).[57]
Wolfgang Matthies 1971–19882 253 0(0) Der Torhüter war wohl das größte Union-Idol seiner Zeit. Mit seinen Paraden war er ein Rückhalt der Mannschaft im Abstiegskampf. Die Fans verehrten ihn auch aufgrund seiner eigenwilligen Ausflüge um auf dem Feld mitzuspielen. „Potti“, so sein Spitzname, wurde viermal „Unioner des Jahres“ und 2006 zum „Wertvollsten Unioner aller Zeiten“ gewählt.
Torsten Mattuschka 2005–2014 272 (60) „Tusche“ war lange Jahre Kapitän und Leistungsträger des Teams und trug maßgeblich zum Aufstieg in die 2. Bundesliga bei. Außerdem galt er als Identifikationsfigur, weshalb die Union-Fans das sogenannte „Torsten-Mattuschka-Lied“ erfanden und es bei jedem Tor von ihm anstimmten.[58]
Steffen Menze 1998–2003 166 (40) Menze war lange Jahre Kapitän des Teams und führte es 2001 in das DFB-Pokalfinale sowie in die zweite Bundesliga. Aufgrund der Ähnlichkeit des Nachnamens zum Schlagersänger Achim Mentzel wurde der „Unioner des Jahres“ 2002 auch „Achim“ genannt.
Tom Persich 1994–20062 321 (16) Der Abwehrspieler war über ein Jahrzehnt lang ein großer Rückhalt für die Unioner Mannschaft. Der „Keiler“ (sein Spitzname) blieb ihr auch nach dem zweifachen Abstieg in die viertklassige Oberliga treu.
Herbert Raddatz 1933–1948 k. A. Raddatz war einer von Union Oberschöneweides herausragendsten Spielern in den 1930er und 1940er Jahren. Er absolvierte bei Union insgesamt 1600 Spiele für den Verein und wurde von den Anhängern auch als „König der Wuhlheide“ bezeichnet.
Marko Rehmer 1981–1996 106 (19) Der spätere deutsche Nationalspieler ging aus der Jugendabteilung des 1. FC Union hervor und debütierte bereits als 18-Jähriger in der ersten Mannschaft. Nach fünf Jahren ging er nach Rostock und startete dort seine erfolgreiche Bundesligalaufbahn.
Olaf Seier 1983–1991 226 (49) Einer der großen Publikumslieblinge der Unioner, der in den 1980er Jahren vom Rivalen BFC Dynamo „zugeschoben“ wurde war Olaf Seier. Der aufgrund seiner „Löwenmähne“ oft „Leo“ genannte, bestimmte von 1983 bis 1991 das Geschehen im Mittelfeld bei den Berlinern und schaffte es 1984 und 1988 zum „Unioner des Jahres“.
Joachim Sigusch 1969–1981 300 (63) Der Offensivspieler und Mannschaftskapitän war ein sehr populärer Spieler und wurde gegen Ende seiner Karriere 1980 als erster Spieler von den Fans zum „Unioner des Jahres“ gewählt. Aufgrund seiner Schussstärke wurde er auch als „Bulle“ bezeichnet.
Ralf Sträßer 1984–1987 097 (49) Sträßer war der einzige Unioner, der jemals Torschützenkönig in der DDR-Oberliga werden konnte.
Daniel Teixeira 2001–20072 078 (67) „Texas“ wurde zum großen Idol für die Fans und bekam als erster Spieler ein organisiertes Abschiedsspiel. Der Torjäger schoss Union zu zwei Aufstiegen und stand mit dem Team im DFB-Pokalfinale.
Wolfgang Wruck 1959–1974 209 (12) „Ate“ Wruck schoss 1966 das erste Tor in der DDR-Oberliga für den 1. FC Union und wurde später DDR-Nationalspieler, FDGB-Pokalsieger sowie Kapitän der Eisernen.
1berücksichtigt sind nur Spiele für den 1. FC Union Berlin (seit Vereinsgründung 1966)
2mit Unterbrechungen

Trainer Bearbeiten

Amateurmannschaften Bearbeiten

Zweite Mannschaft Bearbeiten

 
Unions Einsatzfahrzeug

Die Wurzeln der zweiten Mannschaft des 1. FC Union Berlin gehen auf die am 1. Dezember 1949 gegründete BSG des VEB Transformatorenwerk Karl Liebknecht (kurz TRO) zurück. In der Spielzeit 1950/51 spielte man in der 2. Kreisklasse (Abteilung A). Von 1951 bis 1955 teilte man sich als BSG Motor Oberschöneweide die Geschichte mit der ersten Mannschaft. Als die besten Spieler am 2. Februar 1955 zum SC Motor Berlin delegiert werden, spielte der „Rest“ unter dem alten Namen BSG Motor Oberschöneweide in der Bezirksklasse Ost-Berlin weiter. Parallel zur ersten Mannschaft, machte auch die zweite Mannschaft die zahlreichen Umbenennungen in TSC Oberschöneweide II, TSC Berlin II und schließlich 1. FC Union Berlin II (Kurzform: Union II) mit. Von 1956 bis 1976 war sie durchgängig in der Bezirksliga Ost-Berlin – der zunächst viert-, später dritthöchsten Spielklasse im DDR-Fußball – vertreten und konnte in den Jahren 1966, 1969 und 1975 den Ost-Berliner Meistertitel erringen. Der damit verbundene Aufstieg in die DDR-Liga blieb den Union-Amateuren verwehrt: 1966 waren Reservemannschaften noch nicht aufstiegsberechtigt; 1969 sowie 1975 spielte die erste Männermannschaft bereits in der DDR-Liga. Zwischen 1976 und 1983 wurden die Reservemannschaften der Oberligisten in eine eigene Nachwuchsoberliga ausgegliedert, sodass Union II in den folgenden Jahren abhängig von der Spielklasse der ersten Mannschaft zwischen Bezirksliga und Nachwuchsoberliga hin- und herwechselte. So spielte sie 1976 bis 1980 und 1982/83 in der Nachwuchsoberliga. Nach der Auflösung der Nachwuchsoberliga 1983 kehrte Union II in die Bezirksliga zurück. Dort blieb sie mit Ausnahme der Saison 1989/90 bis 1991.[59] Erfolge der Mannschaft waren die Siege im Ost-Berliner FDGB-Bezirkspokal 1970, 1974 und 1985.

Nach der sportlichen Wiedervereinigung Berlins wurde die Reserve 1991 in die Oberliga-Reserve-Staffel eingegliedert und kam in der Saison 1993/94 zunächst in die Berliner Landesliga. Aufgrund des Lizenzentzugs des Vereins für die zweite Liga startete man stattdessen in der untersten Berliner Spielklasse – der Kreisliga C. Erst 1995 gelang der Aufstieg in die Kreisliga B. Innerhalb der folgenden sechs Jahre stieg „Union Zwee“ (wie die Mannschaft von den Fans genannt wird) viermal auf, bis man schließlich in der Verbandsliga Berlin landete. 2003 stieg man wieder in die Landesliga ab. Nach dem Wiederaufstieg 2004 platzierte sich Union II vorwiegend im Tabellenmittelfeld der Verbandsliga. Nachdem man 2009 in der in „Berlin-Liga“ umbenannten Klasse den dritten Rang belegt hatte, folgte 2010 der große Erfolg mit dem Gewinn der Berliner Meisterschaft und dem damit verbundenen Aufstieg in die Oberliga Nordost.[60] Am Ende der Saison 2011/12 stieg Union II in die wieder gegründete Regionalliga Nordost (4. Liga) auf und erreichte damit den größten Erfolg seit 1990. Zum Ende der Saison 2014/15 wurde die zweite Mannschaft aufgelöst.[61] Die Heimspiele wurden in der Saison 2014/15 überwiegend im Hans-Zoschke-Stadion ausgetragen.

Jugend Bearbeiten

 
Robert Huth

Im Jahr 2005 gelang es den A-Junioren (U19) des 1. FC Union Berlin sich für die höchste A-Jugend-Liga in Deutschland, die A-Junioren-Bundesliga (Staffel Nord/Nordost), zu qualifizieren. Nach der Folgesaison musste die Mannschaft wieder absteigen. Zwei Jahre später gelang erneut der Sprung aus der Regionalliga Nordost in die Bundesliga. Diesmal hielten die Unioner drei Mal die Spielklasse, ehe sie am Ende der Saison 2011/12 abstiegen. In der Saison 2016/17 stiegen die A-Junioren wieder in die U19-Bundesliga auf. Mit dem Erreichen des vierten Platz in der Saison 2019/20 und Saison 2022/23 erzielte die Unioner U19 den jeweils historisch größten Erfolg (Stand: 2023). Die U19 nimmt 2023/24 erstmals an der UEFA Youth League teil.

Die B-Junioren (U-17) schafften 2003 den Sprung in die B-Jugend-Regionalliga Nordost (die zweithöchste Liga im deutschen B-Junioren-Fußball). In der Saison 2008/09 erreichte sie den Aufstieg in die U-17-Bundesliga, nach der Saison 2009/10 stieg die Mannschaft wieder ab. Seit dem Aufstieg 2015 spielt die U17 des 1. FC Union Berlin in der U-17 Bundesliga (Stand: 2023).

In den 1990er-Jahren diente Union Berlin für eigene Talente vor allem als Sprungbrett in den bezahlten Fußball. So gelangten z. B. Christian Beeck, Nico Patschinski, Martin Pieckenhagen oder Marko Rehmer über Union in die erste Bundesliga. Einer der bekanntesten Juniorenspieler ist der spätere deutsche Nationalspieler Robert Huth. Er spielte von 1998 bis 2001 bei den Berlinern.

Frauen Bearbeiten

Der 1. FC Union Berlin betreibt seit 1990 wieder eine Frauenfußballabteilung. Zu den größten Erfolgen des ersten Frauenteams zählen die Aufstiege in die 2. Bundesliga in den Jahren 2007, 2014 und 2016. In den Jahren 2006 und 2007 wurden die Damen von Union Berliner Pokalsieger.

Fankultur Bearbeiten

 
Berliner Fans während einer Choreographie

Spitznamen der Union-Anhänger sind Eiserne bzw. Eisern Union. Das Fußball-Publikum der Vorgängervereine von Union Berlin war bis 1960 traditionell von Arbeitern geprägt, was vor allem daran lag, dass sich der spätere Berliner Stadtteil Oberschöneweide ab Ende des 19. Jahrhunderts zu einem industriellen Ballungsgebiet entwickelt hatte.

Als DDR-Fußball-Leistungszentrum genoss Union nach 1970 unter den Berlinern Sympathien, die dem Alltag und Staatssozialismus kritisch gegenüberstanden. So fanden sich neben den Arbeitern auch Punks und Skinheads im Stadion. Beliebte Sprechchöre an der Alten Försterei waren „Lieber ein Verlierer sein als ein dummes Stasi-Schwein.“[62] Bei Freistößen schallte der gegnerischen Verteidigung mitunter „Die Mauer muss weg.“ entgegen. Ab Mitte der 1980er Jahre verbreitete sich das Phänomen des Hooliganismus. Auseinandersetzungen mit gegnerischen Fans sowie der Staatsmacht waren die Folge.[63]

 
Fanschal für Auswärtsfahrer

Die heterogen zusammengesetzte Fanszene zeichnete sich nach der Wiedervereinigung im Jahr 1990 trotz aller Unterschiede durch ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl aus und ist nach dem Jahr 2000 für zahlreiche Initiativen im In- und Ausland gefeiert geworden. Im Jahr 2003 gab es 50 vom Verein offiziell registrierte Fanclubs.[64] 2007 nahm der 1. FC Union Berlin einen Passus in die Hausordnung auf, in dem das grundsätzliche Recht aller auf Nichtdiskriminierung bekräftigt wurde.[65]

Die Anhängerschaft umfasst auch internationale Fans.[66] In der Saison 2019/20 zählte Union Berlin bei Auswärtsspielen der 1. Bundesliga zu den zehn Clubs mit den meisten Auswärtsfahrern.[67] Viele anreisende Unioner Gästefans, sogenannte „Exiler“, kamen dabei aus dem gesamten Bundesgebiet.

Aktionen Bearbeiten

Ende der 1990er Jahre, als der Verein finanziell vor dem Aus zu stehen schien, waren es die Berliner Union-Fans, die durch verschiedene Aktionen potentielle Geldgeber auf die Situation des Vereins aufmerksam machten und auch selbst durch Spenden ihren Anteil leisteten. Es wurde beispielsweise eine Demonstration unter dem Motto „Rettet Union!“ durch das Brandenburger Tor organisiert, an der sich rund 3.000 Anhänger beteiligten. Das Engagement der Fans ging sogar so weit, dass der langjährige Fan Andreas Freese 1997 in den Aufsichtsrat des Vereins gewählt wurde.[68]

 
Fanboot des 1. FC Union Berlin auf der Spree

Im Vorfeld der Saison 2004/05 erwiesen sich die Fans für den Verein als eine wichtige Stütze. Für die Spielgenehmigung in der Regionalliga benötigte Union eine Liquiditätsreserve von 1,46 Millionen Euro, welche der Verein allein nicht aufbringen konnte. Daraufhin orchestrierte der Verein eine Kampagne unter dem Motto Bluten für Union startete.[69] Die Aktion rief die Fans auf Blut zu spenden um das erhaltene Geld dem Verein zukommen zu lassen. Neben dieser fanden 2004 weitere Aktionen statt um Geld zu sammeln, darunter T-Shirt-Verkäufe, Rockkonzerte sowie Benefizspiele gegen den FC St. Pauli und den FC Bayern München.[70] Außer den Fans beteiligten sich Firmen und andere Fußballvereine (bzw. deren Fangruppen) durch Spenden an der Rettung des Vereins. Daneben unterstützten zahlreiche Prominente wie der Berliner Bürgermeister Klaus Wowereit die Kampagne. Zum Ablauf der vom DFB gestellten Frist erwies sich die Aktion als Erfolg, denn der Verein erhielt die Spielgenehmigung.

Seit dem Jahr 2003 werden von Fangruppierungen jährlich Drachenbootrennen organisiert. Teilnehmer der Rennen sind sowohl Fans als auch Spieler der Profimannschaft und Vereinsoffizielle. Die Wettbewerbe finden auf der Regattastrecke in Grünau statt.[71]

Rivalitäten und Freundschaften Bearbeiten

Die Union-Berlin-Fans pflegen kaum einheitliche Fanfreundschaften mit anderen Fangruppen, sondern verhalten sich in dieser Thematik überwiegend heterogen. So verbindet einige Unioner mit den Fans des FC Schalke 04 seit dem DFB-Pokalfinale 2001 eine Freundschaft. Andere Union-Anhänger pflegen wiederum Kontakte zur Hertha-Fanszene, die überwiegend zwischen 1970 und 1995 entstanden. Darüber hinaus existieren auch vereinzelt Verbundenheiten mit dem FC St. Pauli und Borussia Mönchengladbach.[72] Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Vereinsneugründung wurde im Januar 2016 ein Freundschaftsspiel gegen Borussia Dortmund veranstaltet.[73]

Der größte Rivale des 1. FC Union Berlin vor der deutschen Wiedervereinigung war der BFC Dynamo.[74] Beide Vereine verband eine langjährige gegenseitige Abneigung. Die Spiele gegeneinander galten als besonders risikoreich. Auf der einen Seite resultierte die Rivalität aus dem Derbycharakter. Besondere sportpolitische Aspekte kamen jedoch hinzu. Denn der BFC erhielt Unterstützung durch das Ministerium für Staatssicherheit. Union Berlin dagegen wurde vom FDGB sowie dem Trägerbetrieb des Vereins – dem VEB Kabelwerk Oberspree Berlin – unterstützt, jedoch nicht in einem so umfangreichen finanziellen Rahmen. Spieler vom 1. FC Union Berlin wurden zum BFC und umgekehrt delegiert. So wechselten viele Talente vom FCU zum BFC und im Gegenzug erhielt Union meist Spieler, die ihren Leistungszenit bereits überschritten hatten. Darüber hinaus war Union gezwungen, alle Derbys zwischen beiden Mannschaften ab der Saison 1976/77 nur noch im Stadion der Weltjugend auszutragen.[75]

Im Profifußball ist Hertha BSC seit der Jahrtausendwende größter Konkurrent des 1. FC Union Berlin im Bereich des Publikums- und Medienzuspruchs.[76] Dadurch entwickelte sich auch zwischen den Fans der beiden Berliner Fußballvereine eine Rivalität. Zu Zeiten der deutschen Teilung dagegen gab es zwischen Union und Hertha eine Fanfreundschaft (Slogan „Hertha und Union – eine Nation“).[77] So kamen Herthaner nach Ost-Berlin, um Union-Heimspiele zu besuchen, und im Gegenzug begleiteten die Unioner Hertha zu deren Europapokal-Auswärtsspielen in der DDR (z. B. gegen Dynamo Dresden 1978) oder dem „sozialistischen Ausland“ (z. B. zum UEFA-Pokal-Viertelfinale nach Prag 1979).[78]

In der unmittelbaren Nachwendezeit erlebte die Verbundenheit ihren Höhepunkt mit dem Freundschaftsspiel im Berliner Olympiastadion gegen Hertha BSC im Jahr 1990 vor über 50.000 Zuschauern.[79] Danach ließ die gegenseitige Zuneigung nach. Sportlich gab es bis 2010 keine Berührungspunkte. Dies änderte sich mit den Abstiegen Herthas 2010 und 2012, wodurch beide Vereine in derselben Spielklasse erstmals aufeinander trafen. Die Derbys zählten dabei auf beiden Seiten zu den Saisonhöhepunkten. Mit dem Aufstieg Unions kam es 2019 zum ersten Aufeinandertreffen zweier Berliner Teams in der 1. Bundesliga in Zeiten der vereinigten Stadt. Der 1. FC Union Berlin konnte dabei am 10. Spieltag nach einem verwandelten Elfmeter das Spiel 1:0 für sich entscheiden.[80]

Der „Bruderverein“ aus West-Berlin und Nachfolger von Union Oberschöneweide, SC Union 06 Berlin, wurde in der Zeit vor dem Bau der Berliner Mauer sehr zahlreich von den Ost-Berlinern unterstützt. Nach 1990 gab es Überlegungen bei beiden Vereinen, sich wieder zu vereinen. 1995 kam es zu Konflikten zwischen beiden Vereinen, als der SCU das Erbbaurecht auf das Stadion An der Alten Försterei für sich beanspruchte. Die Blau-Weißen konnten sich damit jedoch nicht durchsetzen. 2006 kam es – anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Vereinsgründung – zu einem Freundschaftsspiel an der Alten Försterei.

Die Union-Liga Bearbeiten

Der 1. FC Union Berlin unterhält eine eigene Fanliga, die Union-Liga. Das Ligensystem entstand 1981 auf Initiative einiger Union-Fanclubs.[81] Infolge der schnell steigenden Anzahl an Teams wurde ab 1983/84 in mehreren Staffeln gespielt. Es gab Auf- und Abstiege zwischen den einzelnen Ligen. Nach einer Krise in der Nachwendezeit erfuhr die Liga Ende der 1990er Jahre wieder mehr Zuspruch durch junge Leute und ist gegenwärtig auf 31 Mannschaften angewachsen (Stand: 2020). Beachtenswert ist, dass in der Union-Liga im Zwei-Punkte-System gespielt wird. Zur Union-Liga gehört seit Beginn der Union-Pokal, der von den Fanclubs ausgespielt und erstmals von der VSG Weinbergstraße gewonnen wurde. Die Endspiele des Union-Pokals werden traditionell im Stadion An der Alten Försterei ausgetragen.

 
Plakate für den Film Union fürs Leben (2014)

Hymne und Musik Bearbeiten

Die Vereinshymne des 1. FC Union Berlin ist das 1998 von Nina Hagen eingesungene Lied Eisern Union. Sie zählt zu den bekanntesten im deutschen Profifußball.[82] Die phonographischen Rechte an der Hymne besitzt Michael Kölmel, Investor und Ehrenmitglied beim 1. FC Union Berlin.[83] Seit 2005 sorgt DJ Wumme an jedem Spieltag für die Musik im Stadion an der Alten Försterei. Im Wesentlichen werden die Musikstile Rock, Alternative, Britpop und Electronica eingespielt.[84]

Medienpräsenz Bearbeiten

Der 1989 gedrehte Dokumentarfilm Und freitags in die Grüne Hölle von Ernst Cantzler sowie der 2014 erschienene Film Union fürs Leben gewähren einen Einblick in die Fankultur des Vereins.[85] Die größte Internetplattform für Fans des Vereins ist das Union Forum (www.unionforum.de). Der Verein betreibt mit AFTV eine eigene Video- und Informationsplattform im Internet. Der Club ist im Fußball-Simulationsspiel FIFA von EA Sports vertreten.

Siehe auch Bearbeiten

Literatur Bearbeiten

  • Tino Czerwinski, Gerald Karpa: 1. FC Union Berlin, 40 Jahre 1. FC Union Berlin, Ein Jahrhundert Fußballtradition. Sutton Verlag, Erfurt 2005, ISBN 3-89702-932-4.
  • Harald Tragmann, Harald Voß: Die Union-Statistik, Ein Club zwischen Ost und West. 3. Auflage. Verlag Harald Voß, Berlin 2007, ISBN 978-3-935759-13-7.
  • Jörn Luther, Frank Willmann: Und niemals vergessen – Eisern Union! 2. Auflage. BasisDruck Verlag, Berlin 2010, ISBN 978-3-86163-092-0.
  • Matthias Koch: Immer weiter – ganz nach vorn, Die Geschichte des 1. FC Union Berlin. 1. Auflage. Verlag Die Werkstatt, Göttingen 2013, ISBN 978-3-7307-0049-5.
  • Frank Nussbücker: 111 Gründe, den 1. FC Union Berlin zu lieben. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2013, ISBN 978-3-86265-274-7.
  • Jörn Luther: 1. FC Union Berlin (= Bibliothek des deutschen Fußballs. Band 1). Berlin 2015, ISBN 978-3-944068-39-8.
  • Matthias Koch: Der eiserne Aufstieg: Unions langer Weg in die Bundesliga. Verlag Die Werkstatt, Göttingen 2019, ISBN 978-3-7307-0490-5.
  • Matthias Koch: Union rockt die Bundesliga: Der eiserne Klassenerhalt. Verlag Die Werkstatt, Göttingen 2020, ISBN 978-3-7307-0529-2.
  • Christoph Biermann: Wir werden ewig leben: Mein unglaubliches Jahr mit dem 1. FC Union Berlin. KiWi-Paperback; 3. Edition Auflage. Köln 2020, ISBN 978-3-462-00111-2.
  • Matthias Koch: 1. FC Union Berlin: Populäre Irrtümer und andere Wahrheiten. Klartext; 1. Edition Auflage. Essen 2021, ISBN 978-3-8375-2385-0.
  • Frank Nussbücker: Eisern nach oben: Das 1. FC Union-Buch. Rotbuch Auflage. Berlin 2022, ISBN 978-3-86789-212-4.

Weblinks Bearbeiten

Commons: 1. FC Union Berlin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. a b c Ordentliche Mitgliederversammlung. Union erreicht neues Plateau. In: fc-union-berlin.de. 8. Oktober 2023, abgerufen am 8. Oktober 2023.
    1.FC-Union.de: Mitgliederzahl 1. FC Union Berlin, rechts oben auf der Seite „Vereinsmitgliedschaft“, abgerufen am 1. Januar 2024
  2. Alina Schwermer, Erik Peter, Gareth Joswig: Hat Union genug Klasse? In: Die Tageszeitung. 28. Mai 2019, abgerufen am 21. Oktober 2019.
  3. Die neue Fußball-Woche, Nr. 25 vom 20. Juni 1950, S. 3: Die neuen Fußballklassen der DDR.
  4. Norbert Kusch: Die Historie des Grünauer BC 1917. In: gruenauerbc1917.de. Vereinsname: Grünauer Ballspiel Club 1917 e. V., abgerufen am 4. Juli 2014.
  5. Historie des Berliner TSC e. V. In: berlinertsc.de. Berliner TSC e. V., abgerufen am 21. Oktober 2019.
  6. Der 1. FC Union als Hauptstadtklub im geteilten Berlin. In: Neues Deutschland. Neues Deutschland Druckerei und Verlag GmbH, 12. Februar 2016, abgerufen am 12. April 2021.
  7. Alina Schwermer: Interview zur Frauenfußball-WM: „Wir wurden damals belächelt“. In: Die Tageszeitung. 16. Juni 2019, ISSN 0931-9085 (Online [abgerufen am 16. August 2019]).
  8. John Hennig: Finanzier in der Fußballbundesliga: Das Auf und Ab im Kölmel-Imperium. In: taz.de. 4. April 2014, abgerufen am 6. April 2021.
  9. 1. FC Union Berlin. Abgerufen am 24. Januar 2022.
  10. Christoph Biermann: Union Berlins Hauptsponsor; Vom Kongo nach Köpenick. In: Spiegel Online. 12. August 2009, abgerufen am 21. Oktober 2019.
  11. Mathias Koch, Katrin Schulze: Zweitliga-Tabellenführer 1. FC Union kämpft um sein Image. In: Der Tagesspiegel. 26. August 2009, abgerufen am 21. Oktober 2019.
  12. Fußballkultur bewahren: Neue Eigentümer für das Stadion An der Alten Försterei. In: fc-union-berlin.de. 1. FC Union Berlin e. V., 5. November 2011, abgerufen am 21. Oktober 2019.
  13. Ordentliche Mitgliederversammlung: 1. FC Union Berlin so stark wie nie zuvor. In: fc-union-berlin.de. 1. FC Union Berlin e. V., 12. Januar 2012, abgerufen am 21. Oktober 2019.
  14. Startschuss: Baubeginn für die Haupttribüne (Memento vom 14. Juli 2014 im Internet Archive)
  15. 1. FC Union Berlin trennt sich von Norbert Düwel. In: fc-union-berlin.de. 1. FC Union Berlin e. V., 31. August 2015, abgerufen am 21. Oktober 2019.
  16. Sascha Lewandowski ist neuer Cheftrainer des 1. FC Union Berlin. In: fc-union-berlin.de. 1. FC Union Berlin e. V., 2. September 2015, abgerufen am 21. Oktober 2019.
  17. Akutes Erschoepfungssyndrom Sascha Lewandowski nicht mehr Trainer des 1. FC Union Berlin. In: fc-union-berlin.de. 1. FC Union Berlin e. V., 4. März 2016, abgerufen am 21. Oktober 2019.
  18. Jens Keller wird neuer Cheftrainer des 1. FC Union Berlin. In: fc-union-berlin.de. 1. FC Union Berlin e. V., 11. April 2016, abgerufen am 21. Oktober 2019.
  19. Asanka Schneider: Union Berlin Aufstieg gepackt – eine Bereicherung für die Bundesliga. In: sport-90.de. 28. Mai 2019, abgerufen am 28. Mai 2019.
  20. 1. FC Union Berlin unterliegt Leipzig 0:4. In: fc-union-berlin.de. Abgerufen am 26. Januar 2022.
  21. Union feiert gegen Mainz höchsten Bundesliga-Sieg. 2. Oktober 2020, abgerufen am 3. September 2020.
  22. Union Berlin – Arminia Bielefeld 5.0! Kruse saustark nach „Schweine“-Post. Abgerufen am 7. November 2020.
  23. Markus Lotter: Union Berlin goes West: Warum der Umzug ins Olympiastadion so reizvoll ist. Abgerufen am 23. August 2021.
  24. Markus Lotter: Historischer Moment: Union Berlin erstmals Tabellenführer! In: Berliner Zeitung. 11. September 2022, abgerufen am 12. September 2022.
  25. 1. FC Union Berlin erstmals in der Champions League. 27. Mai 2023, abgerufen am 6. September 2023.
  26. Urs Fischer und Union beenden Zusammenarbeit. In: fc-union-berlin.de. 15. November 2023, abgerufen am 15. November 2023.
  27. Nenad Bjelica ist neuer Cheftrainer des 1. FC Union Berlin. In: fc-union-berlin.de. 26. November 2023, abgerufen am 26. November 2023.
  28. Matthias Wolf: Wer guckt, sieht mehr. In: Berliner Zeitung. 12. Mai 2009, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 13. März 2016; abgerufen am 21. Oktober 2019.
  29. 1. FC Union verkündet Rekordzahlen und hat große Pläne, Die Zeit, abgerufen am 23. Juni 2023.
  30. Der „Eiserne“ Weg nach oben: Die Erfolgsstory des 1. FC Union Berlin, Spobis, abgerufen am 23. Juni 2023.
  31. Raik Hannemann: Der 1. FC Union erhält einen Vorschuss mit Hintergedanken. In: Berliner Morgenpost. 30. Januar 2019, abgerufen am 21. Oktober 2019.
  32. Neuer Hauptsponsor für Union Berlin. In: stadionwelt.de. 17. März 2022, abgerufen am 21. März 2022.
  33. Trikots. In: immerunioner.de. Abgerufen am 21. Oktober 2019.
  34. Union vereint. Schulter an Schulter – Stiftung des 1. FC Union Berlin feierlich errichtet. In: fc-union-berlin.de. 1. FC Union Berlin e. V., 6. Oktober 2016, abgerufen am 30. März 2019: „Der 1. FC Union Berlin engagiert sich seit Jahren mit einer Vielzahl an gesellschaftlichen Projekten auch abseits des Profifußballs. Um getreu der Union-Maxime „Der Starke hilft dem Schwachen“ das gesellschaftliche Engagement ausbauen und mit neuen Partnern verstärken zu können, hat der Verein eine eigene Stiftung ins Leben gerufen.“
  35. Jochen Lesching im Interview mit Gunnar Leue: „Bei uns regieren nicht nur Kommerz und Kohle“. Jochen Lesching half in der DDR, den Rock überhaupt auf die Bühne zu bringen, nach der Wende gründete er ein erfolgreiches Unternehmen, und er ist Mitglied der viel beschworenen Union-Familie. Seine Vita passt nicht ganz ins vorherrschende Bild vom Unioner, der in der DDR permanent im Widerstand war, und spiegelt doch viel Typisches der Fans des Köpenicker Kicker. In: taz. 30. März 2019, abgerufen am 30. März 2019.
  36. Über Uns. www.fc-union-stiftung.de, 2019, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 10. August 2020; abgerufen am 21. Oktober 2019.
  37. 1. FC Union Berlin. Abgerufen am 19. November 2019.
  38. Peter Gribat schuf 1966 das Emblem für den 1. FC Union. In: Berliner Woche, abgerufen am 26. August 2021.
  39. Erstmals in Champions League: Pure Ekstase bei Union Berlin. In: faz.net. Frankfurter Allgemeine Zeitung (F.A.Z.), 27. Mai 2023, abgerufen am 27. Mai 2023: „[…] 1. FC Union Berlin hat seine sensationelle Saison mit dem Einzug in die Champions League gekrönt. Es ist der größte Erfolg der bisherigen Vereinsgeschichte für den Klub […]“
  40. 1. FC Union Berlin stellt Stadion-Projekt der Öffentlichkeit vor. In: fc-union-berlin.de. 1. FC Union Berlin e. V., 14. Januar 2007, abgerufen am 21. Oktober 2019.
  41. 1. FC Union Berlin e. V. unterschreibt Erbbaurechtsvertrag. In: fc-union-berlin.de. 1. FC Union Berlin e. V., 4. September 2008, abgerufen am 21. Oktober 2019.
  42. Infolge der COVID-19-Pandemie mussten fünf Heimspiele ohne Zuschauer ausgetragen werden. Der Zuschauerschnitt bezieht sich auf die restlichen zwölf Heimspiele.
  43. Infolge der COVID-19-Pandemie mussten 13 Heimspiele ohne Zuschauer ausgetragen werden. Bei den restlichen vier Heimspielen war die erlaubte Kapazität des Stadions erheblich reduziert. Der Zuschauerschnitt bezieht sich auf diese vier Heimspiele.
  44. Infolge der COVID-19-Pandemie war bei zahlreichen Heimspielen die erlaubte Kapazität des Stadions unterschiedlich teilweise erheblich reduziert, beispielsweise am 19. Spieltag auf 3.000 Zuschauer.
  45. Bis 2020 bundesligatauglich: Stadion An der Alten Försterei wächst auf 37.000 Plätze. In: fc-union-berlin.de. 1. FC Union Berlin e. V., 20. Juni 2017, abgerufen am 21. Oktober 2019.
  46. Nach Aufstieg von Union Berlin in die 1. Bundesliga: Der Umbau des Stadions An der Alten Försterei muss warten. In: Berliner Zeitung. 4. Februar 2020, abgerufen am 8. September 2022.
  47. Union Berlin präsentiert gesunde Finanzen und große Umbaupläne. In: rbb24. 8. Oktober 2023, abgerufen am 28. Oktober 2023.
  48. Sebastian Karkos: Wird die neue Alte Försterei erst 2029 eröffnet? In: BZ Die Stimme Berlins. 13. Januar 2023, abgerufen am 23. Januar 2023.
  49. Union Berlin geht neue Wege beim Weihnachtssingen. In: sport.de. 1. Dezember 2020, abgerufen am 7. September 2022.
  50. Wieder kein Weihnachtssingen bei Union Berlin. In: Die Welt. 30. November 2021, abgerufen am 7. September 2022.
  51. Alte Försterei: Stadionbetriebsgesellschaft übt ihr vertraglich gesichertes Ankaufsrecht aus, Senatsverwaltung für Finanzen, abgerufen am 25. Juni 2023.
  52. Kader. In: fc-union-berlin.de. Abgerufen am 28. August 2023.
  53. Gut versorgt: Charité betreut Fußballer des 1. FC Union Berlin in Bundesliga, Charité Universitätsmedizin, 1. Juli 2019, abgerufen am 5. Juni 2023.
  54. Matthias Wolf: Der Aufpasser ist überall. In: Berliner Zeitung. 4. Oktober 2005, abgerufen am 21. Oktober 2019.
  55. 1. FC Union Berlin: Leitung der Lizenzabteilung wird neu ausgerichtet – Trennung von Christian Beeck. In: fc-union-berlin.de. 1. FC Union Berlin e. V., 17. Mai 2011, abgerufen am 9. Oktober 2019.
  56. Andreas Baingo: Paukenschlag; Bönig hört einfach auf. In: Berliner Kurier. 25. April 2009, abgerufen am 21. Oktober 2019.
  57. Torsten Schulz: Das Trikot – Eine Erinnerung an den vor zehn Jahren verstorbenen Fußballer Reinhard Lauck. In: Berliner Zeitung. 20. Oktober 2007, abgerufen am 21. Oktober 2019.
  58. Daniel Roßbach, Sebastian Fiebrig: #22 – Wie Torsten Mattuschka zu seinem Lied kam. In: Und niemals vergessen. Und niemals vergessen, 18. November 2019, abgerufen am 30. August 2022.
  59. Sachsens Fußball in Gegenwart und Vergangenheit. Statistiken zum DDR-Fußball von 1971 bis 1991. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 24. Oktober 2019; abgerufen am 21. Oktober 2019.
  60. FC Carl Zeiss Jena – 1. FC Union Berlin II – Zahlen.Daten.Fakten – Details. In: fc-carlzeiss-jena.de. FC Carl Zeiss Jena Fußball Spielbetriebs GmbH, 6. Mai 2014, abgerufen am 21. Oktober 2019.
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  63. Christoph Lorke: "Ungehindert abreagieren". In: bpb.de. Bundeszentrale für politische Bildung, 3. Mai 2012, abgerufen am 21. Oktober 2019.
  64. 50. UNION-FANCLUB REGISTRIERT. 1. FC Union Berlin, 2. Mai 2003, abgerufen am 12. Juli 2020.
  65. 1. FC Union Berlin erweitert Hausordnung um Antidiskriminierungspassus. In: c-union-berlin.de. 1. FC Union Berlin e. V., 23. Februar 2007, abgerufen am 21. Oktober 2019.
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  67. AUSWÄRTSFAHRER-TABELLE DER 1. BUNDESLIGA 2019/20. Fußballmafia.de, 1. Juli 2020, abgerufen am 12. Juli 2020.
  68. Thomas Loy: Andreas Freese; Plakate kleben, Geld zahlen, bluten für Union: Einer muss es ja machen. In: Der Tagesspiegel. 2. März 2007, abgerufen am 21. Oktober 2019.
  69. Scholz & Friends: Lässt Berlin bluten – für den 1. FC Union. Abgerufen am 24. Januar 2022.
  70. Die Rettung! Bayern blutet für Union und die BSR verlängert. (Online [abgerufen am 3. Dezember 2017]).
  71. Union ist mehr als nur Fußball und das Drachenbootrennen ist ein Beweis dafür. Textilvergehen.de, 2. September 2018, abgerufen am 12. Juli 2020.
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  73. Sebastian Karkos: Union feiert Geburtstag mit Bundesligist BVB. In: B.Z. 18. Dezember 2015, abgerufen am 21. Oktober 2019.
  74. Alina Schwermer: Berliner Fußball-Klubs: Der Ost-Ost-Konflikt. In: Die Tageszeitung. 18. Mai 2019, ISSN 0931-9085 (Online [abgerufen am 1. Juli 2019]).
  75. Michael Jahn: Zum letzten Mal: Union contra BFC. In: Berliner Zeitung. 22. April 2000, abgerufen am 21. Oktober 2019.
  76. Sven Goldmann: Hertha und Union: Wo die Liebe nicht mehr hinfällt. In: Der Tagesspiegel. 3. September 2012, abgerufen am 21. Oktober 2019.
  77. René Wiese: Wie der Fußball Löcher in die Mauer schoss – Die Ost-West-Alltagskultur des Fußballs in Berlin (1961–1990). In: Jutta Braun, Hans Joachim Teichler: Sportstadt Berlin im Kalten Krieg. Prestigekämpfe und Systemwettstreit. Ch. Links Verlag, Berlin 2006, S. 239–284, auf S. 260.
  78. René Wiese: Wie der Fußball Löcher in die Mauer schoss – Die Ost-West-Alltagskultur des Fußballs in Berlin (1961–1990). In: Jutta Braun, Hans Joachim Teichler: Sportstadt Berlin im Kalten Krieg. Prestigekämpfe und Systemwettstreit. Ch. Links Verlag, Berlin 2006, S. 239–284, auf S. 257–258.
  79. Thomas Wheeler: Als sich Hertha und Union noch lieb hatten. In: Deutschlandfunk. 3. Oktober 2019, abgerufen am 9. Juli 2020.
  80. 1. FC Union Berlin. In: ww.fc-union-berlin.de. Abgerufen am 18. Juni 2020.
  81. Unionliga, Unionliga.eu, abgerufen am 9. Juli 2020.
  82. Christian Seidl: Fanhymne – Was macht Nina Hagens „Eisern Union“ zum Ohrwurm? In: Berliner Zeitung. 5. August 2014, abgerufen am 21. Oktober 2019.
  83. 1. FC Union Berlin. Abgerufen am 15. November 2022.
  84. Bei mir gibt’s keine Torjubelmusik. taz, 26. März 2012, abgerufen am 12. Juli 2020.
  85. Und freitags in die „Grüne Hölle“ – Doku (ganzer Film auf Deutsch) – DEFA. DEFA-Filmwelt (offizieller DEFA-YouTube-Kanal), abgerufen am 24. September 2020.


Koordinaten: 52° 27′ 23,7″ N, 13° 33′ 56,6″ O