Berliner Kurier

eine Boulevardzeitung aus Berlin

Der Berliner Kurier ist eine Boulevardzeitung aus Berlin, die im Berliner Verlag erscheint. Der Berliner Kurier ist vor allem in den östlichen Bezirken Berlins verbreitet. Die verkaufte Auflage erreichte im vierten Quartal 2019 70.771 Exemplare.[1] Im 1. Quartal 2020 wurde wegen der Coronavirus-Pandemie keine Auflage ausgewiesen.[2]

Berliner Kurier
Logo der Zeitung
Beschreibung Boulevardzeitung
Sprache Deutsch
Verlag Berliner Verlag (Deutschland)
Hauptsitz Berlin
Erstausgabe 15. Juni 1949
Erscheinungsweise täglich
Reichweite 0,21 Mio. Leser
(MA 2019 II)
Chefredakteur Matthias Thieme
Geschäftsführer Michael Maier (Vorsitzender)
Holger Friedrich
Weblink berliner-kurier.de
ISSN (Print)
Logo 2008

Von 1949 bis 1990 trug die Zeitung den Namen BZ am Abend.

Geschichte der ZeitungBearbeiten

Die erste Ausgabe erschien am 15. Juli 1949 unter dem Namen BZ am Abend im Berliner Verlag GmbH. 1953 wurde die BZ am Abend dem ZK der SED unterstellt. Als Herausgeber trat weiterhin der Berliner Verlag auf. Sie war jedoch dem SED-Pressemonopol zuzurechnen. Die BZ am Abend war lange die einzige Abend- und Straßenverkaufszeitung der DDR. Bis zum Ende der DDR hatte sie eine tägliche Auflage von rund 200.000 Exemplaren.

Nach dem Fall der Mauer übernahm 1990 der Zeitschriftenverlag Gruner + Jahr zusammen mit dem Verleger Robert Maxwell den Berliner Verlag und damit die BZ am Abend und die Berliner Zeitung. Aus der BZ am Abend wurde der Berliner Kurier, auch um Verwechslungen mit dem Wettbewerber aus dem Westen, der B.Z., zu vermeiden.

 
Marke der BZ am Abend, 1989

Nach der Entscheidung des Mutterkonzerns Bertelsmann, sich auf seine Kernkompetenzen zu beschränken, begann Gruner + Jahr, sich von seinen Zeitungsbeteiligungen zu trennen. Die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck, bis dahin bereits mit dem Tagesspiegel auf dem Berliner Markt aktiv, versuchte im Juni 2002 den Berliner Verlag zu übernehmen. Diese Übernahme wurde vom Bundeskartellamt untersagt. Eine Beschwerde des Verlags vor dem OLG Düsseldorf wurde abschlägig beschieden. Holtzbrinck reichte daraufhin Klage beim Bundesgerichtshof ein. Formal gehörte der Verlag damit weiterhin der Bertelsmann-Tochter Gruner + Jahr, die ihn 2005 an die BV Deutsche Zeitungsholding veräußerte, die zur Mecom Group gehörte. Im Januar 2009 verkaufte die Mecom Group den Berliner Verlag an die Kölner Mediengruppe M. DuMont Schauberg.[3]

Zum 1. November 2016 wurde die Redaktion durch die Berliner Newsroom GmbH abgelöst, die als Dienstleister die Inhalte der Berliner Zeitung und des Berliner Kuriers erstellt.[4] Von Oktober 2018 bis Januar 2020 bezog der Berliner Kurier seine überregionalen Inhalte vom RedaktionsNetzwerk Deutschland.[5][6]

Im September 2019 übernahm das Berliner Unternehmerpaar Silke und Holger Friedrich den Berliner Verlag.[7]

AuflageBearbeiten

 
Die BZ am Abend im Straßenverkauf in Ost-Berlin, 1959

Der Berliner Kurier gehört zu den deutschen Tageszeitungen mit den größten Auflagenverlusten der vergangenen Jahre. Die verkaufte Auflage ist in den vergangenen 10 Jahren um durchschnittlich 5,3 % pro Jahr gesunken. Im vergangenen Jahr ist sie dagegen um 4,9 % gestiegen.[8]

Entwicklung der verkauften Auflage[9]

ChefredakteureBearbeiten

  • 1990–1996 Wieland Sandmann
  • 1997–2000 Adolf Schwaner
  • 2000–2003 Caroline Methner
  • 2003–2015 Hans-Peter Buschheuer
  • 2015–2020 Elmar Jehn
  • seit 2020 Matthias Thieme

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Laut IVW
  2. Laut IVW
  3. DuMont Schauberg kauft Berliner Verlag faz.net, 13. Januar 2009
  4. DuMont baut neuen integrierten Newsroom in Berlin berliner-zeitung.de, 27. Oktober 2016
  5. Madsack Mediengruppe und DuMont gründen Hauptstadtredaktion haz.de, 23. Mai 2018
  6. “Berliner Zeitung” trennt sich laut Bericht im Februar vom Redaktionsnetzwerk Deutschland. meedia.de, 29. Januar 2020.
  7. Unternehmerpaar kauft „Berliner Zeitung“ faz.net, 17. September 2019
  8. laut IVW (online)
  9. laut IVW, jeweils viertes Quartal (Details auf ivw.eu)