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DDR-Fußball-Oberliga 1967/68
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Meister FC Carl Zeiss Jena
Europapokal der
Landesmeister
FC Carl Zeiss Jena
Messepokal FC Hansa Rostock
1. FC Lokomotive Leipzig
Pokalsieger 1. FC Union Berlin
Europapokal der
Pokalsieger
1. FC Union Berlin
Absteiger SG Dynamo Dresden
BSG Lokomotive Stendal
Mannschaften 14
Spiele 182
Tore 474  (ø 2,6 pro Spiel)
Zuschauer 2.213.000  (ø 12.159 pro Spiel)
Torschützenkönig Gerd Kostmann,
(FC Hansa Rostock)
DDR-Fußball-Oberliga 1966/67

Die DDR-Oberliga 1967/68 war die 19. Auflage der höchsten Spielklasse der DDR. Meister wurde zum zweiten Mal der FC Carl Zeiss Jena. Die Saison begann am 12. August 1967 und endete am 1. Juni 1968.

Inhaltsverzeichnis

NamenswechselBearbeiten

Die BSG Motor Zwickau fusionierte am 1. Mai 1968 mit der BSG Aktivist Zwickau zur BSG Sachsenring Zwickau. Motor spielte als erste Mannschaft von Sachsenring weiter in der Oberliga, Aktivist trat in der DDR-Liga als Sachsenring Zwickau II an.

SaisonverlaufBearbeiten

 
Gratulation an den Meister Carl Zeiss Jena

Obwohl Jena am Ende mit fünf Punkten Vorsprung Meister wurde, konnte der Verfolger aus Rostock lange Zeit Paroli bieten. Am 22. Spieltag kam zum Aufeinandertreffen der beiden Mannschaften, welches Rostock mit 2:1 für sich entschied und damit Punktgleichheit geschaffen hatte. Von den restlichen vier Saisonspielen gewann Hansa dann aber nur noch eins und verlor drei, während Carl Zeiss im Schlussspurt drei Siege und ein Unentschieden erreichte. Für den FC Carl Zeiss Jena war die Meisterschaft der Auftakt zu einer Ära, in der man 16 Spielzeiten in Folge sich immer in den Top Fünf platzierte. Umso überraschender war die folgende Niederlage Jenas im Finale des FDGB-Pokals gegen den 1. FC Union Berlin.

Für Rostock war es schon die fünfte Vizemeisterschaft (inklusive der Übergangsrunde 1955). Hinzu kamen weitere vier Zweitplatzierungen im FDGB-Pokal, womit Hansa seinen Ruf als „Ewiger Zweiter“ festigte. Dahinter folgten der Aufsteiger 1. FC Magdeburg, der ebenfalls am Beginn seiner erfolgreichen Zeit in den 1970ern stand, der Rekordmeister Vorwärts Berlin, Lokomotive Leipzig – zum fünften Mal in Folge unter den besten Fünf – sowie der Überraschungsmeister des Vorjahres FC Karl-Marx-Stadt.

Lange offen war die Entscheidung um den Abstieg. Vor dem vorletzten Spieltag lagen zwischen dem Tabellenletzten und dem Tabellenachten nur drei Punkte Unterschied. Am letzten Spieltag kam es zu der Konstellation, dass die drei letzten Mannschaften jeweils 20 Punkte hatten und zwei davon, Chemie Leipzig und Dynamo Dresden, direkt aufeinandertrafen. In Dresden trennten sich die Teams vor 30.000 Zuschauern mit 1:1-Unentschieden, womit Leipzig aufgrund des besseren Torverhältnisses in der Oberliga blieb. Die dritte Mannschaft Lokomotive Stendal hätte mit einem Sieg beide Konkurrenten überholen können, verlor aber zuhause mit 1:4 gegen Jena und begleitete somit Dresden in die zweite Klasse. Während es für Stendal die letzte Spielzeit in der Oberliga war, kam Dresden bereits nach einem Jahr wieder zurück und dominierte danach zusammen mit Jena und Magdeburg ein Jahrzehnt lang den DDR-Fußball.

AbschlusstabelleBearbeiten

Pl. Verein Sp. S U N Tore Diff. Punkte
 1. FC Carl Zeiss Jena  26  17  5  4 051:190 +32 39:13
 2. FC Hansa Rostock  26  15  4  7 037:270 +10 34:18
 3. 1. FC Magdeburg (N)  26  13  7  6 043:380  +5 33:19
 4. FC Vorwärts Berlin *  26  9  10  7 034:290  +5 26:24
 5. 1. FC Lokomotive Leipzig  26  9  7  10 039:350  +4 25:27
 6. FC Karl-Marx-Stadt (M)  26  8  9  9 033:300  +3 25:27
 7. BSG Sachsenring Zwickau (P)  26  11  3  12 036:340  +2 25:27
 8. 1. FC Union Berlin  26  9  7  10 026:350  −9 25:27
 9. FC Rot-Weiß Erfurt (N)  26  8  7  11 034:390  −5 23:29
10. Hallescher FC Chemie  26  8  7  11 032:410  −9 23:29
11. BSG Wismut Aue  26  9  4  13 032:400  −8 22:30
12. BSG Chemie Leipzig  26  7  7  12 026:320  −6 21:31
13. SG Dynamo Dresden  26  5  11  10 025:330  −8 21:31
14. BSG Lokomotive Stendal  26  7  6  13 026:420 −16 20:32
* Vorwärts Berlin wurden aufgrund des unerlaubten Einsatzes des Spielers Ulrich Ebert in einem Freundschaftsspiel gegen den Viertligisten Motor Lößnitz zwei Punkte abgezogen. Ebert war bei seinem bisherigen Team Wismut Aue aus disziplinarischen Gründen gemeinschaftsintern gesperrt worden war. Da die Sperre laut DFV-Regularien auch beim Gemeinschaftswechsel bestehen blieb, wurde der Armeesportklub wegen Einsatz eines gesperrten Spielers mit einem Abzug von zwei Punkten bestraft.
  • DDR-Meister und Teilnehmer am Europapokal der Landesmeister 1968/69
  • DDR-Pokalsieger und Teilnehmer am Europapokal der Pokalsieger 1968/69
  • Teilnehmer am Messestädte-Pokal 1968/69
  • Absteiger in die DDR-Liga 1968/69
  • (M) Meister der letzten Saison
    (P) Pokalsieger der letzten Saison
    (N) Aufsteiger der letzten Saison
    Aufsteiger aus der DDR-Liga 1967/68: Berliner FC Dynamo, BSG Stahl Riesa

    KreuztabelleBearbeiten

    1967/68[1]       LOK                  
    1. FC Carl Zeiss Jena 4:1 1:0 3:0 3:1 2:0 2:0 3:0 1:0 2:0 3:1 2:0 2:0 1:0
    2. FC Hansa Rostock 2:1 3:2 0:1 2:0 1:0 3:0 1:0 1:0 3:1 2:1 2:1 1:1 2:0
    3. 1. FC Magdeburg 3:2 1:0 3:1 2:0 1:1 1:2 1:1 3:3 3:2 1:0 1:0 2:0 3:2
    4. FC Vorwärts Berlin 3:2 1:1 3:3 2:2 0:0 2:1 1:1 0:0 3:0 3:0 2:1 4:0 1:1
    5. 1. FC Lokomotive Leipzig 0:0 2:2 4:1 1:1 2:2 1:0 0:1 3:0 5:1 0:2 3:1 2:1 4:1
    6. FC Karl-Marx-Stadt 0:4 3:0 1:0 1:1 0:1 5:2 3:2 2:2 1:1 5:0 1:0 1:1 2:0
    7. BSG Sachsenring Zwickau 1:2 1:0 5:0 2:1 2:0 2:2 1:2 5:0 0:0 0:1 1:0 2:1 4:0
    8. 1. FC Union Berlin 0:0 2:1 2:3 1:0 1:0 0:1 1:1 1:0 3:1 1:5 0:0 2:1 0:0
    9. FC Rot-Weiß Erfurt 2:1 1:0 1:1 2:0 0:3 2:1 1:2 3:0 1:1 5:1 1:1 1:2 3:0
    10. Hallescher FC Chemie 2:2 0:2 1:3 0:2 4:2 1:0 2:1 1:0 3:2 4:0 2:2 0:0 1:0
    11. BSG Wismut Aue 0:0 1:2 1:2 1:2 1:0 1:0 0:1 0:0 0:0 1:4 4:0 2:0 3:1
    12. BSG Chemie Leipzig 0:2 1:1 1:2 1:0 3:1 1:0 3:0 5:2 2:0 1:0 1:1 0:0 0:1
    13. SG Dynamo Dresden 2:2 0:1 1:1 0:0 1:1 2:0 2:0 3:1 1:2 0:0 1:4 1:1 4:1
    14. BSG Lokomotive Stendal 1:4 2:3 0:0 2:0 1:1 1:1 2:0 0:2 4:2 2:0 2:1 2:0 0:0

    StatistikBearbeiten

    Die MeistermannschaftBearbeiten

    FC Carl Zeiss Jena
    Wolfgang Blochwitz (23 Spiele / Tore -)
    Peter Rock (22/6), Michael Strempel (25/3), Heinz Marx (26/1), Jürgen Werner (24/3)
    Gerd Brunner (22/2), Rainer Schlutter (26/11)
    Helmut Stein (24/3), Peter Ducke (22/7), Dieter Scheitler (21/7), Roland Ducke (25/5)
    Trainer: Georg Buschner
    außerdem: Hans-Ulrich Grapenthin (Tor, 3/-), Udo Preuße (17/1), Werner Krauß (12/2), Winfried Patzer (1/-), Hans Meyer (1/-)

    ToreBearbeiten

    In den 182 Punktspielen fielen 474 Tore, im Schnitt 2,60 pro Spiel. Die meisten Tore einem Spiel fielen mit jeweils 5:2 Treffern in den Partien Karl-Marx-Stadt gegen Zwickau am ersten sowie Chemie Leipzig gegen Union Berlin am 14. Spieltag. Die höchsten Siege feierten mit 5:0 Treffern Karl-Marx-Stadt gegen Aue am sechsten sowie zwei Mal Zwickau gegen Magdeburg (achter Spieltag) bzw. Erfurt (16. Spieltag). Gerd Kostmann vom FC Hansa Rostock wurde zum ersten Mal Torschützenkönig der Oberliga.

    Torschützenliste
    Spieler Mannschaft Tore
    1. Gerd Kostmann FC Hansa Rostock 15
    2. Wolfram Löwe 1. FC Lokomotive Leipzig 13
    3. Eberhard Vogel FC Karl-Marx-Stadt 12
    4. Dieter Scheitler FC Carl Zeiss Jena 11
    Gerd Stieler FC Rot-Weiß Erfurt 11
    Meinhard Uentz 1. FC Union Berlin 11

    ZuschauerBearbeiten

    Insgesamt sahen 2.213.000 Zuschauer die 182 Oberligaspiele, das ergibt einen Schnitt von 12.159 Zuschauern pro Spiel. Den höchsten Zuschauerschnitt verzeichnete der Absteiger Dynamo Dresden mit 19.615. Am wenigsten Zuschauer kamen zu den Spielen des anderen Absteigers Lokomotive Stendal (6.038). Mit 40.000 Zuschauern hatte die Begegnung 1. FC Magdeburg – FC Carl Zeiss Jena am 19. Spieltag den größten Zulauf.

    Mannschaft   Zuschauer
    BSG Wismut Aue 000000000009077.00000000009.077
    1. FC Union Berlin 000000000009308.00000000009.308
    FC Vorwärts Berlin 000000000007238.00000000007.238
    SG Dynamo Dresden 000000000019615.000000000019.615
    FC Rot Weiß Erfurt 000000000014646.000000000014.646
    Hallescher FC Chemie 000000000015269.000000000015.269
    FC Carl Zeiss Jena 000000000009923.00000000009.923
    FC Karl-Marx-Stadt 000000000015692.000000000015.692
    BSG Chemie Leipzig 000000000012885.000000000012.885
    1. FC Lokomotive Leipzig 000000000010769.000000000010.769
    1. FC Magdeburg 000000000013962.000000000013.962
    FC Hansa Rostock 000000000015808.000000000015.808
    BSG Lokomotive Stendal 000000000006038.00000000006.038
    BSG Motor Zwickau 000000000009231.00000000009.231

    Fußballer des JahresBearbeiten

    Nach der Saison wurde Bernd Bransch vom Halleschen FC Chemie zum ersten Mal als Fußballer des Jahres 1968 ausgezeichnet. Auf den Plätzen zwei und drei folgten Herbert Pankau (Hansa Rostock) und Roland Ducke (FC Carl Zeiss Jena).

    FDGB-PokalBearbeiten

    Der FDGB-Pokal wurde in dieser Spielzeit vom Oberliga-Achten 1. FC Union Berlin gewonnen. Die Berliner besiegten im Finale überraschend den Meister Carl Zeiss Jena, der damit die Chance auf das erste DDR-Fußball-Double verpasste. Union hatte zuvor bereits den Pokalverteidiger aus Zwickau und den Rekordmeister Vorwärts geschlagen.

    Internationale WettbewerbeBearbeiten

    Der Europapokalsaison verlief für die DDR erneut erfolglos. Lediglich Lokomotive Leipzig überstand im Messestädte-Pokal die erste Runde. Für Karl-Marx-Stadt (im Europapokal der Landesmeister gegen den RSC Anderlecht), Motor Zwickau (im Europapokal der Pokalsieger gegen Torpedo Moskau) und Dynamo Dresden (im Messestädte-Pokal gegen die Glasgow Rangers) war dagegen nach dem ersten Gegner Schluss. Lok unterlag aber bereits in der zweiten Runde dem FK Vojvodina Novi Sad. In der Saisonvorbereitung wurde außerdem erstmals der Intertoto-Cup ausgetragenen. Hier nahmen Lokomotive Leipzig, Carl Zeiss Jena, Dynamo Dresden und Union Berlin teil, konnten aber jeweils nicht ihre Gruppe gewinnen.

    Siehe auchBearbeiten

    WeblinksBearbeiten

    EinzelnachweiseBearbeiten

    1. Tabelle und Ergebnisse. In: eu-football.info. Abgerufen am 7. April 2019.