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Liste der Torschützenkönige der Fußball-Bundesliga

Wikimedia-Liste
Robert Lewandowski, Torschützenkönig (2019)

Diese Liste führt alle Torschützenkönige der Fußball-Bundesliga seit deren Gründung zur Saison 1963/64 auf.[1] Im weiteren Teil werden die erfolgreichsten Spieler und erfolgreichsten Vereine genannt. Torschützenkönig ist derjenige Spieler, der im Verlauf einer Bundesligasaison die meisten Tore erzielt. Seit der Saison 1965/66 wird der Torschützenkönig vom Kicker-Sportmagazin mit der Torjägerkanone ausgezeichnet.[2] In den bislang 54 Spielzeiten der Fußball-Bundesliga wurden insgesamt 45 verschiedene Spieler Torschützenkönig. Sie erzielten dabei im Schnitt 25 Tore. Amtierender Torschützenkönig ist Robert Lewandowski vom FC Bayern München.

Rekord-Torschützenkönig ist Gerd Müller mit 40 Toren aus der Saison 1971/72. Er wurde insgesamt sieben Mal Torschützenkönig und damit am häufigsten. Nach Müller ist Robert Lewandowski mit vier Auszeichnungen der erfolgreichste Spieler. Erster ausländischer Torschützenkönig war 1990 der Norweger Jørn Andersen. Der älteste Torschützenkönig war 2002 Martin Max mit 33 Jahren, während Gerd Müller 1967 mit 21 Jahren der jüngste war. Insgesamt zehn Mal teilten sich zwei Spieler den Titel. Erfolgreichster Verein ist der FC Bayern München, der insgesamt 18 Mal den Torschützenkönig stellte. 19 Mal stammte der Torschützenkönig der Bundesliga aus der Meistermannschaft.

In fast allen Spielzeiten bestand die Bundesliga aus 18 Mannschaften, die jeweils 34 Saisonspiele austrugen. Nur in den ersten beiden waren es 16 Mannschaften mit 30 Spieltagen, und 1991/92 spielten im Zuge der deutschen Wiedervereinigung 20 Mannschaften, die jeweils 38 Spiele absolvierten.

Inhaltsverzeichnis

Liste der TorschützenkönigeBearbeiten

 
Uwe Seeler, erster Torschützenkönig (2006)
 
Gerd Müller, siebenmaliger und jüngster Torschützenkönig (2006)
 
Karl-Heinz Rummenigge, dreimaliger Torschützenkönig (2008)
 
Klaus Allofs, zweimaliger Torschützenkönig und der erste, der die Auszeichnung bei zwei verschiedenen Vereinen erhielt (2009)
 
Ulf Kirsten, dreimaliger Torschützenkönig und der einzige, der auch in der DDR-Oberliga spielte (ca. 1997)
 
Martin Max, zweimaliger und ältester Torschützenkönig (1996)
  • Spieler: Fett geschriebene Spielernamen kennzeichnen Spieler, die noch in der 1. Bundesliga aktiv sind, kursiv geschrieben sind weitere noch aktive Spieler
  • Tore: Fett geschriebene Zahlen kennzeichnen den Gewinn des Goldenen Schuhs als bester Torjäger Europas[3]
  • Alter: Stichtag ist jeweils der 30. Juni

Farblegende am unteren Ende der Tabelle

Saison Spieler Verein Tore Alter
1963/64 Deutschland Bundesrepublik  Uwe Seeler Hamburger SV 30 28
1964/65 Deutschland Bundesrepublik  Rudolf Brunnenmeier TSV 1860 München 24 24
1965/66 Deutschland Bundesrepublik  Lothar Emmerich Borussia Dortmund 31 24
1966/67 Deutschland Bundesrepublik  Lothar Emmerich Borussia Dortmund 28 25
Deutschland Bundesrepublik  Gerd Müller FC Bayern München 28 21
1967/68 Deutschland Bundesrepublik  Hannes Löhr 1. FC Köln 27 25
1968/69 Deutschland Bundesrepublik  Gerd Müller FC Bayern München 30 23
1969/70 Deutschland Bundesrepublik  Gerd Müller FC Bayern München 38 24
1970/71 Deutschland Bundesrepublik  Lothar Kobluhn Rot-Weiß Oberhausen 24 28
1971/72 Deutschland Bundesrepublik  Gerd Müller FC Bayern München 40 26
1972/73 Deutschland Bundesrepublik  Gerd Müller FC Bayern München 36 27
1973/74 Deutschland Bundesrepublik  Jupp Heynckes Borussia Mönchengladbach 30 29
Deutschland Bundesrepublik  Gerd Müller FC Bayern München 30 28
1974/75 Deutschland Bundesrepublik  Jupp Heynckes Borussia Mönchengladbach 27 30
1975/76 Deutschland Bundesrepublik  Klaus Fischer FC Schalke 04 29 26
1976/77 Deutschland Bundesrepublik  Dieter Müller 1. FC Köln 34 23
1977/78 Deutschland Bundesrepublik  Dieter Müller 1. FC Köln 24 24
Deutschland Bundesrepublik  Gerd Müller FC Bayern München 24 32
1978/79 Deutschland Bundesrepublik  Klaus Allofs Fortuna Düsseldorf 22 22
1979/80 Deutschland Bundesrepublik  Karl-Heinz Rummenigge FC Bayern München 26 24
1980/81 Deutschland Bundesrepublik  Karl-Heinz Rummenigge FC Bayern München 29 25
1981/82 Deutschland Bundesrepublik  Horst Hrubesch Hamburger SV 27 31
1982/83 Deutschland Bundesrepublik  Rudi Völler Werder Bremen 23 23
1983/84 Deutschland Bundesrepublik  Karl-Heinz Rummenigge FC Bayern München 26 28
1984/85 Deutschland Bundesrepublik  Klaus Allofs 1. FC Köln 26 28
1985/86 Deutschland Bundesrepublik  Stefan Kuntz VfL Bochum 22 23
1986/87 Deutschland Bundesrepublik  Uwe Rahn Borussia Mönchengladbach 24 25
1987/88 Deutschland Bundesrepublik  Jürgen Klinsmann VfB Stuttgart 19 24
1988/89 Deutschland Bundesrepublik  Thomas Allofs 1. FC Köln 17 29
Deutschland Bundesrepublik  Roland Wohlfarth FC Bayern München 17 26
1989/90 Norwegen  Jørn Andersen Eintracht Frankfurt 18 27
1990/91 Deutschland  Roland Wohlfarth FC Bayern München 21 28
1991/92 Deutschland  Fritz Walter VfB Stuttgart 22 31
1992/93 Deutschland  Ulf Kirsten Bayer 04 Leverkusen 20 27
Ghana  Anthony Yeboah Eintracht Frankfurt 20 27
1993/94 Deutschland  Stefan Kuntz 1. FC Kaiserslautern 18 31
Ghana  Anthony Yeboah Eintracht Frankfurt 18 28
1994/95 Deutschland  Mario Basler Werder Bremen 20 26
Deutschland  Heiko Herrlich Borussia Mönchengladbach 20 23
1995/96 Deutschland  Fredi Bobic VfB Stuttgart 17 24
1996/97 Deutschland  Ulf Kirsten Bayer 04 Leverkusen 22 31
1997/98 Deutschland  Ulf Kirsten Bayer 04 Leverkusen 22 32
1998/99 Deutschland  Michael Preetz Hertha BSC 23 31
1999/00 Deutschland  Martin Max TSV 1860 München 19 31
2000/01 Bosnien und Herzegowina  Sergej Barbarez[4] Hamburger SV 22 29
Danemark  Ebbe Sand[5] FC Schalke 04 22 28
2001/02 Brasilien  Márcio Amoroso Borussia Dortmund 18 27
Deutschland  Martin Max TSV 1860 München 18 33
2002/03 Spanien  Thomas Christiansen VfL Bochum 21 30
Brasilien  Giovane Élber FC Bayern München 21 30
2003/04 Brasilien  Aílton Werder Bremen 28 30
2004/05 Slowakei  Marek Mintál[6] 1. FC Nürnberg 24 27
2005/06 Deutschland  Miroslav Klose Werder Bremen 25 28
2006/07 Griechenland  Theofanis Gekas VfL Bochum 20 27
2007/08 Italien  Luca Toni FC Bayern München 24 31
2008/09 Brasilien  Grafite VfL Wolfsburg 28 30
2009/10 Bosnien und Herzegowina  Edin Džeko VfL Wolfsburg 22 24
2010/11 Deutschland  Mario Gómez FC Bayern München 28 25
2011/12 Niederlande  Klaas-Jan Huntelaar FC Schalke 04 29 28
2012/13 Deutschland  Stefan Kießling Bayer 04 Leverkusen 25 29
2013/14 Polen  Robert Lewandowski Borussia Dortmund 20 25
2014/15 Deutschland  Alex Meier Eintracht Frankfurt 19 32
2015/16 Polen  Robert Lewandowski FC Bayern München 30 27
2016/17 Gabun  Pierre-Emerick Aubameyang Borussia Dortmund 31 27
2017/18 Polen  Robert Lewandowski FC Bayern München 29 29
2018/19 Polen  Robert Lewandowski FC Bayern München 22 30
Fußballer des Jahres Fußballer des Jahres in seinem Land Deutscher Meister Rekordmarke

RanglistenBearbeiten

nach Spielern
Rang Spieler Titel Jahre
1 Deutschland  Gerd Müller 7 1967, 1969, 1970, 1972, 1973, 1974, 1978
2 Polen  Robert Lewandowski 4 2014, 2016, 2018, 2019
3 Deutschland  Ulf Kirsten 3 1993, 1997, 1998
Deutschland  Karl-Heinz Rummenigge 3 1980, 1981, 1984
5 Deutschland  Klaus Allofs 2 1979, 1985
Deutschland  Lothar Emmerich 2 1966, 1967
Deutschland  Jupp Heynckes 2 1974, 1975
Deutschland  Stefan Kuntz 2 1986, 1994
Deutschland  Martin Max 2 2000, 2002
Deutschland  Dieter Müller 2 1977, 1978
Deutschland  Roland Wohlfarth 2 1989, 1991
Ghana  Anthony Yeboah 2 1993, 1994
nach Vereinen
Rang Verein Titel
1 FC Bayern München 18
2 1. FC Köln 5
Borussia Dortmund 5
4 Werder Bremen 4
Borussia Mönchengladbach 4
Bayer 04 Leverkusen 4
Eintracht Frankfurt 4
8 VfL Bochum 3
Hamburger SV 3
TSV 1860 München 3
FC Schalke 04 3
VfB Stuttgart 3
13 VfL Wolfsburg 2
nach Ländern
Rang Land Titel
1 Deutschland  Deutschland 46
2 Brasilien  Brasilien 4
Polen  Polen 4
4 Bosnien und Herzegowina  Bosnien und Herzegowina 2
Ghana  Ghana 2
6 Danemark  Dänemark 1
Gabun  Gabun 1
Griechenland  Griechenland 1
Italien  Italien 1
Niederlande  Niederlande 1
Norwegen  Norwegen 1
Slowakei  Slowakei 1
Spanien  Spanien 1

BesonderheitenBearbeiten

Klaus Allofs, Stefan Kuntz und Robert Lewandowski wurden bei zwei verschiedenen Vereinen Torschützenkönig. Klaus und Thomas Allofs sind das bislang einzige Brüderpaar, bei dem jeder der beiden mindestens einmal Torschützenkönig wurde. Rudi Völler und Marek Mintál wurden zudem als amtierender Torschützenkönig der 2. Bundesliga (1982 bzw. 2004)[7] im folgenden Jahr Torschützenkönig der 1. Liga (1983 bzw. 2005), während Alex Meier 2012 Torschützenkönig der 2. Liga und im Jahre 2015 Torschützenkönig der 1. Liga wurde. Gerd Müller (1970) und Miroslav Klose (2006) wurden im selben Jahr Bundesliga- und WM-Torschützenkönig,[8] Gerd Müller zudem 1972 Bundesliga- und EM-Torschützenkönig. Manfred Burgsmüller und Claudio Pizarro sind von den zehn erfolgreichsten Torschützen der Fußball-Bundesliga die einzigen Spieler, die nie Torschützenkönig wurden. Nur sechs Mal konnte der beste Torjäger der Saison im Schnitt mindestens ein Tor pro Spiel erzielen – Gerd Müller gelang das drei Mal, Dieter Müller, Grafite und Uwe Seeler je ein Mal. Die längste Karriere als Torschützenkönig hatte Gerd Müller: Zwischen seiner ersten (1967) und seiner letzten 'Torjägerkrone' (1978) liegen elf Jahre; zudem musste er sich dreimal (zwischenein noch 1974) den ersten Platz mit einem anderen Spieler teilen.

Rudolf Brunnenmeier und Uwe Seeler sind die einzigen Spieler, die sowohl in der Bundesliga als auch zuvor in einer der Oberligen Torschützenkönig wurden.

Acht Spieler wurden zuvor Torschützenkönig in der höchsten Spielklasse eines anderen Landes:

  • Giovane Elber (1994/Schweiz)[9]
  • Ebbe Sand (1998/Dänemark)[10]
  • Marcio Amoroso (1993/Japan, 1994/Brasilien,[11] 1999/Italien[12])
  • Marek Mintál (2002 und 2003/Slowakei)[13]
  • Theofanis Gekas (2005/Griechenland)[14]
  • Luca Toni (2006/Italien)[12]
  • Klaas-Jan Huntelaar (2006 und 2008/Niederlande)
  • Robert Lewandowski (2010/Polen)

Fünf Spieler wurden nach ihrem Erfolg in der Bundesliga auch Torschützenkönig in der höchsten Spielklasse eines weiteren Landes:

  • Lothar Emmerich (1970/Belgien)[15]
  • Karl-Heinz Rummenigge (1989/Schweiz)[9]
  • Luca Toni (2015/Italien)
  • Mario Gómez (2016/Türkei)[16]
  • Edin Džeko (2017/Italien)[17]

Lothar Kobluhn erhielt seine Torjägerkanone erst mit 36 Jahren Verspätung. Der Torschützenkönig der Saison 1970/71 erhielt damals keine Trophäe, weil sein Verein Rot-Weiß Oberhausen in den Bundesliga-Skandal verwickelt war.[18] Kobluhn, Márek Mintal, Alex Meier und Mario Basler sind die einzigen Spieler, die nicht als Stürmer Torschützenkönig wurden. In den Jahren 2009 und 2010 wurden mit den Wolfsburgern Grafite und Edin Džeko erstmals zwei verschiedene Spieler des gleichen Vereins nacheinander Torschützenkönig.

Bisher spielte kein Torschützenkönig bei einem Absteiger. Dem Abstieg am nächsten war Lothar Kobluhn, der in der Saison 1970/71 mit seinem Verein den 16. Platz belegte.

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Die Torschützenkönige der 1. Bundesliga. In: dfb.de. Deutscher Fußball-Bund, abgerufen am 18. September 2014.
  2. Ulrich Dehne: Torschützenkönige: Gepflegt, verehrt, weggesperrt, vergessen. In: zeit.de. Die Zeit, 31. Oktober 2006, abgerufen am 27. September 2013.
  3. Sorin Arotaritei, Roberto Di Maggio, Karel Stokkermans: Golden Boot ("Soulier d'Or") Awards. In: rsssf.com. Rec.Sport.Soccer Statistics Foundation, 29. November 2012, abgerufen am 13. Juli 2013 (englisch).
  4. Spielerprofil Sergej Barbarez. In: weltfussball.de. Abgerufen am 13. Juli 2013.
  5. Årets Fodboldspiller gennem tiderne. (Nicht mehr online verfügbar.) In: spillerforeningen.dk. Archiviert vom Original am 5. November 2013; abgerufen am 13. Juli 2013 (dänisch).   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.spillerforeningen.dk
  6. Jiří Slavík, Miroslav Samák: Slovakia – Player of the Year. In: rsssf.com. Rec.Sport.Soccer Statistics Foundation, abgerufen am 13. Juli 2013 (englisch).
  7. Matthias Arnhold, Frank Ballesteros, Manuel Schmidt: (West) Germany – Second Level Top Scorers. In: rsssf.com. Rec.Sport.Soccer Statistics Foundation, 19. September 2013, abgerufen am 27. September 2013 (englisch).
  8. Frühere Turniere. In: fifa.com. FIFA, abgerufen am 31. Oktober 2013.
  9. a b rsssf.com: Switzerland – List of Topscorers
  10. rsssf.com: Denmark – List of Topscorers
  11. footballdatabase.com: Márcio Amoroso
  12. a b rsssf.com: Italy – Serie A Top Scorers
  13. rsssf.com: Slovakia – List of Topscorers
  14. rsssf.com: Greece – List of Topscorers
  15. rsssf.com: Belgium – List of Topscorers
  16. rsssf.com: Turkey – List of Topscorers
  17. uefa.com: Italienische Serie A - Beste Torschützen
  18. Bundesliga-Skandal: Späte Genugtuung: Kobluhn erhält Torjägerkanone. In: tagesspiegel.de. Der Tagesspiegel, 29. Oktober 2007, abgerufen am 31. Oktober 2013.
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