Mats Hummels

Deutscher Fußballspieler

Mats Julian Hummels (* 16. Dezember 1988 in Bergisch Gladbach) ist ein deutscher Fußballspieler auf der Position des Innenverteidigers. Nachdem er beim FC Bayern München alle Jugendmannschaften durchlaufen hatte, spielte er ab 2008 mehr als acht Jahre lang für Borussia Dortmund, bevor er 2016 für drei Spielzeiten zum FC Bayern zurückkehrte. 2019 wechselte er nach Dortmund zurück. Mit der deutschen Nationalmannschaft wurde er 2014 Weltmeister. Darüber hinaus absolvierte er mit Stand vom Saisonende 2020/21 unter allen aktiven BVB-Spielern die meisten Ligapartien.

Mats Hummels
Mats Hummels.jpg
Aufnahme aus dem Jahr 2016
Personalia
Name Mats Julian Hummels
Geburtstag 16. Dezember 1988
Geburtsort Bergisch GladbachDeutschland
Größe 191 cm[1]
Position Abwehr
Junioren
Jahre Station
1995–2006 FC Bayern München
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
2005–2008 FC Bayern München II 42 0(5)
2007 FC Bayern München 1 0(0)
2008–2016 Borussia Dortmund 225 (19)
2016–2019 FC Bayern München 74 0(3)
2019– Borussia Dortmund 75 0(7)
Nationalmannschaft
Jahre Auswahl Spiele (Tore)2
2007–2010 Deutschland U21 21 0(5)
2010– Deutschland 76 0(5)
1 Angegeben sind nur Ligaspiele.
Stand: 27. November 2021

2 Stand: 29. Juni 2021

LebenBearbeiten

Mats Hummels kam 1988 als Sohn der Sportjournalistin Ulla Holthoff und des Fußballspielers Hermann Hummels[2] im nordrhein-westfälischen Bergisch Gladbach zur Welt. Er wuchs zunächst im Rhein-Main-Gebiet auf, wo auch sein zwei Jahre jüngerer Bruder Jonas zur Welt kam und wo sein Vater Trainer beim SV Wehen und beim 1. FSV Mainz 05 war. Nachdem sein Vater als Juniorentrainer zum FC Bayern München gegangen war, zog die Familie mit nach München um, wo Hummels seit seinem sechsten Lebensjahr aufwuchs. Er besuchte das Gymnasium Neubiberg im Landkreis München, das er im Hinblick auf seine Karriere als Profifußballer nach der zwölften Klasse mit der Mittleren Reife vorzeitig verließ.[3][4]

Am 15. Juni 2015 heiratete Mats Hummels seine langjährige Freundin Cathy Fischer.[5] Am 11. Januar 2018 wurde ihr gemeinsamer Sohn geboren.[6]

VereinskarriereBearbeiten

FC Bayern MünchenBearbeiten

Mats Hummels spielte von seinem siebenten Lebensjahr an beim FC Bayern München.

Während der Saison 2005/06 berief Trainer Hermann Gerland den in der A-Jugend spielenden Hummels erstmals in die Regionalliga-Mannschaft. Im Jahr darauf wurde er dort zum Stammspieler. Daraufhin wurde auch Felix Magath, der damalige Trainer der Bundesliga-Mannschaft, auf ihn aufmerksam. Hummels nahm an der Vorbereitung der Profimannschaft zur Saison 2006/07 teil und spielte im Ligapokal-Halbfinale gegen den FC Schalke 04. Daraufhin wurde Hummels mit einem ab 1. Januar 2007 laufenden Profivertrag ausgestattet. Am 19. Mai 2007, dem letzten Saisonspieltag, gab er beim 5:2-Heimsieg über den 1. FSV Mainz 05 – in der 52. Minute für Martín Demichelis eingewechselt – sein Debüt in der Bundesliga.

Borussia DortmundBearbeiten

 
Mats Hummels während der Meisterfeier 2011 mit Kevin Großkreutz (rechts), Marco Stiepermann (links) und Marcel Schmelzer (2. von links)

Nachdem Hummels in der Hinrunde der Saison 2007/08 in der ersten Mannschaft des FC Bayern nicht zum Einsatz gekommen war und nur in der Regionalliga gespielt hatte, wurde er in der Winterpause zunächst bis zum 30. Juni 2009 an Borussia Dortmund ausgeliehen.[7] Sein erstes Pflichtspiel für die Borussia bestritt er am 29. Januar 2008 im DFB-Pokal-Achtelfinale gegen Werder Bremen, als er kurz vor dem Ende des Spiels eingewechselt wurde. Am 16. Februar 2008 absolvierte er beim 2:0-Auswärtssieg in Cottbus seinen Einstand für Borussia Dortmund in der Bundesliga und kam danach regelmäßig zum Einsatz. Mit dem BVB stand er am 19. April 2008 im DFB-Pokal-Endspiel in Berlin, das Bayern München mit 2:1 nach Verlängerung gewann. Er selbst gehörte zum Kader, kam aber nicht zum Einsatz.

 
Mats Hummels im Trikot von Borussia Dortmund (2013)

Die Saison 2008/09 begann Hummels in der Startelf, konnte aber wegen Verletzungen die Hinrunde nicht durchspielen. Im Januar 2009 zog er sich bei einem Hallenturnier einen Teilriss des rechten Innen- und Außenbandes im Sprunggelenk zu. Einen Monat später, als er wieder ins Training einstieg, riss dasselbe Außenband komplett, sodass er für den Rest der Bundesligasaison ausfiel und erst am letzten Spieltag wieder auf der Ersatzbank saß.[8] Im Februar 2009 einigten sich indes der BVB und der FC Bayern München auf einen endgültigen Wechsel. Hierbei wurde Hummels’ bis Saisonende laufender Leihvertrag aufgelöst. Er bekam dann von den Borussen einen neuen Vertrag.[9] Mit Beginn der Saison 2009/10 war er wieder beschwerdefrei. In den ersten beiden Saisonspielen kam er als Einwechselspieler zum Zug, am dritten Spieltag musste er in der vierten Spielminute den verletzten Tinga ersetzen und gehörte von da an zum Stamm der Mannschaft. Am Ende der Saison qualifizierte er sich mit dem BVB für die Teilnahme an der Europa League.

In der Saison 2010/11 sicherte sich Hummels mit dem BVB mit 43 Punkten nach 17 Spielen am 15. Spieltag den inoffiziellen Titel des Herbstmeisters; am 32. Spieltag stand das Team rechnerisch als deutscher Meister fest. Mit 22 Gegentoren stellte der BVB die mit weitem Abstand beste Abwehr der Liga.[10] Vom Sportmagazin Kicker erhielt Hummels die besten Noten aller Bundesligaspieler der Saison.[11] Mit fünf Toren war Hummels zusammen mit Georg Niedermeier vom VfB Stuttgart torgefährlichster Verteidiger der Saison.

In der Folgesaison hatte der BVB nach sechs Spieltagen bereits sechs Gegentore hinnehmen müssen; in der Champions League bedeuteten zwölf Gegentore in den sechs Spielen der Gruppenphase das frühzeitige Ausscheiden. Trotzdem fing man sich in der Liga wieder und verlor ab dem siebten Spieltag kein Spiel mehr (bei fünf Unentschieden). Schlüsselspiel war dabei der 1:0-Sieg gegen den FC Bayern München, der nach der Hinrunde noch Tabellenführer gewesen war. Außerdem stellten die Borussen am Ende mit 25 Gegentoren wieder eine der drei besten Abwehrreihen der Liga. Damit verteidigten Hummels und der BVB den deutschen Meistertitel aus dem Vorjahr. Im DFB-Pokal-Wettbewerb erreichte man das Finale, das gegen den Vizemeister FC Bayern München mit 5:2 gewonnen wurde und das Double bedeutete.

In der Spielzeit 2012/13 wurde der BVB mit Hummels Vizemeister und erreichte in der Champions League das Endspiel, das man gegen Meister FC Bayern München mit 1:2 verlor. In der Folgespielzeit wurde Hummels mit dem BVB erneut Vizemeister und erreichte das Endspiel um den DFB-Pokal, das mit 0:2 n. V. gegen den FC Bayern München verloren wurde.

Seit der Saison 2014/15 war Hummels Mannschaftskapitän von Borussia Dortmund.[12]

Rückkehr zum FC Bayern MünchenBearbeiten

 
Beim Training auf dem Gelände des FC Bayern München (2018)

Am 28. April 2016 teilte der BVB in einer Ad-hoc-Meldung mit, dass Hummels die Absicht geäußert habe, zur Saison 2016/17 zum FC Bayern München, für den er bereits von 1995 bis 2008 aktiv gewesen war, wechseln zu wollen.[13] Am 10. Mai einigten sich der FC Bayern München und Borussia Dortmund über einen Wechsel des Spielers zum deutschen Rekordmeister. Hummels unterschrieb – zwei Tage nachdem er mit Borussia Dortmund das Pokalfinale gegen seinen neuen Verein verloren hatte – einen Fünfjahresvertrag.[14] Sein erstes Pflichtspiel bestritt er am 14. August 2016 beim 2:0-Sieg im DFL-Supercup gegen seinen ehemaligen Verein. Sein erstes Bundesligator für den FC Bayern München erzielte er am 26. November 2016 gegen Bayer 04 Leverkusen mit dem 2:1-Siegtreffer in der 56. Minute per Kopfball. Am Saisonende gewann er mit dem FC Bayern die deutsche Meisterschaft.

Rückkehr zu Borussia DortmundBearbeiten

 
während eines Ligaspiels (2021)

Am 19. Juni 2019 einigten sich Borussia Dortmund und der FC Bayern München über eine Rückkehr von Hummels zum deutschen Vizemeister.[15][16] Der obligatorische Medizincheck und die Unterschrift des Vertrages folgten am 28. Juni 2019.[17] Unter Trainer Favre war er sofort in der Innenverteidigung gesetzt und wurde zum zweiten Vertreter des Mannschaftskapitäns Marco Reus ernannt. Der Rheinländer verpasste lediglich krankheitsbedingt und aufgrund von Sperren fünf Pflichtspiele, in den restlichen 41 stand er stets in der Startelf. Als „Abwehrchef“ füllte Hummels so die Rolle aus, die vor ihm Marcel Schmelzer bekleidet hatte und die nach dessen Ausmusterung Łukasz Piszczek zugefallen war.[18] Auch den erneut länger verletzten Spielführer Marco Reus konnte er als Führungspersönlichkeit auf dem Feld vertreten.[19] Mit 41 Gegentoren reihte sich der BVB, der parallel dazu auch die zweitmeisten Treffer erzielt hatte, darüber hinaus erneut in die Top 5 der Bundesliga ein.

Auch in der Spielzeit 2020/21 war Hummels unter Favre sowie unter dessen Nachfolger Edin Terzić als Teil einer Dreier- oder Viererkette fester Bestandteil der Dortmunder Abwehr. Trotz seiner Kopfballstärke wiederholte sich jedoch ein Phänomen, das den BVB bereits zwei Saisons zuvor ereilt hatte – die Anfälligkeit für Gegentore nach gegnerischen Standardsituationen, hauptsächlich Eckbällen.[20][21] In der Rangliste des deutschen Fußballs des kicker rangierte der mittlerweile 32-Jährige in der Hinrunde als einziger nominierter Dortmunder Innenverteidiger in der internationalen Klasse, in der er wiederum hinter dem Leverkusener Edmond Tapsoba auf Platz 2 stand.[22] Das Magazin hob erneut Hummels’ Qualitäten als Anführer und Stratege im Aufbauspiel hervor. Trotz spielentscheidend schlechter Leistungen im ersten Champions-League-Gruppenspiel gegen Lazio Rom oder bei den Niederlagen in der Bundesliga gegen Stuttgart und Leverkusen kam der Verteidiger auf einen Notenschnitt von 3,03.[22] Den bereits bekannten Temposchwächen standen ein allgemein gutes Stellungsspiel, das Schlagen von präzisen Flanken aus der eigenen Hälfte und diverse Treffer mit dem Kopf gegenüber.[22] So gelangen Hummels in der Hinrunde vier Tore und eine Vorlage, gegen Arminia Bielefeld traf er sogar doppelt. Darüber hinaus berechnete das Portal Statista für den Rheinländer die fünftbeste Zweikampfquote (68,1 %) der Hinrunde.[23] In der Rückserie verpasste Hummels aufgrund einer leichten Knieverletzung sowie einer Gelbsperre lediglich zwei weitere Saisonspiele, schoss ein Tor und erzielte per Kopf ein weiteres. Durch eine Serie von sieben Siegen zum Saisonende hin gelang es dem BVB und seinem Verteidiger, Eintracht Frankfurt aus den Top 4 zu verdrängen und sich letztendlich als Tabellendritter für die Champions League zu qualifizieren. Beim siegreichen Pokalendspiel verteidigte er wie gewohnt die rechte Seite, unterstützt vom Außenverteidiger Łukasz Piszczek, für den es der letzte Titel mit dem Verein war. Über die gesamte Saison gesehen erhielt Hummels vom kicker einen Gesamtnotenschnitt von 3,14 und war damit nach Roman Bürki und Erling Haaland der laut dem Magazin drittbeste Spieler Dortmunds. Im ligainternen Gesamtvergleich rangierte der Rheinländer auf Rang 41 der „Topspieler“ und somit vor Abwehrspielern wie David Alaba, Lucas Hernández (beide FC Bayern), Nordi Mukiele oder Marcel Halstenberg. Besonders die Leipziger Mukiele und Halstenberg waren in der abgelaufenen Spielzeit Teil der undurchlässigsten Defensive der Bundesliga gewesen.[24] Seine Zweikampfquote konnte Hummels in der Rückserie sogar noch auf 68,5 % verbessern und sich so auf den ersten Rang noch vor Konkurrenten wie Matthias Ginter (Mönchengladbach) oder Joakim Nilsson (Bielefeld) schieben.[25] Durch seine Leistungen für den BVB wurde der Innenverteidiger das erste Mal seit zwei Jahren wieder für die Nationalmannschaft, mit der er an der EM 2021 teilnahm, nominiert.[26]

NationalmannschaftBearbeiten

 
Mats Hummels bei der EM 2012 gegen Portugal
 
Mats Hummels während eines Zweikampfes mit Sergio Agüero im WM-Finale 2014 (hinten: Jérôme Boateng)

Mats Hummels wurde erst spät für die Juniorenauswahlen des DFB entdeckt und gab am 27. März 2007 unter Trainer Dieter Eilts sein Debüt in der U21-Nationalmannschaft, die in Düsseldorf mit 1:0 gegen die Auswahl Tschechiens gewann. Er nahm an der U21-Europameisterschaft in Schweden unter Bundestrainer Horst Hrubesch teil und absolvierte nach einem Kurzeinsatz im Halbfinale gegen Italien auch das Finale, in dem die deutsche Auswahl die der Engländer mit 4:0 besiegte.

Am 6. Mai 2010 wurde er von Bundestrainer Joachim Löw für das Spiel gegen die Auswahl Maltas am 13. Mai 2010 erstmals für die A-Nationalmannschaft nominiert; mit der Einwechslung zur zweiten Halbzeit für Serdar Tasci absolvierte er sein erstes A-Länderspiel. Die Weltmeisterschaft kam für ihn allerdings noch zu früh und er fand keine Berücksichtigung.

Für das erste Länderspiel nach der WM am 17. November 2010 wurde er zusammen mit seinen Mannschaftsspielern Marcel Schmelzer, Mario Götze und Kevin Großkreutz für den Kader gegen die Auswahl Schwedens nominiert[27] und spielte die kompletten 90 Minuten. Drei weitere Test-Länderspiele bestritt er im Nationaltrikot, bevor er am 3. Juni 2011 in seinem ersten von vier Qualifikationsspielen für die Europameisterschaft 2012 zum Einsatz kam. Am 26. Mai 2012 erzielte er bei der 3:5-Niederlage gegen die Auswahl der Schweiz in der unmittelbaren EM-Vorbereitung mit dem Treffer zum 1:2 sein erstes Länderspieltor. Anschließend wurde er für den EM-Kader berücksichtigt.

Überraschend stand Hummels von Turnierbeginn an in der Startelf, da der favorisierte Per Mertesacker nach langwierigen Verletzungen noch nicht fit genug war, und zeigte eine überzeugende Leistung.[28] In der Folge spielte Hummels in allen fünf EM-Spielen der deutschen Nationalmannschaft über die vollen 90 Minuten. Während er vor der Europameisterschaft noch häufig für seine im Gegensatz zum Verein schwankenden Leistungen kritisiert worden war, galt er bei dem Turnier als einer der besten deutschen Spieler. Aufgrund seiner starken Leistung war er für Zinédine Zidane die größte positive Überraschung des Turniers.[29] Er hatte in der Vorrunde die zweitbeste Zweikampfquote aller EM-Spieler und kam dabei ohne ein Foul aus.[30] Im Testländerspiel gegen England am 19. November 2013 verletzte er sich und fiel bis Januar 2014 aus. Kurz darauf erlitt er eine erneute Verletzung und musste bis Februar weiter pausieren.

Hummels nahm mit der DFB-Auswahl an der Weltmeisterschaft 2014 teil. Er erzielte beim 4:0-Auftaktsieg gegen Portugal per Kopf das 2:0.[31] Im Viertelfinale gegen Frankreich erzielte er ebenfalls per Kopf den Siegtreffer zum 1:0[32] und wurde zum „Man of the Match“[33] ernannt. Im mit 1:0 n. V. gewonnenen Finale gegen die Auswahl Argentiniens spielte er 120 Minuten lang und wurde mit der Mannschaft Weltmeister.

Bei der Europameisterschaft in Frankreich wurde er in das deutsche Aufgebot aufgenommen,[34] obwohl er sich im DFB-Pokalfinale kurz vor dem Nominierungstermin einen Muskelfaserriss zugezogen hatte. Im ersten EM-Spiel gegen die Ukraine pausierte er noch, ab der zweiten Partie gehörte er zur Startelf. Das Viertelfinale gegen Italien war sein 50. Länderspiel. Deutschland kam im Elfmeterschießen weiter; Hummels verwandelte seinen Elfmeter. Allerdings erhielt er in der Partie auch seine zweite Gelbe Karte im Turnier und war im Halbfinale gesperrt. Es war die erste Gelbsperre in seiner Karriere.[35] Deutschland verlor das Spiel gegen Gastgeber Frankreich und schied aus.

Bei der Weltmeisterschaft 2018 äußerte Hummels nach der 0:1-Auftaktniederlage gegen Mexiko in einem Interview Kritik am Spielstil der deutschen Nationalmannschaft.[36] Er kritisierte unter anderem, dass die Absicherung nicht funktioniere und er und sein Mitspieler Jérôme Boateng hinten oft alleine gelassen würden.[36] Dies habe er intern zuvor schon angesprochen, allerdings fruchte das noch nicht so ganz.[37][38] Hummels' heftige Kritik wurde von den Medien anschließend ebenfalls kritisiert, etwa als „öffentliche Kollegenschelte“.[37] Hummels wies diesen Vorwurf allerdings zurück, er habe über inhaltliche Dinge gesprochen, es werde aber immer so getan, als würde er jemanden beleidigen.[37] Für das zweite Spiel gegen Schweden, bei dem Deutschland erst in letzter Minute den 2:1-Siegtreffer erzielte, fiel Hummels wegen Problemen mit einem Halswirbel aus.[39] Für das dritte Gruppenspiel gegen Südkorea war Hummels wieder einsatzbereit. Nach einer schwachen Leistung und einer 0:2-Niederlage in diesem Spiel schied Deutschland als Tabellenletzter der Gruppe F aus dem Turnier aus. Nach diesem Spiel erregte ein anschließendes Interview mit Hummels erneut große Aufmerksamkeit, so äußerte Hummels etwa, das letzte überzeugende Spiel der Nationalmannschaft sei im Herbst 2017 gewesen.[40][41]

Nach der unglücklichen 1:2-Niederlage gegen Weltmeister Frankreich in der Nations League, der eine 0:3-Niederlage gegen die Niederlande sowie ein 0:0 gegen Frankreich vorausgegangen waren, fiel Hummels mit einem Interview auf, in dem er äußerte, dass die Nationalmannschaft „seit der WM kein schlechtes Spiel hingelegt [habe], [man] aber eben keine Ergebnisse eingefahren“ habe[42], während andere Nationalspieler durchaus kritischer mit der von der Nationalmannschaft gezeigten Leistung umgingen.[42] Wurde Hummels während der WM von der Presse noch der Spitzname „Der Chefkritiker“[41] gegeben, wurde er nun „Der Chef-Schönredner“ genannt.[42]

Entgegen der Entscheidung vom März 2019, in welcher Löw einen Umbruch in der Nationalmannschaft ankündigte und bekannt gab, dass Hummels sowie Jérôme Boateng und Thomas Müller zukünftig nicht mehr Teil der Nationalmannschaft sein würden, berief der Bundestrainer Hummels gemeinsam mit Müller sowie dem einzigen weiteren Dortmunder Emre Can in den Kader für die Europameisterschaft 2021.[43][44][45][46] Mit der deutschen Auswahl erreichte er im Turnier das Achtelfinale, in dem Deutschland gegen England ausschied. Der Innenverteidiger wurde in allen Partien von Beginn an neben Matthias Ginter und Antonio Rüdiger aufgestellt, die Deutschen mussten sieben Gegentore hinnehmen. Von fünf Abwehrspielern des DFB-Teams wurde Hummels, dem gegen Weltmeister Frankreich ein Eigentor unterlief, vom Portal Spox.com mit der Note 3 und somit am besten bewertet; auch teamintern erhielten nur die Offensivspieler Goretzka, Musiala und Havertz noch bessere Zensuren. Spox.com bezeichnete ihn als „besten Mann“ im verloren gegangenen Spiel gegen England und lobte auch dessen allgemeine Leistung gegen Frankreich.[47]

SpielweiseBearbeiten

Hummels gilt als sprungkräftig, kopfballstark und torgefährlich.[31] Gelobt werden seine Ruhe am Ball und die Sicherheit, die er auch in Drucksituationen ausstrahlt.[48] Zu seinen Stärken zählen vor allem sein Stellungsspiel, durch das er Lücken in der Defensive schließt und Bälle abfängt wie auch eine hohe Zweikampfstärke. Er ist technisch und taktisch hoch geschult und bekannt für präzise Pässe an den Mitspieler. Darunter fällt auch sein Vertikalspiel.[49]

SonstigesBearbeiten

Hummels ist UNICEF-Pate und engagiert sich dabei für das Kinderhilfswerk.[50] Außerdem unterstützt er die Initiative Common Goal.[51]

Bei dem Videospiel FIFA 12 war Hummels gemeinsam mit Lukas Podolski auf dem deutschen Cover zu sehen.

In der am 26. Oktober 2017 erschienenen Kino-Komödie Fack ju Göhte 3 war Hummels an der Seite seiner Teamkollegen vom FC Bayern München, David Alaba und Joshua Kimmich als Statisten zu sehen.[52]

Hummels investiert seit 2019 in das Kölner Start-up-Unternehmen Street Pro, das fußballaffinen Nutzern das individuelle Training mit Hilfe einer App möglich macht.[53]

Seit 2019 hat er mit seinem Bruder Jonas Hummels zusammen den Podcast Alleine ist schwer[54] und war am 26. April 2020 Gast beim Podcast Gemischtes Hack.[55]

6 DFL-Supercup-Siege sind Rekord (gemeinsam mit Thomas Müller)[56]

ErfolgeBearbeiten

NationalmannschaftBearbeiten

VereineBearbeiten

Borussia Dortmund

FC Bayern München

AuszeichnungenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Mats Hummels – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. https://fcbayern.com/de/teams/profis/mats-hummels
  2. vgl. Günter Klein: Hummels: Von dem Fluch halte ich nichts!. In: merkur-online.de. 13. Februar 2010, abgerufen am 20. Februar 2010
  3. Hummels, Mats. In: Internationales Sportarchiv 25/2011 vom 21. Juni 2011, ergänzt um Nachrichten durch MA-Journal bis KW 23/2012 (abgerufen via Munzinger Online).
  4. Interview mit Mats Hummels (Memento vom 9. Februar 2011 im Internet Archive), Kölner Stadtanzeiger, 8. Februar 2011, abgerufen am 11. Juni 2012.
  5. Weltmeister im Baby-Glück: Mats und Cathy Hummels sind Eltern eines Sohnes. In: Spiegel Online. 11. Januar 2018 (spiegel.de [abgerufen am 1. Mai 2018]).
  6. asa/dpa: Weltmeister im Baby-Glück: Mats und Cathy Hummels sind Eltern eines Sohnes. In: Spiegel Online. 11. Januar 2018.
  7. BVB leiht Mats Hummels von Bayern München aus, bvb.de
  8. Saisonende für Hummels. In: kicker.de. 13. Februar 2009.
  9. Hummels bleibt beim BVB. In: kicker.de. 6. Februar 2009.
  10. 34. Spieltag der Saison 2010/11 mit Abschlusstabelle. In: Fußballdaten.de. Abgerufen am 4. April 2018.
  11. 1. Bundesliga Topspieler 2010/11 (Statistik). In: Kicker-Sportmagazin. Abgerufen am 4. April 2018.
  12. Mats Hummels ist neuer Kapitän von Borussia Dortmund, BVB.de, abgerufen am 14. August 2014.
  13. Wechselgerüchte um den BVB Spieler Mats Julian Hummels, Ad-hoc-Meldung von Borussia Dortmund, 28. April 2016
  14. Hummels unterschreibt beim FC Bayern, FC Bayern München, 23. Mai 2016, abgerufen am 23. Mai 2016.
  15. Mitteilung auf der offiziellen Webseite von Borussia Dortmund vom 19. Juni 2019
  16. Mitteilung auf der offiziellen Webseite des FC Bayern München vom 19. Juni 2019
  17. Siehe diesen Tweet von Borussia Dortmund vom 28. Juni 2019.
  18. Hummels fit gegen FC Bayern? BVB-Coach Favre lässt hoffen, wa.de, abgerufen am 27. Juni 2020
  19. BVB-Profi Mats Hummels über seine Mitspieler: „Werden von den Gangsta-Rappern unterdrückt“, ruhrnachrichten.de, abgerufen am 27. Juni 2020
  20. Dortmunds Defensive: Immergleiche Fehler, zdf.de, abgerufen am 19. April 2021
  21. BVB bei Standards sehr anfällig, fussball-blognews.de, abgerufen am 19. April 2021
  22. a b c Rangliste Winter 2020/21, kicker.de, abgerufen am 19. April 2021
  23. Spieler mit dem höchsten Anteil gewonnener Zweikämpfe in der Hinrunde der Fußball-Bundesliga-Saison 2020/2021, de.statista.com, abgerufen am 19. April 2021
  24. Topspieler, kicker.de, abgerufen am 28. Mai 2021
  25. Zwei Bremer dabei: Die elf besten Zweikämpfer der Saison, kicker.de, abgerufen am 29. Mai 2021
  26. Thomas Müller und Mats Hummels kehren in Nationalmannschaft zurück, zeit.de, abgerufen am 28. Mai 2021
  27. Löw nominiert BVB-Quartett, kicker.de
  28. Kai Schiller: Überragender Hummels: Und plötzlich steht die Null. In: Hamburger Abendblatt. 11. Juni 2012, abgerufen am 4. April 2018.
  29. Löw und Zidane adeln Mats Hummels, Abendblatt.de, abgerufen am 28. Juni 2012
  30. bka: Top-Elf der Vorrunde: Die Besten der Gruppenphase (3 von 12 Mats Hummels). In: Spiegel Online. 21. Juni 2012, abgerufen am 4. April 2018.
  31. a b 4:0! DFB-Elf legt dank Müllers Dreierpack furios los kicker.de, abgerufen am 18. Juni 2014
  32. Hummels’ Kopfball macht das Halbfinale klar, kicker.de, abgerufen am 6. Juli 2014
  33. Awards – Man of the Match, fifa.com, abgerufen am 6. Juli 2014
  34. Der Kader für die Europameisterschaft in Frankreich 2016 (10. Juni bis 10. Juli) (Memento vom 31. Mai 2016 im Internet Archive), dfb.de, abgerufen am 31. Mai 2016
  35. „Foto von Jerome sieht lustig aus“, Spox, 3. Juli 2016
  36. a b Interview mit Mats Hummels nach dem Mexiko-Spiel
  37. a b c Hummels wehrt sich gegen Kritik an seiner Kritik – und hat noch Hoffnung fürs Schweden-Spiel. stern.de, 22. Juni 2018, abgerufen am 30. Juni 2018.
  38. DFB-Star mächtig angefressen – Hummels-Kritik an Mitspielern: Haben uns im Stich gelassen. Sportbild, 17. Juni 2018, abgerufen am 30. Juni 2018.
  39. K.o.-Spiel gegen Schweden – DFB-Elf wohl ohne Hummels. zdf.de, 22. Juni 2018, abgerufen am 30. Juni 2018.
  40. Interview mit Mats Hummels nach dem Südkorea-Spiel
  41. a b Mats Hummels – Der Chefkritiker. Süddeutsche Zeitung.de, 28. Juni 2018, abgerufen am 30. Juni 2018.
  42. a b c „Tief im Herzen wissen Sie, dass ich Recht habe“ – Hummels, der Chef-Schönredner. bild.de, 17. Oktober 2018, abgerufen am 17. Oktober 2018.
  43. Karl-Heinz Rummenigge, Hasan Salihamidzic: Stellungnahme zur Entscheidung des Bundestrainers, Thomas Müller, Mats Hummels und Jérôme Boateng nicht mehr zu berücksichtigen. fcbayern.com, 6. März 2019, abgerufen am 28. April 2019.
  44. Noch mehr Kritik an Jogi Löw: „Das ist fast wie Gefängnis“. gq-magazin.de, 11. März 2019, abgerufen am 28. April 2019.
  45. Nachwehen des Jogi-Bebens – Kovac über mögliche DFB-Rückkehr von Müller und Hummels: „Werden parat stehen, wenn…“ tz.de, 20. April 2019, abgerufen am 28. April 2019.
  46. LIVE 🔴 Bekanntgabe des EM-Kaders mit Joachim Löw. Abgerufen am 19. Mai 2021 (deutsch).
  47. EM-Zeugnis: Mangelhafte Bayern-Stars, spox.com, abgerufen am 5. August 2021
  48. Dortmunds Mats Hummels im Porträt: Der Spätstarter, Spox.com, abgerufen am 12. Dezember 2008.
  49. BVB.de: Mats Hummels (Memento vom 7. Oktober 2014 im Internet Archive)
  50. Mats Hummels ist neuer Unicef-Pate, merkur.de, abgerufen am 19. Mai 2015.
  51. BVB-Star Kagawa spendet als erster Revierprofi ein Prozent des Gehalts. In: nrz.de. Funke Mediengruppe, 27. Oktober 2017, abgerufen am 27. Oktober 2017.
  52. Erste Filmrolle für David Alaba. 19. Mai 2017, abgerufen am 24. August 2020.
  53. Street Pro: Mats Hummels investiert in digitale Fußball-Akademie. WiWo Gründer.de vom 27. Mai 2019. Abgerufen am 24. März 2020.
  54. Ball flachhalten. In: Süddeutsche Zeitung vom 25. Juli 2019.
  55. https://www.tz.de/sport/fussball/mats-hummels-podcast-gemischtes-hack-borussia-dortmund-fc-bayern-muenchen-whatsapp-coronavirus-zr-13716783.html
  56. Jubiläum Thomas Müller wird zu Mr. Supercup. 30. September 2020, abgerufen am 1. Oktober 2020.
  57. Aubameyang setzt sich die Krone auf, ruhrnachrichten.de, 3. Juni 2015