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Joachim Löw und Martina Voss-Tecklenburg, derzeitiger Bundestrainer und derzeitige Bundestrainerin der Männer- bzw. Frauen-Nationalmannschaft Joachim Löw und Martina Voss-Tecklenburg, derzeitiger Bundestrainer und derzeitige Bundestrainerin der Männer- bzw. Frauen-Nationalmannschaft
Joachim Löw und Martina Voss-Tecklenburg,
derzeitiger Bundestrainer und derzeitige Bundestrainerin
der Männer- bzw. Frauen-Nationalmannschaft

Als Bundestrainer (vor 1945 Reichstrainer) bezeichnet der Deutsche Fußball-Bund (DFB) die verantwortlichen Trainer der Männer- beziehungsweise Frauen-Fußballnationalmannschaft.

Der erste Reichstrainer, Otto Nerz, wurde 1926 zunächst als nebenamtlicher Trainer berufen. Bis 1928 bestimmte der Spielausschuss des DFB Kader und Aufstellung, der Mannschaftskapitän aber die Taktik.

Laut DFB-Statuten muss der Bundestrainer über eine Trainerlizenz als Fußballlehrer verfügen. Da Franz Beckenbauer als Verantwortlicher für die Herren-Nationalmannschaft keine Trainerlizenz besaß, wurde für ihn die Bezeichnung Teamchef eingeführt. Dies wurde später auch auf Rudi Völler übertragen. Ihre faktischen Assistenten (Horst Köppel und Holger Osieck bzw. Michael Skibbe) fungierten dann jeweils offiziell als Bundestrainer.

Im Gegensatz zu den Spielern muss der Bundestrainer nicht die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen. Bis heute gab es allerdings noch keinen ausländischen Bundestrainer.[1]

MännerBearbeiten

Nr. Name
(kursiv=Assistenztrainer1)
von2 bis2 Amtszeit
(Tage)
Sp S U N Tore Diff. Pkt. Quote3 Siege Neulinge Erfolge
kein Trainer 05. Apr. 1908 20. Juni 1926 058 016 012 030 0119:146 -0027 60 1.03 27.59% 194
1. Otto Nerz † (Reichstrainer)
Sepp Herberger † (1932–1936)
Ferdinand Fabra † (1935–1936)
331. Okt. 19264 17. Okt. 19365 3640 075 044 011 020 0204:124 +0080 143 1.91 61.11% 138 3. Platz WM 1934
2. Sepp Herberger † (Reichstrainer)
Emil Melcher † (1936–1942)
415. Nov. 19365 22. Nov. 1942 2199 065 040 012 013 0204:093 +0111 132 2.03 61.54% 82
Sepp Herberger † (Bundestrainer)
Hennes Weisweiler † (1954–1955)
Helmut Schön † (1955–1964)
22. Nov. 1950 07. Juni 1964 4947 097 052 014 031 0219:146 +0073 170 1.75 53.61% 134 Weltmeister 1954, 4. Platz WM 1958
Sepp Herberger † (Gesamt) 15. Nov. 1936 7. Juni 1964 7146 162 092 026 044 0423:239 +0184 302 1.86 56.79% 216
3. Helmut Schön
Dettmar Cramer † (1964–1966)
Udo Lattek † (1966–1970)
Jupp Derwall † (1970–1978)
04. Nov. 1964 21. Juni 1978 4977 139 087 031 021 0292:107 +0185 292 2.10 62.59% 98 Vizeweltmeister 1966, 3. Platz WM 1970, Europameister 1972, Weltmeister 1974, Vizeeuropameister 1976
4. Jupp Derwall
Erich Ribbeck
11. Okt. 1978 20. Juni 1984 2079 067 044 012 011 0144:60 +0084 144 2.15 65.67% 46 Europameister 1980, Vizeweltmeister 1982
5. Franz Beckenbauer (Teamchef)
Horst Köppel (1984–1987)
Holger Osieck (1987–1990)
12. Sep. 1984 08. Juli 1990 2125 066 034 020 012 0107:61 +0046 122 1.85 51.52% 40 Vizeweltmeister 1986, EM-Halbfinale 1988, Weltmeister 1990
6. Berti Vogts
Rainer Bonhof
29. Aug. 1990 05. Sep. 1998 2929 102 066 024 012 0206:86 +0120 222 2.18 64.71% 56 Vizeeuropameister 1992, US-Pokalsieger 1993, Europameister 1996
7. Erich Ribbeck
Uli Stielike (1998–2000)
Horst Hrubesch (nur EM 2000)
10. Okt. 1998 20. Juni 2000 619 024 010 06 08 0042:31 +0011 36 1.50 41.67% 15
8. Rudi Völler (Teamchef)
Michael Skibbe
16. Aug. 2000 24. Juni 2004 1408 053 029 011 013 0109:57 +0052 98 1.85 54.72% 26 Vizeweltmeister 2002
9. Jürgen Klinsmann
Joachim Löw
26. Juli 2004 08. Juli 2006 712 034 020 08 06 0081:43 +0038 68 2.00 58.82% 12 3. Platz Konföderationen-Pokal 2005, 3. Platz WM 2006
10. Joachim Löw
Hansi Flick (2006–2014)
Thomas Schneider (2014–2018)
Marcus Sorg (2016–)
16. Aug. 2006 noch aktiv 000000000004866.00000000004.866

(aktiv)

1817 117 034 030 0434:173 +0261 385 2.13 64.64% 106 Vizeeuropameister 2008, 3. Platz WM 2010, EM-Halbfinale 2012, Weltmeister 2014, EM-Halbfinale 2016, Sieger Konföderationen-Pokal 2017
Gesamt6 (Stand: 19. Nov. 2019) 961 559 195 207 2161:1127 +1034 1872 1.95 58.17% 947
davon Elfmeterschießen 8 6 2 034:29 75%

Anmerkungen:

1 Bei den Teamchefs (Beckenbauer und Völler) verfügten diese zudem über die notwendige Trainerlizenz.
2 Bei den Amtszeiten ist jeweils das Datum des ersten und des letzten Länderspiels angegeben.
3 Durchschnittliche Punktzahl pro Spiel; 3 Punkte pro Sieg, 1 Punkt pro Remis; gerundet auf zwei Stellen nach dem Komma.
4 Otto Nerz war ab dem 1. Juli 1926 als „nebenamtlicher“ Trainer angestellt, dessen Tätigkeit sich aber zunächst darauf beschränkte, die vom Spielausschuss bestimmten Spieler „zu bewegen“. Die Aufstellung bestimmten weiterhin die Funktionäre. Nach und nach erhielt er weitere Kompetenzen. Daher wird der Beginn seiner Verantwortung unterschiedlich dokumentiert.
5 Der DFB rechnet seit dem Jahr 2019 fünf Länderspiele vom September und Oktober 1936, die früher als die ersten Partien unter Sepp Herberger galten, dessen Vorgänger Otto Nerz zu. Im ersten dieser fünf Spiele war Otto Nerz aufgrund sportlichen Misserfolgs zwangsbeurlaubt und wurde von Herberger vertreten, die nächsten beiden Partien fanden am selben Tag an unterschiedlichen Orten mit unterschiedlichen Teams statt, wobei jeweils eine Auswahl von Nerz und eine von Herberger betreut wurde. Herberger wurde erst am 2. November 1936 offiziell zum Trainer ernannt, weshalb nach revidierter DFB-Statistik erst das Länderspiel vom 15. November 1936 gegen Italien als sein Einstand in das Amt des Reichstrainers gilt. Zu beachten ist ferner, dass Nerz bis Mai 1938 als "Referent für die Nationalmannschaft" für selbige mitverantwortlich blieb.[2]
6 Spiele, die im Elfmeterschießen entschieden wurden, sind als Remis gewertet. Die im Elfmeterschießen erzielten Tore werden nicht mitgezählt.
7 Davon drei Spiele, bei denen Löw wegen Sperre oder Erkrankung nicht auf der Bank saß und vom Assistenztrainer vertreten wurde.

FrauenBearbeiten

Nr. Name
(kursiv=Assistenztrainer/in1)
von1 bis1 Amts-

zeit

Sp S U N Tore Tord. Quote2 Pkt. Erfolge
1. Gero Bisanz
Tina Theune-Meyer
10. Nov. 1982 25. Juli 1996 5006 Tage 127 83 17 27 343:122 +221 2.09 266 Europameister 1989, 1991 und 1995; Vizeweltmeister 1995
2. Tina Theune-Meyer
Silvia Neid
27. Aug. 1996 19. Juni 2005 3218 Tage 135 93 18 24 380:113 +267 2.20 297 Weltmeister 2003; Europameister 1997, 2001 und 2005; Bronzemedaille Olympische Spiele 2000 und 2004
3. Silvia Neid
Ulrike Ballweg
01. Sep. 2005 20. Aug. 2016 4006 Tage 169 125 22 22 526:106 +420 2.35 397 Weltmeister 2007; Europameister 2009 und 2013; Goldmedaille Olympische Spiele 2016, Bronzemedaille Olympische Spiele 2008
4. Steffi Jones
Markus Högner
16. Sep. 2016 07. Mär. 2018 543 Tage 22 13 4 5 51:20 +31 1.95 43
5. Horst Hrubesch
Ulrike Ballweg
07. Apr. 2018 13. Nov. 2018 000000000000220.0000000000220 Tage 8 7 1 0 29:5 +24 2.75 22 Interimstrainer
6. Martina Voss-Tecklenburg
Britta Carlson, Thomas Nörenberg
28. Feb. 2019 noch aktiv 000000000000287.0000000000287 Tage

(aktiv)

14 12 1 1 50:6 +44 2.64 37
Gesamt3 (Stand: 09. Nov. 2019) 474 333 63 79 1379:372 +1007 2.24 1062
davon Elfmeterschießen 4 3 1 16:14 75%

Anmerkungen:

1 Bei den Amtszeiten ist jeweils das Datum des ersten und des letzten Länderspiels angegeben.
2 Durchschnittliche Punktzahl pro Spiel; 3 Punkte pro Sieg, 1 Punkt pro Remis.
3 Spiele, die im Elfmeterschießen entschieden wurden, sind als Remis gewertet. Die im Elfmeterschießen erzielten Tore werden nicht mitgezählt.

TriviaBearbeiten

  • Die meisten der bisherigen Bundes- bzw. Reichstrainer waren zuvor selbst Nationalspieler. Unter den Trainern der Männer gilt das nicht für Otto Nerz, Erich Ribbeck und Joachim Löw, der allerdings viermal für die deutsche U-21 spielte. Von den weiblichen Bundestrainern der Frauen-Nationalmannschaft war nur Tina Theune nicht selbst in der Nationalelf tätig.
  • Die höchste Zahl an Länderspielen als Spieler und Trainer erreichte bei den Männern Berti Vogts mit 198 Spielen und Silvia Neid mit 280 Spielen bei den Frauen.
  • Unter der Regie von Silvia Neid und Joachim Löw wurden jeweils über 100 Spiele gewonnen.
  • Silvia Neid gelang es als einzigem Bundestrainer, bei ihrer ersten Weltmeisterschaft den Titel zu erringen. Weltweit ist sie die einzige Trainerin, deren Mannschaft Kontinentalmeisterin, Weltmeisterin und Olympiasiegerin wurde.
  • Die beste Punktequote halten bei den Männern Berti Vogts und bei den Frauen der Interimstrainer Horst Hrubesch (Stand: 16. November 2019).
  • Deutschland hat bei den Frauen und Männern von den Nationen, die mindestens einmal Welt- und/oder Europameister wurden, die wenigsten Trainer der Nationalmannschaften.

Siehe auchBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. DFB: Absage an Louis van Gaal. In: tz.de. tz, 23. Juni 2010, abgerufen am 23. März 2013.
  2. Herbergers Länderspielstatistik korrigiert. In: dfb.de. Deutscher Fußballbund, 17. April 2019, abgerufen am 18. April 2019.