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Erste Jahre im MotorsportBearbeiten

Pierre-Henri Raphanels erster großer Erfolg war der Gesamtsieg in der französischen Formel-3-Meisterschaft 1985. Im Jahr davor noch Dritter, konnte er sich 1985 in dieser hart umkämpften Nachwuchsserie gegen seinen ORECA-Teamkollegen Yannick Dalmas knapp durchsetzen. Wie Dalmas wechselte Raphanel mit ORECA 1986 in die Internationale Formel-3000-Meisterschaft. Raphanel durchlief zwei schwierige Saisons, die von technischen Defekten und Unfällen geprägt waren.

Formel 1Bearbeiten

Unverhofft kam am Ende der Saison 1988 für Raphanel die Chance, am einen Formel-1-Weltmeisterschaftslauf teilzunehmen. Er ersetzte kurzfristig den an der Legionärskrankheit erkrankten Dalmas im Team von Larrousse beim Großen Preis von Australien in Adelaide. Ohne Testfahrten und durch einen Getriebeschaden behindert, konnte er den Lola LC88-Cosworth nicht für das Rennen qualifizieren.

1989 fuhr Raphanel im Team von Coloni erneut in der Formel 1. Im beständig unterfinanzierten Team konnte er den Coloni FC188B-Cosworth nur einmal zu einem Rennen qualifizieren. Der Große Preis von Monaco blieb sein einziger Grand Prix. Vom 18. Startplatz ins Rennen gehend, stoppte ihn ein Getriebeschaden nach der Hälfte des Rennens. Ein Wechsel zu Rial nach dem Großen Preis von Ungarn brachte auch nicht den gewünschten Erfolg. Bei sechs Versuchen kam Raphanel nie über die Qualifikation hinaus. Damit endeten auch seine Formel-1-Ambitionen.

SportwagenBearbeiten

Weit erfolgreicher gestaltete sich die Karriere bei den Sportwagen, in deren diverse Rennserien er mit Beginn der Saison 1990 wechselte. Schon 1986 war er zum ersten Mal bei den 24 Stunden von Le Mans am Start. Bis ins Jahr 2000 startete er 14-mal in Le Mans. Dreimal stand er dort auf dem Podium. 1987, noch vor seinen Aktivitäten in der Formel 1, schaffte er mit einem Cougar C20 mit Porsche-Motor Rang drei. Seine Teamkollegen waren Teamchef und Freund Yves Courage und Hervé Regout. Ab 1990 war Raphanel als Test- und Einsatzfahrer intensiv in das Engagement von Toyota in der Gruppe C eingebunden. Er fuhr in der japanischen Gruppe-C-Meisterschaft und verhalf dem Team zu einem zweiten Gesamtrang in Le Mans 1992. Geschlagen wurde die Mannschaft, der neben Raphanel auch Kenny Acheson und Masanori Sekiya angehörten, nur von der Werksmannschaft von Peugeot. 1997 errang Raphanel in Le Mans noch einmal einen Platz auf dem Podium. Diesmal mit einem McLaren F1, mit Jean-Marc Gounon und Anders Olofsson als Partnern, reichte es erneut für den zweiten Gesamtrang. Raphanel fuhr in diesen Jahren regelmäßig in der Gruppe C und ab 2000 in der FIA-GT-Meisterschaft, unterbrochen nur von einem Jahr (1999) in der japanischen GT-Meisterschaft, wo er einen Toyota Supra fuhr.

Nach der aktiven LaufbahnBearbeiten

Nach dem Ende seiner aktiven Karriere wurde Raphanel Werks- und Testfahrer für Bugatti.[1] Dabei stellt er mit 431,072 km/h in einem Bugatti Veyron einen Geschwindigkeitsweltrekord für Straßenfahrzeuge auf.[2]

StatistikBearbeiten

Statistik in der Formel-1-WeltmeisterschaftBearbeiten

GesamtübersichtBearbeiten

Saison Team Chassis Motor Rennen Siege Zweiter Dritter Poles schn.
Rennrunden
Punkte WM-Pos.
1988 Larrousse Calmels Lola LC88 Ford Cosworth DFZ 3.5 V8
1989 Coloni SpA Coloni FC188B Ford Cosworth DFZ 3.5 V8 1
Coloni C3 Ford Cosworth DFZ 3.5 V8
Rial Racing Rial ARC2 Ford Cosworth DFZ 3.5 V8
Gesamt 1

EinzelergebnisseBearbeiten

Saison 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16
1988                                
DNQ
1989                                
DNPQ DNPQ DNF DNPQ DNPQ DNPQ DNPQ DNPQ DNPQ DNPQ DNQ DNQ DNQ DNQ DNQ DNQ
Legende
Farbe Abkürzung Bedeutung
Gold Sieg
Silber 2. Platz
Bronze 3. Platz
Grün Platzierung in den Punkten
Blau Klassifiziert außerhalb der Punkteränge
Violett DNF Rennen nicht beendet (did not finish)
NC nicht klassifiziert (not classified)
Rot DNQ nicht qualifiziert (did not qualify)
DNPQ in Vorqualifikation gescheitert (did not pre-qualify)
Schwarz DSQ disqualifiziert (disqualified)
Weiß DNS nicht am Start (did not start)
WD zurückgezogen (withdrawn)
Hellblau PO nur am Training teilgenommen (practiced only)
TD Freitags-Testfahrer (test driver)
ohne DNP nicht am Training teilgenommen (did not practice)
INJ verletzt oder krank (injured)
EX ausgeschlossen (excluded)
DNA nicht erschienen (did not arrive)
C Rennen abgesagt (cancelled)
  keine WM-Teilnahme
sonstige P/fett Pole-Position
SR/kursiv Schnellste Rennrunde
* nicht im Ziel, aufgrund der zurückgelegten
Distanz aber gewertet
() Streichresultate
unterstrichen Führender in der Gesamtwertung

Le-Mans-ErgebnisseBearbeiten

Jahr Team Fahrzeug Teamkollege Teamkollege Platzierung Ausfallgrund
1986 Frankreich  Primagaz Team Cougar Cougar C12 Frankreich  Yves Courage Vereinigtes Konigreich  Alain de Cadenet Rang 18
1987 Frankreich  Primagaz Compétition Cougar C20 Frankreich  Yves Courage Frankreich  Hervé Regout Rang 3
1988 Frankreich  Primagaz Competition Cougar C20B Frankreich  Michel Ferté Ausfall Feuer beim Boxenstopp
1989 Deutschland  Joest Racing Porsche 962C Deutschland  Frank Jelinski Deutschland  Louis Krages Ausfall Leck im Wasserkühler
1990 Japan  Toyota Team SARD Toyota 90C-V Osterreich  Roland Ratzenberger Japan  Naoki Nagasaka Ausfall Motorschaden
1991 Frankreich  Peugeot Talbot Sport Peugeot 905 Frankreich  Yannick Dalmas Finnland  Keke Rosberg Ausfall Schalthydraulik
1992 Japan  Toyota Team Tom’s Toyota TS010 Japan  Masanori Sekiya Vereinigtes Konigreich  Kenny Acheson Rang 2
1993 Japan  Toyota Team Tom’s Toyota TS010 Vereinigtes Konigreich  Andy Wallace Vereinigtes Konigreich  Kenny Acheson Ausfall Getriebeschaden
1994 Frankreich  Courage Compètition Courage C32LM Frankreich  Lionel Robert Frankreich  Pascal Fabre Ausfall Motorschaden
1995 Vereinigtes Konigreich  GTC Gulf Racing McLaren F1 GTR Frankreich  Philippe Alliot Vereinigtes Konigreich  Lindsay Owen-Jones Ausfall Unfall
1996 Vereinigtes Konigreich  Gulf Racing McLaren F1 GTR Australien  David Brabham Vereinigtes Konigreich  Lindsay Owen-Jones Rang 5
1997 Vereinigtes Konigreich  Gulf Team Davidoff McLaren F1 GTR Schweden  Anders Olofsson Frankreich  Jean-Marc Gounon Rang 2 und Klassensieg
1998 Deutschland  Joest Racing Porsche LMP1 Vereinigtes Konigreich  James Weaver Vereinigte Staaten  David Murry Ausfall Motorschaden
2000 Vereinigte Staaten  Panoz Motorsports Panoz LMP-1 Roadster S Vereinigte Staaten  Johnny O’Connell Japan  Hiroki Katō Rang 5

Sebring-ErgebnisseBearbeiten

Jahr Team Fahrzeug Teamkollege Teamkollege Platzierung Ausfallgrund
2000 Vereinigte Staaten  Panoz Motor Sports Panoz LMP-1 Roadster S Danemark  Jan Magnussen Australien  David Brabham Ausfall Motorschaden

Literatur und QuellenBearbeiten

  • Heinz Prüller: Grand Prix Story 88, Solo für zwei. Orac, Wien 1988, ISBN 3-7015-0153-X.
  • Heinz Prüller: Grand Prix Story 89, Der große Crash. Orac, Wien 1989, ISBN 3-7015-0186-6.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bugatti Veyron: Der fährt mal eben dem Gewitter davon – Auto – Autos und Mehr – FAZ.NET. www.faz.net, abgerufen am 17. Januar 2010.
  2. Jürgen Pander: Interview mit Pierre-Henri Raphanel. Spiegel Online, 30. November 2010, abgerufen am 1. Dezember 2010.