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Formel 3

Rennsport Nachwuchsserie
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komplett -- Quotengrote (D|B) 15:36, 25. Okt. 2016 (CEST)
Monopoletta-BMW von 1949
Cooper F3, Norton-Manx-Motor
Cooper F3 Hinterachse
March-Toyota 1976 mit Rudolf Dötsch auf dem Nürburgring
Toyota-Ralt Formel 3, 1978
Formel-3-Rennen auf dem Hockenheimring 2008
Formel-3-Fahrzeug 2008; Hinterradaufhängung und Getriebe vom Vorderwagen getrennt

Die Formel 3 ist eine Motorsport-Rennklasse, die direkt über den werkslastigen Formeln (Markenformeln) Formel König, Formel Renault, Formel Ford, Formel BMW usw. angesiedelt ist und europaweit wegen ihrer verschiedenen Parameter als Vorstufe für die höheren Klassen (früher Formel 3000, heute Formel 2 und Formel 1) angesehen wird.

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden vorwiegend in England Monoposto-Rennwagen mit 500-cm³-Motorradmotoren gebaut. Die bekannteste Marke war Cooper, zuerst mit J.-A.-P.-Motoren und später mit Norton-Manx-Motoren. Motor und Motorradgetriebe waren hinter dem Fahrer vor der Hinterachse eingebaut. Die Kraftübertragung erfolgte über eine Kette auf das Getriebe und von dort über eine zweite Kette auf die Hinterachse, das Differentialgetriebe galt als Sonderzubehör. Die Radaufhängung war unabhängig, mit unteren Dreieckslenkern und je einer Querblattfeder oben. Spätere Wagen waren extrem leicht, trocken zirka 240 kg, sie hatten einen Gitterrohrrahmen und Magnesiumräder. Hauptkonkurrenten waren Kieft und Martin. Beide Hersteller arbeiten heute nicht mehr in diesem Bereich. Deutsche Formel-3-Wagen in den Nachkriegsjahren waren Scampolo und Monopoletta mit Motoren von DKW, BMW und Fiat.

Mit dem Ziel einen kostengünstigen Einstieg in den Motorsport zu ermöglichen rief 1957 der italienische Rennfahrer und Journalist Giovanni Lurani die Formel Junior ins leben. Die Serie fand weltweit einen großen Zuspruch, und ab 1959 wurden viele nationalen Meisterschaften, rund um den Globus, durchgeführt. Eine Deutsche Formel Junior Meisterschaft wurde von 1960 bis 1963 ausgetragen, dominante Fahrer der Meisterschaft waren Gerhard Mitter und Kurt Ahrens.

Im Jahr 1964 wurde der Hubraum, der Formel Junior, auf 1000 cm³ begrenzt und die Klasse, von der FIA, in Formel 3 umbenannt. Die Wagen mussten mindestens 400 Kg wiegen der Motor musste aus einem Serienwagen stammen, maximal 4 Zylinder und ein Vergaser waren erlaubt. Erfolgreiche Chassis Hersteller in den Anfängen der Formel 3 unter der FIA waren: Chevron, Lola, Cooper, Brabham, Lotus und Tecno.

1971 wurde das Reglement der Formel 3 überarbeitet, der Hubraum der Motoren wurde auf 1600 cm³ erhöht und der heute übliche Luftmengenbegrenzer eingeführt. Die Fahrzeuge wurden von der Form Aerodynamischer, bekamen Front- & Heckflügel und die Slickbereifung setzte durch. Neue kleinere Hersteller wie March und GRD führten die ersten Aluminium Monocoques ein, während etablierte Hersteller wie Lotus, Brabham und Cooper aus sich aus der Formel 3 verabschiedeten um für die Formel 1 und Formel 2 Fahrzeuge zu konstruieren.Der erfolgreichste Motor dieser Zeit war der Ford Kent Motor mit einem Aluminium-doppelnockenkopf von Lotus, dem Lotus Twin Cam. Tuner wie Holbay, Novamoto oder Vegatune modifiziert die Motoren bis Leistungen von ca. 120 PS erreicht wurden. [1]

Schon 1974 wurde erneut ein neues Reglement eingeführt. Der Hubraum der Motoren wuchs auf 2000 cm³, der Lufteinlass wurde auf 24 mm, und das Gewicht der Fahrzeuge auf 440 kg erhöht. Von allen Herstellern wurden nun Aluminium Monocoques hergestellt. Die Formel 3 wurde immer beliebter und 1975 wurde der Formula 3 Nations European Cup von der FIA zur Europäische Formel-3-Meisterschaft erweitert. Im gleichen Jahr wurde der in Deutschland der Deutscher Formel-3-Cup ins Leben gerufen. Ab den Jahr 1979 zog auch der Ground-Effekt in die Formel 3 ein und die Fahrzeuge veränderten sich optisch stark. Die Aluminium Monocoques wurden nach und nach durch die ersten Carbon Monocoques ersetzt.[2]

Nach einem erfolglosen Formel 1 Projekt entwickelte Dallara 1993 ein Formel-3-Chassis, das innerhalb kurzer Zeit die konkurrierenden Fahrzeughersteller Reynard und Ralt fast vollständig aus den meisten Formel-3-Meisterschaften verdrängen konnte.

Nachdem die FIA 2013 die Einführung eines Formel-4-Reglements beschlossen hatte und 2017 die bisher existierende GP2-Serie in FIA-Formel-2-Meisterschaft umbenannt wurde veröffentlichte der FIA Weltrat im September 2017 ein neues Reglement für die Formel 3. Während die Formel 4 national und die Formel 2 international ausgelegt ist soll die Formel 3 kontinental ausgerichtet werden. Zu der Europäischen Formel-3-Meisterschaft soll ab 2018 eine Amerikanische Formel-3-Meisterschaft und eine Asiatische Formel-3-Meisterschaft hinzukommen.[3]

Formel-3-CupBearbeiten

Hauptartikel: Deutscher Formel-3-Cup

Die Formel 3 wird in Deutschland seit 1975 als deutsche Meisterschaft bzw. Formel-3-Cup ausgetragen und auch respektvoll die „Schule der Grand-Prix-Stars“ genannt. Viele aktuelle Formel-1- und DTM-Fahrer waren in der Formel 3 aktiv und dabei auch mehr oder weniger erfolgreich. Die Formel 3 ist in vielen Ländern die höchste nationale Monoposto-Rennserie. Es werden Automobile mit vier Rädern und seriennahen Motoren der Hersteller Opel, VW, Fiat, Toyota, BMW, Alfa Romeo und Mercedes-Benz, die für Geschwindigkeitsrennen auf Rundstrecken oder geschlossenen Strecken hergestellt wurden, eingesetzt. Seit der Saison 2007 ist der Leichtmetallräderhersteller ATS offizieller Hauptsponsor und der Formel-3-Cup firmiert unter „ATS Formel-3-Cup“.

EuroserieBearbeiten

Hauptartikel: Formel-3-Euroserie

Seit 2003 gab es die Euroserie mit Rennläufen in mehreren europäischen Staaten. Etwas im Schatten stehen die national ausgerichteten Veranstaltungen, bei denen der technische Aufwand nicht gar so hoch getrieben werden muss.

Nahezu jedes Land mit einer nennenswerten Aktivität im Motorsport führt auch Formel-3-Rennen durch. Durch das international einheitliche Reglement sollte man meinen, ein italienischer F3 wäre einem englischen oder deutschen sehr ähnlich. Das ist aber nicht so, weil in jedem Land andere Reifen vorgeschrieben sind. Die Technik eines F3 ist so ausgereizt, dass durch einen anderen Reifen eine andere Fahrwerksabstimmung nötig ist. Das geht weiter bis zur Getriebeabstufung und zur Motorsteuerung. Die also äußerlich bis auf die Reifen gleichen Autos unterscheiden sich somit erheblich im Fahrverhalten.

Technisches ReglementBearbeiten

ChassisBearbeiten

Der derzeitige Homologationszeitraum der Chassis ist bis zum 31. Dezember 2019 gültig.[4]

Bis Ende 2019 sind die Chassis von folgenden Unternehmen homologiert:

Technische Basisdaten:

  • Gesamtbreite: 185 cm
  • Breite vor den Vorderrädern: 130 cm
  • Breite zwischen Vorder- und Hinterrädern: 130 cm
  • Breite des Heckflügels: 90 cm
  • Höhe ohne Überrollbügel: 90 cm
  • Mindestradstand: 200 cm
  • Mindestspurweite: 120 cm
  • Mindestgewicht: 550 kg inklusive Fahrer

MotorBearbeiten

Nach FIA Reglement ist eine Homologation für Formel 3 Motoren erforderlich. Der derzeitige Homologationszeitraum der Motoren ist bis zum 31. Dezember 2019 gültig. Die Motoren sollen so standfest sein, dass sie 10.000 km ohne Revision laufen. Der maximale Preis eines Motors beträgt 65.500 Euro. Die Motoren dürfen einen Hubraum von maximal 2000 cm³ und maximal 4 Zylinder besitzen. Ebenso ist ein Luftmengenbegrenzer von 26 mm Durchmesser vorgeschrieben.

Bis Ende 2019 sind folgende Motoren homologiert:

Weitere Formel-3-MeisterschaftenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Formel 3 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. History of Formula 3: A Series with tradition. fiaf3europe.com; abgerufen am 11. Januar 2018 (englisch).
  2. 20 Jahre Formel 3 Geschichte. hra-online.de; abgerufen am 11. Januar 2018.
  3. FIA Announces World Motor Sport Council Decisions. fia.com; abgerufen am 11. Januar 2018 (englisch).
  4. IA Formula 3 European Championship offers enhanced package for 2017