Martin Birrane

Irischer Unternehmer und Autorennfahrer

Martin Birrane (* 19. August 1935 in Knockmore; † 9. Juni 2018) war ein irischer Unternehmer, letzter Eigentümer von Lola Cars und Autorennfahrer.

Der blaue Lola T70 von Martin Birrane vor dem Start zum Silverstone Classic 2007
Auf einem Chevron B36 feierte Birrane sein bestes Ergebnis im Sportwagensport

UnternehmerBearbeiten

Martin Birrane schloss seine Schulzeit am St. Muredach's College in Ballina ab. Danach hatte er eine Vielzahl sich abwechselnder Jobs. Unter anderem war er Portier in einem Londoner Hotel und Butler an der kanadischen Botschaft in der Türkei.

1958 ging Birrane für einige Jahre nach Kanada und arbeitete dort in der Immobilienbranche. Zurück in Großbritannien gründete er in den 1960er-Jahren eigene Unternehmen. Aus Birrane & Company wurde später Birrane & Partners und der Eigentümer ein erfolgreicher und vermögender Immobilienhändler[1]. 1983 wurde er Vorstandsvorsitzender der Peer Group, eines Londoner Investmentunternehmens, und brachte Birrane und Partners dort ein[2].

LolaBearbeiten

Eric Broadley, der Eigentümer von Lola Cars, plante 1997 den Einstieg in die Formel-1-Weltmeisterschaft. Das Engagement des Mastercard Lola F1 Teams mit dem Lola T97/30 geriet zum sportlichen und finanziellen Desaster und musste nach dem ersten Rennen der Saison, dem Großen Preis von Australien, abgebrochen werden. Schulden in der Höhe von sechs Millionen Pfund Sterling machten es Broadley unmöglich, das Unternehmen weiterzuführen, und er verkaufte es an Martin Birrane.

Birrane investierte in Personal und Ausstattung der Werkshallen und richtete das Unternehmen in den folgenden Jahren neu aus. Vorerst baute man noch Monoposto-Fahrzeuge für die Auto-GP- und die Champ-Car-Serie. Ein für 2010 angestrebter Wiedereinstieg in die Formel 1 wurde rasch wieder fallengelassen.

Mit der Entwicklung des MG-Lola EX257 begann Birrane die verstärkte Konstruktionsarbeit für den Sportwagensport. In den 2000er-Jahren entwickelte Lola LMP-Prototypen für das 24-Stunden-Rennen von Le Mans sowie die European- und die American Le Mans Series. 2012 geriet das Unternehmen erneut in Zahlungsschwierigkeiten und ging in Insolvenz[3].

Mondello ParkBearbeiten

Martin Birrane war Besitzer des Mondello Park Circuit, der einzigen permanenten Motorsport-Rennstrecke Irlands.

Karriere als RennfahrerBearbeiten

Martin Birrane war zwischen 1972 und 1988 als Touren- und Sportwagenfahrer aktiv. 46 Mal war der Ire am Start und konnte einen Klassensieg feiern. Seinen ersten Einsatz bei einem internationalen Rennen hatte er beim 24-Stunden-Rennen von Spa-Francorchamps 1971, wo er ausfiel. 17 Jahre später endete beim 24-Stunden-Rennen von Spa-Francorchamps seine professionelle Karriere. Seine beste Platzierung im Sportwagen war der zweite Rang beim Thundersports-Rennen von Snetterton 1983. Teamkollege im Chevron B36 war James Weaver[4].

Neunmal ging Birrane beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans ins Rennen. Sein Debüt gab er 1977. 1985 gewann er gemeinsam mit Edgar Dören und Jean-Paul Libert auf einem BMW M1 die Klasse der Gruppe B. Es war sein bestes Ergebnis in Le Mans.

StatistikBearbeiten

Le-Mans-ErgebnisseBearbeiten

Jahr Team Fahrzeug Teamkollege Teamkollege Teamkollege Platzierung Ausfallgrund
1977 Vereinigtes Konigreich  Dorset Racing Associates Lola T290/4S Vereinigtes Konigreich  Ian Harrower Vereinigtes Konigreich  Richard Down Niederlande  Ernst Berg nicht klassiert
1978 Vereinigtes Konigreich  Dorset Racing Organisation Lola T294S Vereinigtes Konigreich  Bob Evans Vereinigtes Konigreich  Richard Down Vereinigtes Konigreich  Richard Bond Ausfall gebrochenes Chassis
1980 Vereinigtes Konigreich  Dorset Racing Associates Lola T297 Vereinigtes Konigreich  Peter Clark Vereinigtes Konigreich  Nick Mason Rang 22
1981 Belgien  Alain de Cadenet De Cadenet-Lola LM Vereinigtes Konigreich  Nick Faure Irland  Vivian Candy Ausfall Getriebeschaden
1982 Vereinigtes Konigreich  Chevron Racing Cars Chevron B36 Vereinigtes Konigreich  John Sheldon Australien  Neil Crang Ausfall Getriebeschaden
1983 Vereinigtes Konigreich  Peer Racing Ford C100 Irland  Dave Kennedy Frankreich  François Migault Ausfall kein Benzindruck
1985 Deutschland  Helmut Gall BMW M1 Deutschland  Edgar Dören Belgien  Jean-Paul Libert Rang 15 und Klassensieg
1986 Norwegen  Lucky Strike Schanche Racing Argo JM19 C2 Norwegen  Martin Schanche Norwegen  Torgjer Kleppe Ausfall Motorschaden
1988 Vereinigtes Konigreich  Chamberlain Engineering Spice SE86C Vereinigtes Konigreich  Richard Jones Vereinigtes Konigreich  Nick Adams Ausfall Getriebeschaden

Einzelergebnisse in der Sportwagen-WeltmeisterschaftBearbeiten

Saison Team Rennwagen 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17
1972 Alain de Cadenet Duckhams LM Argentinien  BUA Vereinigte Staaten  DAY Vereinigte Staaten  SEB Vereinigtes Konigreich  BRH Italien  MON Belgien  SPA Italien  TAR Deutschland  NÜR Frankreich  LEM Osterreich  ZEL Vereinigte Staaten  WAT
DNF
1974 Escuderia Montjuich Lola T294 Italien  MON Belgien  SPA Deutschland  NÜR Italien  IMO Frankreich  LEM Osterreich  ZEL Vereinigte Staaten  WAT Frankreich  LEC Vereinigtes Konigreich  BRH Sudafrika 1961  KYA
DNF
1977 Dorset Racing Lola T294S Vereinigte Staaten  DAY Italien  MUG Frankreich  DIJ Italien  MON Vereinigtes Konigreich  SIL Deutschland  NÜR Italien  VAL Italien  PER Vereinigte Staaten  WAT Portugal  EST Frankreich  LEC Kanada  MOS Italien  IMO Osterreich  SAL Vereinigtes Konigreich  BRH Deutschland  HOK Italien  VAL
DNF
1980 Dorset Racing Lola T297 Vereinigte Staaten  DAY Vereinigtes Konigreich  BRH Vereinigte Staaten  SEB Italien  MUG Italien  MON Vereinigte Staaten  RIV Vereinigtes Konigreich  SIL Deutschland  NÜR Frankreich  LEM Vereinigte Staaten  DAY Vereinigte Staaten  WAT Belgien  SPA Kanada  MOS Vereinigte Staaten  ROA Italien  VAL Frankreich  DIJ
22
1981 Alain de Cadenet
Dorset Racing Associates
De Cadenet-Lola LM
Lola T297
Vereinigte Staaten  DAY Vereinigte Staaten  SEB Italien  MUG Italien  MON Vereinigte Staaten  RIV Vereinigtes Konigreich  SIL Deutschland  NÜR Frankreich  LEM Italien  PER Vereinigte Staaten  DAY Vereinigte Staaten  WAT Belgien  SPA Kanada  MOS Vereinigte Staaten  ROA Vereinigtes Konigreich  BRH
DNF 7
1982 Chevron Cars
Frox Clothing Limited
Chevron B36 Italien  MON Vereinigtes Konigreich  SIL Deutschland  NÜR Frankreich  LEM Belgien  SPA Italien  MUG Japan  FUJ Vereinigtes Konigreich  BRH
DNF DNF 16 20
1983 Peer Racing Ford C100 Italien  MON Vereinigtes Konigreich  SIL Deutschland  NÜR Frankreich  LEM Belgien  SPA Japan  FUJ Sudafrika  KYA
DNF
1985 Helmut Gall
Jens Winther
Chevron Cars
BMW M1
URD C83
Chevron B62
Italien  MUG Italien  MON Vereinigtes Konigreich  SIL Frankreich  LEM Deutschland  HOK Kanada  MOS Belgien  SPA Vereinigtes Konigreich  BRH Japan  FUJ Malaysia  SEL
15 14 DNF
1986 Schanche Racing Argo JM19 C2 Italien  MON Vereinigtes Konigreich  SIL Frankreich  LEM Deutschland  NÜN Vereinigtes Konigreich  BRH Spanien  JER Deutschland  NÜR Belgien  SPA Japan  FUJ
DNF
1988 PC Automotive
Chamberlain Engineering
Argo JM19
Spice SE86C
Spanien  JER Spanien  JAR Italien  MON Vereinigtes Konigreich  SIL Frankreich  LEM Tschechien  BRÜ Vereinigtes Konigreich  BRH Deutschland  NÜR Belgien  SPA Japan  FUJ Australien  SAN
DNF DNF DNF

LiteraturBearbeiten

  • Christian Moity, Jean-Marc Teissedre: 24 Stunden du Mans. 1923–1992. 2 Bände. Édition d'Art J. B. Barthelemy, Besançon 1992, ISBN 2-909-413-06-3.

WeblinksBearbeiten

Commons: Martin Birrane – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Birrane und Partner Ltd.
  2. Birrane und Partners und die Peer Group (Memento des Originals vom 22. Mai 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.peergroup.co.uk
  3. Zur Insolvenz von Lola Cars
  4. Thundersports-Rennen von Snetterton 1983