Zhang Shuai (Tennisspielerin)

chinesische Tennisspielerin
Zhang Shuai Tennisspieler
Zhang Shuai
Zhang Shuai 2016 in New York
Nation: China VolksrepublikVolksrepublik China Volksrepublik China
Geburtstag: 21. Januar 1989
Größe: 177 cm
Gewicht: 66 kg
1. Profisaison: 2003
Spielhand: Rechts, beidhändige Rückhand
Trainer: Liu Shuo
Preisgeld: 6.442.955 US-Dollar
Einzel
Karrierebilanz: 479:328
Karrieretitel: 2 WTA, 2 WTA Challenger, 21 ITF
Höchste Platzierung: 23 (14. November 2016)
Aktuelle Platzierung: 35
Grand-Slam-Bilanz
Doppel
Karrierebilanz: 233:193
Karrieretitel: 8 WTA, 1 WTA Challenger, 8 ITF
Höchste Platzierung: 9 (20. Mai 2019)
Aktuelle Platzierung: 21
Grand-Slam-Bilanz
Mixed
Grand-Slam-Bilanz
Letzte Aktualisierung der Infobox:
16. März 2020
Quellen: offizielle Spielerprofile bei der ATP/WTA und ITF (siehe Weblinks)

Zhang Shuai (chinesisch 張帥 / 张帅; * 21. Januar 1989 in Tianjin) ist eine chinesische Tennisspielerin.

KarriereBearbeiten

Juniorenlaufbahn und frühe Jahre: 2003 bis 2008Bearbeiten

Zhang Shuai, deren Vater Zhang Zhi Qiang Profifußballer, ihre Mutter Wang Fen Quin Basketballerin war, begann im Alter von sechs Jahren im Club ihrer Eltern mit dem Tennissport. 2003 spielte sie ihr erstes Turnier auf der ITF Women’s World Tennis Tour, Anfang 2006 gewann sie ihren ersten Profititel. Im gleichen Jahr gewann sie drei weitere ITF-Turniere, zwei davon der $25.000-Kategorie, und debütierte in Peking auf der WTA-Tour, nachdem sie von den Veranstaltern eine Wildcard für die Qualifikation erhalten hatte. Wenngleich sie bereits in der ersten Runde ausschied, durfte sie in Guangzhou, ebenfalls mit einer Wildcard bedacht, im Hauptfeld starten und verlor in der ersten Runde in drei Sätzen gegen Anna Tschakwetadse.

Anfang 2007 trat Zhang bei den Australian Open erstmals in der Qualifikation eines Grand-Slam-Turniers an, scheiterte jedoch schon zum Auftakt. Nachdem sie anschließend bei ITF-Turnieren in Amerika wenig Erfolg hatte, reiste sie zurück nach China und gewann dort vier Turniere in Folge, darunter auch erstmals eines der $50.000-Kategorie in Guangzhou. Es folgten ein weiterer Turniersieg und zwei Finalteilnahmen auf der ITF-Tour, auf WTA-Ebene blieb sie jedoch weiterhin ohne Erfolg in einem Hauptfeld. 2008 konnte Zhang sich bei den US Open erstmals für die Hauptrunde eines Grand-Slam-Turniers qualifizieren, verlor jedoch zum Auftakt gegen Swetlana Kusnezowa. Ende 2009 überraschte sie in Peking, als sie mit einer Wildcard startend die Weltranglistenerste Dinara Safina ausschaltete und ins Achtelfinale einzog, in dem sie Marion Bartoli unterlag.

2009 bis 2012Bearbeiten

Im Jahr darauf qualifizierte sich Zhang bei den French Open erstmals für das Hauptfeld, verlor jedoch gegen Nadja Petrowa. Im Anschluss erreichte sie in Peking ein Endspiel bei einem ITF-Turnier der $75.000-Kategorie und rückte in Guangzhou in ihr erstes WTA-Halbfinale vor, in dem sie an Alla Kudrjawzewa scheiterte. Durch das Erreichen eines weiteren Halbfinals bei einem ITF-Turnier der $100.000-Kategorie in Ningbo, kletterte sie im Ranking erstmals unter die Top 100 der Tennisweltrangliste. 2011 versuchte sich Zhang auf der WTA-Tour zu etablieren, jedoch nur mit mäßigem Erfolg. Zwar startete sie im Hauptfeld aller vier Grand-Slam-Turniere, schied dabei aber stets in der ersten Runde aus. Ihr bestes Saisonergebnis hatte sie in Kopenhagen, wo sie ins Viertelfinale kam. Im Doppel konnte sie an der Seite von Kimiko Date-Krumm in Osaka ihren ersten WTA-Titel erringen, auf den 2012 in Oeiras zusammen mit Chuang Chia-jung und in Guangzhou gemeinsam mit Tamarine Tanasugarn zwei weitere folgten. Im selben Jahr erzielte sie in der Doppelkonkurrenz der US Open, ebenfalls an der Seite von Chuang, erstmals das Viertelfinale eines Grand-Slam-Turniers; im Einzel kam sie lediglich in Peking über die erste Runde hinaus und erzielte beim ITF-Turnier der $100.000-Kategorie in Ningbo das Endspiel.

2013 und 2014Bearbeiten

2013 fokussierte sich Zhang zunächst wieder stärker auf die ITF-Tour und gewann in Peking ein Turnier der $75.000-Kategorie. Ende des Jahres gewann sie dann in Guangzhou nach einem Finalerfolg über Vania King überraschend ihren ersten WTA-Einzeltitel, bei dem sie im gesamten Turnierverlauf keinen Satz abgab, und erzielte in der Folgewoche bei einem Turnier der WTA Challenger Series in Ningbo ebenfalls das Endspiel, in dem sie Bojana Jovanovski unterlag. Durch den Sieg bei einem weiteren WTA-Challenger in Nanjing, wo sie das Finale nach Aufgabe von Ayumi Morita gewann, verbesserte sie sich in der Weltrangliste zum Saisonende bis auf Position 51. 2014 spielte Zhang ihr erstes komplettes Jahr auf der WTA-Tour und erreichte dabei drei Halbfinals in Acapulco, Kuala Lumpur und Birmingham. Ihr bestes Einzelergebnis hatte sie in Rom, wo sie nach ihrem zweiten Top 10-Erfolg in der zweiten Runde gegen Petra Kvitová, bis ins Viertelfinale vorstieß, in dem sie erst von Serena Williams gestoppt wurde. Obwohl Zhang im Ranking danach für kurze Zeit die Top 30 erreichte, blieb sie bei den vier Grand-Slam-Turnieren sieglos. Zusammen mit ihrer Landsfrau Peng Shuai gewann sie in Pattaya ihren dritten WTA-Titel im Doppel. Bei den Asienspielen 2014 in Incheon unterlag sie Finale des Mannschaftswettbewerbs zusammen mit Duan Yingying, Zheng Jie und Zheng Saisai dem Team aus Taiwan und gewann Silber.

Absturz und Durchbruch: 2015 bis 2018Bearbeiten

Nach einem schwachen Jahr 2015, in dem Zhang bis zu ihrem Sieg zum Saisonabschluss beim ITF-Turnier der $100.000-Kategorie in Tokio nur einen Hauptrundenerfolg auf WTA-Ebene sowie eine Viertelfinalteilnahme auf der ITF-Tour verbuchen konnte, fiel sie deutlich aus den Top 100 der Weltrangliste heraus. 2016 meldete sie sich jedoch eindrucksvoll zurück, als sie bei den Australian Open als Qualifikantin nach zuvor 14 Niederlagen in der ersten Runde,[1] zum Auftakt gegen die Weltranglistenzweite Simona Halep ihren ersten Sieg im Hauptfeld eines Grand-Slam-Turniers erzielen konnte und daraufhin bis ins Viertelfinale vorrückte, in dem sie von Johanna Konta geschlagen wurde. Bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro besiegte sie in der Einzelkonkurrenz zunächst Timea Bacsinszky, bevor sie in der zweiten Runde Laura Siegemund unterlag. Im Doppelwettbewerb ging sie mit Peng Shuai an den Start; die Beiden setzten sich zum Auftakt gegen Sania Mirza und Prarthana Thombare durch, schieden jedoch in der zweiten Runde gegen die an Position sechs gesetzten Andrea Hlaváčková und Lucie Hradecká aus. Bis zum Saisonende konnte Zhang noch zwei weitere Halbfinals in Tokio und Seoul sowie ihr erstes Viertelfinale bei einem Premier Mandatory-Turnier in Peking erreichen, wo sie zum zweiten Mal in der Saison gegen Simona Halep gewinnen konnte, bevor sie erneut von Johanna Konta gestoppt wurde. Durch ihre guten Resultate, erhielt sie zudem eine Wildcard für die WTA Elite Trophy in Zhuhai. Dort kam sie nach zwei Vorrundensiegen gegen Timea Bacsinszky und Tímea Babos bis ins Halbfinale, in dem sie an Petra Kvitová scheiterte. Die Saison noch nicht beendend, verteidigte sie anschließend ihren Titel in Tokio und zog beim WTA-Challenger in Honolulu ins Finale ein, das sie gegen Catherine Bellis verlor. Am Ende des Jahres erzielte sie mit Platz 23 ihre bislang höchste Weltranglistenposition.

2017 erreichte Zhang in Doha nach ihrem dritten Top 10-Sieg gegen Garbiñe Muguruza erstmals das Viertelfinale, in dem sie Karolína Plíšková chancenlos unterlag. Anschließend durchschritt sie eine längere Phase mit schwächelnder Form, aus der sie sich erst mit dem Einzug in sie dritte Runde der French Open befreite. Nachdem sie dann in Nur-Sultan bei einem ITF-Turnier der $100.000-Kategorie ohne Satzverlust triumphierte, kehrte sie auf die WTA-Tour zurück und erzielte dort bei den US Open die dritte Runde, bevor sie das Turnier von Guangzhou nach einem Sieg über Aleksandra Krunić im Endspiel zum zweiten Mal nach 2013 gewinnen und ihren zweiten WTA-Einzeltitel feiern konnte. Zum Saisonende gewann sie zum dritten Mal in Serie in Tokio und errang diesmal auch in Honolulu. Gemeinsam mit Lu Jingjing qualifizierte sie sich für den Doppelwettbewerb der WTA Elite Trophy 2017, bei der sie bis ins Endspiel kamen und dort Duan Yingying und Han Xinyun deutlich unterlagen.

Auch 2018 erzielte Zhang, bis auf ein Halbfinale in Prag auf Sandplatz, ihre besten Saisonleistungen bei Hartplatzturnieren auf dem asiatischen Kontinent. Nach einem Erstrundenausscheiden bei den US Open, erreichte sie nacheinander das Halbfinale in Hiroshima und Hongkong sowie die dritte Runde von Wuhan und nach einem Dreisatzsieg gegen Angelique Kerber das Viertelfinale in Peking, in dem sie gegen Naomi Osaka verlor. Daneben gewann sie im selben Jahr drei WTA-Titel im Doppel: Istanbul an der Seite von Liang Chen, Hiroshima zusammen mit Eri Hozumi sowie Hongkong erstmals gemeinsam mit Samantha Stosur. In New York stand sie zudem mit John Peers zum ersten Mal im Halbfinale eines Mixed-Wettkampfes bei einem Grand-Slam-Turniers. Bei der WTA Elite Trophy durfte sie nach 2016 wieder mit einer Wildcard im Einzel antreten, schied jedoch nach zwei Niederlagen gegen Anastasija Sevastova und Garbiñe Muguruza sieglos in der Gruppenphase aus. Dennoch konnte sie auch dieses Jahr zum dritten Mal in Folge in den Top 50 des Rankings abschließen.

Seit 2019Bearbeiten

2019 gelang Zhang zum Saisonbeginn mit dem Titeltriumph im Doppel bei den Australian Open an der Seite von Samantha Stosur der bis dahin größte Erfolg ihrer Karriere; im Finale setzten sich die Beiden gegen die an Position zwei gesetzten Kristina Mladenovic und Tímea Babos durch. Im Endspiel des Premier Mandatory-Turniers von Miami unterlagen sie Aryna Sabalenka und Elise Mertens. Dagegen fielen Zhangs Leistungen im Einzel zunächst deutlich ab. So kam sie in der ersten Saisonhälfte auf WTA-Ebene kein einziges Mal über die zweite Runde hinaus. Ihr bestes Resultat erzielte sie beim WTA-Challenger in Anning, wo sie ins Finale vorrückte, sich dort aber ihrer Landsfrau Zheng Saisai geschlagen geben musste. Erst in Wimbledon meldete sie sich nach einem Sieg über Caroline Wozniacki und dem Einzug in ihr zweites Grand-Slam-Viertelfinale, in dem sie an der späteren Siegerin Simona Halep scheiterte, zurück. Durch das Erreichen der dritten Runde von New York sowie ihrem vierten Turniersieg zum Jahresende in Tokio, konnte sie auch diese Saison unter den besten 50 der Weltrangliste überwintern. Außerdem erreichte sie im Doppel mit Position neun ihre bislang beste Weltranglistenplatzierung und qualifizierte sich zusammen mit Samantha Stosur erstmals für die WTA Championships 2019 in Shenzhen. Nach zwei Vorrundensiegen über Gabriela Dabrowski und Xu Yifan sowie Barbora Krejčíková und Kateřina Siniaková stießen sie gemeinsam bis ins Halbfinale vor, in dem sie diesmal gegen Babos und Mladenovic unterlagen.

Zum Auftakt der Saison 2020 erzielte sie in Hobart ihr drittes WTA-Finale im Einzel, das sie gegen Jelena Rybakina verlor. Bei den anschließenden Australian Open zog sie in die dritte Runde ein und verlor dort gegen die spätere Siegerin Sofia Kenin.

2007 gab Zhang bei der 0:5-Viertelfinalniederlage gegen Italien ihren Einstand für die chinesische Fed-Cup-Mannschaft. Seitdem hat sie für ihr Land 21 Begegnungen im Einzel und Doppel bestritten, von denen sie 13 gewinnen konnte (Einzelbilanz 7:7).

TurniersiegeBearbeiten

EinzelBearbeiten

Nr. Datum Turnier Kategorie Belag Finalgegnerin Ergebnis
1. 21. September 2013 China Volksrepublik  Guangzhou WTA International Hartplatz Vereinigte Staaten  Vania King 7:61, 6:1
2. 3. November 2013 China Volksrepublik  Nanjing WTA Challenger Hartplatz Japan  Ayumi Morita 6:4, 0:0 Aufgabe
3. 23. September 2017 China Volksrepublik  Guangzhou WTA International Hartplatz Serbien  Aleksandra Krunić 6:2, 3:6, 6:2
4. 26. November 2017 Vereinigte Staaten  Honolulu WTA Challenger Hartplatz Korea Sud  Jang Su-jeong 0:6, 6:2, 6:3

DoppelBearbeiten

Nr. Datum Turnier Kategorie Belag Partnerin Finalgegnerinnen Ergebnis
1. 16. Oktober 2011 Japan  Ōsaka WTA International Hartplatz Japan  Kimiko Date Krumm Vereinigte Staaten  Vania King
Kasachstan  Jaroslawa Schwedowa
7:5, 3:6, [11:9]
2. 5. Mai 2012 Portugal  Oeiras WTA International Sand Chinesisch Taipeh  Chuang Chia-jung Kasachstan  Jaroslawa Schwedowa
Kasachstan  Galina Woskobojewa
4:6, 6:1, [11:9]
3. 22. September 2012 China Volksrepublik  Guangzhou WTA International Hartplatz Thailand  Tamarine Tanasugarn Australien  Jarmila Gajdošová
Rumänien  Monica Niculescu
2:6, 6:2, [10:8]
4. 27. September 2013 China Volksrepublik  Ningbo WTA Challenger Sand Chinesisch Taipeh  Chan Yung-jan Ukraine  Iryna Burjatschok
Georgien  Oksana Kalaschnikowa
6:2, 6:1
5. 2. Februar 2014 Thailand  Pattaya WTA International Hartplatz China Volksrepublik  Peng Shuai Russland  Alla Kudrjawzewa
Australien  Anastassija Rodionowa
3:6, 7:65, [10:6]
6. 29. April 2018 Turkei  Istanbul WTA International Sand China Volksrepublik  Liang Chen Schweiz  Xenia Knoll
Vereinigtes Konigreich  Anna Smith
6:4, 6:4
7. 16. September 2018 Japan  Hiroshima WTA International Hartplatz Japan  Eri Hozumi Japan  Miyu Katō
Japan  Makoto Ninomiya
6:2, 6:4
8. 14. Oktober 2018 Hongkong  Hongkong WTA International Hartplatz Australien  Samantha Stosur Japan  Shūko Aoyama
Weissrussland  Lidsija Marosawa
6:4, 6:4
9. 25. Januar 2019 Australien  Australian Open Grand Slam Hartplatz Australien  Samantha Stosur Ungarn  Tímea Babos
Frankreich  Kristina Mladenovic
6:3, 6:4

Abschneiden bei Grand-Slam-TurnierenBearbeiten

EinzelBearbeiten

Turnier 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 Karriere
Australian Open 1 1 1 1 VF 2 2 3 3 VF
French Open 1 1 1 1 1 2 3 2 2 3
Wimbledon 1 1 1 1 1 VF VF
US Open 1 1 1 3 3 1 3 3

WeblinksBearbeiten

Commons: Zhang Shuai – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Zhang Shuai Breaks Through Against Simona Halep, a No. 2 Seed. In: nytimes.com. 19. Januar 2016, abgerufen am 29. Juli 2020 (englisch).