Sofia Kenin

US-amerikanische Tennisspielerin

Sofia Anna „Sonya“ Kenin (russisch София Анна Александровна Кенин; * 14. November 1998 in Moskau, Russland) ist eine US-amerikanische Tennisspielerin. Ihr größter Erfolg bislang ist der Titelgewinn 2020 bei den Australian Open.

Sofia Kenin Tennisspieler
Sofia Kenin
Sofia Kenin bei den French Open 2021
Spitzname: Sonya
Nation: Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Geburtstag: 14. November 1998
Größe: 170 cm
Spielhand: Rechts, beidhändige Rückhand
Preisgeld: 7.903.601 US-Dollar
Einzel
Karrierebilanz: 227:136
Karrieretitel: 5 WTA, 4 ITF
Höchste Platzierung: 4 (9. März 2020)
Aktuelle Platzierung: 149
Grand-Slam-Bilanz
Doppel
Karrierebilanz: 65:59
Karrieretitel: 2 WTA, 2 ITF
Höchste Platzierung: 29 (25. Januar 2021)
Aktuelle Platzierung: 475
Grand-Slam-Bilanz
Mixed
Grand-Slam-Bilanz
Letzte Aktualisierung der Infobox:
16. Mai 2022
Quellen: offizielle Spielerprofile bei der ATP/WTA (siehe Weblinks)

KarriereBearbeiten

 
Sieg bei den National Hardcourts

Als Sofia Kenin noch ein Baby war, zog die Familie in die USA.[1] Kenin begann mit fünf Jahren mit dem Tennisspielen und bevorzugt für ihr Spiel den Hartplatz. Sie spielte bis 2017 hauptsächlich auf dem ITF Women’s Circuit und gewann dabei insgesamt vier Titel im Einzel und zwei im Doppel.

Kenn gehörte als Juniorin zu den besten Spielerinnen ihres Jahrgangs und errang sowohl im Einzel als auch im Doppel zahlreiche Titel. So gewann die ehemalige Zweitplatzierte der Juniorenweltrangliste unter anderem den renommierten Orange Bowl und die USTA International Spring Championships. Im Doppel triumphierte sie 2014 mit Jessica Ho zusammen und 2015 mit Ingrid Neel beim Eddie Herr International Junior Championship. An der Seite von Renata Zarazúa erreichte sie den vierten Platz bei den Olympischen Jugend-Sommerspielen. Im Spiel um Bronze scheiterten sie an Jeļena Ostapenko und Akvilė Paražinskaitė. Ihr größter Erfolg als Juniorin war der Einzug in das Finale des Juniorenwettbewerbs der US Open im Jahr darauf, in dem sie Dalma Gálfi unterlag.

Schon 2013 debütierte sie auf der ITF-Tour und gewann dort 2015 ihren ersten Profititel. Anfang August erhielt sie für den Gewinn der National Hardcourts Championships in San Diego eine Wildcard für das Hauptfeld der US Open, wo sie gegen Mariana Duque Mariño in der ersten Runde verlor. Bei den Juniorinnen erreichte sie jedoch das Einzelfinale, in dem sie Dalma Gálfi mit 5:7 und 4:6 unterlag. Nach dem Gewinn des FSP Gold River Women’s Challenger 2016 in Sacramento, einem ITF-Turnier der $50.000-Kategorie, Ende Juli und dem Vorstoß in die Top 250 der Weltrangliste im Einzel erhielt sie erneut eine Wildcard für das Hauptfeld im Dameneinzel der US Open 2016, wo sie in der ersten Runde gegen die spätere Finalistin Karolína Plíšková ausschied. Hinzu kamen Wildcards für die Qualifikationen der WTA-Turniere von Cincinnati und New Haven. 2017 gelang Kenin zum Auftakt der US Open gegen Lauren Davis erstmals ein Sieg im Hauptfeld eines Grand Slam-Turniers. In der dritten Runde musste sie sich Marija Scharapowa geschlagen geben.

Nach dem Erreichen der dritten Runde von Miami, wurde Kenin erstmals unter den besten 100 der Welt geführt. Auf Mallorca erzielte sie dann aus der Qualifikation heraus ihr erstes WTA-Halbfinale sowie im Viertelfinale mit einem Erfolg über Caroline Garcia ihren ersten Sieg gegen eine Spielerin in den Top 10, bevor sie in Berkeley ihren zweiten größeren ITF-Titel gewinnen konnte. Bei den US Open 2018 kam Kenin wie schon im Jahr zuvor in die dritte Runde, in der sie an Karolína Plíšková scheiterte. Sie beendete die Saison mit einem weiteren Halbfinale in Québec City und dem Einzug ins Achtelfinale des Premier 5-Turniers von Wuhan. Saisonhöhepunkt für Kenin war ihr Debüt für die Fed-Cup-Mannschaft der Vereinigten Staaten beim Fed Cup-Finale 2018. Allerdings verlor sie bei der 0:3-Niederlage gegen Tschechien ihre beiden Einzelpartien gegen Barbora Strýcová und Kateřina Siniaková. Seitdem ist sie für die Mannschaft der USA insgesamt siebenmal aufgelaufen, wobei sie eine Bilanz von 3:4 vorzuweisen hat.

2019 gelang Kenin dann der endgültige Durchbruch in die Weltspitze. Zu Beginn des Jahres konnte sie in Auckland an der Seite von Eugenie Bouchard ihren ersten WTA-Titel im Doppel erringen. Im Finale setzten sich die beiden gegen Paige Mary Hourigan und Taylor Townsend durch. Eine woche später folgte in Hobart dann nach einem Finalerfolg über Anna Karolína Schmiedlová ihr erster Einzeltitel auf der Damentour und blieb im gesamten Turnierverlauf ohne Satzverlust. Auch in Acapulco stand sie danach im Endspiel, unterlag dort aber Wang Yafan. In der Folge erreichte Kenin bei den French Open nach einem Sieg über Serena Williams erstmals das Achtelfinale eines Grand Slam-Turniers, in dem sie sich aber Ashleigh Barty geschlagen geben musste. Nach dem Gewinn ihres zweiten WTA-Titels auf Mallorca, wo sie im Finale Belinda Bencic schlug, konnte sie sowohl beim Rogers Cup als auch in Cincinnati bis ins Halbfinale vorstoßen und landete dabei insgesamte vier Siege gegen Top 10-Spielerinnen, darunter auch zwei gegen die jeweiligen Weltranglistenführenden Ashleigh Barty und Naomi Osaka sowie zwei Erfolge über Elina Switolina. Gestoppt wurde sie in beiden Turnieren von den späteren Siegerinnen Bianca Andreescu in Kanada und Madison Keys in Cincinnati. Bei den US Open, in Wuhan und in Peking stand sie zum Ende des Jahres jeweils in der dritten Runde und gewann in Guangzhou nach einem Finalsieg über Samantha Stosur ihren dritten WTA-Titel. Auch im Doppel war sie erfolgreich und gewann zusammen mit ihrer Landsfrau Bethanie Mattek-Sands in Peking ihren ersten Titel bei einem Wettbewerb der Premier Mandatory-Kategorie. Gegnerinnen im Finale waren Jeļena Ostapenko und Dajana Jastremska. Aufgrund ihrer konstanten Leistungen qualifizierte sich Kenin 2019 zum ersten Mal für die WTA Elite Trophy in Zhuhai, wos sie jedoch die Vorrunde mit einem Sieg über Alison Riske sowie einer Niederlage gegen Karolína Muchová nicht überstand. Als Nachrückerin kam sie anschließend auch in der Gruppenphase der WTA Championships 2019 in Shenzhen für eine Partie zum Einsatz, in der sie sich diesmal aber Elina Switolina geschlagen geben musste. Trotzdem wurde Kenin von der WTA mit der Auszeichnung für die Aufsteigerin des Jahres 2019 bedacht.

Ihren bislang größten Erfolg feierte sie dann mit dem Gewinn der Australian Open 2020. Im Halbfinale schlug sie dabei zum zweiten Mal die Weltranglistenerste Ashleigh Barty und setzte sich im Finale gegen Garbiñe Muguruza in drei Sätzen durch. Eine Woche vor der coronabedingten Saisonunterbrechung holte sie dann in Lyon nach einem Endspielsieg gegen Anna-Lena Friedsam ihren insgesamt vierten WTA-Titel. In Paris erreichte sie nach der Wiederaufnahme der Saison ihr zweites Grand Slam-Finale, war dort jedoch gegen Iga Świątek chancenlos. Gemeinsam mit Bethanie Mattek-Sands stand sie zudem erstmals im Viertelfinale eines Grand Slam-Doppelwettbewerbs, das die beiden gegen Barbora Krejčíková und Kateřina Siniaková verloren. Von der WTA wurde sie zum Jahresende dennoch zur Spielerin des Jahres gekürt und beendete die Saison auf dem vierten Platz der Weltrangliste, ihrer bis dahin besten Position.

Das Jahr 2021 war für Kenin geprägt von gesundheitlichen Problemen. Nach einem frühen Ausscheiden als Titelverteidigerin in der zweiten Runde der Australian Open, musste sie sich einer Operation am Blinddarm unterziehen und daraufhin mehrere Wochen pausieren.[2] Mit vier Niederlagen in Folge reiste sie zu den French Open, wo sie im Achtelfinale scheiterte. In Wimbledon kam sie nicht über das Erreichen den zweiten Runde hinaus, bei den US Open konnte sie dann wegen eines positiven COVID-19-Tests nicht an den Start gehen.[3] Weil sich die Infektion als schwerwiegender herausstellte und sie zudem noch mit den Folgen einer Fußverletzung zu kämpfen hatte, entschied sich Kenin, die Saison 2021 frühzeitig zu beenden.[4] Trotz schwacher Leistungen, schloss sie wegen einer coronabedingten Sonderregelung, die vorsah, dass die zu Beginn der Saison 2020 erspielten Punkte für zwei Jahre, statt normalerweise einem in die Weltrangliste eingehen, das Jahr trotzdem unter den besten 15 der Welt ab.

TurniersiegeBearbeiten

EinzelBearbeiten

Nr. Datum Turnier Kategorie Belag Finalgegnerin Ergebnis
1. 24. Januar 2016 Vereinigte Staaten  Wesley Chapel ITF $25.000 Sand Tschechien  Jesika Malečková 6:2, 6:2
2. 24. Juli 2016 Vereinigte Staaten  Sacramento ITF $50.000 Hartplatz Vereinigte Staaten  Grace Min 4:6, 6:1, 6:4
3. 23. Juli 2017 Vereinigte Staaten  Stockton ITF $60.000 Hartplatz Vereinigte Staaten  Ashley Kratzer 6:0, 6:1
4. 22. Juli 2018 Vereinigte Staaten  Berkeley ITF $60.000 Hartplatz Vereinigte Staaten  Nicole Gibbs 6:0, 6:4
5. 12. Januar 2019 Australien  Hobart WTA International Hartplatz Slowakei  Anna Karolína Schmiedlová 6:3, 6:0
6. 23. Juni 2019 Spanien  Mallorca WTA International Rasen Schweiz  Belinda Bencic 6:72, 7:65, 6:4
7. 21. September 2019 China Volksrepublik  Guangzhou WTA International Hartplatz Australien  Samantha Stosur 6:74, 6:4, 6:2
8. 1. Februar 2020 Australien  Australian Open Grand Slam Hartplatz Spanien  Garbiñe Muguruza 4:6, 6:2, 6:2
9. 8. März 2020 Frankreich  Lyon WTA International Hartplatz (Halle) Deutschland  Anna-Lena Friedsam 6:2, 4:6, 6:4

DoppelBearbeiten

Nr. Datum Turnier Kategorie Belag Partnerin Finalgegnerinnen Ergebnis
1. 22. Juli 2017 Vereinigte Staaten  Stockton ITF $60.000 Hartplatz Vereinigte Staaten  Usue Maitane Arconada Australien  Tammi Patterson
Sudafrika  Chanel Simmonds
4:6, 6:1, [10:5]
2. 11. November 2017 Vereinigte Staaten  Waco ITF $80.000 Hartplatz Russland  Anastassija Komardina Vereinigte Staaten  Jessica Pegula
Vereinigte Staaten  Taylor Townsend
7:5, 5:7, [11:9]
3. 6. Januar 2019 Neuseeland  Auckland WTA International Hartplatz Kanada  Eugenie Bouchard Neuseeland  Paige Mary Hourigan
Vereinigte Staaten  Taylor Townsend
1:6, 6:1, [10:7]
4. 6. Oktober 2019 China Volksrepublik  Peking WTA Premier Mandatory Hartplatz Vereinigte Staaten  Bethanie Mattek-Sands Lettland  Jeļena Ostapenko
Ukraine  Dajana Jastremska
6:3, 6:73, [10:7]

Abschneiden bei Grand-Slam TurnierenBearbeiten

EinzelBearbeiten

Turnier 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 Bilanz Karriere
Australian Open 1 2 S 2 1 9:4 S
French Open 1 AF F AF 12:4 F
Wimbledon 2 2 n. a. 2 3:3 2
US Open 1 1 3 3 3 AF 9:6 AF

n. a. = nicht ausgetragen

DoppelBearbeiten

Turnier 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 Bilanz Karriere
Australian Open 1 AF 1 1 3:5 AF
French Open 2 VF 5:2 VF
Wimbledon 2 1 n. a. 1 1:3 2
US Open 1 1 AF 3:3 AF

AuszeichnungenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Sofia Kenin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Child prodigy Kenin gains experience from U.S. Open debut. In: tennis.com. 6. September 2015, abgerufen am 12. Januar 2019 (englisch).
  2. Sofia Kenin Undergoes Surgry For Appendicitis in Melbourne. In: tennis.com. 17. Februar 2021, abgerufen am 7. Februar 2022 (englisch).
  3. A Vaccinated Sofia Kenin to Miss 2021 US Open Due to Positive COVID-19 Test. In: tennis.com. 26. August 2021, abgerufen am 7. Februar 2022 (englisch).
  4. Sofia Kenin's nightmare 2021 season continues, forced to pull out of Indian Wells. In: tennisworldusa.org. 29. September 2021, abgerufen am 7. Februar 2022 (englisch).
  5. 2019 WTA Most Improved Player of the Year: Sofia Kenin. In: wtatennis.com. 11. Dezember 2019, abgerufen am 11. Dezember 2019 (englisch).
  6. 2020 WTA Player and Coach awards revealed. In: wtatennis.com. 8. Dezember 2020, abgerufen am 9. Dezember 2020 (englisch).