Bianca Andreescu

kanadische Tennisspielerin rumänischer Herkunft

Bianca Vanessa Andreescu (* 16. Juni 2000 in Mississauga, Ontario) ist eine kanadische Tennisspielerin.

Bianca Andreescu Tennisspieler
Bianca Andreescu
Andreescu 2017 in Wimbledon
Nation: Kanada Kanada
Geburtstag: 16. Juni 2000
(22 Jahre)
Größe: 170 cm
Gewicht: 60 kg
1. Profisaison: 2017
Spielhand: Rechts, beidhändige Rückhand
Trainer: Sven Groeneveld
Preisgeld: 8.157.548 US-Dollar
Einzel
Karrierebilanz: 170:72
Karrieretitel: 3 WTA, 1 WTA-Challenger, 5 ITF
Höchste Platzierung: 4 (21. Oktober 2019)
Aktuelle Platzierung: 57
Grand-Slam-Bilanz
Doppel
Karrierebilanz: 31:18
Karrieretitel: 0 WTA, 3 ITF
Höchste Platzierung: 147 (16. Juli 2018)
Aktuelle Platzierung: 393
Grand-Slam-Bilanz
Letzte Aktualisierung der Infobox:
26. September 2022
Quellen: offizielle Spielerprofile bei der ATP/WTA (siehe Weblinks)

LebenBearbeiten

Andreescu wurde in Mississauga, einem Vorort von Toronto, als Tochter rumänischer Einwanderer geboren. Als sie sechs Jahre alt war, ging die Familie zurück nach Rumänien. Ein paar Jahre später kehrten sie wieder nach Toronto zurück, wo Andreescu bis heute lebt.[1]

KarriereBearbeiten

Andreescu begann im Alter von sieben Jahren mit dem Tennis.[2][1] 2011 trat sie dem nationalen U14-Trainingscenter des kanadischen Tennisverbandes bei.[1] 2014 gewann sie den Orange Bowl in der Altersklasse bis 16 Jahre und 2015 in der Altersklasse bis 18 Jahre.[3] Außerdem gewann sie im selben Jahr den Titel bei den Internationaux de Tennis Junior Banque Nationale du Canada. Auch im Doppel hatte Andreescu als Juniorin einige Erfolge vorzuweisen. So triumphierte sie 2015 an der Seite ihrer Landsfrau Vanessa Wong zunächst beim Yucatán Cup und 2017 gemeinsam mit Carson Branstine im Nachwuchswettbewerb der Australian Open sowie anschließend bei den French Open. Im Februar 2016 erzielte sie mit Platz drei ihre höchste Position in der Junioren-Tennisweltrangliste. Laut Spielerprofil bevorzugt Andreescu Sandplätze.

Auf der ITF-Tour debütierte Andreescu schon 2015 und erreichte bei ihrem ersten Auftritt bei einem Turnier der $25.000-Kategorie auf Anhieb das Endspiel. Anschließend erhielt sie von den Veranstaltern des Rogers Cup eine Wildcard für die Qualifikation zum Premier-5-Turnier in Toronto und gab so ihren Einstand auf der WTA Tour, scheiterte aber in der ersten Runde. 2016 holte sie bei einem Turnier der $25.000-Kategorie ihren ersten Titel unterreichte danach bei einem Turnier der 50.000$-Kategorie ein weiteres Endspiel. Nach dem Gewinn zweier weiterer ITF-Turniere 2017, startete Andreescu bei den French Open erstmals in der Qualifikation zu einem Grand Slam-Turnier, schied aber bereits in der Auftaktrunde aus. In Wimbledon gelang ihr daraufhin erstmals der Einzug in die Hauptrunde, jedoch scheiterte sie auch dort zum Auftakt. In Washington gewann sie anschließend ihre ersten beiden Hauptrundenpartien auf der WTA Tour und erreichte somit ihr erstes Viertelfinale auf der WTA Tour.

Nach einem enttäuschenden Jahr 2018, in dem sie lediglich zwei Titel bei kleineren ITF-Turnieren der $25.000-Kategorie holen konnte, schaffte Andreescu zu Beginn des Januars 2019 den Durchbruch unter die Top 150, als sie als Qualifikantin nach ihrem ersten Top 10-Erfolg gegen Caroline Wozniacki das Finale der ASB Classic in Auckland erreichte. Dort verlor sie knapp in drei Sätzen gegen Julia Görges. Bei den Australian Open 2019 schlug Andreescu Whitney Osuigwe und erreichte erstmals die zweite Runde bei einem Grand-Slam-Turnier. Ende Januar 2019 erlangte sie nach ihrem Sieg bei einem Turnier der WTA Challenger Series in Newport Beach über Jessica Pegula ihre bis dahin beste Weltranglistenplatzierung mit Platz 68 im Einzel und wurde damit vor Eugenie Bouchard zur bestplatzierten Spielerin Kanadas in der Einzelweltrangliste. Ihren bis dahin größten Erfolg erzielte Andreescu bei den BNP Paribas Open in Indian Wells, wo sie ihren ersten Turniersieg bei einem Premier Mandatory-Turnier feierte und sich mit ihrem Finalsieg über Angelique Kerber auf Platz 24 in der Weltrangliste verbessern konnte. Nach Verletzungsunterbrechungen konnte sie im selben Jahr auch in Toronto beim Rogers Cup nach Siegen gegen die Top 10-Spielerinnen Kiki Bertens, Karolína Plíšková und im Finale Serena Williams triumphieren und sich in der Einzelweltrangliste auf Platz 14 verbessern.

Im September 2019 gewann sie als Nummer 15 der Setzliste das Finale der US Open, in dem sie sich abermals gegen Williams durchsetzte. Sie ist damit die erste Grand-Slam-Siegerin überhaupt, die in den 2000er-Jahren geboren wurde.[4] Auch ist sie die erste Kanadierin, die einen Einzeltitel bei einem Grand-Slam feiern konnte. Von der WTA wurde sie aufgrund ihres Triumphes 2019 als Newcomerin des Jahres gewürdigt. Beim darauffolgenden Premier-Mandatory-Turnier in Peking kam Andreescu ins Viertelfinale, unterlag dort aber Naomi Ōsaka. Trotzdem qualifizierte sie sich Ende des Jahres erstmals für die WTA Championships 2019 in Shenzhen, wo sie in der Vorrunde zunächst gegen Simona Halep verlor. Bei ihrer zweiten Partie gegen Karolína Plíšková verletzte sie sich am Knie, sodass sie zur Aufgabe gezwungen war und zu ihrem dritten Gruppenspiel nicht mehr antreten konnte.

Die dort erlittene Knieverletzung erwies sich als schwerer als zunächst angenommen, sodass Andreescu in der Folge die gesamte Saison 2020 ausfiel.[5] Ihr Comeback gab sie bei den Australian Open 2021, jedoch schied sie bereits in der zweiten Runde aus. Beim anschließenden Turnier in Melbourne erzielte sie das Halbfinale. Ihr bestes Saisonergebnis gelang Andreescu danach beim Premier-Mandatory-Turnier in Miami, wo sie bis ins Finale vorrückte, in dem sie sich der damaligen Weltranglistenersten Ashleigh Barty geschlagen geben musste. Bis zum Ende der Saison nahmen ihre Leistungen merklich ab. Bei den US Open konnte sie zwar noch einmal das Achtelfinale erreichen, schloss das Jahr aber nur knapp innerhalb der besten 50 der Welt ab.

Aufgrund einer weiteren längeren Verletzungspause, verpasste Andreescu die ersten drei Monate der Saison 2022 und fiel erstmals seit 2019 aus den Top 100 der Weltrangliste heraus. Erst in Stuttgart stieg sie wieder auf die WTA Tour ein,[6] und schied in der zweiten Runde gegen Aryna Sabalenka aus.

Im Februar 2017 spielte Andreescu in Metepec beim 2:1-Erfolg gegen Venezuela erstmals für die kanadische Fed-Cup-Mannschaft. In ihrer Fed-Cup-Bilanz stehen zehn Siege und drei Niederlagen zu Buche (Einzelbilanz 7:3).

TurniersiegeBearbeiten

EinzelBearbeiten

Nr. Datum Turnier Kategorie Belag Finalgegnerin Ergebnis
1. 14. August 2016 Kanada  Gatineau ITF $25.000 Hartplatz Vereinigte Staaten  Elizabeth Halbauer 6:2, 7:5
2. 26. Februar 2017 Vereinigte Staaten  Rancho Santa Fe ITF $25.000 Hartplatz Vereinigte Staaten  Kayla Day 6:4, 6:1
3. 2. April 2017 Italien  Pula ITF $25.000 Sand Vereinigte Staaten  Bernarda Pera 6:78, 6:2, 7:68
4. 21. Oktober 2018 Vereinigte Staaten  Florence, SC ITF $25.000 Hartplatz Japan  Mari Osaka 6:4, 2:6, 6:3
5. 18. November 2018 Vereinigte Staaten  Norman, OK ITF $25.000 Hartplatz Kolumbien  María Camila Osorio Serrano 6:1, 6:0
6. 27. Januar 2019 Vereinigte Staaten  Newport Beach WTA Challenger Hartplatz Vereinigte Staaten  Jessica Pegula 0:6, 6:4, 6:2
7. 18. März 2019 Vereinigte Staaten  Indian Wells WTA Premier Mandatory Hartplatz Deutschland  Angelique Kerber 6:4, 3:6, 6:4
8. 11. August 2019 Kanada  Toronto WTA Premier 5 Hartplatz Vereinigte Staaten  Serena Williams 3:1 Aufgabe
9. 7. September 2019 Vereinigte Staaten  New York Grand Slam Hartplatz Vereinigte Staaten  Serena Williams 6:3, 7:5

DoppelBearbeiten

Nr. Datum Turnier Kategorie Belag Partnerin Finalgegnerinnen Ergebnis
1. 14. August 2016 Kanada  Gatineau ITF $25.000 Hartplatz Kanada  Charlotte Robillard-Millette Japan  Mana Ayukawa
Vereinigtes Konigreich  Samantha Murray
4:6, 6:4, [10:6]
2. 29. Oktober 2017 Kanada  Saguenay ITF $60.000 Hartplatz (Halle) Kanada  Carol Zhao Vereinigte Staaten  Francesca Di Lorenzo
Neuseeland  Erin Routliffe
kampflos
3. 21. Juli 2018 Kanada  Gatineau ITF $25.000 Hartplatz Kanada  Carson Branstine Chinesisch Taipeh  Hsu Chieh-yu
Mexiko  Marcela Zacarias
4:6, 6:2, [10:4]

TurnierbilanzBearbeiten

EinzelBearbeiten

Die Tabelle listet die Ergebnisse der Grand-Slam-Turniere, der Tour Championships, der Olympischen Spiele, des Fed Cups bzw. Billie Jean King Cups und der Turniere folgender Kategorien: 1990-2008: Tier I, 2009-2020: Premier Mandatory und Premier 5, ab 2021: WTA 1000

Turnier20152016201720182019202020212022Karriere
Australian OpenQ1222 × 2R
French OpenQ1Q32122 × 2R
Wimbledon1Q3 121 × 2R
US OpenQ1Q1SAF31 × S
Tour ChampionshipsRR 1 × RR
Doha     
Dubai    
Indian WellsS 31 × S
MiamiAF F1 × F
RomVF1 × VF
Madrid AF1 × AF
Cincinnati21 × 2R
KanadaQ1Q31S AF1 × S
Wuhan 
PekingVF 1 × VF
Olympische Spiele    
Fed CupPO1PO 2 × PO

Zeichenerklärung: S = Turniersieg; F, HF, VF, AF = Einzug ins Finale, Halb-, Viertel-, Achtelfinale; 1, 2, 3 = Ausscheiden in der 1., 2., 3. Haupt- / Finalrunde; Q1, Q2, Q3 = Ausscheiden in der 1., 2. 3. Qualifikationsrunde; RR = Round Robin (Gruppenphase); nicht ausgetragen oder andere Kategorie; PO (Playoff), P2 = Auf-/Abstiegsrunde zur Weltgruppe I/II im Fed Cup; W2, K1, K2, K3 = Teilnahme in der Weltgruppe II, Kontinentalgruppe I, II, III im Fed Cup.

AuszeichnungenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Bianca Andreescu – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c Bianca Andreescu: confident, driven and ready to take flight. In: tenniscanada.com. 6. Mai 2015, abgerufen am 14. August 2019 (englisch).
  2. Marius Doroftei: Povestea Biancai Andreescu: Motivul pentru care a plecat din Romania si reprezinta Canada. In: Ziare.com. 4. Januar 2019, abgerufen am 8. September 2019 (englisch).
  3. Cezara Paraschiv: Interviu – Un altfel de Canada - România, la fileu. In: prosport.ro. Abgerufen am 16. Juli 2017 (rumänisch).
  4. Here’s what people are saying about Bianca’s historic win. In: olympic.ca. 7. September 2017, abgerufen am 9. Mai 2022 (englisch).
  5. Andreescu ends 2020 season to ‘focus on health and training’. In: wta.com. 20. September 2020, abgerufen am 9. Mai 2022 (englisch).
  6. ‘It sounds dramatic’ – Bianca Andreescu opens up after Stuttgart victory ends six-month hiatus. In: tennshead.net. 20. April 2022, abgerufen am 9. Mai 2022 (englisch).
  7. 2019 WTA Newcomer of the Year: Bianca Andreescu. In: wtatennis.com. 11. Dezember 2019, abgerufen am 11. Dezember 2019 (englisch).
  8. Laura Armstrong: Bianca Andreescu named unanimous winner of Lou Marsh Award as Canada’s athlete of the year. In: thestar.com. Toronto Star, 9. Dezember 2019, abgerufen am 3. März 2020 (englisch).