Halvor Egner Granerud

norwegischer Skispringer
Halvor Egner Granerud Skispringen
Halvor Egner Granerud (2017)

Halvor Egner Granerud (2017)

Nation NorwegenNorwegen Norwegen
Geburtstag 29. Mai 1996 (25 Jahre)
Geburtsort Oslo, Norwegen
Größe 175 cm
Karriere
Verein Asker Skiklubb
Trainer Roy Erland Myrdal
Pers. Bestweite 244,5 m (Planica, 13. Dezember 2020)
Status aktiv
Medaillenspiegel
WM-Medaillen 0 × Gold 1 × Silber 0 × Bronze
SFWM-Medaillen 1 × Gold 1 × Silber 0 × Bronze
JWM-Medaillen 1 × Gold 1 × Silber 0 × Bronze
Nationale Medaillen 1 × Gold 4 × Silber 3 × Bronze
FIS Nordische Skiweltmeisterschaften
Silber 2021 Oberstdorf Mixed-Team
FIS Skiflug-Weltmeisterschaften
Silber 2020 Planica Einzel
Gold 2020 Planica Mannschaft
FIS Skisprung-Junioren-WM
Gold 2015 Almaty Mannschaft
Silber 2016 Râșnov Mannschaft
Norwegischer Skiverband Norwegische Meisterschaften
Bronze 2014 Molde Mannschaft
Bronze 2018 Oslo Normalschanze
Silber 2019 Oslo Normalschanze
Silber 2019 Oslo Mannschaft
Silber 2020 Trondheim Sommer GS
Gold 2020 Oslo Mannschaft
Silber 2020 Oslo Normalschanze
Bronze 2020 Oslo Mixed-Team
Skisprung-Weltcup / A-Klasse-Springen
 Debüt im Weltcup 05. Dezember 2015
 Weltcupsiege (Einzel) 12  (Details)
 Weltcupsiege (Team) 02  (Details)
 Gesamtweltcup 01. (2020/21)
 Skiflug-Weltcup 19. (2020/21)
 Vierschanzentournee 04. (2020/21)
 Raw Air 22. (2018)
 Podiumsplatzierungen 1. 2. 3.
 Einzelspringen 12 2 1
 Teamspringen 1 0 1
 Mixed-Teamspringen 1 0 0
Skisprung-Grand-Prix
 Debüt im Grand Prix 27. September 2015
 Grand-Prix-Siege (Einzel) 03  (Details)
 Grand-Prix-Siege (Team) 01  (Details)
 Gesamtwertung Grand Prix 01. (2021)
 Podiumsplatzierungen 1. 2. 3.
 Einzelspringen 3 1 1
 Teamspringen 0 0 2
 Mixed-Teamspringen 1 0 0
Skisprung-Continental-Cup (COC)
 Debüt im COC 20. Februar 2014
 COC-Siege (Einzel) 06  (Details)
 Gesamtwertung COC 05. (2015/16)
 Podiumsplatzierungen 1. 2. 3.
 Einzelspringen 6 3 5
letzte Änderung: 21. November 2021

Halvor Egner Granerud (* 29. Mai 1996 in Oslo) ist ein norwegischer Skispringer. Sein größter Erfolg ist der Sieg des Gesamtweltcups 2020/21. Im Dezember 2020 verpasste er den Skiflugweltmeistertitel um 0,5 Punkte und gewann die Silbermedaille. Mit dem Team gewann er einen Tag darauf Gold. Bei den Junioren-Weltmeisterschaften 2015 im kasachischen Almaty gewann er mit der norwegischen Mannschaft die Goldmedaille.

WerdegangBearbeiten

JugendBearbeiten

Granerud besucht die sportlich orientierte weiterführende Schule WANG Toppidret. Trainiert wurde er von 2002 bis 2008 von Jan Bertzen, Per Christian Næsset und Tor Dølvik, 2008 bis 2009 von Erlend Munkeby und Arild Sørensen, 2009 von Kristoffer Gaustad, 2009 bis 2010 von Peter Sandell, 2010 bis 2012 von Marius Huse und Kjetil Moen, 2012 bis 2013 von Yngve Ludviksen, seit 2013 von Roy Erland Myrdal und seit 2014 zusätzlich wieder von Marius Huse.[1]

International hatte er seine ersten Auftritte im Sommer-FIS Cup 2013: In der Villacher Alpenarena belegte er am 13. und 14. Juli 2013 die Plätze 30 und 26. Im FIS Cup der Wintersaison 2013/14 auf dem Tveitanbakken in Notodden am 12. und 13. Dezember 2013 wurde er 29. und 14. Danach wechselte er zum Continental Cup. Bei der norwegischen Meisterschaft 2014 auf dem Skarbakken in Molde startete er für die Provinz Akershus und erhielt eine Bronzemedaille, gemeinsam mit Vegard Swensen, Rune Velta und Tom Hilde. Im Continental Cup gelang Granerud sein erster Sieg am 14. Februar 2015 auf der Salpausselkä-Schanze (HS 130) in Lahti vor Anže Lanišek und Janne Ahonen, nachdem er sowohl im ersten als auch im zweiten Durchgang die beste Punktzahl erzielt hatte.[2]

Der größte Erfolg Halvor Egner Graneruds im Juniorenbereich war der Gewinn der Goldmedaille bei den Nordischen Junioren-Skiweltmeisterschaften 2015 in Almaty im Mannschaftsspringen von der Normalschanze, gemeinsam mit Joacim Ødegård Bjøreng, Phillip Sjøen und Johann André Forfang. Im Einzelwettbewerb belegte er den 20. Platz.

Saisons 2015/16 bis 2017/18Bearbeiten

Zum ersten Mal am Skisprung-Weltcup nahm er am 5. Dezember 2015 beim Springen von der Normalschanze in Lillehammer teil, wurde aber, wie drei andere Norweger, wegen eines falschen Anzugs disqualifiziert. Bei den Junioren-Weltmeisterschaften 2016 im rumänischen Râșnov gewann er gemeinsam mit Marius Lindvik, Are Sumstad und Robin Pedersen die Silbermedaille hinter Deutschland. Mit dem norwegischen Mixed-Team verpasste er als Vierter knapp die Medaillenränge, während er im Einzelwettbewerb 17. wurde. Seine ersten Weltcuppunkte holte er am 30. Dezember 2016 bei der Vierschanzentournee in Oberstdorf mit dem 28. Platz nach einem 29. Platz im ersten Durchgang. Zum ersten Mal in die Top 10 sprang er mit seinem 5. Platz am 16. Dezember 2017 in Engelberg. Bei den Norwegischen Meisterschaften 2018 in Oslo gewann er auf der Normalschanze die Bronzemedaille.

Saison 2018/19Bearbeiten

Mit drei Platzierungen unter den besten Fünf im Weltcup 2018/19 empfahl sich Granerud für die Weltmeisterschaften 2019 in Seefeld in Tirol. Dort belegte er schließlich von der Großschanze den 33. Rang und wurde mit der norwegischen Mannschaft Fünfter. Beim Springen von der Normalschanze wurde er nicht eingesetzt. Die Saison schloss er auf dem 15. Platz in der Weltcup-Gesamtwertung sowie mit dem Gewinn zweier Silbermedaillen bei den norwegischen Meisterschaften in Oslo ab. Mit seiner bis dato besten Saison im Rücken wurde Granerud erneut in den Weltcup-Kader eingeteilt.[3]

Saison 2019/20Bearbeiten

Nachdem er im Sommer 2019 im Grand Prix noch einige gute Resultate erzielen konnte, befand sich Granerud zu Beginn des Winters 2019/20 außer Form. Daher ging er zunächst im Continental Cup an den Start, wo sich allerdings keine guten Ergebnisse einstellten. Aus diesem Grund zog sich Granerud ins Training zurück und verzichtete auf weitere Wettkampfsprünge. Erst Ende Februar kehrte er im rumänischen Râșnov zum Weltcup-Zirkus zurück. Dabei zeigte er sich formverbessert und konnte bereits am zweiten Wettkampftag seine ersten acht Weltcup-Punkte der Saison holen. Die Saison schloss er auf Rang 61 der Weltcupgesamtwertung ab.

Saison 2020/21Bearbeiten

Im Sommer 2020 nahm er an den pandemiebedingt wenigen internationalen Wettkämpfen nicht teil, sodass vor der Saison die Ergebnisse der nationalen Leistungsvergleiche als wichtigster Maßstab galten. Ein erster Hinweis auf eine deutliche Leistungssteigerung im Vergleich zum Vorjahr lieferten die norwegischen Sommer-Meisterschaften in Trondheim, bei denen Granerud die Silbermedaille gewinnen konnte. Eine weitere Silbermedaille bei den nachgeholten norwegischen Meisterschaften 2020 Ende Oktober in Oslo bestätigte diesen Trend. Darüber hinaus gewann er gemeinsam mit Adrian Thon Gundersrud, Fredrik Villumstad und Marius Lindvik seinen ersten Meistertitel im Team. Aufgrund dieser Leistungen war Granerud Teil der norwegischen Teams Mannschaft beim Weltcup-Auftakt in Wisła, wo er nach starken Sprüngen in der Qualifikation und beim Mannschaftsspringen zum Geheimfavoriten aufgestiegen war. Tatsächlich gelangen ihm beim Einzelspringen zwei starke Sprünge, er verpasste als Vierter jedoch knapp das Podest. Eine Woche später konnte er in Kuusamo im zweiten Einzelwettbewerb des Wochenendes nach einem erneuten vierten Platz am Vortag seinen ersten Weltcupsieg feiern. In den folgenden Wochen dominierte Granerud den Weltcup-Zirkus und gewann beide Wettbewerbe von der Tramplin Stork in Nischni Tagil sowie beide Springen von der Gross-Titlis-Schanze in Engelberg. Lediglich bei der Skiflug-Weltmeisterschaft 2020, die zwischen den Springen in Nischni Tagil und Engelberg in Planica stattfand, musste er sich um 0,5 Punkte dem Deutschen Karl Geiger geschlagen geben. Gemeinsam mit Daniel-André Tande, Johann André Forfang und Robert Johansson wurde er zudem Skiflug-Weltmeister mit dem Team. Dabei errang Granerud als Schlussspringer in einem knappen Wettbewerb die entscheidenden Punkte gegenüber den zweitplatzierten Deutschen. Mit den fünf Weltcup-Siegen in Folge ging Granerud als großer Favorit in die 69. Vierschanzentournee. In Oberstdorf wurde er Zweiter in der Qualifikation und Vierter im Wettkampf. In Garmisch-Partenkirchen erreichte er in der Qualifikation und im Wettbewerb den 2. Platz. Damit übernahm er die Führung in der Tournee-Gesamtwertung. Nach dem Qualifikationssieg in Innsbruck fiel er mit Platz 15 im Wettbewerb auf den 3. Tournee-Gesamtrang zurück. Nach Position 12 in Bischofshofen belegte er in der Gesamtwertung der Vierschanzentournee 2020/21 zum Abschluss den vierten Platz. Bei den anschließenden Weltcups in Titisee-Neustadt belegte er die Plätze zwei und eins. In Zakopane erlebte er ein schwächeres Wochenende als Dritter mit der Mannschaft und 23. im Einzelspringen. Anschließend gewann er am 23. Januar 2021 in Lahti mit der norwegischen Mannschaft zum ersten Mal ein Teamspringen. Am darauffolgenden Tag führte er den Einzelwettbewerb nach dem ersten Durchgang mit über zehn Punkten Vorsprung an und sprang auch im zweiten Durchgang mit Abstand am weitesten, stürzte jedoch dabei und fiel auf Rang vier zurück.[4] Bei den beiden Weltcups in Willingen erreichte er seinen siebten und achten Saisonsieg und stellte damit einen neuen Rekord als siegreichster norwegischer Skispringer innerhalb einer Saison auf. Darüber hinaus gewann er damit die Willingen-Six-Gesamtwertung, womit er ein zusätzliches Preisgeld in Höhe von 15.000 Euro erhielt. Am darauffolgenden Wochenende holte er in Klingenthal seinen neunten und zehnten Weltcupsieg. Bei den erneuten Weltcups in Zakopane erreichte er den 7. Platz sowie seinen 11. Sieg. Damit egalisierte er den Rekord von Roar Ljøkelsøy (ebenfalls 11 Karrieresiege im Weltcup) als siegreichster norwegischer Skispringer. Bei den Nordischen Skiweltmeisterschaften 2021 in Oberstdorf verpasste er mit dem vierten Platz von der Normalschanze eine Medaille nur knapp, doch tags darauf holte er mit dem Mixed-Team die Silbermedaille. Noch vor den ersten Trainingseinheiten auf der Großschanze gab Granerud über das Medium Instagram bekannt, sich mit SARS-CoV-2 infiziert zu haben.[5] Aufgrund seiner Infektion nahm er an keinen weiteren Wettbewerben der Weltmeisterschaften teil. Granerud galt aufgrund seiner Vorleistungen als Topfavorit.

Nach der Absage der Raw Air 2021 und dem Fehlen einer adäquaten Anzahl an Ersatzspringen gewann Granerud vorzeitig den Gesamtweltcup 2020/21.[6]

ErfolgeBearbeiten

Weltcupsiege im EinzelBearbeiten

Nr. Datum Ort Typ
01. 29. November 2020 Finnland  Kuusamo Großschanze
02. 5. Dezember 2020 Russland  Nischni Tagil Großschanze
03. 6. Dezember 2020 Russland  Nischni Tagil Großschanze
04. 19. Dezember 2020 Schweiz  Engelberg Großschanze
05. 20. Dezember 2020 Schweiz  Engelberg Großschanze
06. 10. Januar 2021 Deutschland  Titisee-Neustadt Großschanze
07. 30. Januar 2021 Deutschland  Willingen Großschanze
08. 31. Januar 2021 Deutschland  Willingen Großschanze
09. 6. Februar 2021 Deutschland  Klingenthal Großschanze
10. 7. Februar 2021 Deutschland  Klingenthal Großschanze
11. 14. Februar 2021 Polen  Zakopane Großschanze
12. 21. November 2021 Russland  Nischni Tagil Großschanze

Weltcupsiege im TeamBearbeiten

Nr. Datum Ort Typ
01. 23. Januar 2021 Finnland  Lahti Großschanze
02. 20. Februar 2021 Rumänien  Râșnov Normalschanze Mixed

Grand-Prix-Siege im EinzelBearbeiten

Nr. Datum Ort Typ
01. 5. September 2021 Kasachstan  Schtschutschinsk Normalschanze
02. 5. September 2021 Kasachstan  Schtschutschinsk Normalschanze
03. 11. September 2021 Russland  Tschaikowski Großschanze

Grand-Prix-Siege im TeamBearbeiten

Nr. Datum Ort Typ
1. 12. September 2021 Russland  Tschaikowski Großschanze Mixed

Continental-Cup-Siege im EinzelBearbeiten

Nr. Datum Ort Typ
01. 14. Februar 2015 Finnland  Lahti Großschanze
02. 1. März 2015 Deutschland  Titisee-Neustadt Großschanze
03. 19. September 2015 Norwegen  Oslo Normalschanze
04. 27. Dezember 2016 Schweiz  Engelberg Großschanze
05. 26. Februar 2017 Vereinigte Staaten  Iron Mountain Großschanze
06. 11. Februar 2018 Vereinigte Staaten  Iron Mountain Großschanze

StatistikBearbeiten

Weltcup-PlatzierungenBearbeiten

Saison Platz Punkte
2016/17 42. 0050
2017/18 20. 0280
2018/19 15. 0422
2019/20 61. 0008
2020/21 01. 1572

Grand-Prix-PlatzierungenBearbeiten

Saison Platz Punkte
2016 22. 0097
2017 18. 0137
2018 20. 0096
2019 22. 0100
2021 01. 0380

Continental-Cup-PlatzierungenBearbeiten

Saison Platz Punkte
2014/15 21. 0445
2015/16 05. 0722
2016/17 10. 0721
2017/18 35. 0300
2019/20 62. 0106

FIS-Cup-PlatzierungenBearbeiten

Saison Platz Punkte
2013/14 163. 0026

SchanzenrekordeBearbeiten

Den Schanzenrekord hält er für die Sommernutzung der K-55-Schanze am Paradiskullen im schwedischen Örnsköldsvik mit 63,0 Metern, die er dort am 27. Juni 2008 sprang. Das sind 5,5 Meter weiter als der vorherige Schanzenrekord von Alexander Lehto vom 27. Januar 2008.[7]

PrivatesBearbeiten

Halvor Egner Granerud ist der Urenkel des Kinderbuchautors und -illustrators Thorbjørn Egner (1912–1990).[8] Im Frühjahr 2020 arbeitete er als Nebenjob in einem Kindergarten in Trondheim.[9][10]

WeblinksBearbeiten

Commons: Halvor Egner Granerud – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Halvor Egner Granerud auf der Website des Asker Skiklubbs (norwegisch)
  2. Offizielles Endergebnis des Continental-Cup-Springens am 14. Februar 2015 (PDF, englisch)
  3. Neue Gesichter im norwegischen A-Kader, auf berkutschi.com, vom 13. Mai 2019. Abgerufen am 22. Februar 2020.
  4. Granerud stürzt: Robert Johansson gewinnt in Lahti vor zwei DSV-Skispringern. Artikel vom 24. Januar 2021 auf skispringen.com
  5. Dominik Formela: Halvor Egner Granerud zakażony koronawirusem!. In: skijumping.pl. 3. März 2021, abgerufen am 3. März 2021 (polnisch).
  6. Im Leben geht es einfach auf und ab. Artikel auf der Internetseite der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 4. März 2021 (faz.net), abgerufen am 5. März 2021.
  7. Paradiskullen auf skisprungschanzen.com
  8. Hoppukedebutanten er Thorbjørn Egners oldebarn. Artikel von Nils Christian Mangelrød und Anders Engeland vom 29. Dezember 2015 auf der Website des Norsk rikskringkastings (norwegisch)
  9. Topfavorit Halvor Egner Granerud: Der fliegende Kita-Erzieher. Artikel von Benedikt Paetzholdt vom 28. Dezember 2020 in der Berliner Zeitung
  10. Halvor Egner Granerud im Interview mit skijumping.pl. YouTube vom 3. Februar 2021