Karl Geiger (Skispringer)

deutscher Skispringer
Karl Geiger Skispringen
{{{bildbeschreibung}}}

Nation DeutschlandDeutschland Deutschland
Geburtstag 11. Februar 1993 (27 Jahre)
Geburtsort Oberstdorf, Deutschland
Größe 183 cm
Gewicht 64 kg
Karriere
Verein SC Oberstdorf
Pers. Bestweite 243,5 m (Planica 2017)
Status aktiv
Medaillenspiegel
Olympische Medaillen 0 × Gold 1 × Silber 0 × Bronze
WM-Medaillen 2 × Gold 1 × Silber 0 × Bronze
JWM-Medaillen 0 × Gold 0 × Silber 1 × Bronze
Nationale Medaillen 7 × Gold 1 × Silber 1 × Bronze
Olympische Ringe Olympische Winterspiele
Silber 2018 Pyeongchang Team
FIS Nordische Skiweltmeisterschaften
Gold 2019 Seefeld Team
Gold 2019 Seefeld Mixed-Team
Silber 2019 Seefeld Großschanze
FIS Skisprung-Junioren-WM
Bronze 2013 Liberec Team
Deutscher Skiverband Deutsche Meisterschaften
Gold 2012 Klingenthal Team
Silber 2013 Oberstdorf Einzel
Gold 2013 Oberstdorf Team
Bronze 2014 Hinterzarten Einzel
Gold 2014 Hinterzarten Team
Gold 2016 Oberhof Team
Gold 2018 Hinterzarten Team
Gold 2019 Klingenthal Einzel
Gold 2019 Klingenthal Team
Skisprung-Weltcup / A-Klasse-Springen
 Debüt im Weltcup 24. November 2012
 Weltcupsiege (Einzel) 06  (Details)
 Weltcupsiege (Team) 04  (Details)
 Gesamtweltcup 02. (2019/20)
 Skiflug-Weltcup 05. (2019/20)
 Vierschanzentournee 03. (2019/20)
 Raw Air 11. (2019)
 Podiumsplatzierungen 1. 2. 3.
 Einzelspringen 6 7 1
 Teamspringen 4 8 1
Skisprung-Grand-Prix
 Debüt im Grand Prix 03. Oktober 2012
 Grand-Prix-Siege (Einzel) 03  (Details)
 Grand-Prix-Siege (Team) 01  (Details)
 Gesamtwertung Grand Prix 02. (2018)
 Podiumsplatzierungen 1. 2. 3.
 Einzelspringen 3 1 3
 Teamspringen 0 1 2
 Mixed-Teamspringen 1 0 0
Skisprung-Continental-Cup (COC)
 Debüt im COC 10. März 2012
 COC-Siege (Einzel) 06  (Details)
 Gesamtwertung COC 02. (2015/16)
 Podiumsplatzierungen 1. 2. 3.
 Einzelspringen 6 8 3
letzte Änderung: 12. März 2020

Karl Geiger (* 11. Februar 1993 in Oberstdorf) ist ein deutscher Skispringer, der für den SC Oberstdorf startet. Er gehört seit 2016 dem Zoll-Ski-Team an.[1] Seine bisher größten Erfolge sind die beiden Weltmeister-Titel im Mannschaftswettbewerb und im Mixed-Wettbewerb sowie der zweite Platz im Einzel von der Großschanze bei den Nordischen Skiweltmeisterschaften 2019. Zudem gewann er die Silbermedaille im Mannschaftswettbewerb bei den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang. Bei der Vierschanzentournee 2019/20 wurde er Dritter.

WerdegangBearbeiten

Im März 2012 wurde er im finnischen Kuopio erstmals im zweitklassigen Continental Cup eingesetzt. Beim Sommerspringen am 16. September 2012 auf der neu erbauten Sneschinka im russischen Tschaikowski sprang er als Dritter erstmals in diesem Wettbewerb auf das Podium.[2] Eine Woche später konnte er im sächsischen Klingenthal sogar Platz zwei belegen.[3] Am Ende reichte es in der Gesamtwertung des Sommer-Grand-Prix zum fünften Platz. Aufgrund dieser Erfolge wurde er für den Weltcupauftakt am letzten Novemberwochenende 2012 im norwegischen Lillehammer nominiert. Dort konnte er sich nicht nur für den Wettkampf qualifizieren, sondern auch gleich sowohl von der Normalschanze (als 21.) als auch von der Großschanze (als 30.) punkten. Am 9. Dezember 2012 wurde er Sechster beim Weltcup im russischen Sotschi, sein bis Februar 2016 bestes Ergebnis.

Bei den Juniorenweltmeisterschaften 2013 im tschechischen Liberec konnte er mit der deutschen Mannschaft die Bronzemedaille im Mannschaftswettbewerb gewinnen.[4] Im Einzel belegte er den siebenten Rang.[5]

In der Saison 2013/14 konnte Geiger mit dem zweiten Platz beim Teamspringen in Klingenthal seinen ersten Weltcup-Podestplatz feiern. Mitte Februar 2014 gewann er auf der Inselbergschanze in Brotterode seine ersten beiden Continental-Cup-Springen.[6]

Werner Schuster nominierte Geiger im Dezember 2014 erstmals in die Nationale Gruppe bei den Springen zur Vierschanzentournee 2014/15. In Oberstdorf schied er jedoch im ersten Durchgang aus. Geiger wurde ein Jahr später, im Dezember 2015, erneut für die Nationale Gruppe zur Vierschanzentournee 2015/16 nominiert. In Oberstdorf konnte sich Geiger im ersten Durchgang im Duell gegen Junshirō Kobayashi durchsetzen und erlangte mit dem 26. Platz die ersten Weltcuppunkte der Saison 2015/16. In Garmisch-Partenkirchen gelang ihm erneut die Qualifikation, im ersten Durchgang scheiterte er jedoch und verpasste einen weiteren Einzug in den zweiten Durchgang.

Am 21. Februar 2016 sprang Geiger beim Wettbewerb von der Normalschanze in Lahti auf den zweiten Platz und erreichte damit sein bestes Weltcupergebnis bis zum Dezember 2018. Die Weltcup-Saison beendete er auf dem 30. Platz in der Gesamtwertung. Im Continental Cup konnte er in dieser Saison drei Siege erspringen und belegte er in der Gesamtwertung den zweiten Platz hinter dem Österreicher Clemens Aigner.

Bei den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang erreichte Geiger Platz 10 auf der Normalschanze und Platz 7 auf der Großschanze. Zusammen mit Stephan Leyhe, Richard Freitag und Andreas Wellinger gewann er hinter Norwegen die Silbermedaille im Mannschaftswettbewerb und wurde dafür, gemeinsam mit den weiteren deutschen Medaillengewinnern, am 7. Juni 2018 mit dem Silbernen Lorbeerblatt ausgezeichnet.[7] Bei der ersten Weltcup-Station nach den Olympischen Winterspielen in Lahti gewann er mit Markus Eisenbichler, Richard Freitag und Andreas Wellinger den Mannschaftswettbewerb und erzielte damit seinen ersten Weltcupsieg. Er beendete den Gesamtweltcup als 14. mit 427 Punkten, was bis dahin sein bestes Ergebnis war. Den Grand Prix 2018 beendete er als Zweiter hinter dem Russen Jewgeni Klimow, wozu insbesondere seine ersten beiden Siege in diesem Wettbewerb im September 2018 auf dem Trambulina Valea Cărbunării im rumänischen Râșnov beitrugen.

 
Geiger bei der WM 2019 in Seefeld

Die Saison 2018/19 begann für Karl Geiger mit guten Platzierungen unter den Top 10 bei den ersten fünf Wettbewerben. Beim Mitte Dezember folgenden Wettbewerb von der Gross-Titlis-Schanze in Engelberg gewann Geiger sein erstes Weltcupspringen im Einzel. Bei der Vierschanzentournee 2018/19 konnte er dieses Ergebnis nicht bestätigen und wurde Gesamt-Elfter. An seinen Erfolg aus Engelberg konnte er dann aber im Rahmen der Willingen Five am 16. Februar 2019 auf der Mühlenkopfschanze in Willingen mit seinem zweiten Weltcupsieg anknüpfen. In der Gesamtwertung des Willingen Five belegte er den dritten Platz hinter Ryōyū Kobayashi und Piotr Żyła. Bei den Nordischen Skiweltmeisterschaften 2019 gewann er am 23. Februar 2019 auf der Großschanze in Innsbruck die Silbermedaille hinter seinem Mannschaftskameraden Markus Eisenbichler. Am Folgetag gewann er auf derselben Schanze mit Richard Freitag, Stephan Leyhe und Markus Eisenbichler den Weltmeistertitel im Mannschaftsspringen. Nachdem er beim Normalschanzen-Wettbewerb von der Toni-Seelos-Olympiaschanze bei schwierigen Verhältnissen nach dem ersten Durchgang auf dem zweiten Platz rangierte, sprang Geiger im zweiten Durchgang nur noch auf 92,5 Meter und landete schließlich auf dem 18. Platz.[8] Der sportliche Leiter der deutschen Mannschaft Horst Hüttel kritisierte, dass die Jury nicht eingegriffen habe: „Der zweite Durchgang war komplett irregulär. Wenn das nicht irregulär ist, dann verstehe ich die Welt nicht mehr. Dafür gibt es ein Wettkampf-Management. Die haben kläglich versagt.“ Auch der deutsche Bundestrainer Werner Schuster meinte, dass das Ergebnis aufgrund der Witterungsbedingungen ungerecht sei: „Die Sportler Geiger und Kobayashi, die sind heute veräppelt worden. Die hätten sich auch eine Medaille verdient.“[9] Als Schlussspringer im Mixed-Team-Wettkampf gewann er gemeinsam mit Katharina Althaus, Markus Eisenbichler und Juliane Seyfarth seine zweite Goldmedaille.

Zum Auftakt des Sommers 2019 präsentierte sich Geiger in Topform. Nachdem er beim ersten Grand-Prix-Springen in Wisła Sechster wurde, gewann er eine Woche später von der Rothaus-Schanze in Hinterzarten sowohl den Mixed-Teamwettbewerb gemeinsam mit Juliane Seyfarth, Agnes Reisch und Richard Freitag als auch das Einzelspringen vor Gregor Schlierenzauer und Teamkollegen Freitag. Nach weiteren guten Ergebnissen belegte Geiger den fünften Platz in der Gesamtwertung, womit er bester Deutscher war. Dies konnte er auch im Oktober bei den Deutschen Meisterschaften auf der mit Matten belegten Großschanze der Vogtland Arena in Klingenthal mit dem hochverdienten Gewinn des Meistertitels bestätigen. Ebenso wurde er mit dem bayerischen Team Deutscher Meister. Folgerichtig ging Geiger mit hohen Erwartungen in die Weltcup-Saison 2019/20. Tatsächlich stellte er sich im ersten Saisondrittel als der mit Abstand stabilste DSV-Adler heraus. Sowohl in Nischni Tagil als auch in Engelberg sprang er auf das Podest. Darüber hinaus erreichte er bei den ersten sieben Wettbewerben immer die Top 10, was sonst nur dem Japaner Ryōyū Kobayashi gelang. Vor diesem Hintergrund galt Geiger als einer der Favoriten für die Vierschanzentournee 2019/20. Beim Heimspringen in Oberstdorf präsentierte sich Geiger unbeeindruckt von seiner neuen Rolle als deutscher Hoffnungsträger und belegte den zweiten Platz hinter Ryōyū Kobayashi. Nachdem er auch in Garmisch-Partenkirchen Zweiter wurde, musste Geiger in Innsbruck einen ersten Rückschlag hinnehmen. So belegte Geiger lediglich den achten Rang, fiel in der Gesamtwertung zurück und zeigte sich im Anschluss enttäuscht: „Gerade im ersten Durchgang lief es nicht so, wie es sein soll – der war nicht gerade die feinste Klinge, aber wenn dann noch diese Bedingungen dazukommen.“[10] Zum Abschluss der Tournee sicherte er sich schließlich mit einem weiteren zweiten Platz von der Paul-Außerleitner-Schanze in Bischofshofen den dritten Rang in der Tournee-Gesamtwertung hinter Dawid Kubacki und Marius Lindvik. Wenige Tage später gelang Geiger von der Normalschanze in Predazzo sein dritter Weltcupsieg, womit er tags darauf zum ersten Mal in seiner Karriere das Gelbe Trikot des Weltcup-Führenden trug.[11] Am 1. März 2020 gewann Geiger den 1000. Weltcup-Wettbewerb von der Salpausselkä-Schanze im Rahmen der Lahti Ski Games.

PrivatesBearbeiten

Geiger studierte Energie- und Umwelttechnik an der Hochschule Kempten. Sein Studium schloss er Ende Dezember 2019 erfolgreich als „Bachelor of Engineering“ ab.[12] Als Hobby betreibt er das Gleitschirmfliegen.[13] Mit der deutschen Skirennläuferin Christina Ackermann (geborene Geiger), die ebenfalls Mitglied des SC Oberstdorf ist, ist er nicht verwandt,[14] wohingegen der Nordische Kombinierer Vinzenz Geiger und Karl Geiger über die väterliche Linie entfernt verwandt sind.[15]

ErfolgeBearbeiten

 
Geiger (erster von rechts) 2019 in Seefeld bei der Siegerehrung

Weltcupsiege im EinzelBearbeiten

Nr. Datum Ort Typ
1. 15. Dezember 2018 Schweiz  Engelberg Großschanze
2. 16. Februar 2019 Deutschland  Willingen Großschanze
3. 11. Januar 2020 Italien  Predazzo Normalschanze
4. 12. Januar 2020 Italien  Predazzo Normalschanze
5. 21. Februar 2020 Rumänien  Râșnov Normalschanze
6. 1. März 2020 Finnland  Lahti Großschanze

Weltcupsiege im TeamBearbeiten

Nr. Datum Ort Typ
1. 3. März 2018 Finnland  Lahti Großschanze
2. 19. Januar 2019 Polen  Zakopane Großschanze
3. 25. Januar 2020 Polen  Zakopane Großschanze
4. 29. Februar 2020 Finnland  Lahti Großschanze

Grand-Prix-Siege im EinzelBearbeiten

Nr. Datum Ort Typ
1. 22. September 2018 Rumänien  Râșnov Normalschanze
2. 23. September 2018 Rumänien  Râșnov Normalschanze
3. 27. Juli 2019 Deutschland  Hinterzarten Normalschanze

Grand-Prix-Siege im TeamBearbeiten

Nr. Datum Ort Typ
1. 27. Juli 2019 Deutschland  Hinterzarten Normalschanze Mixed

Continental-Cup-Siege im EinzelBearbeiten

Nr. Datum Ort Typ
1. 14. Februar 2014 Deutschland  Brotterode Großschanze
2. 16. Februar 2014 Deutschland  Brotterode Großschanze
3. 28. September 2014 Norwegen  Trondheim Großschanze
4. 19. Dezember 2015 Finnland  Rovaniemi Normalschanze
5. 30. Januar 2016 Osterreich  Bischofshofen Großschanze
6. 13. März 2016 Russland  Tschaikowski Großschanze

StatistikBearbeiten

Weltcup-PlatzierungenBearbeiten

Saison Platz Punkte
2012/13 041. 0086
2013/14 042. 0106
2014/15 075. 0005
2015/16 030. 0174
2016/17 018. 0369
2017/18 014. 0427
2018/19 010. 0765
2019/20 002. 1519

Grand-Prix-PlatzierungenBearbeiten

Saison Platz Punkte
2012 058. 0018
2013 042. 0056
2014 041. 0051
2016 009. 0253
2017 020. 0116
2018 002. 0416
2019 005. 0232

Continental-Cup-PlatzierungenBearbeiten

Saison Platz Punkte
2011/12 124. 0018
2012/13 023. 0442
2013/14 008. 0601
2014/15 009. 0617
2015/16 002. 0901
2016/17 103. 0056

AuszeichnungenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Karl Geiger – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Karl Geiger auf www.zoll.de
  2. COC-M: Nächster Sieg für Wolfgang Loitzl. In: berkutschi.com. 16. September 2012, abgerufen am 1. Januar 2016.
  3. COC-M: Loitzl setzt Siegesserie fort. In: berkutschi.com. 23. September 2012, abgerufen am 1. Januar 2016.
  4. JWM-Titel auch für slowenische Herren. In: berkutschi.com. 26. Januar 2013, abgerufen am 1. Januar 2016.
  5. Jaka Hvala krönt sich zum Junioren-Weltmeister. In: berkutschi.com. 24. Januar 2013, abgerufen am 1. Januar 2016.
  6. COC-M: Klarer Sieg für Karl Geiger. In: berkutschi.com. 14. Februar 2014, abgerufen am 1. Januar 2016 (englisch).
  7. Pressemitteilung des Bundespräsidialamtes: ... Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zeichnet am 7. Juni 2018 die deutschen Medaillengewinner der Olympischen Winterspiele 2018 .... mit dem Silbernen Lorbeerblatt aus ...
  8. Gold und Silber für Polen. In: berkutschi.com. 1. März 2019, abgerufen am 1. März 2019.
  9. „"Komplett irregulär": Deutsche Skispringer gehen leer aus“, auf www.tagesspiegel.de, abgerufen am 12. März 2019.
  10. „Extrem geärgert“: Stimmen zur Vierschanzentournee in Innsbruck, auf skispringen.com vom 4. Januar 2020, abgerufen am 10. Januar 2020.
  11. Karl Geiger springt mit Sieg in Val di Fiemme ins Gelbe Trikot, auf berkutschi.com vom 11. Januar 2020, abgerufen am 11. Januar 2020.
  12. Stefan Nestler: Karl Geiger: Zum Sieganwärter der Vierschanzentournee gereift. In: dw.com. Deutsche Welle, 3. Januar 2020, abgerufen am 3. Januar 2020.
  13. Karl Geiger auf Zoll.de. Abgerufen am 29. Dezember 2018.
  14. Christina Geiger privat. Abgerufen am 29. Dezember 2018.
  15. ZDF SPORTextra - Wintersport am 2. März 2019 während des 1. Durchgangs.