Jannik Sinner

italienischer Tennisspieler
Jannik Sinner Tennisspieler
Jannik Sinner
Sinner 2019 in Antwerpen
Nation: ItalienItalien Italien
Geburtstag: 16. August 2001
Größe: 188 cm
Gewicht: 76 kg
1. Profisaison: 2018
Spielhand: Rechts, beidhändige Rückhand
Trainer: Riccardo Piatti
Andrea Volpini
Preisgeld: 1.311.261 US-Dollar
Einzel
Karrierebilanz: 21:19
Höchste Platzierung: 46 (12. Oktober 2020)
Aktuelle Platzierung: 46
Grand-Slam-Bilanz
Doppel
Karrierebilanz: 2:2
Höchste Platzierung: 380 (9. März 2020)
Aktuelle Platzierung: 398
Letzte Aktualisierung der Infobox:
12. Oktober 2020
Quellen: offizielle Spielerprofile bei der ATP/WTA (siehe Weblinks)

Jannik Sinner (* 16. August 2001 in Innichen, Südtirol) ist ein italienischer Tennisspieler. 2019 gewann er als bisher jüngster und am niedrigsten platzierter Spieler die Next Gen ATP Finals der besten Spieler unter 21.

KarriereBearbeiten

Anfänge als Skifahrer und Wechsel zum ProfitennisBearbeiten

Sinner, der in Sexten aufwuchs,[1] spielte zum ersten Mal mit drei Jahren Tennis, allerdings bis zu seinem neunten Lebensjahr nie intensiv. Stattdessen war er als Skifahrer aktiv und wurde 2008 Italienmeister im Riesenslalom sowie 2012 Vize-Italienmeister. Durch seinen Tennistrainer Heribert Mayr reifte bei ihm der Entschluss, sich statt auf eine Skikarriere auf das Profitennis zu konzentrieren.[2][3]

Mit 14 Jahren ging er in das Trainingscenter Piatti Tennis im ligurischen Bordighera, das von Riccardo Piatti und Massimo Sartori, dem Trainer von Andreas Seppi, geleitet wird.[4] Seine ersten Spiele auf der Profi-Tour bestritt er 2018 auf der unterklassigen ITF Future Tour. Gleich sein erstes Spiel gewann er beim Turnier von Sharm El Sheikh Anfang des Jahres gegen den Top-800-Spieler Aryan Goveas. Im Mai kam er in Casale Monferrato erstmals bis ins Viertelfinale eines ITF-Turniers. Im August erreichte er beim Turnier von St. Christina in Gröden erstmals das Finale, musste sich aber dem Deutschen Top-400-Spieler Peter Heller in zwei Sätzen geschlagen geben. Durch diesen Erfolg stieß Sinner erstmals in die Top 1000 der Weltrangliste vor, außerdem gewann er beim selben Turnier seinen ersten Doppeltitel. Dank einer Wildcard konnte der Südtiroler in Como erstmals im Hauptfeld der ATP Challenger Tour spielen, verlor aber seine Auftaktpartie gegen den Top-200-Spieler Andrej Martin in zwei Sätzen. Sein erstes Spiel auf Challenger-Ebene gewann er im Oktober beim Turnier in St. Ulrich in Gröden, wo er – ebenfalls mit einer Wildcard ausgestattet – den Top-700-Spieler Luca Giacomini in zwei Sätzen bezwang. Im Achtelfinale unterlag er mit 7:6 (8:6), 5:7, 5:7 aber dem Top-200-Spieler Constant Lestienne.

2019: Erste Challenger-Titel und NextGen-ErfolgBearbeiten

Seinen ersten Challenger-Titel gewann Sinner dann bereits im Februar 2019 in Bergamo bei seinem erst dritten Turnier. Er stand erneut dank einer Wildcard im Hauptfeld und schlug auf dem Weg ins Finale mit Salvatore Caruso und Gianluigi Quinzi zwei Top-200-Spieler. Im Finale setzte er sich gegen seinen Landsmann Roberto Marcora in 72 Minuten mit 6:3, 6:1 durch. Insgesamt gewann er bei diesem Turnier – als 546. der Weltrangliste – gegen sechs Spieler, von denen keiner schlechter stand als Platz 301. Er ist damit der erste Spieler des Jahrgangs 2001 und der jüngste Italiener, der einen Challenger-Titel gewann.[5] Durch den Turniersieg verbesserte er sich um über 200 Plätze in der Weltrangliste und erreichte mit dem 324. Rang seine bis dahin höchste Platzierung. Am 3. März 2019 gewann Sinner auch sein erstes ITF-Turnier in Trient, am 31. März 2019 folgte beim ITF-Turnier von Santa Margherita di Pula bereits sein nächster Turniersieg. Bei beiden Turnieren gab er jeweils nur einen Satz ab.

Bei den Hungarian Open Ende April erhielt Sinner eine Wildcard für die Qualifikation und konnte als Lucky Loser an seinem ersten ATP-Turnier teilnehmen und dort gegen Máté Valkusz auch seinen ersten Sieg auf diesem Turnierniveau verbuchen. Durch diese Erfolge stieg er am 29. April erstmals in die Top 300 der Weltrangliste (Platz 298) auf. Beim Challenger-Turnier von Ostrava eine Woche später, wo er erst im Finale Kamil Majchrzak unterlag, gelang ihm mit dem Viertelfinalsieg gegen Jiří Veselý erstmals ein Sieg über einen Top-100-Spieler. Für das Masters 1000 in Rom erhielt er vom Veranstalter eine Wildcard fürs Hauptfeld, wo er in der ersten Runde gegen Steve Johnson nach 1:6 im ersten Satz die beiden darauffolgenden Sätze mit 6:1 und 7:5 für sich entscheiden konnte und damit erstmals gegen einen Top-100 Spieler bei einem ATP-Tour-Turnier gewann. In der zweiten Runde verlor er dann gegen die Nummer 7 der Welt Stefanos Tsitsipas zwar deutlich mit 3:6, 2:6, kletterte in der Weltrangliste aber bis auf Platz 229 weiter nach vorne.[6]

Beim ATP-250-Turnier in Lyon Ende Mai verlor Sinner in der ersten Hauptrunde gegen den Lucky Loser Tristan Lamasine 0:6, 6:7 (5:7), den er in der zweiten Qualifikationsrunde selbst noch mit 6:4, 6:3 besiegt und sich damit für das Hauptfeld des Turniers qualifiziert hatte. Nach erfolgreicher Qualifikation und darauffolgender Erstrundenniederlage gegen Nicolás Jarry beim ATP-250-Turnier in ’s-Hertogenbosch scheiterte Sinner bei den darauffolgenden höher klassifizierten Turnieren in Halle und Wimbledon jeweils bereits in der Qualifikation. Beim ATP-250-Turnier in Umag Mitte Juli gewann er hingegen nach erfolgreicher Qualifikation auch die erste Runde gegen Pedro Sousa und konnte sich damit – trotz Niederlage in der zweiten Runde gegen Aljaz Bedene – erstmals in den Top 200 der Weltrangliste platzieren (Platz 199). Beim Challenger in Lexington war Sinner an Position 3 gesetzt und konnte das Turnier im Finale gegen Alex Bolt gewinnen, der ihn in der Qualifikation von Wimbledon noch knapp besiegt hatte. Bei den US Open 2019 qualifizierte sich Sinner im zweiten Anlauf erstmals für das Hauptfeld eines Grand-Slam-Turniers. Auch wenn er sich in der ersten Runde dann gegen Stan Wawrinka geschlagen geben musste, konnte er immerhin einen Satz für sich entscheiden.

Anfang Oktober gelang ihm beim Challenger-Turnier von Mouilleron-le-Captif, wo er bis ins Halbfinale kam, mit dem Sieg im Viertelfinale gegen Marius Copil erneut ein Erfolg gegen einen Top-100-Spieler. Eine Woche später bezwang er beim ATP-250-Turnier von Antwerpen im Achtelfinale den auf Platz 13 der Weltrangliste stehenden Gaël Monfils deutlich mit 6:3, 6:2 und unterlag nach einem Sieg gegen Frances Tiafoe im Viertelfinale erst im Halbfinale, wo er mit 3:6, 2:6 erneut an Stan Wawrinka scheiterte. Beim ATP-500-Turnier eine Woche später in Wien kam es nach einem Erstrundensieg gegen Philipp Kohlschreiber wie in der Vorwoche zum Duell mit Monfils, das dieser diesmal mit 6:3, 7:6 (10:8) für sich entschied. Durch diese Erfolge konnte sich Sinner erstmals in den Top-100 der Weltrangliste platzieren (Platz 93).

Im Herbst 2019 erhielt Sinner eine Wildcard für die dritte Auflage der Next Generation ATP Finals in Mailand. Nach Siegen in den ersten beiden Gruppenspielen gegen Tiafoe und Mikael Ymer war Sinner bereits vorzeitig für das Halbfinale qualifiziert, sodass er sich eine Niederlage im letzten Gruppenspiel gegen Ugo Humbert erlauben konnte. Nach einem Halbfinal-Erfolg gegen Miomir Kecmanović gewann er als bislang jüngster Spieler auch das Finale, mit einem deutlichen Erfolg gegen den Vorjahresfinalisten Alex De Minaur[7]. Eine Woche später trat er zum Abschluss der Saison bei seinem Heimat-Turnier in St. Ulrich an, wo er ohne Satzverlust im gesamten Turnier mit einem Sieg gegen Sebastian Ofner im Finale sein drittes Challenger-Turnier gewann.[8] Er beendete das Jahr, das er auf Platz 553 der Weltrangliste begonnen hatte, damit auf Platz 78.

2020: Etablierung auf der ATP TourBearbeiten

Das Jahr 2020 begann für Sinner mit den beiden Erstrunden-Niederlagen gegen Emil Ruusuvuori und Benoît Paire bei den Turnieren von Canberra und Auckland wenig erfolgreich. Dank der Erfolge im Vorjahr war er aber trotz dieser beiden Auftaktniederlagen schon so weit vorne in der Weltrangliste platziert, dass er dadurch erstmals direkt für das Hauptfeld eines Grand-Slam-Turniers qualifiziert war. Bei den Australian Open feierte er mit einem Drei-Satz-Erfolg gegen den australischen Qualifikanten Max Purcell dann auch seinen ersten Sieg bei einem Grand-Slam-Turnier, unterlag in der zweiten Runde aber selbst in drei Sätzen dem Ungarn Márton Fucsovics. Anfang Februar verlor er beim ATP-250-Turnier von Montpellier in der ersten Runde in zwei Sätzen gegen Mikael Ymer, gegen den er sich im Jahr davor bei den NextGen-Finals noch klar durchsetzen konnte. Erfolgreicher war für ihn das darauffolgende ATP-500-Turnier von Rotterdam. Nach einem Walkover in der ersten Runde gewann er im Achtelfinale mit 7:6 (9:7), 7:5 gegen David Goffin und feierte damit seinen ersten Erfolg gegen einen Top-10-Spieler. Im Viertelfinale unterlag er Pablo Carreño Busta mit 5:7, 6:3, 6:7 (6:8). Beim ATP-250-Turnier eine Woche später in Marseille schied er im Achtelfinale gegen die Nummer 5 der Welt, Daniil Medwedew, aus. Er gewann zwar den ersten Satz in weniger als 25 Minuten deutlich mit 6:1, verlor aber danach die anderen beiden Sätze ebenso deutlich mit 1:6, 2:6.

Der Wiederbeginn nach der Coronapause in den USA war für Sinner wenig erfolgreich: einmal scheiterte er in der Qualifikation des Masters von Cincinnati, das diesmal in New York stattfand, einmal verletzungsbedingt angeschlagen in Runde 1 (Fünf-Satz-Niederlage gegen Karen Chatschanow bei den US Open). Erfolgreicher verlief hingegen die verkürzte europäische Sandplatzsaison. Beim Masters in Rom kam er nach einem Zweitrundensieg gegen Stefanos Tsitsipas ins Achtelfinale, wo er in drei Sätzen Grigor Dimitrow unterlag. Bei den French Open besiegte er in der ersten Runde in drei Sätzen David Goffin und im Achtelfinale in vier Sätzen Alexander Zverev. Im Viertelfinale konnte er dem späteren Turniersieger Rafael Nadal in zwei umkämpften Sätzen Paroli bieten, jedoch keinen davon für sich entscheiden und unterlag somit letztlich glatt in drei Sätzen. Durch das erstmalige Erreichen des Viertelfinales bei einem Grand-Slam-Turnier erreichte Sinner mit Platz 46 erstmals die Top-50 der Weltrangliste.

ErfolgeBearbeiten

Legende (Anzahl der Siege)
Grand Slam
ATP World Tour Finals
Next Generation ATP Finals (1)
ATP World Tour Masters 1000
ATP World Tour 500
ATP World Tour 250
ATP Challenger Tour (3)
ATP-Titel nach Belag
Hartplatz (1)
Sand (0)
Rasen (0)

EinzelBearbeiten

TurniersiegeBearbeiten

ATP TourBearbeiten
Nr. Datum Turnier Belag Finalgegner Ergebnis
1. 9. November 2019 Italien  Next Gen Finals Hartplatz (i) Australien  Alex de Minaur 4:2, 4:1, 4:2
ATP Challenger TourBearbeiten
Nr. Datum Turnier Belag Finalgegner Ergebnis
1. 24. Februar 2019 Italien  Bergamo Hartplatz (i) Italien  Roberto Marcora 6:3, 6:1
2. 4. August 2019 Vereinigte Staaten  Lexington Hartplatz Australien  Alex Bolt 6:4, 3:6, 6:4
3. 17. November 2019 Italien  St. Ulrich in Gröden Hartplatz (i) Osterreich  Sebastian Ofner 6:2, 6:4

AuszeichnungenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Jannik Sinner – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Jannik Sinner ha vinto l'Itf dell'Ata Battisti. In: altoadige.it. Abgerufen am 7. März 2019 (italienisch).
  2. ATP Challenger: Jannik Sinner schreibt in Bergamo Geschichte. In: tennisnet.com. Abgerufen am 19. Februar 2020.
  3. Südtirol, Land der Tennis-Talente. In: bookingsuedtirol.com. Abgerufen am 19. Februar 2020.
  4. Jannik Sinner: „Ich will wie Seppi werden“. In: sportnews.bz. Abgerufen am 26. Februar 2019.
  5. Josh Meiseles: Sinner's Stunner: 17-Year-Old Reflects On Maiden Title. In: atptour.com. Abgerufen am 26. Februar 2019 (englisch).
  6. Italian Open: Sinner scheitert im Pre-Quali-Finale an Basso. In: rainews.it. 9. Mai 2019, abgerufen am 20. Mai 2019.
  7. Sinner Shines In The Spotlight. ATP, 10. November 2019, abgerufen am 18. November 2019 (englisch).
  8. Sinner's Encore: Jannik Soars To Ortisei Crown. ATP, 18. November 2019, abgerufen am 18. November 2019 (englisch).