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ITF Future Tour

Turnierkategorie im Tennis
Logo der ITF

Die ITF Future Tour (auch ITF Men’s Circuit genannt; seit 2019 ITF Men’s World Tennis Tour) ist eine von der International Tennis Federation (ITF) im Rahmen des ITF Pro Circuit organisierte Tennis-Turnierserie für Herren. Unterhalb der Turniere der ATP World Tour und der ATP Challenger Tour sind die Wettbewerbe der Future Tour die niedrigste Kategorie im Profi-Tennissport.

GeschichteBearbeiten

1976 wurden erstmals drei kleinere Turnierserien in Europa und Nordamerika veranstaltet, um vielversprechenden jungen Talenten die Möglichkeit zu geben, abseits der großen Turniere Erfahrungen im Profitennis zu sammeln. Diese Circuits bestanden aus mindestens fünf Turnieren und garantierten zusammen 45.000 US-Dollar Preisgeld. Spätere ATP-Spieler wie Tim Gullikson (Wimbledon-Finalist 1983), Brian Teacher (Gewinner der Australian Open 1980) oder Steve Denton (Gewinner der US Open 1982 im Doppel) nahmen an den ersten Turnieren in Nordamerika teil. In Europa gewann Peter McNamara (Wimbledon-Sieger im Doppel 1980 und 1982, Australian-Open-Sieger im Doppel 1979) die erste Ausgabe des Circuits.

Zwischen 1990 und 2006 wurden die Turniere unter dem Label Satellite Circuit ausgetragen. 1997 bestand die Serie aus 109 Turnieren mit einem Gesamtpreisgeld von 3,15 Millionen US-Dollar.

1998 wurden die eigentlichen Future-Turniere eingeführt, die nach und nach die Satellites ersetzten. Um in den Turnierkalender aufgenommen zu werden, mussten die Turniere mindestens zweimal hintereinander mit einem Preisgeld von jeweils 15.000 US-Dollar oder dreimal hintereinander mit jeweils 10.000 US-Dollar Preisgeld angesetzt werden. Das erste Future-Turnier wurde 1998 in Indien ausgespielt, Sieger war Vadim Kutsenko.

2010 bestand die Future Tour aus 534 Turnieren, erfolgreichster Spieler war der Italiener Claudio Grassi mit 12 Titeln (3 im Einzel, 9 im Doppel) vor dem Argentinier Andrés Molteni mit 11 (5 Einzel, 6 Doppel) und dem Deutschen Sebastian Rieschick mit 10 Titeln (5 Einzel, 5 Doppel). Erfolgreichster Einzelspieler war der Franzose Augustin Gensse mit 7 Titeln, Claudio Grassi war mit 9 Titeln der erfolgreichste Doppelspieler der Tour. Frankreich war die Nation mit den meisten Titeln (50) vor Spanien (37) und Argentinien (33). Deutsche Spieler holten 18 Titel. Die Future-Tour 2011 bestand ebenfalls aus 534 Turnieren. 15 davon fanden in Deutschland, acht in Österreich, zwei in der Schweiz und eins in Liechtenstein statt.

Die ITF beschloss 2018 das Punktesystem der Futures grundglegend zu ändern. Ab 2019 werden bei Futures gewonnene Punkte in einer separaten Rangliste der ITF geführt. Im Jahr 2019 gibt es als Übergang bei den Turnieren mit einem 25.000-Dollar-Preisgeld noch ab dem Halbfinale Punkte für die ATP-Rangliste. Die grundlegende Idee dahinter ist, dass Erfolg auf einem niedrigeren Level mit der Möglichkeit belohnt wird, auf höherem Level zu spielen. So bekommen bei 15.000er Turnieren fünf Jugendspieler aus den Top 100 der Junioren einen Platz im Feld. Bei den 25.000ern bekommen die besten des ITF-Rankings einen Platz. Im 48er-Feld bei Challengers wiederum bekommen die vier bestplatzierten Spieler des ITF-Rankings im Einzel einen Platz sowie drei weitere in der Qualifikation.

Vergabe der WeltranglistenpunkteBearbeiten

Teilnehmer konnten für Erfolge auf der Future Tour die folgenden Punkte sammeln. Im Doppel erhalten die Spieler jeweils erst ab dem Halbfinale Weltranglistenpunkte. Turniere, die mit + H gekennzeichnet sind, bringen die Spieler selbst unter. Ab 2019 wurde parallel zur ATP-Rangliste eine ITF-Rangliste eingeführt, in der Ergebnisse aus Futures nur der ITF-Rangliste zugerechnet werden. Nur im Jahr 2019 werden die höheren Runden einzig der 25.000er-Turniere noch mit ATP-Punkten dotiert. In der Tabelle sind diese je mit einer Klammer versehen. Im Doppel werden Punkte ab dem Viertelfinale ausgeschüttet. Zudem bekommen Spieler bei den Challenger-Kategorien 80–110 30 ITF-Punkte bei erfolgreicher Qualifikation sowie 12 bei einer Niederlage in der letzten Qualifikationsrunde.

Bis 2018
Turnierkategorie S F HF VF AF R32
ITF 25.000 $ + H 35 20 10 4 1 0
ITF 25.000 $
ITF 15.000 $ + H
27 15 8 3 1 0
ITF 15.000 $ 18 10 6 2 1 0
Ab 2019
Turnierkategorie S F HF VF AF R32 Qfkt Q-Finale
ITF 25.000 $ + H 225 (5) 135 (3) 67 (1) 27 9 0 4 1
ITF 25.000 $
ITF 15.000 $ + H
150 (3) 90 (1) 45 18 6 0 3 1
ITF 15.000 $ 100 60 30 12 4 0 2 1

TeilnahmeberechtigungBearbeiten

Teilnahmeberechtigt ist jeder Spieler, der sich bei der Turnierleitung anmeldet – auch Spieler, die in keiner Rangliste geführt sind. Die Turniere sind daher häufig mit hohen Teilnehmerzahlen verbunden. Üblicherweise muss man eine Qualifikation spielen, um das Hauptfeld zu erreichen und Punkte für die Weltrangliste sammeln zu können. Ein Spieler darf sich für maximal 6 Turniere pro Woche anmelden und muss sich auf eine Prioritätenliste festlegen.

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten