Daniil Sergejewitsch Medwedew

russischer Tennisspieler
Daniil Medwedew Tennisspieler
Daniil Medwedew
Daniil Medwedew 2019
Nation: RusslandRussland Russland
Geburtstag: 11. Februar 1996
Größe: 198 cm
Gewicht: 83 kg
1. Profisaison: 2014
Spielhand: Rechts, beidhändige Rückhand
Trainer: Gilles Cervara
Preisgeld: 15.930.266 US-Dollar
Einzel
Karrierebilanz: 177:90
Karrieretitel: 10
Höchste Platzierung: 2 (15. März 2021)
Aktuelle Platzierung: 2
Grand-Slam-Bilanz
Doppel
Karrierebilanz: 12:18
Höchste Platzierung: 170 (19. August 2019)
Aktuelle Platzierung: 279
Grand-Slam-Bilanz
Letzte Aktualisierung der Infobox:
10. Mai 2021
Quellen: offizielle Spielerprofile bei der ATP/WTA (siehe Weblinks)

Daniil Sergejewitsch Medwedew (russisch Даниил Сергеевич Медведев; engl. Transkription Daniil Sergeyevich Medvedev; * 11. Februar 1996 in Moskau) ist ein russischer Tennisspieler.

KarriereBearbeiten

Bis 2014: Jugend und Junior TourBearbeiten

Auf der ITF Junior Tour konnte Medwedew 2014 mit Platz 13 seine höchste Platzierung erreichen. Er gewann im Einzel acht Titel, davon einen der zweithöchsten Kategorie Grade 1. Bei allen vier Junior-Grand-Slam-Turnieren spielte er mindestens einmal, kam im Einzel aber nie über die dritte Runde und im Doppel nie über das Viertelfinale hinaus. Mitte 2014 beendete er seine Zeit als Junior. Zeitgleich zur Junior Tour nahm er auch schon an Profiturnieren teil.

Bis 2016: Anfänge und Top-100-EinstiegBearbeiten

Medwedew spielte bis 2015 hauptsächlich auf der Future Tour, wo er insgesamt jeweils vier Titel im Einzel und im Doppel gewinnen konnte.

Auf der ATP World Tour hatte er 2015 in Moskau seine Premiere. An der Seite von Aslan Karazew startete er im Hauptfeld des Doppelwettbewerbs. Nachdem sie in der ersten Runde siegreich gewesen waren, verloren sie im Viertelfinale gegen Radu Albot und František Čermák in zwei Sätzen. Sein Debüt im Einzel gab Medwedew 2016 in Nizza, wo er nach erfolgreicher Qualifikation in der erste Runde gegen Guido Pella in drei Sätzen verlor. Nur kurze Zeit später gelang ihm in ’s-Hertogenbosch sein erster Matchgewinn auf der ATP Tour, indem er Horacio Zeballos in der ersten Runde besiegte. Im weiteren Saisonverlauf erreichte er bei weiteren ATP-Events die Hauptrunde, sein bestes Resultat war dabei das Viertelfinale bei seinem Heimturnier in Moskau. Das Jahr 2016 beendete Medwedew mit Platz 99 erstmals innerhalb der Top 100 der Weltrangliste.

2017–2018: Erste ATP-TurniersiegeBearbeiten

Während der Saison 2017 etablierte sich Medwedew auf der ATP Tour. Gleich zu Saisonbeginn erreichte er in Chennai das erste ATP-Finale seiner Karriere, das er in zwei Sätzen gegen Roberto Bautista Agut verlor. Wenige Wochen später debütierte er für die russische Davis-Cup-Mannschaft. Im Saisonverlauf nahm Medwedew auch erstmals an allen vier Grand-Slam-Turnieren teil. Einzig in Wimbledon gelang ihm ein Matcherfolg, als er in der ersten Runde überraschend den Weltranglistendritten Stan Wawrinka in vier Sätzen besiegte, in der nächsten Runde dann aber in fünf Sätzen gegen den Qualifikanten Ruben Bemelmans ausschied. Durch mehrere Viertelfinalteilnahmen und eine Halbfinalteilnahme auf Rasen in Eastbourne festigte er seine Position in den Top 100 der Welt. Mit seinem Ranking durfte er zum Saisonende an den Next Gen ATP Finals teilnehmen und verlor dort erst im Halbfinale. Er beendete die Saison 2017 auf Platz 65 der Weltrangliste.

Der endgültige Durchbruch gelang Medwedew in der Saison 2018. Schon zu Saisonbeginn zog er in Sydney in das zweite ATP-Finale seiner Karriere ein und gewann gegen Alex de Minaur seinen ersten Titel. Die Sand- und Rasensaison lief für Medwedew eher weniger erfolgreich, sein bestes Ergebnis war das Erreichen der dritten Runde von Wimbledon. Seinen zweiten Titel gewann er in Winston-Salem unmittelbar vor den US Open, bei denen er dann zum zweiten Mal in Folge die dritte Runde eines Grand-Slam-Turniers erreichte. Im letzten Saisonabschnitt gelang Medwedew in Tokio der bereits dritte Saisontitel und dabei erstmals ein Erfolg bei einem ATP-Tour-500-Event. Durch Halbfinalteilnahmen in Moskau und Basel schaffte er zum Saisonende noch den Sprung unter die Top 20 der Weltrangliste, wo er die Saison auf Platz 16 beendete.

2019: US-Open-Finale und erste Masters-TitelBearbeiten

In der Saison 2019 steigerte sich Medwedew weiter, verpasste im Finale von Brisbane jedoch gegen Kei Nishikori seinen vierten Turniersieg. Nach Siegen über Lloyd Harris, Ryan Harrison und David Goffin erreichte er bei den Australian Open erstmals das Achtelfinale eines Grand-Slam-Turniers, wo er sich dann dem späteren Sieger Novak Đoković in vier Sätzen geschlagen geben musste. Im Februar gewann Medwedew in Sofia seinen ersten Saisontitel durch einen Zweisatzsieg gegen Márton Fucsovics. Zu Beginn der Sandplatzsaison zeigte er dann auch auf diesem Belag bessere Ergebnisse als in den Vorjahren und erreichte in Monte Carlo erstmals das Halbfinale eines Masters-Turniers. Beim folgenden ATP-500-Turnier in Barcelona erreichte er das Finale, das er gegen Dominic Thiem verlor. Die restliche Sandsaison verlief jedoch wenig erfolgreich, bei den French Open scheiterte er erneut in der ersten Runde.

Im August 2019 gelangen Medwedew zunächst Finalteilnahmen in Washington, D.C. und beim Masters in Montreal. Ohne Satzverlust kam er bei beiden Turnieren ins Finale, verlor gegen Nick Kyrgios bzw. Rafael Nadal beide Finals dann aber in zwei Sätzen. Beim Masters in Cincinnati kam er ohne Satzverlust ins Halbfinale und besiegte dort nach Satzrückstand den Weltranglistenersten Novak Đoković. Durch einen Zweisatzsieg im Finale gegen David Goffin konnte er hier dann auch seinen ersten Masters-Titel gewinnen. Sein erstes Grand-Slam-Finale erreichte Medwedew bei den US Open. Gegen Rafael Nadal konnte er nach 0:2-Satzrückstand die beiden folgenden Sätze gewinnen und auch im fünften Satz beim Stand von 2:5 noch einen Breakrückstand aufholen, verlor aber dennoch mit 4:6 im entscheidenden Satz nach knapp fünf Stunden die Partie. In der Weltrangliste stieg Medwedew durch diesen Turniererfolg auf den vierten Rang. Seine Erfolgsserie setzte er im letzten Saisonabschnitt fort, indem er zunächst das ATP-Tour-250-Turnier in St. Petersburg und dann in Shanghai seinen zweiten Masters-Titel in Serie gewann. Mit vier Turniersiegen und fünf weiteren Finalteilnahmen innerhalb der Saison 2019 qualifizierte er sich als viertbester Spieler der Saison für die ATP Finals, verlor dort aber alle drei Begegnungen und schied nach der Vorrunde aus.

2020: Sieg bei den ATP-FinalsBearbeiten

Das Jahr 2020 begann Medwedew beim ATP Cup mit Einzelsiegen über Fabio Fognini, John Isner, Casper Ruud und Diego Schwartzman, ehe das russische Team im Halbfinale nach einer Dreisatzniederlage von Medwedew gegen Novak Đoković sowie zwei weiterer Niederlagen gegen Serbien glatt ausschied. Bei den Australian Open erreichte Medwedew das Achtelfinale, wo er Stan Wawrinka mit 2:6, 6:2, 6:4, 6:7, 2:6 unterlag. Nachdem über die gesamte Saison hinweg aufgrund der COVID-19-Pandemie kaum Turniere stattfinden konnten, waren die US Open das nächste Grand-Slam-Turnier des Jahres. Dort erreichte Medwedew ohne Satzverlust das Halbfinale, wo er dem späteren Turniersieger Dominic Thiem mit 2:6, 6:7, 6:7 unterlag. Bei den in den Oktober verschobenen French Open schied er hingegen schon in der ersten Runde gegen Márton Fucsovics aus. Schließlich gewann er das letzte Masters-Turnier der Saison 2020 in Paris-Bercy auf Hartplatz mit einem Dreisatzsieg gegen Alexander Zverev. Bei den ATP Finals zum Saisonende gewann er alle drei Gruppenspiele ohne Satzverlust gegen Zverev, Đoković und Schwartzman, schlug im Halbfinale in drei Sätzen Rafael Nadal und gewann – das erste Mal im Finale stehend – auch gegen Dominic Thiem in drei Sätzen. Das Jahr schloss er auf Weltranglistenplatz 4 ab.

2021: Australian-Open-FinaleBearbeiten

Zu Beginn der Saison 2021 gewann Medwedew mit Russland den ATP Cup im Finale gegen Italien. Insgesamt konnte er alle seine vier gespielten Einzelpartien während des Turniers gewinnen. Bei den Australian Open kam Medwedew ohne Satzverlust in die dritte Runde, wo er trotz 2:0-Satzführung Filip Krajinović erst im fünften Satz mit 6:0 besiegen konnte. Im Viertelfinale gewann er gegen Andrei Rubljow, im Halbfinale gegen Stefanos Tsitsipas jeweils glatt in drei Sätzen. Medwedew hatte damit saisonübergreifend 20 Spiele in Folge gewonnen und dabei – mit Ausnahme des zu diesem Zeitpunkt inaktiven Roger Federer – auch alle Top-10-Spieler mindestens einmal besiegen können. Das Finale der Australian Open verlor er dann nach umkämpftem ersten Satz jedoch gegen Novak Đoković recht deutlich in drei Sätzen in weniger als zwei Stunden. Knapp einen Monat später konnte Medwedew das Finale von Marseille gewinnen und rückte dadurch erstmals auf Platz 2 des ATP-Rankings vor. Beim Masters von Miami kam er als topgesetzter Spieler bis ins Viertelfinale, wo er gegen Roberto Bautista Agut in zwei Sätzen verlor. Dies war seine dritte Niederlage im dritten Aufeinandertreffen gegen den Spanier.

ErfolgeBearbeiten

Legende (Anzahl der Siege)
Grand Slam
ATP World Tour Finals (1)
ATP World Tour Masters 1000 (3)
ATP World Tour 500 (1)
ATP World Tour 250 (5)
ATP Challenger Tour (1)
ATP-Titel nach Belag
Hartplatz (10)
Sand (0)
Rasen (0)

EinzelBearbeiten

TurniersiegeBearbeiten

ATP World TourBearbeiten
Nr. Datum Turnier Belag Finalgegner Ergebnis
1. 13. Januar 2018 Australien  Sydney Hartplatz Australien  Alex de Minaur 1:6, 6:4, 7:5
2. 25. August 2018 Vereinigte Staaten  Winston-Salem Hartplatz Vereinigte Staaten  Steve Johnson 6:4, 6:4
3. 7. Oktober 2018 Japan  Tokio Hartplatz Japan  Kei Nishikori 6:2, 6:4
4. 10. Februar 2019 Bulgarien  Sofia Hartplatz (i) Ungarn  Márton Fucsovics 6:4, 6:3
5. 18. August 2019 Vereinigte Staaten  Cincinnati Hartplatz Belgien  David Goffin 7:63, 6:4
6. 22. September 2019 Russland  St. Petersburg Hartplatz (i) Kroatien  Borna Ćorić 6:3, 6:1
7. 13. Oktober 2019 China Volksrepublik  Shanghai Hartplatz Deutschland  Alexander Zverev 6:4, 6:1
8. 8. November 2020 Frankreich  Paris Hartplatz (i) Deutschland  Alexander Zverev 5:7, 6:4, 6:1
9. 22. November 2020 Vereinigtes Konigreich  London Hartplatz (i) Osterreich  Dominic Thiem 4:6, 7:62, 6:4
10. 14. März 2021 Frankreich  Marseille Hartplatz (i) Frankreich  Pierre-Hugues Herbert 6:4, 6:74, 6:4
ATP Challenger TourBearbeiten
Nr. Datum Turnier Belag Finalgegner Ergebnis
1. 10. September 2016 Frankreich  Saint-Rémy-de-Provence Hartplatz Belgien  Joris De Loore 6:3, 6:3

FinalteilnahmenBearbeiten

Nr. Datum Turnier Belag Finalgegner Ergebnis
1. 8. Januar 2017 Indien  Chennai Hartplatz Spanien  Roberto Bautista Agut 3:6, 4:6
2. 6. Januar 2019 Australien  Brisbane Hartplatz Japan  Kei Nishikori 4:6, 6:3, 2:6
3. 28. April 2019 Spanien  Barcelona Sand Osterreich  Dominic Thiem 4:6, 0:6
4. 4. August 2019 Vereinigte Staaten  Washington, D.C. Hartplatz Australien  Nick Kyrgios 6:76, 6:74
5. 11. August 2019 Kanada  Montreal Hartplatz Spanien  Rafael Nadal 3:6, 0:6
6. 8. September 2019 Vereinigte Staaten  US Open Hartplatz Spanien  Rafael Nadal 5:7, 3:6, 7:5, 6:4, 4:6
7. 21. Februar 2021 Australien  Australian Open Hartplatz Serbien  Novak Đoković 5:7, 2:6, 2:6

WeblinksBearbeiten

Commons: Daniil Medwedew – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien