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Stefanos Tsitsipas

Griechischer Tennisspieler
Stefanos Tsitsipas Tennisspieler
Stefanos Tsitsipas
Tsitsipas 2018 bei den Washington Open
Spitzname: Stef
Nation: GriechenlandGriechenland Griechenland
Geburtstag: 12. August 1998
(21 Jahre)
Größe: 193 cm
Gewicht: 85 kg
1. Profisaison: 2016
Spielhand: Rechts, einhändige Rückhand
Trainer: Apostolos Tsitsipas
Preisgeld: 9.865.605 US-Dollar
Einzel
Karrierebilanz: 104:62
Karrieretitel: 4
Höchste Platzierung: 5 (5. August 2019)
Aktuelle Platzierung: 6
Grand-Slam-Bilanz
Doppel
Karrierebilanz: 10:24
Höchste Platzierung: 68 (19. August 2019)
Aktuelle Platzierung: 85
Grand-Slam-Bilanz
Letzte Aktualisierung der Infobox:
18. November 2019
Quellen: offizielle Spielerprofile bei der ATP/WTA und ITF (siehe Weblinks)

Stefanos Tsitsipas (griechisch Στέφανος Τσιτσιπάς; * 12. August 1998 in Athen) ist ein griechischer Tennisspieler. 2019 gewann er mit den ATP Finals die inoffizielle Tennis-Weltmeisterschaft, was seinen bislang größten Erfolg darstellt.

PersönlichesBearbeiten

Stefanos Tsitsipas begann mit drei Jahren in Athen Tennis zu spielen. Sein Vater Apostolos ist Tennistrainer, seine Mutter eine ehemalige russische WTA-Spielerin (WTA 194)[1]. Er hat zwei Brüder und eine Schwester – Petros, Elisavet und Pavlos, die allesamt an der Tennisakademie in Nizza von Patrick Mouratoglou trainieren. Der Großvater, Sergei Salnikow, war ein sowjetischer Fußballer.

Tsitsipas spricht neben Griechisch auch Englisch und Russisch. Er wird auf der Tour von seinem Vater Apostolos betreut, ansonsten trainiert er an der Tennisakademie von Patrick Mouratoglou. Sein Manager ist Patricio Apey.[2]

KarriereBearbeiten

Junior Tour (bis 2013)Bearbeiten

Ab 2013 spielte der Grieche auf der der ITF Junior Tour, wo er bereits im ersten Jahr kleine Turniere gewinnen konnte. 2014 und 2015 stand er beim Orange Bowl, einem der prestigeträchtigesten Jugendturniere, jeweils im Finale. Hier verlor er gegen Stefan Kozlov bzw. Miomir Kecmanović. 2015 nahm er an allen vier Grand-Slam-Turnieren teil und überstand immer mindestens die erste Runde, bei den Australian Open war erst im Viertelfinale Schluss. Im Folgejahr wiederholte er diesen Erfolg und erreichte dieselbe Runde bei den French Open. In Wimbledon und bei den US Open war erst im Halbfinale gegen die Kanadier Denis Shapovalov bzw. Félix Auger-Aliassime Schluss. Im Doppel gelang an gleicher Stelle in New Wimbledon an der Seite von Kenneth Raisma der Titelgewinn im Doppel erneut gegen die Kanadier, nachdem er 2015 bei den US Open bereits einmal das Halbfinale erreichen konnte. Die konstanten Leistungen verhalfen Tsitsipas zum zwischenzeitlichen Anstieg bis an die Spitze der Tennisweltrangliste im Mai 2016. Der Doppelerfolg in Wimbledon war erst der zweite Majortitel eines Griechen geschlechtsübergreifend nach Nicky Kalogeropoulos, der 1963 zwei Grand-Slam-Turniere der Junioren gewinnen konnte.

Frühe Jahre (2014–2016)Bearbeiten

Seit 2013 nahm Tsitsipas auch an Profiturnieren – genauer der am niedrigsten dotierten ITF Future Tour – teil, schaffte es aber erst Ende 2015 dort ein Finale zu erreichen, das er gegen Steven Diez verlor. Einen Monat später gewann er ein Turnier selbiger Kategorie im Einzel sowie im Kalenderjahr auch drei Futures im Doppel, sodass er das Jahr jeweils in den Top 600 beendete. Im Jahr 2016 gelangen Tsitsipas vier weitere Future-Einzel-Titel, wodurch er zwischenzeitlich 14 Matches in Folge gewann und in der Weltrangliste in die Top 350 einstieg. Zunehmend spielte er daraufhin auf der höher dotierten ATP Challenger Tour, wo er in Mohammedia und Casablanca bei zwei Turnieren in Folge das Finale erreichen konnte. In den Finalspielen zog er gegen Gerald Melzer (6:3, 3:6, 2:6) bzw. Maxime Janvier (4:6, 0:6) jeweils den Kürzeren, dennoch bedeutete es einen weiteren Sprung in der Weltrangliste um 150 Plätze bis an die Top 200 heran. Das Jahr beendete der Grieche auf Rang 209 im Einzel respektive 364 im Doppel.

Aufstieg in die erweiterte Weltspitze (2017–2019)Bearbeiten

 
Tsitsipas 2017 in Wimbledon

Im Jahr 2017 nahm Tsitsipas erstmals an der Qualifikation für ein Grand-Slam-Turnier teil. Bei den Australian Open verlor er gegen Björn Fratangelo in drei Sätzen. In den nächsten Wochen folgten fünf Niederlagen in der ersten Runde, obgleich der Grieche in Rotterdam immerhin seine Premiere auf der ATP World Tour feierte und sich mit Jo-Wilfried Tsonga auch einem Top-15-Spieler geschlagen geben musste. Eine Woche später in Marseille ereilte ihn das gleiche Schicksal gegen Michail Juschny, wenngleich bei der 1:6-, 6:4-, 5:7-Niederlage ungleich knapper. Im Jahr 2017 schaffte er auch seine Premiere bei einem Grand-Slam-Turnier. Bei den French Open und in Wimbledon scheiterte er jeweils in der ersten Runde. Seinen ersten Challenger-Titel gewann er in Genua, als er mit einer Wildcard im Finale Guillermo García López in zwei Sätzen bezwang. Dadurch sprang er in der Weltrangliste auf Platz 120. Im Herbst des Jahres trat er bei fünf Turnieren der World Tour in der Qualifikation an und schaffte jedes Mal den Sprung ins Hauptfeld. In Metz, Chengdu und Tokio scheiterte er noch an seiner Auftakthürde, in Shanghai besiegte er Karen Chatschanow, bevor er an John Isner scheiterte, und beim Turnier in Antwerpen besiegte er drei Top-60-Spieler inklusive des Weltranglisten-Zehnten David Goffin. In seinem ersten ATP-Halbfinale unterlag er Diego Schwartzman. Das Jahr beendete er mit dem Finaleinzug beim Challenger in Brest, als der Franzose Corentin Moutet gewann. Das Jahr konnte er damit auf Platz 91 abschließen.

Im Jahr 2018 konnte Tsitsipas regelmäßig bei World-Tour-Events an den Start gehen, da sein Ranking das erstmals zuließ. So begann das Jahr mit dem Viertelfinaleinzug in Doha, wo er Dominic Thiem unterlag. Beim ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres in Melbourne unterlag er dem etwa gleichalten Next-Gen-Star Denis Shapovalov in der ersten Runde glatt in drei Sätzen. Nach weiteren durchwachsenen bis guten Ergebnissen überraschte der Grieche beim Sandplatzturnier in Barcelona die Konkurrenz. Ohne Satzverlust und ohne einen Tie-Break spielen zu müssen spielte er sich ins Finale und ließ auf dem Weg u. a. Dominic Thiem sowie Pablo Carreño Busta hinter sich. Im Finale war der Sandplatzkönig Rafael Nadal mit 6:2, 6:1 deutlich überlegen. In der Folgewoche erreichte Tsitsipas in Estoril abermals das Halbfinale, wo er dem späteren Turniersieger João Sousa unterlag. Zuvor hatte er mit Kevin Anderson bereits seinen dritten Top-10-Spieler besiegt. Beim Grand-Slam in Paris verlor er in Runde 2 gegen Thiem in vier Sätzen, wenig später in Wimbledon zog er erstmals ins Achtelfinale ein. Hier behielt der US-Amerikaner John Isner in drei Sätzen die Überhand. Die amerikanische Hartplatz-Saison startete Tsitsipas erfolgreich. Er kam in Washington bis ins Halbfinale, ehe Alexander Zverev ihn stoppte. Der bislang größte Erfolg gelang ihm beim Masters in Toronto. Nach einem Auftaktsieg gegen Damir Džumhur bezwang er in zum Teil sehr engen Partien nacheinander mit Dominic Thiem, Novak Đoković, Alexander Zverev und Kevin Anderson vier Spieler aus den Top 10. Erst im Finale musste er sich wie schon in Barcelona dem Weltranglistenersten Nadal geschlagen geben. Mit Platz 15 erreichte er nach dem Turnier seine Karrierebestmarke. Bei den US Open kam Tsitsipas nicht über die zweite Runde hinaus. Kurz vor Ende der Saison gewann er die Stockholm Open. Auch das Abschlussturnier der bestplatzierten unter 21-Jährigen Next-Gen-Stars konnte er gewinnen. Als der am besten notierte Teilnehmer siegte er im Finale gegen den Australier Alex De Minaur.

Zu Beginn des Jahres 2019 entschied er bei den Australian Open das Achtelfinale gegen den Titelverteidiger Roger Federer für sich. Nach gewonnenem Viertelfinale gegen den Spanier Roberto Bautista Agut, verlor er im Halbfinale wieder gegen Rafael Nadal.

ErfolgeBearbeiten

Legende (Anzahl der Siege)
Grand Slam
ATP World Tour Finals (1)
ATP World Tour Masters 1000
ATP World Tour 500
ATP World Tour 250 (3)
ATP Challenger Tour (1)
ATP-Titel nach Belag
Hartplatz (3)
Sand (2)
Rasen (0)

EinzelBearbeiten

TurniersiegeBearbeiten

ATP World TourBearbeiten
Nr. Datum Turnier Belag Finalgegner Ergebnis
1. 21. Oktober 2018 Schweden  Stockholm Hartplatz (i) Lettland  Ernests Gulbis 6:4, 6:4
2. 24. Februar 2019 Frankreich  Marseille Hartplatz (i) Kasachstan  Michail Kukuschkin 7:5, 7:65
3. 5. Mai 2019 Portugal  Estoril Sand Uruguay  Pablo Cuevas 6:3, 7:64
4. 17. November 2019 Vereinigtes Konigreich  London Hartplatz (i) Osterreich  Dominic Thiem 6:78, 6:2, 7:64
ATP Challenger TourBearbeiten
Nr. Datum Turnier Belag Finalgegner Ergebnis
1. 10. September 2017 Italien  Genua Sand Spanien  Guillermo García-López 7:5, 7:62

FinalteilnahmenBearbeiten

Nr. Datum Turnier Belag Finalgegner Ergebnis
1. 29. April 2018 Spanien  Barcelona Sand Spanien  Rafael Nadal 2:6, 1:6
2. 13. August 2018 Kanada  Toronto Hartplatz Spanien  Rafael Nadal 2:6, 6:74
3. 2. März 2019 Vereinigte Arabische Emirate  Dubai Hartplatz Schweiz  Roger Federer 4:6, 4:6
4. 12. Mai 2019 Spanien  Madrid Sand Serbien  Novak Đoković 3:6, 4:6
5. 6. Oktober 2019 China Volksrepublik  Peking Hartplatz Osterreich  Dominic Thiem 6:3, 4:6, 1:6

DoppelBearbeiten

FinalteilnahmenBearbeiten

Nr. Datum Turnier Belag Partner Finalgegner Ergebnis
1. 30. März 2019 Vereinigte Staaten  Miami Hartplatz Niederlande  Wesley Koolhof Vereinigte Staaten  Bob Bryan
Vereinigte Staaten  Mike Bryan
5:7, 6:78

Abschneiden bei Grand-Slam-TurnierenBearbeiten

EinzelBearbeiten

Turnier 2016 2017 2018 2019 Karriere
Australian Open Q2 1 HF HF
French Open 1 2 AF AF
Wimbledon 1 AF 1 AF
US Open Q3 2 1 2

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Julija Apostoli Spielerprofil. In: wtatennis.com. Abgerufen am 10. März 2017 (englisch).
  2. Das kann böse für Zverev ausgehen. In: ard.de. 2. Juli 2019, abgerufen am 4. Juli 2019.