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Mercedes-Benz Sprinter
Hersteller: Daimler AG
Produktionszeitraum: 1995–heute
Vorgängermodell: Mercedes-Benz T 1
Nachfolgemodell: keines
Ähnliche Modelle: Fiat Ducato
Ford Transit
Renault Master
VW Crafter

Der Mercedes-Benz Sprinter ist ein Kleintransporter der Marke Mercedes-Benz der Daimler AG. Er trat ab 1995 die Nachfolge des Mercedes-Benz T 1 („Bremer Transporter“) an und wurde 1995 auch zum Van of the Year gewählt. Ab 2006 gab es den Sprinter in zweiter Generation. Die dritte Generation kam im Juni 2018 auf den Markt. In Nordamerika wird der Sprinter sowohl unter der Marke Mercedes-Benz als auch als Freightliner verkauft. Zeitweise wurde er auch unter der Marke Dodge angeboten. Der Sprinter wurde von 1996 bis 2016 – mit anderen Motoren ausgestattet und äußerlich leicht modifiziert – auch als VW Crafter angeboten. Seit 2017 ist der Crafter der zweiten Generation eine Eigenentwicklung des Volkswagen-Konzerns und wird auch als baugleicher MAN TGE angeboten.

T1N 1995–2006 (W 901–905)Bearbeiten

W 901–905
 

Mercedes-Benz Sprinter (1995–2000)

Produktionszeitraum: 1995–2006
Bauformen: Kastenwagen, Kleinbus
Motoren: Ottomotor:
2,3 Liter (105 kW)
Dieselmotoren:
2,2–2,9 Liter
(58–115 kW)
Länge: 4970–6525 mm
Breite: 1935 mm
Radstand: 3000–4025 mm
Zul. Gesamtgewicht: 2,8–6,0 t

Der komplett neu entwickelte Sprinter in erster Generation unterschied sich äußerlich stark vom Vorgängermodell („Bremer Transporter“). Auffällig ist die schräg verlaufende Motorhaube im Unterschied zur kantigen „Schnauze“ des T1. Der Sprinter wurde mit drei unterschiedlichen Radständen sowie zwei verschiedenen Höhen angeboten und bietet ein Transportvolumen von bis zu 17 Kubikmetern.

Der Sprinter wurde in Zusammenarbeit mit Volkswagen entwickelt und daher unter den Markennamen VW LT von VW und als Sprinter für Mercedes-Benz, Dodge und Freightliner von Daimler angeboten. Während der Sprinter in seinem Lebenszyklus mehrere Facelifts erfuhr, wurde der VW LT seit seinem Produktionsbeginn praktisch unverändert produziert. Das war einer der Gründe, warum der Sprinter weitaus besser verkauft wurde als der LT, sein Name definiert praktisch die Klasse der großen Vans. Der Sprinter wurde in den Mercedes-Benz-Werken Düsseldorf, Buenos Aires (Argentinien) sowie in Ho-Chi-Minh-Stadt in Vietnam (CKD-Montage) produziert.[1]

Beim ersten Facelift im Februar 2000[2] wurde vor allem die Frontpartie verändert. Der Mercedes-Stern ragte nun in die Haube hinein und die Gestaltung von Scheinwerfern und Blinkern wurde stromlinienförmiger gestaltet. Das Armaturenbrett wurde einschließlich eines neuen Kombi-Instruments und eines in das Armaturenbrett integrierten Schalthebels komplett neu gestaltet. Ferner wurde die Elektrik auf CAN-Bus umgestellt. Beim zweiten Facelift im Herbst 2002 bekam der Kühlergrill eine in Wagenfarbe lackierte Einfassung und die Rücklichter wurden zweifarbig ausgeführt.

Nach 2006 wurde der T1N für einige Exportmärkte weiterhin noch im Mercedes-Benz-Werk Argentinien gebaut. In Ägypten, Algerien, Brasilien und Sudan wurde der T1N dagegen von Manufacturing Commercial Vehicles weiterhin noch für einige Jahre produziert.

Die Typenbezeichnung W 901 beschreibt die erste Baureihe von 1995 bis 1997. Ab 1998 erhielten die Fahrzeuge die Typenbezeichnungen W 902 bis W 905, abhängig von der zulässigen Gesamtmasse des jeweiligen Fahrzeuges. So sind Modelle 2** = W 902, 3** = W 903, 4** = W 904 und 6** = W 905. Die Sternchen der Modelle sind durch die Motorleistung auf gerundete 10 PS, mit Wegfall der letzten Ziffer „0“ zu ersetzen.

Für die Sprinter W 901, W 902, W 903 und W 904, Modellbezeichnung mit der Zahl 2, 3 oder 4 beginnend, stehen die gleichen Motoren zur Auswahl.

Technische DatenBearbeiten

214
314
414
208 D
308 D
408 D
208 CDI
308 CDI
408 CDI
211 CDI
311 CDI
411 CDI
213 CDI
313 CDI
413 CDI
210 D
310 D
410 D
212 D
312 D
412 D
216 CDI
316 CDI
416 CDI
616 CDI
Bauzeitraum 1995–2000 2000–2006 1995–2000 2000–2006 1997–2000 1995–2000 2000[A 1]–2006
Motorkenndaten
Motorserie M 111 E 23 OM 601 D 23 OM 611 DE 22 LA OM 602 DE 29 LA OM 612 DE 27 LA
Motorkennung 111.979 111.984 601.943 611.987 611.981 602.980 612.981
Motortyp R4-Ottomotor R4-Dieselmotor R5-Dieselmotor
Anzahl Ventile pro Zylinder 4 2 4 2 4
Ventilsteuerung DOHC, Kette OHC, Kette DOHC, Kette OHC, Kette DOHC, Kette
Gemischaufbereitung Saugrohreinspritzung Vorkammer-
einspritzung
Common-Rail-Einspritzung Direkteinspritzung Common-Rail-Einspritzung
Motoraufladung Turbolader Turbolader, Ladeluftkühler Turbolader Turbolader, Ladeluftkühler
Kühlung Wasserkühlung
Bohrung × Hub 90,9 mm × 88,4 mm 89,0 mm × 92,4 mm 88,0 mm × 88,3 mm 89,0 mm × 92,4 mm 88,0 mm × 88,3 mm
Hubraum 2295 cm³ 2299 cm³ 2148 cm³ 2874 cm³ 2685 cm³
Verdichtungsverhältnis 10,4:1 22,0:1 18,0:1 19,5:1 18,0:1
max. Leistung bei min−1 105 kW
(143 PS)
/5000
58 kW
(79 PS)
/3800
60 kW
(82 PS)
/3800
80 kW
(109 PS)
/3800
95 kW
(129 PS)
/3800
75 kW
(102 PS)
/3400
90 kW
(122 PS)
/3800
115 kW
(156 PS)
/3800
max. Drehmoment bei min−1 210 Nm
/4000
215 Nm
/3200–4700
152 Nm
/2300–3000
200 Nm
/1400–2600
270 Nm
/1400–2400
300 Nm
/1600–2400
250 Nm
/2000
280 Nm
/2000–2300
330 Nm
/1400–2400
Kraftübertragung
Antrieb, serienmäßig Hinterradantrieb
Antrieb, optional Allradantrieb Allradantrieb Allradantrieb
Getriebe, serienmäßig 5-Gang-Schaltgetriebe
Getriebe, optional 4-Stufen-Automatikgetriebe 6-Stufen-Sprintshift 4-Stufen-Automatikgetriebe 6-Stufen-Sprintshift
5-Stufen-
Automatikgetriebe
Messwerte
Höchstgeschwindigkeit 136–169 km/h 150–160 km/h 110–137 km/h 120–135 km/h 135–145 km/h 150–155 km/h 130–145 km/h 119–160 km/h 145–160 km/h
Kraftstoffverbrauch auf 100 km (kombiniert) 12,6 l S 10,7 l D 8,5–8,9 l D 8,7 l D
CO2-Emission (kombiniert) 301 g/km 282 g/km 224–236 g/km 228 g/km
  1. 616 CDI erst ab 2001 erhältlich.
  • Die Verfügbarkeit der Motoren war von Modell, Ausstattung und Markt abhängig.

Mercedes-Benz Sprinter T1N Russland ab 2013Bearbeiten

Am 22. Juni 2012 gab Mercedes-Benz bekannt, ab Mitte 2013 jährlich bis zu 25.000 Einheiten des Sprinter T1N von Gorkowski Awtomobilny Sawod (GAZ) in deren Hauptwerk für den russischen Markt bauen zu lassen. Diese sollen über das russische Mercedes-Benz-Händlernetz vertrieben werden.[3]

NCV 3 2006–2018 (W 906)Bearbeiten

W 906
 

Sprinter Kombi (2006–2013)

Produktionszeitraum: 2006–2018
Bauformen: Kastenwagen, Kleinbus
Motoren: Ottomotoren:
1,8–3,5 Liter
(115–190 kW)
Dieselmotoren:
2,2–3,0 Liter
(65–140 kW)
Länge: 5245–7345 mm
Breite: 1993 mm
Höhe: 2435–3055 mm
Radstand: 3250–4325 mm
Nutzlast: 1,93–2,84 t
Zul. Gesamtgewicht: 3,0–5,0 t

NCV 3 (New Concept Van) ist die interne Bezeichnung für die zweite Generation des Mercedes-Benz Sprinter, der von April 2006 bis Anfang 2018 produziert wurde.

Im Daimler-Werk Düsseldorf werden seit 2006 die Baureihen der Kastenfahrzeuge und Kombis (geschlossene Baumuster) produziert. Die so genannten „offenen Baumuster“ (Fahrerhaus und Doppelkabine) des neuen Sprinter werden bei der Mercedes-Benz Ludwigsfelde GmbH südlich von Berlin produziert. Bei einem offenen Baumuster wird auf dem hinteren Teil des Fahrwerks eine Pritsche oder ein beliebiger anderer Aufbau montiert.

Ferner werden alle vier Baumuster im Mercedes-Benz-Werk González Catán in Argentinien gebaut. In der Volksrepublik China produziert Mercedes-Benz Commercial Vehicle als einziger europäischer Transporterhersteller mit eigener Produktion in China den Sprinter. Im Karosserie- und Montagewerk der Fujian Benz Automotive, einem Joint Venture von Mercedes-Benz Vans und Fujian Motors Group, wird der Sprinter in Fuzhou hergestellt. Zu den dort produzierten Produkten gehören die Produkte Mercedes-Benz Vito, Viano und Sprinter in der Busvariante. Außerdem werden gemeinsam mit autorisierten Aufbauherstellern verschiedene Branchenlösungen angeboten bzw. montiert, zum Beispiel Krankentransportfahrzeuge (Ambulance) oder Polizeifahrzeuge (Police Car). Der Vertrieb der Fahrzeuge erfolgt nicht über das Mercedes-Benz-Pkw-Vertriebsnetzwerk, sondern über einen chinesischen Partner, der über ein separates, nur für Mercedes-Benz-Transporter-Produkte spezialisiertes Händlernetz verfügt.

Der Mercedes-Benz Sprinter ist in verschiedenen Karosserievarianten erhältlich: mit drei Radständen (3250/3665/4325 mm) und in vier Längen von 5243 bis 7343 mm; die Kastenaufbauten gibt es mit Normaldach, Hochdach und dem neuen Superhochdach. Mit 2,0 bis 5,0 Tonnen Gesamtgewicht deckt der neue Sprinter alle wesentlichen Segmente seiner Klasse ab. An offenen Baumustern werden unter anderem Pritschen-Fahrgestelle für ein zulässiges Gesamtgewicht von drei bis fünf Tonnen und Fahrgestelle für Sonderaufbauten (wie beispielsweise für Krankentransportwagen oder den Paketdienst) sowie Tiefrahmen für Wohnmobile angeboten. Die Aufbauten kommen oft von Fremdherstellern, die zum Teil darauf spezialisiert sind.

Weitere Variationsmöglichkeiten bei der Konfiguration eines Sprinters sind Normal- oder Doppelkabine, das Vorhandensein einer Kabinenrückwand, ein so genannter Doppelfahrernebensitz sowie verschiedene Hinterachsübersetzungen und Blattfedervarianten an der Hinterachse.

Aus den unterschiedlichen Radständen, Längen, Höhen, Gewichten, Aufbau- und Motor- sowie Getriebekonfigurationen ergeben sich rund 1000 mögliche Grundkonfigurationen ab Werk.

Ein erheblicher Vorteil gegenüber dem Vorgänger ist die breitere und höhere Laderaumschiebetür, die es ermöglicht, Europaletten quer einzuladen, wodurch der Laderaum besser ausgenutzt wird. Gegen Aufpreis ist die Schiebetür auch elektrisch zu betätigen.

Angeboten wird der Sprinter mit 4- oder 6-Zylinder-Dieselmotoren sowie einem V6-Ottomotor. Als Getriebe stehen ein 6-Gang-Schaltgetriebe und ein 5-Stufen-Automatikgetriebe zur Wahl. ESP ist Serienausstattung. Seit Mai 2008 ist in Europa auch der Mercedes-Benz Sprinter 316 NGT, ein Erdgasfahrzeug mit bivalentem Antrieb, auf dem Markt.

Zum Frühsommer 2009 wurden die 4-Zylinder-Dieselmotoren der Baureihe OM 646 durch den aus C- und E-Klasse bekannten OM 651 ersetzt, der an ein speziell für Nutzfahrzeuge konzipiertes Sechsgang-Handschaltgetriebe (EcoGear 360 bei Vierzylinder, EcoGear 480 bei Sechszylinder) gekoppelt ist. Während die beiden stärkeren Varianten in 313 CDI und 316 CDI von zwei Turboladern mit verstellbaren Turbinenleitschaufeln aufgeladen werden, hat das kleine Modell 309 CDI nur einen lastabhängigen Lader. Mit der Umstellung auf die neue Vierzylinder-Generation entfiel die Variante mit 109 PS. Die Leistung der Sechszylinder OM 642 wurde leicht auf 140 kW (190 PS) angehoben, während bei den Ottomotoren keine Veränderungen vorgenommen wurden. Zusammen mit den CDI-Dieselmotoren ist seit dem ersten Quartal 2012 ein 7-Stufen-Automatikgetriebe (7G-Tronic) lieferbar. Dieses Getriebe verwendet Mercedes-Benz bereits in diversen anderen Fahrzeugen der Marke.

Im September 2013 wurden alle Sprinter-Modelle überarbeitet. Merkmale dieser Modellpflege sind die geänderte Front sowie verbesserte Motoren, die nun alle die Abgasnorm Euro 6 erfüllen und deren Verbrauch unter anderem durch eine Absenkung des Aufbaus um 30 mm verringert werden konnte. Fortan serienmäßig ist ein Seitenwind-Assistent, der den Fahrer beim Halten der Spur unterstützen soll. Das Assistenzsystem Collision Prevention Assist warnt einen abgelenkten Fahrer optisch und akustisch und bereitet den adaptiven Bremsassistenten auf eine anstehende Bremsung vor. Teil der Serienausstattung ist die Wartungsintervallanzeige Assyst. Bei den Diesel-Varianten wurde das Wartungsintervall auf bis zu 60.000 Kilometer verlängert.

Ab September 2016 wird der Sprinter zusätzlich in einer 5,5-Tonnen-Version angeboten, wodurch die Nutzlast um bis zu 450 kg steigt. Die maximale Leistung der beiden kleineren Motorvarianten des OM-651-Dieselmotors wurde erhöht. Die bisherige 70-kW-Version (95 PS, 250 Nm) erstarkte auf 84 kW (114 PS, 300 Nm), die 95-kW-Variante (129 PS, 305 Nm) auf 105 kW (143 PS, 350 Nm). Die anderen Dieselmotoren (120 kW, OM 651 und 140 kW, OM 642) blieben unverändert erhalten.[4]

Der Sprinter ist mit verschiedenen Aufbauvarianten von Fremdherstellern und ab Herstellerwerk Dortmund als Minibus in den Varianten Mobility, Transfer, Travel und City mit bis zu dreißig Sitzplätzen lieferbar.

MotorenBearbeiten

Modell Motor-
kenncode
Zylinder Hubraum Leistung Drehmoment Bauzeit
Dieselmotoren
209 CDI/309 CDI/409 CDI OM 646 DE 22 LA Reihe 4 2148 cm³ 65 kW (88 PS) bei 3800/min 220 Nm bei 1600–2600/min 2006–2009
210 CDI/310 CDI/510 CDI OM 651 DE 22 LA Reihe 4 2143 cm³ 70 kW (95 PS) bei 3800/min 250 Nm bei 1400–2400/min 2009–05/2016
210 BlueTEC/310 BlueTEC/510 BlueTEC OM 651 DE 22 LA Reihe 4 2143 cm³ 70 kW (95 PS) bei 3800/min 250 Nm bei 1400–2400/min 2013–05/2016
211 CDI/311 CDI/411 CDI/511 CDI OM 646 DE 22 LA Reihe 4 2148 cm³ 80 kW (109 PS) bei 3800/min 280 Nm bei 1600–2400/min 2006–2009
211 CDI/311 CDI/411 CDI/511 CDI OM 651 DE 22 LA Reihe 4 2143 cm³ 84 kW (114 PS) bei 3800/min 300 Nm bei 1200–2200/min seit 06/2016
213 CDI/313 CDI OM 646 DE 22 LA Reihe 4 2148 cm³ 95 kW (129 PS) bei 3800/min 305 Nm bei 1200–2400/min 2006–2009
213 CDI/313 CDI/513 CDI[B 1] OM 651 DE 22 LA Reihe 4 2143 cm³ 95 kW (129 PS) bei 3800/min 305 Nm bei 1200–2400/min 2009–05/2016
213 BlueTEC/313 BlueTEC/413 BlueTEC/513 BlueTEC OM 651 DE 22 LA Reihe 4 2143 cm³ 95 kW (129 PS) bei 3800/min 305 Nm bei 1200–2400/min 2013–05/2016
214 CDI/314 CDI/514 CDI OM 651 DE 22 LA Reihe 4 2143 cm³ 105 kW (143 PS) bei 3800/min 330 Nm bei 1200–2400/min seit 06/2016
215 CDI/315 CDI/415 CDI/515 CDI OM 646 DE 22 LA Reihe 4 2148 cm³ 110 kW (150 PS) bei 3800/min 330 Nm bei 1200–2400/min 2006–2009
216 CDI/316 CDI/416 CDI/516 CDI OM 651 DE 22 LA Reihe 4 2143 cm³ 120 kW (163 PS) bei 3800/min 360 Nm bei 1400–2400/min seit 2009
216 BlueTEC/316 BlueTEC/416 BlueTEC/516 BlueTEC OM 651 DE 22 LA Reihe 4 2143 cm³ 120 kW (163 PS) bei 3800/min 360 Nm bei 1400–2400/min seit 2013
218 CDI/318 CDI/418 CDI/518 CDI OM 642 DE 30 LA V 6, 72° 2987 cm³ 135 kW (184 PS) bei 3800/min 400 Nm bei 1600–2600/min 2006–2009
219 CDI/319 CDI/419 CDI/519 CDI OM 642 DE 30 LA V 6, 72° 2987 cm³ 140 kW (190 PS) bei 3800/min 440 Nm bei 1600–2600/min 2009–2013
219 BlueTEC/319 BlueTEC/519 BlueTEC OM 642 DE 30 LA V 6, 72° 2987 cm³ 140 kW (190 PS) bei 3800/min 440 Nm bei 1400–2400/min seit 06/2013
Ottomotoren
216/316 M 271 E 18 ML Reihe 4 1796 cm³ 115 kW (156 PS) bei 5000/min 240 Nm bei 3000–4000/min seit 2008
316 NGT M 271 E 18 ML Reihe 4 1796 cm³ 115 kW (156 PS) bei 5000/min 240 Nm bei 3000–4000/min seit 2008
224/324/424/524 M 272 E 35 V 6, 90° 3498 cm³ 190 kW (258 PS) bei 5900/min 340 Nm bei 2500–5000/min 2006–2013
  1. 513 CDI seit September 2013 erhältlich.

Für Sprinter ab 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht, Modellbezeichnung mit der Zahl 3, 4 oder 5 beginnend, stehen die gleichen Motoren zur Auswahl.

VS30 seit 2018 (BR 907 / 910)Bearbeiten

Baureihen 907 (Heckantrieb) / 910 (Frontantrieb)
 

Mercedes-Benz Sprinter (seit 2018)

Produktionszeitraum: 2018–heute
Bauformen: Kastenwagen, Kleinbus, Fahrgestell
Motoren: Dieselmotoren:
2,1–3,0 Liter
(84–140 kW)
Länge: 5267–6967 mm
Radstand: 3259–4325 mm
Zul. Gesamtgewicht: 3,0–5,5 t
 
Heckansicht

Die dritte Generation des Sprinter wurde am 6. Februar 2018 in Duisburg vorgestellt, die Auslieferung der ersten Fahrzeuge erfolgte im Juni 2018.[5] Die größeren Versionen des Sprinter haben unverändert Heckantrieb (interne Baureihenbezeichnung 907), erstmals wird der Sprinter aber für die kleineren Längen, Motorisierungen und Zuladungen auch mit Frontantrieb angeboten (interne Baureihenbezeichnung 910), der Ladeboden bei den geschlossenen Varianten ist dann um 80 mm niedriger.[6]

Der Sprinter ist auf Wunsch mit Abstands-, Aufmerksamkeits-, Totwinkel- oder Einparkassistenten inklusive 360-Grad-Kamera erhältlich.[7]

MotorenBearbeiten

Modell Motor-
kenncode
Zylinder Hubraum Leistung Drehmoment Bauzeit
Diesel
211 CDI/311 CDI/411 CDI/511 CDI OM 651 DE 22 LA Reihe 4 2143 cm³ 84 kW (114 PS) bei 3800/min 300 Nm bei 1200–2200/min seit 2018
214 CDI/314 CDI/414 CDI/514 CDI OM 651 DE 22 LA Reihe 4 2143 cm³ 105 kW (143 PS) bei 3800/min 330 Nm bei 1200–2400/min seit 2018
216 CDI/316 CDI/416 CDI/516 CDI OM 651 DE 22 LA Reihe 4 2143 cm³ 120 kW (163 PS) bei 3800/min 380 Nm bei 1400–2400/min seit 2018
219 CDI/319 CDI/419 CDI/519 CDI OM 642 DE 30 LA V 6, 72° 2987 cm³ 140 kW (190 PS) bei 3800/min 440 Nm bei 1400–2400/min seit 2018


ElektroantriebBearbeiten

 
Mercedes-Benz electric Sprinter Vormodell 2018

Ein Modell mit Elektroantrieb soll unter der Bezeichnung eSprinter im Laufe des Jahres 2019 als Kastenwagen mit Hochdach und einem zulässigen Gesamtgewicht von 3500 kg sowie einem maximalen Ladevolumen von 10,5  angeboten werden. Die Batteriekapazität von 55 kWh soll bei einer Beladung mit 900 kg eine voraussichtliche Reichweite von ca. 150 Kilometern erlauben. Je nach Einsatzbereich werden eine zweite und dritte Batterieeinheit eine erhöhte, maximale Zuladung von rund 1040 kg ermöglichen, bei einer Reduzierung der Reichweite auf rund 115 Kilometern.

Wie beim Sprinter mit herkömmlichen Dieselmotor soll der Elektroantrieb des eSprinters eine Leistung von 84 kW bei einem Drehmoment von bis zu 300 Newtonmeter aufweisen, wobei die Höchstgeschwindigkeit entsprechend dem Kundenbedarf konfigurierbar ist.[8]

Besonderheiten im nordamerikanischen MarktBearbeiten

 
Dodge Sprinter (1. Baureihe)

Im nordamerikanischen Markt (NAFTA) wurde der Sprinter anfänglich nicht unter der Marke Mercedes-Benz vertrieben. Die Einführung erfolgte 2001 als Freightliner Sprinter sowie ab 2004 zusätzlich als Dodge Sprinter. Nach der Trennung von Chrysler vertrieb Dodge den Sprinter noch bis Ende 2009, seit Anfang 2010 wird er sowohl als Mercedes-Benz Sprinter als auch als Freightliner Sprinter angeboten. Dabei werden die Transporter (nicht aber die Personenbusse) vor der Verschiffung zerlegt und in North Charleston, South Carolina wieder montiert (SKD). Ursache ist die sog. chicken tax, ein seit Januar 1964 bestehender und als Reaktion auf einen europäischen Zoll auf den Import von Hühnern aus den USA eingeführter Zoll auf den Import von Kleinlastwagen in die USA.[9] Nach der Erweiterung des Werks werden die Sprinter seit September 2018 jedoch komplett gefertigt.[10] Die Metris-Vans werden bis auf Weiteres noch SKD-montiert.[11]

Der Sprinter 4×4 im sportlichen EinsatzBearbeiten

 
Sprinter auf der Ziellinie in Essaouira
  • 2009: Als Service-Fahrzeug bei der Rallye Dakar eingesetzt.
  • 2010: Teilnahme bei der Rallye Aïcha des Gazelles in der 4×4-Kategorie. Der bis auf Überrollbügel und Sandreifen serienmäßige Sprinter, gesteuert von den Vorjahresgewinnerinnen in der SUV-Kategorie Jeanette James und Anne-Marie Ortola auf Mercedes-Benz Viano, trat hier gegen die echten Geländewagen an und erzielte Platz 19 unter 100 Teilnehmern. Ein zweiter Sprinter wurde bei der Rallye als Service-Fahrzeug eingesetzt.

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Hoesch: Erfahrungsbericht über mein Praktikum bei Mercedes-Benz Vietnam Ltd. (PDF; 1,21 MB) Fachhochschule Dortmund, 7. September 2008, S. 2, abgerufen am 8. Januar 2013 (alternative Version).
  2. MB Sprinter Face-Lift Year 2000, abgerufen am 10. Mai 2014 (englisch)
  3. Guido Kruschke: Daimler und GAZ starten Sprinter-Fertigung in Russland. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Automobil Produktion. 22. Juni 2012, archiviert vom Original am 6. Dezember 2013; abgerufen am 8. Januar 2014.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.automobil-produktion.de
  4. Vgl. dazu Thorsten Seibt: Mercedes Sprinter 2016 – Mehr Power für den Sprinter. In: Auto, Motor und Sport online, 3. Mai 2016, abgerufen am 3. Mai 2016; sowie Mehr Gewicht im Programm. In: AUTOHAUS, 2. Mai 2016, abgerufen am 3. Mai 2016.
  5. Torsten Seibt: Der neue Sprinter wird zum Superhirn. 6. Februar 2018, abgerufen am 6. Februar 2018.
  6. Markus Jordan: Neuer Sprinter: Weltpremiere und Verkaufsstart am 06.02.2018. 17. Dezember 2017, abgerufen am 8. Februar 2018.
  7. sueddeutsche.de: Der neue Sprinter soll die Wohnmobilbranche aufmischen
  8. Local zero-emissions mobility. eVito and eSprinter fit for city life. Daimler AG. Abgerufen am 25. September 2018.
  9. Proklamation der chicken tax im Dezember 1963
  10. https://app.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/daimler-mercedes-greift-mit-neuem-sprinter-werk-in-den-usa-an/22999650.html
  11. https://charlestonbusiness.com/news/automotive/75131/