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Der Mercedes-Benz R 129 ist ein Roadster. Der zweisitzige Sportwagen gehört zur SL-Baureihe von Mercedes-Benz.

Mercedes-Benz
Mercedes-Benz 500 SL (1989–1993)
Mercedes-Benz 500 SL (1989–1993)
R 129
Verkaufsbezeichnung: 300 SL - 600 SL (1989–1993)
SL-Klasse (1993–2002)
Produktionszeitraum: 1989–2001
Klasse: Sportwagen
Karosserieversionen: Roadster
Motoren: Ottomotoren:
2,8–7,3 Liter
(140–386 kW)
Länge: 4499 mm
Breite: 1812 mm
Höhe: 1296 mm
Radstand: 2515 mm
Leergewicht: 1700–2050 kg
Vorgängermodell Mercedes-Benz R 107
Nachfolgemodell Mercedes-Benz R 230

Der Mercedes R 129 wurde als Nachfolgemodell des R 107 von 1989 bis 2. Juli 2001 produziert. 2001 wurde er von dem R 230 abgelöst. Innerhalb der Bauzeit des Modells wurden die Mercedes-Klassenbezeichnungen eingeführt. Während frühe Exemplare noch als SL-Modelle (mit hintenangestelltem SL, z. B. 500 SL) bezeichnet wurden, gehörte der R 129 ab 1993 zur SL-Klasse (mit vorangestelltem SL, z. B. SL 500).

Inhaltsverzeichnis

ModellgeschichteBearbeiten

AllgemeinesBearbeiten

 
SL Heckansicht mit Hardtop

Die Entwicklung des R 129 begann bereits Mitte der 1970er Jahre, wurde jedoch vorerst zurückgestellt, weil die neuen Generationen des W 201 und W 124 viele Entwicklungs-Ressourcen beanspruchten. Dadurch erklärt sich auch der ungewöhnlich lange Produktionszyklus des Vorgängermodells R 107.

Erst um 1982 wurde das Projekt wieder aufgenommen. Etwa um das Jahr 1984 wurde das Design festgelegt, das Patent dazu wurde am 2. Oktober 1986 eingereicht. Der R 129 nimmt bereits einige Designmerkmale des W 140 vorweg. Die Bodengruppe orientierte sich am W 124, wurde jedoch auf Cabrio-spezifische Erfordernisse wie zum Beispiel Torsionssteifigkeit ausgelegt.

Der R 129 besaß zahlreiche technologische Details, so eine Mehrlenkerachse und einen automatisch ausfahrbaren Überrollbügel, der im Falle eines Überschlags in Bruchteilen von Sekunden ausgefahren wurde, um die Insassen zu schützen. Später war neben den V8-Aggregaten auch die Zwölfzylinder-Maschine aus der S-Klasse verfügbar.

Technik und InnovationBearbeiten

Der R 129 nutzt im Wesentlichen die Antriebstechnik der jeweils parallel gebauten Mercedes-Benz S-Klasse. Bei der Baureihe R 129 war das zunächst der W 126, gefolgt von dem W 140 und nach dessen Auslaufen der Nachfolger W 220. Da die Bauzeit der SL-Modelle typischerweise jeweils deutlich länger war als die der entsprechenden S-Klasse-Limousinen, gab es auch beim R 129 einen Modellübergang mit partiellem Wechsel der Antriebstechnik. Markant war hierbei der Übergang von den klassischen Vierventil-Reihen-Sechszylindern zu den neuen Dreiventil-V6-Motoren, die wesentlich preisgünstiger zu produzieren und beim Frontalaufprall sicherer sind. Auch bei den Achtzylindern wurde von Vier- auf Drei-Ventiltechnik umgestellt.

Das Fahrwerkssystem ADS (Adaptives Dämpfungs-System) wurde erstmals bei einem Mercedes als Option angeboten. Dabei handelte es sich um eine teil-hydraulische elektronische Radaufhängung (siehe Aktive Radaufhängung) mit Niveauregulierung sowohl für die Vorder- als auch für die Hinterachse. Die optimale Dämpfung wurde pro Rad anhand von Parametern von Radbeschleunigungssensoren sowie von Längs- und Querbeschleunigungssensoren des Fahrzeugs andauernd elektronisch berechnet und in vier Stufen angepasst. Zudem wurde das Fahrzeug bei Geschwindigkeiten ab 120 km/h um 20 mm tiefer gelegt und die Bodenfreiheit konnte bei Geschwindigkeiten unter 40 km/h per Knopfdruck um 40 mm erhöht werden.

Der R 129 erhielt als erstes Mercedes-Cabrio einen automatischen Überrollbügel, der im Falle eines Überschlags binnen 0,3 Sekunden ausfährt. Ein weiteres Sicherheitsfeature sind die A-Säulen, die für den Fall eines Überschlags weitgehend knicksicher sind. Neu waren die Integralsitze, bei denen der Gurt und die Kopfstütze in den Sitz integriert sind. Sie bieten deutlich besseren Seitenhalt als die bis dahin verwendeten Sitze. Ab September 1989 war für den 300 SL-24 ein Fünfgang-Automatikgetriebe lieferbar. Für die Achtzylinder waren zu dieser Zeit die darin eingesetzten schmalen Zahnradsätze noch zu schwach.

Zum Lieferumfang des Fahrzeugs gehörte ein Hardtop, das im Winterbetrieb das Stoffverdeck schützt und das etwa ein Jahr nach Produktionsstart noch für eine kurze Zeit gegen Minderpreis abbestellt werden konnte. Als Zubehör war ab der ersten Modellpflege ein Panorama-Hardtop erhältlich, das ein gewisses „Cabriogefühl“ auch in den Wintermonaten ermöglichte.

1989 bis 1995Bearbeiten

Modellpflege zur IAA 1995Bearbeiten

Im September 1995 wurde die Baureihe R129 überarbeitet und auf der Frankfurter IAA 1995 vorgestellt. Die Modellpflege umfasste unter anderem:

  • Neugestaltete Front- und Heckstoßfänger
  • Farblose Deckgläser an den vorderen Blinkleuchten
  • Dezent veränderter Kühlergrill mit nunmehr sechs statt sieben Lamellen
  • Seitenwandverkleidungen und Stoßfänger nicht mehr in Kontrast-, sondern in Wagenfarbe
  • Rot erscheinende, bichromatische Heckleuchten
  • Neue Leichtmetallräder im 12-Loch-Design
  • Türverkleidungen, Lenkrad und Sitzdesign leicht modifiziert
  • Neues 5-Gang-Automatikgetriebe für SL 500 und SL 600
  • Modifizierter V12- und 5,0-l-V8-Motor
  • Elektronisches Stabilitätsprogramm (ESP) (Serie nur beim SL 600)
  • Aluminium-Hardtop mit Glasdach und Sonnenrollo (Option)
  • Xenon-Scheinwerfer (Option)
  • Ab Juni 1996 neues Automatikgetriebe auch für SL 280 und SL 320

1995 bis 1998Bearbeiten

Modellpflege 1998 und 2000Bearbeiten

Im April 1998 erfolgte die zweite Modell-Überarbeitung. Vorgestellt wurde diese auf dem Turiner Automobilsalon: Die Änderungen betreffen eher Details, am markantesten sind die neugestalteten Rückleuchten.

  • Neue V6- und V8-Motoren mit Dreiventiltechnik
  • Neue, ovale Abgasendrohre
  • Außenspiegel im SLK-Design
  • Neu gestaltete Rückleuchten
  • Türgriffe und Karosserie-Anbauteile in Wagenfarbe lackiert
  • Überarbeitete und größere Bremsanlage an der Vorderachse mit neugestalteten Fünfloch-Leichtmetallrädern und Reifen der Dimension 245/45 ZR 17
  • Ab Juni 1998: SL 60 AMG nicht mehr lieferbar

Die finale und dritte Modellpflege (ab Modelljahr 2000) betrifft nur noch Details:

  • Neue Lederexklusivausstattung: Im Gegensatz zu der früheren Ausführung ist nun das Nappaleder weicher und hat eine feine Narbung
  • Kleinere Technikänderungen (Funkfernbedienung, APS30, Motorsteuerung etc.)

1998 bis 2001Bearbeiten

SondermodelleBearbeiten

Modell Baujahr Stückzahl Ausgangsmodell Änderungen
Mille Miglia April 1994 10 500 SL Außen: Karosserie, Stoßfänger und Verkleidungsteile in Brillantsilber, Mille-Miglia-Emblem an den seitlichen Luftaustritten
Innen: Leder in Blau, Sitzmittelbahnen, Türverkleidungseinsätze in blauem Sonderstoff Karo vom 300-SL-Flügeltürer als Reminiszenz an diesen, sämtliche Holzverkleidungen in Vogelaugenahorn dunkelblau, Holz-Lederlenkrad ebenfalls mit blauem Leder und dunkelblauen Vogelaugenahorn-Einsätzen, oben im Automatik-Wahlhebel ist die Produktionsnummer sowie das Mille-Miglia-Symbol eingesetzt
Special Edition 1995 630 SL 280, SL320, SL 500 Außen: Karosserie, Stoßfänger und Verkleidungsteile in Brillantsilber  Code 744, Rotes Stoffverdeck, 17″ Leichtmetall Felgen EVO 2 , Zielflagge an den seitlichen Luftaustritten der vorderen Kotflügeln,

Innen:  Ledersitze schwarz mit Sitzmittelbahn und Kopfstuetze in Rot , mit roten Ziernaehten, Blinker in US-Ausführung, Mittelkonsole , Schalthebel und Tuereinlageleisten  in Kohlefasergewebe,  Lenkrad und hinterer Verdeckkasten mit roten Ziernähten , Bodenteppich Schwarz mit roter Umfassung.

40th Anniversary Roadster Edition 1997 750 SL 320, SL 500 Außen: Karosserie, Stoßfänger und Verkleidungsteile in Designo Blau Code 012, (SL 320) mit blauem Stoffverdeck oder Designo Rot Code 019 (SL 500) mit schwarzem Stoffverdeck, 17″ Leichtmetall Felgen EVO 2 (nur SL 500)

Innen: Ledersitze in Grau (SL 320) oder Champignon (SL 500), Blinker in US-Ausführung, Mittelkonsole, Tuer Einlage und Lenkrad (Holz/Leder) in Designo Blau (SL 320) oder Kastanie (SL 500), Bodenteppich Schwarz mit eingesticktem 40th Anniversary Logo

Special Edition 1998 500 SL 280, SL 320, SL 500, SL 600 Außen: Karosserie, Stoßfänger und Verkleidungsteile in Obsidianschwarz Code 197, Rotes Stoffverdeck, 18″ Leichtmetall Felgen EVO 2, Kotfluegelschild mit Special Edition Schriftzug an den vorderen Kotflügeln,

Einstiegsleisten edelstahl mit Special Edition Schriftzug einpraegung .

Innen: Ledersitze inkl. Kopfstuetzen in Rot, Mittelkonsole, Schalthebel, Lenkradkranz (teilweise) und Tuereinlageleisten in Wurzelnuss schwarz, Kombiinstrument Frontrahmen in Rot, Bodenteppich Schwarz mit roter Umfassung.

Designo Edition (MB UK) 1998 150 SL 280, SL 320, SL 500, SL 600 Außen: Karosserie, Stoßfänger und Verkleidungsteile in Designo Varicolor Code 017, blaues Stoffverdeck, 17″ Leichtmetall Felgen EVO 2 (SL 320) oder 18″ AMG Leichtmetall Felgen (ab SL 500)

Innen: Ledersitze in Designo Grau, Mittelkonsole, Tuer Einlage und Lenkrad (Holz/Leder) in dunklem Wurzelnuss, Einstiegsleisten Edelstahl mit Special Edition Schriftzug

Designo Edition (MB Japan) 1998 67 SL 500 Außen: Karosserie, Stoßfänger und Verkleidungsteile in Designo Varicolor Code 017, blaues Stoffverdeck, Panorama Hardtop, 17″ Leichtmetall Felgen EVO 2 (SL 320) oder 18″ AMG Leichtmetall Felgen (ab SL 500)

Innen: Ledersitze exclusiv in Grau mit Sitzmittelbahn in Ultramarin, Mittelkonsole, Tuer Einlage und Lenkrad (Holz/Leder) in Designo Holz Ultramarin, Bodenteppich Schwarz mit Umfassung in Ultramarin

Mille Miglia 1999 10 SL 55 AMG Außen: Karosserie, Stoßfänger und Verkleidungsteile in Designo Silber Code 029, schwarzes Stoffverdeck, Kotflügelschild und Kofferraum Plakette mit Mille Miglia-Schriftzug

Innen: Ledersitze schwarz, Mittelkonsole, Tuer Einlage und Lenkrad (Holz/Leder) in Kohlefaser designo silber

SL Edition 2000 700 SL 320, SL 500 Außen: Karosserie, Stoßfänger und Verkleidungsteile in Designo Mystic Blau Code 032 mit blauem Stoffverdeck oder Brillantsilber Code 744 mit schwarzem Stoffverdeck, Kotflügelschild mit SL-Edition Schriftzug, 18″ BBS Albireo-Felgen, Bremsscheiben gelocht, Bremssaettel silber lackiert

Innen: Perforierte schwarze Nappaledersitze mit silbernem Unterzug, Fondsitze, Mittelkonsole, Tuer Einlage und Lenkrad (Holz/Leder) in Vogelaugenahorn schwarz, Schaltkulisse in Alu-Perlschliff mit Chromrahmen, Alublende im Kombiinstrument und an der Schaltkonsole im Perlschliff mit weissen Instrumenten Zeiger, beleuchtete Einstiegsleisten mit „SL Edition“-Schriftzug, Windschott mit Chromrahmen, Bodenteppich Schwarz mit Umfassung in Silber und SL Plakette.

Final Edition 2000 674 SL280, SL320, SL500 Außen: Karosserie, Stoßfänger und Verkleidungsteile in Designo Brillantschwarz Code 025 oder Silver Arrow Code 777, mit schwarzem Stoffverdeck, Kotflügelschild mi SL Final Edition Schriftzug, 18″ AMG Leichtmetall Felgen,

Innen: Exclusiv Lederausstattung schwarz mit silberfarbenen Ziernaehten, Mittelkonsole, Tuer Einlage und Lenkrad (Holz/Leder) in Curly Ahorn, Final Edition Plakette auf Mittelkonsole, Schaltkulisse mit Chromrahmen, Kombiinstrument mit Chromrahmen und Chromzierringe um die Instrumente sowie weissen Instrumenten Zeiger und Mittelabdeckung der Zeiger Aluminium, Edelstahl Einstiegsleisten beleuchtet mit „Final Edition“-Schriftzug, Bodenteppich Schwarz mit Umfassung in Silber und SL Plakette.

FormulaOne Edition 2000 20 SL 500 Außen: Karosserie, Stoßfänger und Verkleidungsteile in Designo Brillantschwarz Code 025, schwarzem Stoffverdeck, Kotflügelschild mit Formula One Edition Schriftzug, 18″ AMG Leichtmetall Felgen

Innen: Lederausstattung schwarz, Mittelkonsole, Tuer Einlage und Lenkrad (Holz/Leder) in Alu Silber, Windschott mit Chromrahmen,

Mille Miglia 2000 12 10 × SL 320,
2 × SL 500
Außen: Karosserie, Stoßfänger und Verkleidungsteile in Brillantsilber Code 744, Stoffverdeck schwarz, Kotflügelschild mit Mille Miglia Edition 2000 Schriftzug, 18″ AMG Leichtmetall Felgen, Bremsscheiben gelocht, Bremssaettel silber lackiert


Innen: Nappa Lederausstattung schwarz perforiert mit silberfarbenen Unterzug, Mittelkonsole, Tuer Einlage und Lenkrad (Holz/Leder) in Vogelaugenahorn schwarz, Nummerierte Mille Miglia Plakette auf Ascherdeckel und Beschriftung „Edition 2000 Series x/12“ (mit x als fortlaufende Nummerierung von 1 bis 12), Schaltknauf mit Namen der Fahrer, die diesen Wagen auf der Mille Miglia 2000 gefahren haben, Schaltkulisse in Aluminiumstruktur mit Chromrahmen, Kombiinstrument mit Frontrahmen in Aluminiumstruktur und weissen Instrumenten Zeiger, Edelstahl Einstiegsleisten beleuchtet mit „Mille Miglia 2000 Edition“ Schriftzug, Bodenteppich Schwarz mit Umfassung in Silber und gesticktem Mille Miglia Emblem,

Silver Arrow Edition USA 2001 1550 1450 × SL 500,
100 × SL 600
Außen: Karosserie, Stoßfänger, Verkleidungsteile in Silver Arrow Metallic Code 777, Stoffverdeck schwarz mit zusätzlichen hellen Fäden, Kotflügelschild mit Silver Arrow Schriftzug, 18″ BBS Albireo Leichtmetall-Felgen mit hochglanz Edelstahl-Anfahrschutz, Bremsscheiben gelocht, Bremssättel silber lackiert, Zierstäbe in Alu-Chromglanz, Panorama Hardtop bei SL 600, Auspuffblende in Edelstahl poliert, Kotflügel Lufteinlässe mit 2 Alu-Chromglanz-Finnen

Innen: Lederausstattung schwarz mit Sitzmittelbahn und Kopfstützen in oriongrau, Türmittelfelder und Armauflage in oriongrau, Sitzmittelbahn mit eingeprägtem Silver Arrow Logo, Mittelkonsole und Tür-Einlage in Vogelaugenahorn schwarz, Silver Arrow Logo auf Ascherdeckel, Schaltkulisse in Aluminiumstruktur Perlschliff mit Chromrahmen, Kombiinstrument mit Frontrahmen in Aluminiumstruktur Perlschliff und weißen Instrumenten Zeiger mit Mittelabdeckung in Aluminum, Edelstahl-Einstiegsleisten beleuchtet mit „Silver Arrow“ Schriftzug, Bodenteppich Schwarz mit Umfassung in Silber und SL Plakette, Alu-Pedalerie mit Gumminoppen, Windschott mit Chromrahmen

Mille Miglia 2001 13 SL 600 Außen: Karosserie, Stoßfänger, Verkleidungsteile in Silver Arrow Metallic Code 777, Stoffverdeck schwarz, Kotflügelschild mit Mille Miglia 2001 Schriftzug, Mille Miglia Plakette am Heckdeckel, 18″ BBS Albireo Leichtmetall Felgen, Bremsscheiben gelocht, Bremssättel silber lackiert, Zierstäbe in Alu-Chromglanz, Verdeckkastendeckel hochglanzpoliert, Auspuffblende in Edelstahl poliert, Panorama Hardtop, Kotflügel

MotorenBearbeiten

Im R 129 wurden durchgängig Sechs-, Acht- und Zwölfzylinder angeboten. Anfangs standen die Modelle 300 SL, 300 SL-24 und 500 SL in den Preislisten. Ab 1992 war dann der erste Zwölfzylinder im SL, der 600 SL (später SL 600) lieferbar. Nach und nach bekam der SL die moderneren V6- und V8-Motoren aus der S-Klasse. Diese hatten Doppelzündung und drei Ventile pro Zylinder.

 * Die Motorbezeichnung ist wie folgt verschlüsselt: M = Motor (Otto), Baureihe = 3 stellig, E = Saugrohreinspritzung, Hubraum = Deziliter (gerundet)

AMG-ModelleBearbeiten

Stückzahlenmäßig nur eine kleine Rolle spielten die AMG-Versionen. Ab 1993 bot AMG den SL 60 AMG mit auf sechs Liter aufgebohrtem M 119-Achtzylinder an. Er stand bis 1998 offiziell in den Mercedes-Preislisten und kostete in seinem letzten Produktionsjahr zirka 220.000 DM. Mit dem damals erscheinenden Facelift der Baureihe fiel er aus dem Programm.

Aufbauend auf dem SL 280 entwickelte AMG im Jahr 1995 den SL 36 AMG mit 3,6 Liter-Sechszylinder-Reihenmotor (M 104 E 36) und 200 kW (272 PS). Das Fahrzeug wurde von Helmut Werner, dem damaligen Vorstandsvorsitzenden der Mercedes-Benz AG, an den Sieger des Stuttgarter MercedesCup (Thomas Muster) übergeben. Bei diesem Fahrzeug handelt es sich um ein Einzelstück.[1]

Mitte der 1990er gab es für kurze Zeit den SL 600 6.0 AMG, den SL 70 AMG und den SL 73 AMG mit Zwölfzylindermotoren. Nach einer kurzen Pause standen diese Fahrzeuge von 1998 bis 2001 wieder zur Verfügung, allerdings nie offiziell in den Preislisten von Mercedes-Benz. Sie liefen bei Mercedes als SL 600 mit AMG-Styling-Paket und AMG-Rädern vom Band und wurden dann bei AMG in Affalterbach umgebaut.

Neben der Hubraumerhöhung auf 7,0 bzw. 7,3 Liter bzw. dem Zylinderkopftuning beim 6,0 Liter inkl. weiterer feinmotorischer Maßnahmen wurden die Antriebswellen und die Bremsanlage modifiziert, um der höheren Leistung gerecht zu werden. Das ADS-Fahrwerk des Ausgangsmodells wurde beibehalten, auch Getriebe- und Differenzialübersetzung blieben gleich. Diese Technikpakete kosteten damals 81.657,04 DM (SL 70 AMG) bzw. 99.180 DM im SL 73 AMG (aus AMG-Manufaktur Preisliste 04/1999), zusätzlich zum Grundpreis von mindestens 240.000 DM für den SL 600 mit AMG-Styling-Paket und AMG-Rädern. Der hauptsächlich im Auftrag von AMG Japan Inc. gefertigte SL 600 AMG 6.0 (Motorenkennzeichen 120981 mit 324 kW/600 Nm) kostete 1993 24.300.000 Yen, was ca. 300.000 DM bzw. einem Aufpreis von rund 60.000 DM entsprach.

1995 wurden 35 Exemplare des SL 72 AMG hergestellt. 25 Stück erwarb der Sultan von Bahrain, lediglich 10 Exemplare gingen in den freien Verkauf. Angetrieben wird diese Version von einem Motor mit 7,2 Litern Hubraum aus 12 Zylindern mit 532 PS bei einem Drehmoment von bis zu 740 Nm. Die Basis war auch hier der SL 600.[2]

Auch der 1999 vorgestellte SL 55 AMG war ein Manufakturprodukt auf Basis des SL 500 (129.068), der nicht offiziell in den Preislisten von Mercedes-Benz erschien. Den SL 55 AMG treibt der auf den R129 angepasste hubraumgleiche modifizierte 5,4-Liter-V8 an, der unter anderem auch im E 55 AMG (Baureihe 210) verbaut wurde. Der Preis für das Technikpaket (bei angeliefertem SL 500 mit AMG-Styling-Paket und AMG-Rädern) betrug 37.120 DM. Dazu gehört neben dem Motor auch eine angepasste Motorsteuerung, eine angepasste Getriebesteuerung und eine andere Hinterachsübersetzung. Auf Wunsch gab es auch noch weitere Modifikationen wie eine Anhebung der Höchstgeschwindigkeit auf 280 km/h, oder weitere Individualisierungen des Innenraums.

StückzahlenBearbeiten

  • SL 280: 12.319
  • SL 300: 39.004
  • SL 320: 39.293
  • SL 500: 94.048
  • SL 600: 11.089
  • SL 55 AMG: 65
  • SL 60 AMG: 633
  • SL 70 AMG: 150
  • SL 73 AMG: 42
  • SL 36 AMG: 2 (Spezialanfertigung von AMG für den Sieger des Tennisturniers Stuttgart MercedesCup 1995) und ein Werkswagen als Versuchsträger.

Insgesamt produzierte Mercedes-Benz in 13 Jahren 204.940 Fahrzeuge der Baureihe R 129.

Sonderausstattungen (Auszug)Bearbeiten

Code Name
214 Adaptives Dämpfungs System (ADS)
228 Zusatzheizung
231 Garagentoröffner
241 Fahrersitz links elektrisch verstellbar mit Memory
242 Fahrersitz rechts elektrisch verstellbar mit Memory
249 Innen und Außenspiegel automatisch abblendbar (ggf. mit Memory)
270 Stabantenne für Telefon (D-Netz) auf Kotflügel hinten links
278 Telefon vorrüstung komplett. (D-Netz)
284 Wählhebel in Holz
289 Holz/Leder Lenkrad und Leder Wählhebel
309 Becherhalter in der Mittelkonsole
357 Navigationssystem Zusatzgerät
404 Multikontursitz vorn links
405 Multikontursitz vorn rechts
415 Panorama Glasdach
441 Lenksäule einstellbar
472 Elektronisches Stabilisierungs Programm (ESP)
481 Unterschutz (Metall)
500 Außenspiegel links und rechts abklappbar
501 Außenspiegel links und rechts abklappbar mit Memory (ggf. auch Innenspiegel)
511 Radio MB Exquisit mit VK, RDS (Panasonic)
512 Radio MB Spezial mit VK, RDS
551 Einbruch / Diebstahl Warnanlage (EDW)
565 Fondsitze
600 Scheinwerfer Reinigungsanlage
612 Xenon Scheinwerfer für Rechtsverkehr
644 Alu Felgen 5-Speichen Design 17″
652 Alu Felgen 8-Loch
682 Feuerlöscher
731 Holzausführung Wurzelnuss
733 Holzausführung Kastanie
740 Verdeckstoff 9001 schwarz
755 Radio MB Spezial CD
772 AMG-Styling (Frontschürze, Heckschürze, Seitenschweller)
783 AMG-Räder mit AMG Sportfahrwerk
793 AMG-Räder 8,5 X 18 ET 25 245/40 mehrteilig
810 Bose Soundsystem
819 CD-Wechsler
873 Sitzheizung Fahrersitz links und rechts
925 Abgasreinigung D4 mit EU3 Technik
957 AMG - Technikpaket
988 KFZ-Brief und COC Papier und Typschild
511A Leder Exklusiv schwarz/anthrazit
514A Leder Exklusiv java
518A Leder Exklusiv oriongrau
519A Leder Exklusiv helios

Bestand in DeutschlandBearbeiten

Aufgeführt ist der Bestand an Mercedes-Benz R 129 nach Hersteller- (HSN) und Typschlüsselnummern (TSN) in Deutschland laut Kraftfahrt-Bundesamt. Typen mit weniger als 100 Fahrzeugen werden nicht ausgewiesen. Bis 2007 beinhaltete der Bestand neben der Anzahl der angemeldeten Fahrzeuge auch die Anzahl der vorübergehenden Stilllegungen. Seit 2008 enthält der Bestand lediglich den „fließenden Verkehr“ einschließlich der Saisonkennzeichen.

HSN/TSN Modell Baumuster kW 1.1.2005 1.1.2006 1.1.2008 1.1.2009 1.1.2010 1.1.2011 1.1.2012 1.1.2013 1.1.2014 1.1.2015 1.1.2016 1.1.2017 1.1.2018
0708/396 300 SL 129.060 140 6.186 6.064 5.000 4.981 4.950 4.848 4.810 4.745 4.697 4.668 4.646 4.624 4.567
0708/397 300 SL-24 129.061 170 5.246 5.135 4.094 4.046 4.050 3.953 3.912 3.891 3.827 3.776 3.735 3.741 3.734
0708/398 500 SL 129.066 240 5.175 4.977 3.742 3.709 3.697 3.632 3.660 3.632 3.608 3.672 3.718 3.788 3.805
0708/443 500 SL, SL 500 129.066 235 4.519 4.431 3.564 3.500 3.536 3.559 3.634 3.638 3.695 3.796 3.890 4.009 4.042
0708/444 600 SL, SL 600

(SL70,73)

129.076 290 1.237 1.190 883 849 860 863 877 872 861 860 885 878 865
0708/474 SL 280 129.058 142 4.947 4.886 4.225 4.222 4.230 4.178 4.169 4.137 4.063 4.066 4.075 4073 4.060
0708/475 SL 320 129.063 170 10.011 9.860 8.544 8.453 8.453 8.386 8.364 8.386 8.306 8.403 8.427 8.481 8.507
0709/489 SL 500 (SL60) 129.067 240 180 174 121 121 126 130 134 141 142 142 155 169 174
0710/399 SL 280 129.059 150 803 795 731 724 717 713 717 718 698 698 701 713 696
0710/400 SL 320 129.064 165 3.093 3.057 2.758 2.744 2.745 2.731 2.737 2.699 2.730 2.754 2.771 2.777 2.775
0710/401 SL 500 (SL55) 129.068 225 874 854 726 724 758 764 788 811 845 879 919 941 977
Quelle [3] [4] [5] [6] [7] [8] [9] [10] [11] [12] [13] [14] [15]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Siehe dazu Mercedes Cup, Gestatten: Mercedes SL 36 AMG, 1995.
  2. autobild http://www.autobild.de/klassik/artikel/sultan-roadster-mercedes-benz-sl-72-amg-r-129--726329.html?ref=ab-Newsletter
  3. Bestand an Personenkraftwagen am 1. Januar 2005 nach Herstellern und Typen mit ausgewählten Merkmalen. (PDF) In: Statistische Mitteilungen des Kraftfahrt-Bundesamtes Sonderheft 4 zur Reihe 2, 1. Januar 2005. Kraftfahrt-Bundesamt, Mai 2005, S. 25, 27, 28, archiviert vom Original am 18. März 2006; abgerufen am 23. Oktober 2015.
  4. Bestand an Personenkraftwagen am 1. Januar 2006 nach Herstellern, Handelsnamen, ausgewählten Merkmalen und Hubraumklassen. (PDF) In: Statistische Mitteilungen des Kraftfahrt-Bundesamtes Sonderheft 4 zur Reihe 2, 1. Januar 2006. Kraftfahrt-Bundesamt, Juni 2006, S. 96, 99, 100, archiviert vom Original am 9. Oktober 2006; abgerufen am 23. Oktober 2015.
  5. Bestand an Personenkraftwagen am 1. Januar 2008 nach Herstellern, Handelsnamen, ausgewählten Merkmalen und Hubraumklassen. (PDF) In: Statistische Mitteilungen des Kraftfahrt-Bundesamtes FZ 2, 1. Januar 2008. Kraftfahrt-Bundesamt, Juni 2008, S. 106, 108, 109, abgerufen am 23. Oktober 2015.
  6. Bestand an Personenkraftwagen am 1. Januar 2009 nach Herstellern, Handelsnamen, ausgewählten Merkmalen und Hubraum. (PDF) In: Statistische Mitteilungen des Kraftfahrt-Bundesamtes FZ 2, 1. Januar 2009. Kraftfahrt-Bundesamt, Juli 2009, S. 113, 116, 117, abgerufen am 23. Oktober 2015.
  7. Bestand an Personenkraftwagen am 1. Januar 2010 nach Herstellern, Handelsnamen, ausgewählten Merkmalen und Hubraum. (PDF) In: Statistische Mitteilungen des Kraftfahrt-Bundesamtes FZ 2, 1. Januar 2010. Kraftfahrt-Bundesamt, Juli 2010, S. 113, 115–117, abgerufen am 23. Oktober 2015.
  8. Bestand an Personenkraftwagen am 1. Januar 2011 nach Herstellern, Handelsnamen, ausgewählten Merkmalen und Hubraum. (PDF) In: Statistische Mitteilungen des Kraftfahrt-Bundesamtes FZ 2, 1. Januar 2011. Kraftfahrt-Bundesamt, Juli 2011, S. 119, 122, 123, abgerufen am 23. Oktober 2015.
  9. Bestand an Personenkraftwagen am 1. Januar 2012 nach Herstellern, Handelsnamen, ausgewählten Merkmalen und Hubraum. (PDF) In: Statistische Mitteilungen des Kraftfahrt-Bundesamtes FZ 2, 1. Januar 2012. Kraftfahrt-Bundesamt, Juli 2012, S. 124, 127, 128, abgerufen am 23. Oktober 2015.
  10. Bestand an Personenkraftwagen am 1. Januar 2013 nach Herstellern, Handelsnamen und ausgewählten Merkmalen. (PDF) In: Statistische Mitteilungen des Kraftfahrt-Bundesamtes FZ 2, 1. Januar 2013. Kraftfahrt-Bundesamt, Juli 2013, S. 44, 45, 48, 49, abgerufen am 23. Oktober 2015.
  11. Bestand an Personenkraftwagen am 1. Januar 2014 nach Herstellern, Handelsnamen und ausgewählten Merkmalen. (PDF) In: Statistische Mitteilungen des Kraftfahrt-Bundesamtes FZ 2, 1. Januar 2014. Kraftfahrt-Bundesamt, Juli 2014, S. 48, 49, 52, abgerufen am 23. Oktober 2015.
  12. Bestand an Personenkraftwagen am 1. Januar 2015 nach Herstellern, Handelsnamen und ausgewählten Merkmalen. (PDF) In: Statistische Mitteilungen des Kraftfahrt-Bundesamtes FZ 2, 1. Januar 2015. Kraftfahrt-Bundesamt, Juli 2015, S. 49, 52, 53, abgerufen am 23. Oktober 2015.
  13. Bestand an Personenkraftwagen am 1. Januar 2016 nach Herstellern, Handelsnamen und ausgewählten Merkmalen. (PDF) In: Statistische Mitteilungen des Kraftfahrt-Bundesamtes FZ 2, 1. Januar 2016. Kraftfahrt-Bundesamt, Juli 2016, S. 50, 53, 54, abgerufen am 27. April 2017.
  14. Bestand an Kraftfahrzeugen und Kraftanhängern am 1. Januar 2017 nach Herstellern und Handelsnamen. In: Statistische Mitteilungen des Kraftfahrt-Bundesamtes FZ 2, 1. Januar 2017. Kraftfahrt-Bundesamt, abgerufen am 14. Januar 2019.
  15. Bestand an Kraftfahrzeugen und Kraftanhängern am 1. Januar 2018 nach Herstellern und Handelsnamen. Abgerufen am 14. Januar 2019.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Mercedes-Benz R 129 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien