Laffly

ehemaliger Automobilhersteller

Laffly war ein französischer Hersteller von Nutz- sowie Militärfahrzeugen.

Laffly

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Rechtsform Établissements
Gründung 1849
Auflösung 1952
Sitz Boulogne-Billancourt, Frankreich
Branche Kraftfahrzeuge

UnternehmensgeschichteBearbeiten

Das Unternehmen aus Boulogne-Billancourt wurde 1858 zur Produktion von Feuerwehrgeräten und Straßenbaumaschinen gegründet[1]. Der Markenname lautete Laffly. 1898 entstanden einige Automobile. 1912 begann die Produktion von Nutzfahrzeugen. 1952 endete die Produktion.

FahrzeugeBearbeiten

PersonenwagenBearbeiten

Das Modell A von 1898 war ein Kleinwagen. Für den Antrieb sorgte ein Einzylindermotor. Die Motorleistung wurde mittels einer Kette auf die Hinterachse übertragen. Die offene Karosserie bot Platz für zwei Personen nebeneinander.

Das Fahrzeug mit der Fahrgestellnummer 13 ist erhalten geblieben. Es war während des Sommers 2012 in der Sonderausstellung Als die Autos laufen lernten im Pantheon Basel im schweizerischen Muttenz ausgestellt.

BaumaschinenBearbeiten

Ab etwa 1912 begann die Firma Laffly, die von ihr gebauten Maschinen und Geräte für den Straßenbau wie auch für die Feuerwehr (es werden Kehr- und Sprinklermaschinen, Straßenwalzen, ferner Feuerwehrpumpen genannt[2]) mit Benzinmotoren auszustatten. Diese Geschäftssparte behielt das Unternehmen bis zu seinem Ende bei.

LastkraftwagenBearbeiten

Neben Feuerwehrfahrzeugen begann Laffly in den 1920erjahren mit dem Bau von Lastkraftwagen.

Unter dem Namen Laffly-Schneider wurden von 1922 bis 1925 ein Dreitonner und ein Siebentonner-LKW mit Motoren von Somua/Schneider gebaut.

Ab 1925 gab es eine weite Palette von LKW mit 0,75 bis 8 Tonnen Nutzlast. Ab etwa 1930 rüstete Laffly seine LKW wahlweise auch mit Zweitakt-Diesel-Gegenkolbenmotoren von Junkers aus, die von der Firma CLM in Lille in Lizenz gebaut wurden.[3]

MilitärfahrzeugeBearbeiten

Bereits ab 1926 hatte Laffly gewöhnliche LKW -teils mit besonderen Aufbauten versehen- an das Militär geliefert[4].

Die ersten speziell nur für das Militär konstruierten Fahrzeuge, die Laffly baute, waren Umbauten des Panzerspähwagens AMD White TBC: Die Fahrzeuge erhielten Anfang der 1930erjahre ein neues Fahrgestell und Motor von Laffly und hießen jetzt "Laffly 50 AM", wobei 50 die Leistung in PS anzeigte und AM für "auto-mitrailleuse", also "fahrbares Maschinengewehr" stand.

Eine weitere Serie dieser Fahrzeuge, 1935 entsprechend umgerüstet, erhielt einen 80-PS-Motor und hieß jetzt: "Laffly 80 AM"[5].

Ab 1934 entstanden bei Laffly zahlreiche weitere allradgetriebene Militärfahrzeuge. Interessant ist, dass der österreichische Konstrukteur Dipl. Ing. Hollos, der in der Spittleraulände 13 in Wien ein Konstruktionsbüro betrieb, an der Konstruktion zumindest der Sechsradfahrzeuge offenbar wesentlichen Anteil hatte[6]. Im Einzelnen handelte es sich um folgende Fahrzeugtypen:

Vierrädrige Fahrzeuge (4×4):

Sechsrädrige Fahrzeuge (6×6):

Die Typenbezeichnungen sind wie folgt aufzulösen:

  • Der erste Buchstabe bedeutet als R oder V ein Vierradfahrzeug, als S oder W ein Sechsradfahrzeug.
  • Die dann folgende zweistellige Ziffer gibt die ungefähre Nutzlast in Zentnern an.
  • der dann folgende Buchstabe bedeutet: R ("reconnaissance") = Aufklärungsfahrzeug, PKW, T ("tracteur") = Zugmaschine, L ("liaison") = Nachrichtenverbindungs-Fahrzeug.
  • Folgt noch ein Buchstabe, so bedeutet dieser L ("longue") = langes Fahrgestell, C ("court") = kurzes Fahrgestell[7]

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Laffly – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Vauvillier, Laffly S. 4
  2. Vauvillier, Laffly S. 5
  3. Georgano S. 369
  4. Vauvillier, Laffly S. 8ff
  5. Vauvillier, Francois: Tous les blindes 1914–1940 de'l armée francaise, Paris 2014, ISBN 978-2-35250-321-7, S. 94
  6. Vauvillier, Laffly S. 35
  7. http://www.off-road-drive.ru/archive/25/Istoriya_kompanii_Laffly