Hauptmenü öffnen

Chris Ferguson (Pokerspieler)

US-amerikanischer Pokerspieler
Chris Ferguson
Chris Ferguson (2007)
Chris Ferguson (2007)
  Personenbezogene Informationen  
Geburtsdatum 11. April 1963
Geburtsort Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Los Angeles
Spitzname Jesus
Wohnort Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Pacific Palisades
Livepoker-Turniererfolge
Höchstes Preisgeld 1.500.000 $
Gesamtes Preisgeld 9.442.144 $
World Series of Poker
Bracelets 6
Cashes 139
Bestes Main Event Sieg (2000)
  Main Event der World Poker Tour  
Titel keine
Cashes 11
  Main Event der European Poker Tour  
Titel keine
Cashes 1
Letzte Aktualisierung: 21. Juli 2019

Christopher „Chris“ Philip Ferguson (* 11. April 1963 in Los Angeles, Kalifornien) ist ein professioneller US-amerikanischer Pokerspieler. Er ist sechsfacher Braceletgewinner der World Series of Poker und trägt den Spitznamen „Jesus“.

Im Rahmen der 50. Austragung der World Series of Poker wurde Ferguson im Juni 2019 als einer der 50 besten Spieler der Pokergeschichte genannt.[1]

Inhaltsverzeichnis

AusbildungBearbeiten

Ferguson besuchte die University of California, Los Angeles (UCLA), wo er 1999 im Bereich Informatik (Schwerpunkt Künstliche Intelligenz) promoviert wurde. Er studierte fünf Jahre vor seinem ersten Abschluss und 13 Jahre als Universitätsabsolvent. Sein Doktorvater war Leonard Kleinrock. Beide Elternteile Fergusons sind promovierte Mathematiker. Sein Vater, Thomas Ferguson, lehrt Spieltheorie an der UCLA.

PokerkarriereBearbeiten

WerdegangBearbeiten

Ferguson spielte bereits im Alter von neun Jahren Poker. Im College schliff er seine Fertigkeiten durch IRC-Poker, wo er in Chatrooms um Geld spielte. 1994 begann er Turniere in Kalifornien zu besuchen und 1995 nahm er zum ersten Mal an der World Series of Poker (WSOP) in Las Vegas teil. Ferguson besiegte T. J. Cloutier im Hauptturnier der WSOP 2000 und gewann so das Preisgeld von 1,5 Millionen Dollar. Er gewann drei Titel bei WSOP-Circuitturnieren. Er siegte in Las Vegas und San Diego und gewann mehr als 1,2 Millionen Dollar. Im Jahr 2005 beendete Ferguson die National Heads-Up Poker Championship als Zweiter hinter Phil Hellmuth. Er schaffte es 2006 nochmals ins Finale, aber gelangte wieder nur auf den zweiten Platz, diesmal hinter Ted Forrest. 2008 gelang es ihm endlich sich im Finale gegen Andy Bloch durchzusetzen und gewann somit 500.000 Dollar. Ferguson erhielt den Spitznamen „Jesus“ durch sein Markenzeichen: lange, braune Haare und Bart. Im April 2006 nahm Chris Ferguson die Herausforderung an, aus 0 Dollar einen Betrag von 10.000 Dollar zu gewinnen. Er begann mit Freeroll-Turnieren und benötigte sieben Monate, um auf 6,5 Dollar zu kommen. Nach neun weiteren Monaten erreichte er die 10.000-Dollar-Marke. Das gewonnene Geld spendete er Save the Children.[2] Im Februar 2007 gewann Ferguson eine Ausgabe von Poker After Dark und kassierte 120.000 Dollar. Er besiegte im Heads-Up Tony G. Im Dezember 2010 kehrte er der Pokerwelt für einige Jahre den Rücken. Im Sommer 2016 folgte sein Comeback und er nahm an der World Series of Poker 2016 teil, bei der er zehnmal ins Geld kam.[3] Bei der World Series of Poker Europe 2017 in Rozvadov gewann Ferguson ein Turnier der Variante Pot-Limit Omaha Hi-Lo 8 or Better und damit sein sechstes Bracelet.[4] Zudem sicherte er sich den Player of the Year Award der WSOP 2017.[5] Insgesamt kam er bei der WSOP 139-mal in die Geldränge, nur Phil Hellmuth schaffte dies häufiger.[6]

Bisher gewann er knapp 9,5 Millionen US-Dollar bei Live-Pokerturnieren.[7] Ferguson war zudem Mitglied des Designteams von Full Tilt Poker, einer Onlinepoker-Website, die im Juli 2004 eröffnet wurde. Am 20. September 2011 reichte das Justizministerium der USA eine Zivilklage gegen Full Tilt Poker ein. Chris Ferguson, Howard Lederer und Rafe Furst wurden beschuldigt, als Geschäftsführer Kundengelder unterschlagen zu haben. Fergusons Anwalt bestritt die Anschuldigungen und führte den Zusammenbruch von Full Tilt Poker auf Fehler im Management zurück.[8] Am 20. Februar 2013 schloss Ferguson einen Vergleich. Er bezahlte eine Geldstrafe in unbekannter Höhe, jedoch ohne seine Schuld einzugestehen.

SpielweiseBearbeiten

Seine Spielweise wird unter den etablierten Pokerspielern als äußerst tight angesehen. In den frühen Jahren seiner Karriere basierten seine Entscheidungen beim Pokern ausschließlich auf der Mathematik und er gilt deshalb neben Andy Bloch als „Mathematiker des Poker“ (englisch: „math guy“) (Zitat von Chris Ferguson: „If you think the math isn't important, you don't know the right math“ – zu deutsch: Wenn Sie denken, dass die Mathematik [beim Poker] nicht wichtig ist, kennen Sie nicht die richtige Mathematik). Bei Turnieren sind ihm diese Fähigkeiten von großem Vorteil, machen ihn aber in den großen Cash Games zu einem eher ungefährlichen Spieler. Seinen Lebensunterhalt verdient er sich dementsprechend – anders als der Großteil seiner Kollegen – fast ausschließlich mit Turnieren. Ferguson änderte seine Spielweise nach eigenen Aussagen etwas, da er durch seinen ansteigenden Bekanntheitsgrad von anderen Spielern, die ihn aus dem Fernsehen kannten, mehr und mehr berechenbar wurde. Er behielt zwar das Image des äußerst tighten Spielers bei, ist aber seither auch in der Lage, unkonventioneller zu spielen.

BraceletsBearbeiten

Jahr Buy-in Turnier Teilnehmer Preisgeld
2000 E 0.2500 $ Seven Card Stud 151 0.151.000 $
10.000 $ No Limit Hold’em World Championship 512 1.500.000 $
2001 E 0.1500 $ Omaha High/Low 306 0.164.735 $
2003 E 0.2000 $ Omaha High/Low 175 0.123.680 $
0.2000 $ Limit Hold’em & Seven Card Stud 089 0.066.220 $
2017 E 0.1650 Pot-Limit Omaha Hi-Lo 8 or Better 092 0.039.289 €

WeblinksBearbeiten

  Commons: Chris Ferguson – Sammlung von Bildern

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. WSOP Reveals List of 50 Greatest Players in Poker History, pokernews.com, abgerufen am 21. Juli 2019 (englisch)
  2. Chris Ferguson turns $0 into $10,000 on Full Tilt Poker - Poker Works
  3. Chris Ferguson kehrt zur WSOP zurück: "Ich bin nur hier, um Poker zu spielen". Abgerufen am 20. Juli 2016.
  4. 2017 World Series of Poker Europe (WSOPE) (€ 1,650 Pot-Limit Omaha Hi-Lo 8 or Better (Event #7)) in der Hendon Mob Poker Database, abgerufen am 2. November 2017 (englisch)
  5. Chris Ferguson bestraft seine Hater und wird WSOP Player of the Year auf hochgepokert.com vom 7. November 2017, abgerufen am 9. November 2017
  6. Chris Ferguson in der Datenbank der World Series of Poker, abgerufen am 2. Juli 2018 (englisch)
  7. Chris Ferguson in der Hendon Mob Poker Database, abgerufen am 2. November 2017 (englisch)
  8. Poker-Profis sollen Kunden abgezockt haben, Spiegel Online, abgerufen am 20. Juni 2019