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Save the Children ist eine internationale Nichtregierungsorganisation, die sich für die Rechte und den Schutz von Kindern weltweit einsetzt. Sie wurde 1919 von der Lehrerin und Sozialreformerin Eglantyne Jebb in Großbritannien gegründet und ist konfessionell und politisch unabhängig. Heute besteht Save the Children International aus 28 Länderorganisationen – darunter Save the Children Deutschland e.V. und Save the Children Schweiz – und ist in rund 120 Ländern aktiv.[2]

Save the Children
Logo
Rechtsform Kapitalgesellschaft[1]
(Save the Children International)
Gründung 1919
Gründer Eglantyne Jebb
Sitz Save the Children International: London
Save the Children Deutschland: Berlin
Save the Children Schweiz:
Zürich
Schwerpunkt Kinderrechte
Aktionsraum weltweit
Geschäftsführung Helle Thorning-Schmidt
Website savethechildren.net
savethechildren.de
savethechildren.ch

Erklärtes Ziel der Organisation ist es, die Rechte von Kindern weltweit zu stärken und ihre Leben zu verbessern. Ihre Arbeitsschwerpunkte liegen dabei auf den Bereichen Gesundheit und Überleben, Schule und Bildung sowie Schutz vor Gewalt und Ausbeutung.[3] Darüber hinaus leistet Save the Children humanitäre Hilfe in Not- und Katastrophenfällen, zum Beispiel in Krisen wie dem Bürgerkrieg in Syrien[4] oder nach Naturkatastrophen wie dem schweren Erdbeben in Nepal 2015[5][6].

GeschichteBearbeiten

1919 gründete die englische Lehrerin und Krankenschwester Eglantyne Jebb zusammen mit ihrer Schwester Dorothy Buxton den „Save the Children Fund“ in London. Am 19. Mai 1919 gaben sie in einer Veranstaltung in der Royal Albert Hall die Gründung der Organisation bekannt. Die beiden Schwestern sammelten zunächst vor allem Spenden, um Kindern in Deutschland und Österreich zu helfen, die in Folge des Ersten Weltkriegs unter einer Hungersnot litten. Auch während des Kriegs zwischen Griechenland und Türkei 1919–1922 und der Hungersnot in Russland 1921 sammelte Eglantyne Jebb Sach- und Geldspenden für notleidende Kinder.

Am 6. Januar 1920 wurde in Genf „The Save the Children Fund International Union“ gegründet, der ebenfalls von Eglantyne Jebb geleitet wurde. Ziel war es, die Hilfe von Save the Children aus einem neutralen Land wie der Schweiz heraus zu koordinieren. Gleichzeitig entstanden in verschiedenen Ländern Ableger der Save the Children Bewegung, die unabhängig von der britischen Gründungsorganisation agierten, jedoch der Save the Children Union angehörten. Darunter Rädda Barnen in Schweden.[7] 1972 schlossen sich die Save the Children Organisationen zur "International Save the Children Alliance" zusammen, die 2010 in "Save the Children International" umbenannt wurde.

Inzwischen ist Save the Children seit 100 Jahren im Einsatz für Kinder und leistete über die Jahrzehnte Nothilfe in diversen Krisen. In den 1930ern half die Organisation beispielsweise Kindern und ihren Familien, die vor dem spanischen Bürgerkrieg flohen. In den 1940er Jahren stand die Hilfe für Kinder nach dem Zweiten Weltkrieg im Fokus. In den 1950ern und 1960ern versorgte die Organisation u. a. Kinder, die unter den Folgen des Korea- und Vietnamkriegs litten. Auch während der großen Hungersnot in Äthiopien 1984/85 war die Organisation für Kinder im Einsatz. Und in den 1990er Jahren startete die Organisation u. a. ein Programm, um während des Genozids in Ruanda getrennte Familien wieder zusammen zu führen.[8]

Bedeutung für die KinderrechteBearbeiten

Save the Children Gründerin Eglantyne Jebb war eine Vorreiterin für die Kinderrechte weltweit. 1923 formulierte sie erstmals die Rechte der Kinder in fünf Grundsätzen, der Children’s Charter. „Ich bin davon überzeugt, dass wir auf bestimmte Rechte der Kinder Anspruch erheben und für die allumfassende Anerkennung dieser Rechte arbeiten sollten“, schrieb Jebb dazu an den Völkerbund in Genf.[9] Die von ihr verfassten Grundsätze wurden 1924 vom Völkerbund als „Genfer Erklärung“ verabschiedet. Außerdem dienten sie als Grundlage für die Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen, die 1989 von der Generalversammlung verabschiedet und zwei Jahre später auch von der Regierung der Bundesrepublik Deutschland ratifiziert wurde.

Arbeit weltweitBearbeiten

Save the Children ist nach eigenen Angaben die größte unabhängige Kinderrechtsorganisation der Welt.[10][11] Derzeit ist die Organisation in rund 120 Ländern aktiv (Stand 2018). Ihre Arbeitsschwerpunkte liegen auf den Bereichen Bildung, Gesundheit und Überleben, Kinderschutz und der Bekämpfung von Kinderarmut. Dabei setzt die Organisation sowohl auf langfristige Projekte im Bereich Entwicklungshilfe als auch auf Einsätze in Krisensituationen, in denen schnelle humanitäre Hilfe gefragt ist.[12] So leistete die Organisation Nothilfe nach dem verheerenden Tsunami in Asien 2004[13], dem Erdbeben in Haiti 2010[14], während der Ebola-Epidemie 2014[15] und den Hungerkrisen in Afrika 2011 und 2017[16]. Die Organisation ist außerdem in Krisengebieten wie Syrien[17], dem Jemen und dem Irak[18] im Einsatz und beteiligte sich 2016 und 2017 im Zuge der Flüchtlingskrise mit dem Schiff VOS Hestia an der Seenotrettung von Geflüchteten im Mittelmeer[19][20]. Darüber hinaus ist Save the Children als Nichtregierungsorganisation auf politischer Ebene aktiv, um sich für die Rechte von Kindern stark zu machen. Unter anderem hat Save the Children Beraterstatus beim Wirtschafts- und Sozialrat (ECOSOC) der Vereinten Nationen[21] und unterstützt die Internationale Kampagne für das Verbot von Landminen (ICBL), die 1997 den Friedensnobelpreis erhalten hat.

OrganisationsstrukturBearbeiten

Save the Children ist ein weltweiter Verbund: Insgesamt 28 Länderorganisationen (Stand 2018) gehören zu Save the Children International (bis 2010 Save the Children Alliance). Die Dachorganisation mit Sitz in London koordiniert seit 2011 die weltweite Projektarbeit. Seit 2016 wird sie von der ehemaligen dänischen Ministerpräsidentin Helle Thorning-Schmidt geleitet.

Save the Children führt in mehr als 120 Ländern (Stand 2018) Projekte durch, die Kindern, ihren Familien und ihrem Umfeld zugutekommen. Finanziert wird die Arbeit durch Spenden von Privatpersonen, Unternehmen und öffentlichen Gebern. Die Gesamteinnahmen von Save the Children International und allen 28 Länderorganisationen beliefen sich 2017 auf 2,2 Mrd. US$[22]. Über die Verwendung der Spenden legen sowohl Save the Children International als auch die einzelnen Länderorganisationen in ihren öffentlich zugänglichen Jahresberichten Rechenschaft ab.

Globale KampagnenBearbeiten

Mit globalen Kampagnen arbeitet Save the Children dafür, die Rechte und die Situation von Kindern weltweit zu verbessern und auf Missstände aufmerksam zu machen.

Im Fokus der aktuellen Save the Children Kampagne „Every Last Child“ stehen seit 2016 Kinder, die ausgegrenzt, benachteiligt oder schwer zu erreichen sind. So setzt sich die Organisation zum Ziel, innerhalb von drei Jahren 15 Millionen dieser Kinder Zugang zu medizinischer Versorgung und qualitativ hochwertiger Bildung zu ermöglichen.[23] Vergangene Kampagnen stellten Themen wie Kindersterblichkeit („EveryOne“[24], 2009–2015) oder den Zugang zu Bildung für Kinder in Krisengebieten („Rewrite the Future“[25], 2006–2008) in den Mittelpunkt.

Darüber hinaus erhielt die Organisation weltweit viel Aufmerksamkeit für ihr Video "Most shocking a Second a Day", das 2014 zum dritten Jahrestag des Syrien-Kriegs veröffentlicht wurde. In weniger als einer Woche sahen mehr als 20 Mio. Menschen das Video, in dem der Kriegsschauplatz aus Syrien nach London verlegt wird und das Leben eines kleinen Mädchens in kürzester Zeit aus den Fugen gerät. Bis heute zählt das Video mehr als 60 Mio. Aufrufe.[26]

Save the Children DeutschlandBearbeiten

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Seit Ende 2004 ist Save the Children als gemeinnütziger Verein mit einem Büro in Berlin vertreten. Seit 2015 ist Save the Children Deutschland e.V. Vollmitglied im internationalen Verbund. Vor 2004 hatte die Organisation keinen Sitz in Deutschland, war jedoch von 1919 bis in die frühen 1960er Jahre mit Hilfsprojekten in Deutschland aktiv, die von anderen Ländern aus koordiniert wurden. So waren Kinder in Deutschland neben Kindern aus Österreich nach dem Ersten Weltkrieg die ersten, die von der Arbeit von Save the Children profitierten.[27] Die Save the Children Union unterstützte Kranken- und Waisenhäuser und versorgte Kinder mit Sachspenden und Essen. In Berlin entstanden sogenannten „Cacaostuben“[28], in denen Kinder versorgt wurden. Ein großer Teil der Spendengelder floss zudem an die sogenannte „Quäkerspeisung“. Darüber hinaus wurden Kinder in Leipzig, Köln, Hamburg und Chemnitz unterstützt.[29]

Auch nach dem Zweiten Weltkrieg leistete Save the Children mit Massenspeisungen zunächst Nothilfe für hungernde Menschen. Darüber hinaus war die Organisation für Flüchtlinge und Vertriebene im Einsatz, beispielsweise in einem Flüchtlingslager in Uelzen. Hier verteilte Save the Children Kleidung und Nahrung und betrieb einen großen Kindergarten. Die schwedische Schwesterorganisation Rädda Barnen baute zudem deutschlandweit Ausbildungs- und Lehrlingsprojekte im Umfeld verschiedener Flüchtlingslager auf. In den frühen 1960er Jahren zog sich die Organisation aus dem wieder erstarkenden Deutschland zurück.[30]

Heute ist das satzungsgemäße Ziel von Save the Children Deutschland „die Förderung der Kinder- und Jugendhilfe und die Ausübung jeglicher Aktivitäten zum Schutz und der Förderung der Rechte des Kindes auf den Gebieten sozialer und medizinischer Hilfe und insbesondere in der Förderung jeglicher Unterstützung und Hilfe von Kindern in Not, die in Armut und Leid überall auf der Welt leben.“[31] In der Praxis bedeutet das die Akquise von Spendengeldern sowie die Umsetzung von Projekten für Kinder in Not im In- und Ausland.

Die Berliner Geschäftsstelle gliedert sich in die Bereiche Geschäftsführung, Programme und Advocacy, Unternehmenspartnerschaften und Stiftungen, Finanzen, Verwaltung und Personal, Fundraising sowie Kommunikation. Die Leitung obliegt dem hauptamtlichen Vorstand und der Geschäftsführerin von Save the Children Deutschland.[32] Für die Kontrolle sind der Aufsichtsrat sowie die Mitgliederversammlung zuständig.[33]

Save the Children Deutschland e.V. hat für den verantwortungsvollen Umgang mit Spendengeldern vom Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) das DZI-Spenden-Siegel erhalten, das auf Selbstauskünften der Organisationen beruht und nicht mehr als 30 % der Einnahmen für Werbung und Verwaltung zulässt.[34] Im großen Spendencheck, der 2016 im Auftrag von Spiegel Online von dem Analyse- und Beratungshaus PHINEO erstellt wurde und die Transparenz von Spendenorganisationen bewertet, erhielt die Organisation 4,2 von möglichen 5 Punkten. Im Vergleich mit 50 weiteren Spendenorganisationen bewegt sich Save the Children Deutschland damit im oberen Drittel.[35]

Programmarbeit in DeutschlandBearbeiten

Seit 2013 setzt Save the Children Deutschland wieder Projekte innerhalb Deutschlands um. Zunächst mit einem Programm zur Verbesserung von Bildungschancen für Kinder in Deutschland.[36] Mittlerweile ist die Organisation in Deutschland außerdem in den Bereichen Migration und Flucht sowie Kinderschutz tätig. So eröffnete Save the Children beispielsweise im Dezember 2015 einen „Schutz- und Spielraum“ für geflüchtete Kinder in der Notunterkunft Berlin-Tempelhof, in denen Kinder von geschulten Mitarbeitern betreut wurden und spielen konnten. Das Konzept wurde von weiteren Notunterkünften adaptiert.[37]

Kampagnen und AktionenBearbeiten

Mit verschiedenen Kampagnen und Aktionen macht Save the Children in Deutschland auf Kinderrechtsthemen aufmerksam.

Mit dem „Schal fürs Leben“ ruft die Organisation gemeinsam mit der Frauenzeitschrift Brigitte seit 2014 zur Unterstützung von syrischen Flüchtlingskindern auf. Bei der Aktion kann der Aktionsschal selbst gestrickt oder gekauft werden, um dann durch das Tragen Solidarität mit den syrischen Kindern zu zeigen. Ein Anteil des Verkaufspreises geht an Save the Children Deutschland. Bei der Aktion beteiligen sich jedes Jahr Prominente, wie z. B. Lavinia Wilson, Ingo Zamperoni, Anne-Sophie Mutter, u.v.m.[38]

Von 2009 bis 2015 beteiligte sich Save the Children Deutschland an der internationalen Kampagne „EVERY ONE“, mit der die Organisation auf die hohe Kindersterblichkeit in vielen Entwicklungsländern aufmerksam gemacht hat. Ein großer Teil dieser Kinder sterbe der Organisation zufolge an Krankheiten, die heilbar und mit einfachen, kostengünstigen medizinischen Mitteln zu verhindern sind. In Deutschland unterstützten unter anderem der Schauspieler Christian Berkel und die Schwimmerin Britta Steffen die Aktion.

Auch organisationsübergreifend ist Save the Children aktiv. So ist die Organisation u. a. Mitglied der Globalen Bildungskampagne, bei der sich Nichtregierungsorganisationen und Gewerkschaften für das Recht aller Menschen auf eine gute, inklusive Bildung einsetzen. Mit öffentlichen Aktionen und Stellungnahmen macht das Bündnis auf die mangelhafte Umsetzung dieses Rechtes und auf nötige Maßnahmen zur Verbesserung der Bildungschancen weltweit aufmerksam.[39]

Save the Children SchweizBearbeiten

Save the Children Schweiz besteht seit 2006 als eigenständiger sowie politisch, ideologisch und konfessionell unabhängiger Verein. Save the Children Schweiz ist Zewo-zertifiziert und finanziert seine gemeinnützige Arbeit zum Wohl der Kinder ausschließlich durch Spenden und Zuwendungen von Privatpersonen, Stiftungen und Unternehmen sowie der öffentlichen Hand. Das Zewo-Gütesiegel steht für einen zweckbestimmten, wirtschaftlichen und wirksamen Einsatz der Spendenmittel und wird für fünf Jahre erteilt.

Save the Children setzt sich in der Schweiz und weltweit gezielt für die Rechte der Kinder ein und sorgt für die medizinische Versorgung, die Nahrung, die Ausbildung und den Schutz von Kindern, unabhängig von ihrem Geschlecht, ihrer Herkunft oder ihrem Glauben.

Die nationalen und internationalen Programme und Projekte von Save the Children Schweiz finden in den Schwerpunkten Bildung, Gesundheit und Ernährung, Kinderschutz Not- und Katastrophenhilfe sowie Sicherstellung der Kinderrechte statt.

In der Schweiz engagiert sich die Kinderrechtsorganisation für ein Verbot von Körperstrafen. Außerdem setzte Save the Children in Asyl- und Verfahrenszentren sogenannte kinderfreundliche Räume um. Kinder- und Jugendfreundliche Räume sind ein international erprobtes und evaluiertes Programm zur professionellen Unterstützung und Schutz von Kindern und minderjährigen Jugendlichen, die während und nach Krisensituationen in Gemeinschaftsunterkünften leben. Das Programm bietet Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, zur Ruhe zu kommen und trägt zur Stärkung ihrer Bewältigungsmechanismen bei. Ein sicherer Ort, altersgerechte Aktivitäten, entwicklungsfördernde Anregungen und klare Strukturen erlauben den Kindern, ein Stück Normalität und Sicherheit zurück zu erlangen und bieten ihnen Orientierung und Stabilität. Sie dient zudem als Projektpartnerin für Initiativen, die der Integration, Bewegungsförderung und persönlichen Entwicklung von Kindern, insbesondere solchen aus benachteiligten Verhältnissen, förderlich sind.

Projekte im asiatischen Raum prägen mit rund einem Drittel aller Projektausgaben (Geschäftsjahr 2017) die geografische Ausrichtung der Arbeit von Save the Children Schweiz, zentral sind auch die Engagements im Nahen Osten sowie auf dem afrikanischen Kontinent. In Not- und Katastrophenfällen beteiligt sich Save the Children Schweiz an international koordinieren Nothilfeaufrufen. Relevant waren in den vergangenen Jahren insbesondere Sammelaktionen für die Hungerkrise am Horn von Afrika, für Kinder im Syrien-Konflikt oder für die aus Myanmar geflüchteten Rohingya. Save the Children hat im Jahr 2017 Zuwendungen im Umfang von 28,3 Millionen Schweizerfranken erhalten.[40] Von jedem Spendenfranken flossen im selben Jahr 88 Rappen direkt in nationale und internationale Projekte zur Förderung und Umsetzung der Kinderrechte.

Save the Children Schweiz ist seit dem Jahr 2015 offizielles Partnerhilfswerk der Glückskette.[41]

KritikBearbeiten

Preis für Tony BlairBearbeiten

Im November 2014 erhielt der ehemalige britische Premierminister Tony Blair vom amerikanischen Arm der Organisation einen Preis für sein Lebenswerk verliehen. Dagegen wehrten sich ca. 200 Mitglieder mit dem Argument, den Initiator der britischen Beteiligung am Irakkrieg als Schützer der Kinder zu ehren, sei zynisch und beschädige die Marke der Organisation.[42]

BildspracheBearbeiten

2016 erhielt Save the Children Netherlands den Rusty Radiator Award für das Fundraising-Video – “Give to Children like Jon. Donate now!”. Der Rusty Radiator Award wird jährlich von dem Norwegian Students’ and Academics’ International Assistance Fund (SAIH) an jenes Fundraisinig-Video verliehen, welches sich am stärksten durch den negativen Einsatz von Stereotypen hervorhebt.[43] Die Jury begründete ihre Entscheidung folgendermaßen:

This video is the epitome of ‘poverty pornography’ as it focuses solely on the bare lives of the suffering children and fetishizes their bodies (e.g. their swollen bellies because of starvation). It presents people in the South as helpless and unable to overcome their sufferings without help from the outside.

Save the Children reagiert auf solche Kritik mit dem Hinweis, dass die gezeigten Bilder die Realität abbilden. Nicht die Bilder würden die Würde der abgebildeten Menschen verletzen, sondern die Umstände, die zu ihrer Not führen. Leitender Gedanke beim Einsatz von Fundraising-Materialien wie diesen ist laut Save the Children Deutschland der Gedanke, dass viele Kinder, deren Geschichten erzählt werden, um ihr Leben kämpfen. Diese Realität gelte es zu zeigen, damit möglichst viele Menschen für Missstände sensibilisiert werden und erkennen, dass Kindern in Not geholfen werden kann. Dabei werde genau geprüft, welches Bildmaterial in den TV- oder Video-Spots eingesetzt wird. Einen Beitrag zur Diskussionen über die Darstellung der globalen Armut und die NGO-Kommunikation liefert die Organisation u. a. mit der Studie „The People in the Pictures“[44]. Hier werden u. a. Menschen befragt, deren Lebenssituation für Fundraising-Zwecke abgebildet wurde.

Kooperationen mit UnternehmenBearbeiten

Save the Children arbeitet in seinen Entwicklungsprojekten auch mit international tätigen Unternehmen, bzw. mit deren Stiftungen, zusammen. Solche öfters vorkommenden Kooperationen von Hilfsorganisationen werden bezüglich ihrer Vor- und Nachteile kontrovers diskutiert, Kritiker bemängeln die Gefahr von Interessenskonflikten. Solche Kooperationen gibt es auch bei anderen Hilfsorganisationen, allerdings wurde Save the Children nach den Kooperationen vorgeworfen keine oder kaum Kritik an den Geldgebern mehr zu äußern.[45]

LiteraturBearbeiten

  • Clare Mulley: The Woman Who Saved the Children. Oneworld Publications, Oxford 2009, ISBN 1-85168-657-6.
  • Francesca M. Wilson: Rebel Daughter of a Country House: Life of Eglantyne Jebb. Allen & Unwin, London 1967.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. http://www.savethechildren.org.uk/
  2. Organisationsstruktur. Save the Children Deutschland, abgerufen am 16. November 2018.
  3. Mission und Vision. Save the Children Deutschland, abgerufen am 16. November 2018.
  4. Save the Children: Syria Crisis Response. September 2018, abgerufen am 16. November 2018.
  5. Jahresbericht 2015. Save the Children Deutschland, abgerufen am 16. November 2018.
  6. Lena Klimkeit: "Die Helfer gehen, soweit sie können". Zeit Online, 29. April 2015, abgerufen am 16. November 2018.
  7. Clare Mulley: The Woman Who Saved the Children. 2009, ISBN 978-1-85168-722-0, S. 232–299.
  8. Our History. Save the Children, abgerufen am 31. Januar 2019.
  9. Clare Mullley: The Woman Who Saved the Children. 2009, ISBN 978-1-85168-722-0, S. 300.
  10. Über uns. Save the Children Deutschland, abgerufen am 23. November 2018.
  11. Angaben zur Größenordung: The trustees report 2017, Seite 5.
  12. Jahresbericht 2017. Save the Children International, abgerufen am 23. November 2018.
  13. Tsunami Ten Years On. Stories Of Change. Save the Children, 2014, abgerufen am 23. November 2018.
  14. Helping Haiti‘s Children. Save the Children, 2015, abgerufen am 23. November 2018.
  15. The Ebola Crisis. Save the Children, abgerufen am 23. November 2018.
  16. Nothilfe Ostafrika. Save the Children, abgerufen am 23. November 2018.
  17. Our Response in Syria. Save the Children, abgerufen am 23. November 2018.
  18. Picking up the Pieces. Rebuilding the lives of Mosul’s children after years of conflict and violence. Save the Children, abgerufen am 23. November 2018.
  19. Rettungsschiff bringt mehr als 300 Flüchtlinge in Sicherheit. Entwicklungspolitik online, 12. September 2016, abgerufen am 23. November 2018.
  20. Steve Scherer: "Save the Children suspends migrant rescues in Mediterranean" Reuters vom 23. Oktober 2017
  21. NGO Branch. Abgerufen am 23. November 2018.
  22. Jahresbericht 2017. Save the Children International:, abgerufen am 23. November 2018.
  23. Kampagnenseite "Every Last Child". Save the Children, abgerufen am 31. Januar 2019.
  24. Kamapgne "Every One". Abgerufen am 31. Januar 2019.
  25. Bericht "Rewrite the Future". Save the Children, abgerufen am 31. Januar 2019.
  26. Antikriegs-Video wird zum Youtube-Hit. RP Online, 10. März 2014, abgerufen am 31. Januar 2019.
  27. The National Archives. Abgerufen am 5. März 2019.
  28. The National Archives. Abgerufen am 5. März 2019.
  29. Johannes Kreyenpoth: Die Auslandshilfe für das Deutsche Reich. Stuttgart 1932.
  30. Save the Children Deutschland/ Archiv
  31. Satzung "Save the Children Deutschland e.V." Abgerufen am 5. März 2019.
  32. http://www.savethechildren.de/wer-wir-sind/vorstand/
  33. http://www.savethechildren.de/wer-wir-sind/organisationsstruktur/aufsichtsrat/
  34. Informationen über Save the Children Website des DZI, abgerufen am 4. Februar 2012
  35. Spendenorganisationen im Transparenz-Check. Phineo, abgerufen am 5. März 2019.
  36. Jahresbericht 2013. Save the Children Deutschland, S. 30, abgerufen am 5. März 2019.
  37. Cordula Eubel: Kinderfreundliche Zone für Flüchtlinge. Der Tagesspiegel, 24. Mai 2016, abgerufen am 5. März 2019.
  38. „Ein Schal fürs Leben 2017“: Setzen Sie mit uns ein Zeichen! 25. Oktober 2018, abgerufen am 5. März 2019.
  39. Globale Bildungskampagne. Abgerufen am 5. März 2019.
  40. http://www.savethechildren.ch/jahresbericht
  41. Die 26 Partnerhilfswerke der Glückskette. In: Glückskette. Abgerufen am 7. Februar 2019.
  42. Harriet Sherwood: Save the Children staff furious over ‘global legacy’ award for Tony Blair, The Guardian, 25. November 2014
  43. Rusty Radiator Award. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 20. Januar 2017; abgerufen am 20. Januar 2017 (britisches Englisch).   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.rustyradiator.com
  44. The People in the Pictures. Save the Children, März 2017, abgerufen am 24. Mai 2019.
  45. Konzernspenden an NGOs - Die womöglich verkaufte Glaubwürdigkeit. In: Deutschlandfunk. (deutschlandfunk.de [abgerufen am 5. Mai 2017]).