Bundesautobahn 20

Bundesautobahn in Deutschland

Die Bundesautobahn 20 ist eine Autobahn in Norddeutschland. Sie wurde ab 1992 gebaut und wird noch erweitert. Als Projekt 10 gehörte sie zu den Verkehrsprojekten Deutsche Einheit. Mit der A 20 sollten der Ostseeküstenraum und große Bereiche des Landes Mecklenburg-Vorpommern besser an das westdeutsche und europäische Verkehrsnetz angebunden werden. Sie sollte die Bundesstraßen 96, die 104 und die 105 entlasten. Die 1992 für das Jahr 2010 prognostizierte durchschnittliche tägliche Verkehrsstärke (DTV) trat bei Weitem nicht ein. Auf dem Abschnitt Lübeck–Wismar werden 34.000 (statt 40.000 prognostizierten) Kraftfahrzeuge erreicht; auf dem Abschnitt Wismar bis zur A 19 bei Rostock 37.000 (statt 60.000) Kraftfahrzeuge. Nach Osten hin sinkt das Verkehrsaufkommen bis auf unter 12.000 Kraftfahrzeuge ab. Im Bereich Pasewalk befahren lediglich durchschnittlich 14.400 Fahrzeuge die A 20, was einer gut frequentierten Kreisstraße entspricht.[1] Der östliche Teil der A 20 gehört zu den Autobahnen mit der geringsten Verkehrsstärke in Deutschland.[2] Im westlichen Teil fehlen allerdings noch einige Anschlussstrecken an die großen Seehäfen sowie eine Elbquerung für die Nordwestumgehung Hamburgs.

Vorlage:Infobox hochrangige Straße/Wartung/DE-A
Bundesautobahn 20 in Deutschland
Bundesautobahn 20
 European Road 22 number DE.svg European Road 251 number DE.svg
Karte
Verlauf der A 20
Basisdaten
Betreiber: DeutschlandDeutschland Bundesrepublik Deutschland
Straßenbeginn: Bad Segeberg
(53° 55′ N, 10° 21′ O)
Straßenende: Gramzow
(53° 14′ N, 14° 1′ O)
Gesamtlänge: 545,6 km
  davon in Betrieb: 345,2 km
  davon in Planung: 200,4 km

Bundesland:

Ausbauzustand: vierstreifig
A 20 bei Langsdorf.jpg
A 20 bei Langsdorf in Richtung Rostock
Straßenverlauf
Land Niedersachsen
Vorlage:AB/Wartung/Leer Weiterbau geplant:[Box 1]
Knoten Dreieck Westerstede A28 E22
Anschlussstelle Wiefelstede
Anschlussstelle Spohle
Knoten Kreuz Jaderberg A29
Vorlage:AB/Wartung/Leer Weiterbau geplant:[Box 1]
Anschlussstelle Jaderberg
Anschlussstelle Jade
Anschlussstelle Ovelgönne
Anschlussstelle Stadland B437
Anschlussstelle Nordenham B212[Box 2]
Tunnel (1645 m)  Wesertunnel[Box 3]
Anschlussstelle Dedesdorf[Box 2]
Knoten Dreieck Stotel[Box 4] A27 E234
Vorlage:AB/Wartung/Leer Weiterbau geplant:[Box 1]
Knoten Dreieck Bremerhaven-Süd A27 E234
Anschlussstelle Beverstedt-West B71
Anschlussstelle Beverstedt-Ost
Anschlussstelle Bremervörde B495
Brücke Ostebrücke (Nieder Ochtenhausen)
Anschlussstelle Oldendorf
Anschlussstelle Himmelpforten B73
Vorlage:AB/Wartung/Leer Weiterbau geplant:[Box 5]
Knoten Kreuz Kehdingen A26
Tunnel (5113 m)  Elbquerung
Mautstelle Mautstelle Elbtunnel
Land Schleswig-Holstein
Anschlussstelle Glückstadt B431
Parkplatz mit WC Symbol: LinksRechtsSymbol: LinksRechts Parkplatz (mit WC) Kremper Marsch
Anschlussstelle Krempe
Knoten Kreuz Steinburg A23
Tankstelle Raststation Raststätte Glindesmoor
Anschlussstelle Bokel
Grünbrücke Grünbrücke
Anschlussstelle Lentföhrden B4
Knoten Kreuz Schmalfeld A7 E45
Brücke (180 m)  Brücke Schmalfelder Au
Anschlussstelle Hartenholm
Parkplatz mit WC Symbol: LinksRechtsSymbol: LinksRechts Parkplatz (mit WC) Todesfelde/Bark
Grünbrücke (60 m)  Grünbrücke
Anschlussstelle Wittenborn
Anschlussstelle Wahlstedt-Süd
Knoten Kreuz Bad Segeberg A21
Fluss Trave (Brücke 250 m)
Brücke (371 m)  Brücke
Anschlussstelle Bad Segeberg-Ost
Autobahn Beginn Übergang aus B206 Bad Segeberg
Parkplatz mit WC Symbol: LinksRechtsSymbol: LinksRechts Parkplatz (mit WC) Kronberg
Anschlussstelle Geschendorf
Grünbrücke Grünbrücke
Anschlussstelle Mönkhagen
Knoten (1)  Kreuz Lübeck A1 E22 E47
Fluss Trave (Brücke 190 m)
Tunnel (120 m)  Moisling
Fluss Elbe-Lübeck-Kanal (Brücke 180 m)
Vorlage:AB/Wartung/Leer Symbol: Tourist Hansestadt Lübeck
Anschlussstelle (2a)  Lübeck-Genin
Parkplatz mit WC Symbol: LinksRechtsSymbol: LinksRechts Parkplatz (mit WC) Auf dem Karkfeld
Anschlussstelle (2b)  Lübeck-Süd Symbol: Flug B207
Vorlage:AB/Wartung/Leer Symbol: Tourist Naturpark Lauenburgische Seen
Brücke (50 m)  Grönaubrücke
Vorlage:AB/Wartung/Leer Symbol: Tourist Biosphärenreservat Schaalsee
Anschlussstelle (3)  Groß Sarau
Vorlage:AB/Wartung/Leer Symbol: TouristSymbol: LinksSymbol: Links Ehemalige innerdeutsche Grenze 1945–1990
Fluss Wakenitz (Talbrücke 294 m)
Land Mecklenburg-Vorpommern
Vorlage:AB/Wartung/Leer Symbol: TouristSymbol: RechtsSymbol: Rechts Ehemalige innerdeutsche Grenze 1945–1990
Grünbrücke (50 m)  Grünbrücke
Anschlussstelle (4)  Lüdersdorf
Tankstelle Raststation Raststätte Schönberger Land
Fluss Maurine (Talbrücke 195 m)
Anschlussstelle (5)  Schönberg B104
Brücke (140 m)  Brücke
Fluss Radegast (Talbrücke 435 m)
Fluss Stepenitz (Talbrücke 85 m)
Anschlussstelle (6)  Grevesmühlen
Parkplatz mit WC Symbol: LinksRechtsSymbol: LinksRechts Parkplatz (mit WC) Bretthäger Wisch
Brücke (318 m)  Talbrücke Plüschower Mühlenbach
Anschlussstelle (7)  Bobitz
Grünbrücke (40 m)  Grünbrücke
Parkplatz mit WC Symbol: LinksRechtsSymbol: LinksRechts Parkplatz (mit WC) Mölenbarg
Grünbrücke (40 m)  Grünbrücke
Brücke (105 m)  Talbrücke Barnekow
Vorlage:AB/Wartung/Leer Symbol: Tourist Hansestadt Wismar UNESCO-Welterbe
Anschlussstelle (8)  Wismar-Mitte B105B208
Brücke (256 m)  Talbrücke Wallensteingraben
Vorlage:AB/Wartung/Leer Symbol: TouristSymbol: LinksSymbol: LinksInsel Poel
Brücke (216 m)  Talbrücke Rosenthalgraben
Brücke (390 m)  Talbrücke Triwalker Graben
Brücke (166 m)  Talbrücke Greeser Bach
Knoten (9)  Kreuz Wismar A14
Vorlage:AB/Wartung/Leer Symbol: TouristSymbol: RechtsSymbol: Rechts Insel Poel
Anschlussstelle (10)  Zurow B192
Parkplatz mit WC Symbol: LinksRechtsSymbol: LinksRechts Parkplatz (mit WC) Selliner See
Brücke (190 m)  Talbrücke Nevern
Grünbrücke (50 m)  Grünbrücke
Anschlussstelle (11)  Neukloster
Tankstelle Raststation Raststätte Fuchsberg
Brücke (190 m)  Talbrücke Warnkenhagen
Vorlage:AB/Wartung/Leer Symbol: Tourist Kühlung/Salzhaff
Anschlussstelle (12)  Kröpelin
Brücke (235 m)  Talbrücke Mühlenbach
Parkplatz mit WC Symbol: LinksRechtsSymbol: LinksRechts Parkplatz (mit WC) Quellental
Brücke (70 m)  Talbrücke Waidbach
Anschlussstelle (13)  Bad Doberan
Grünbrücke (40 m)  Grünbrücke
Knoten (14)  Rostock-West B103
Vorlage:AB/Wartung/Leer Symbol: Tourist Hansestadt Rostock
Anschlussstelle (15)  Rostock-Südstadt
Fluss Warnow (Talbrücke 930 m)
Parkplatz mit WC Symbol: LinksRechtsSymbol: LinksRechts Parkplatz (mit WC) Warnowtal
Brücke (50 m)  Straßenbrücke
Knoten (16)  Kreuz Rostock A19 E55
Anschlussstelle (17)  Dummerstorf
Parkplatz mit WC Symbol: LinksRechtsSymbol: LinksRechts Parkplatz (mit WC) Speckmoor
Grünbrücke (40 m)  Grünbrücke
Anschlussstelle (18)  Sanitz B110
Fluss Recknitz (Talbrücke 700 m)
Anschlussstelle (19)  Tessin B110
Parkplatz (720 m)  Symbol: LinksRechtsSymbol: LinksRechts Parkplatz (nach Umbau entfallend)
Tankstelle Raststation Umbau Raststätte Lindholz
Anschlussstelle (20)  Bad Sülze
Brücke (773 m)  Behelfsbrücke
Fluss Trebel (Talbrücke 529 m)
Anschlussstelle (21)  Tribsees
Parkplatz mit WC Symbol: LinksRechtsSymbol: LinksRechts Parkplatz (mit WC) Trebeltal
Anschlussstelle (22)  Grimmen-West Symbol: Autohof
Anschlussstelle (23)  Grimmen-Ost B194
Vorlage:AB/Wartung/Leer Symbol: Tourist Hansestadt Stralsund
Knoten (24)  Stralsund B96 E22 E251
Parkplatz mit WC Symbol: LinksRechtsSymbol: LinksRechts Parkplatz (mit WC) Riedbruch
Anschlussstelle (25)  Greifswald B109
Anschlussstelle (26)  Dersekow
Parkplatz mit WC Symbol: LinksRechtsSymbol: LinksRechts Parkplatz (mit WC) Peenetal
Anschlussstelle (27)  Gützkow B111
Fluss Peene (Peenetalbrücke 1112 m)
Anschlussstelle (28)  Jarmen B110
Parkplatz Symbol: LinksRechtsSymbol: LinksRechts Parkplatz (nach Umbau entfallend)
Tankstelle Raststation Raststätte Demminer Land
Anschlussstelle (29)  Anklam B199
Brücke (527 m)  Brücke Großer Landgraben
Anschlussstelle (30)  Altentreptow
Brücke (306 m)  Brücke Kleiner Landgraben
Anschlussstelle (31)  Neubrandenburg-Nord
Parkplatz mit WC Symbol: LinksRechtsSymbol: LinksRechts Parkplatz (mit WC) Vier-Tore-Stadt
Brücke (60 m)  Brücke
Brücke (60 m)  Brücke
Brücke (90 m)  Wildtierdurchlass
Brücke (60 m)  Datzebrücke
Knoten (32)  Neubrandenburg-Ost B197 E251
Grünbrücke (50 m)  Grünbrücke
Anschlussstelle (33)  Friedland i.M.
Parkplatz Symbol: LinksRechtsSymbol: LinksRechts Parkplatz (nach Umbau entfallend)
Tankstelle Raststation Raststätte Brohmer Berge
Brücke (110 m)  Talbrücke
Anschlussstelle (34)  Strasburg (Uckermark)
Parkplatz mit WC Symbol: LinksRechtsSymbol: LinksRechts Parkplatz (mit WC) Ravensmühle
Grünbrücke (50 m)  Grünbrücke
Anschlussstelle (35)  Pasewalk-Nord B104
Fluss Uecker (Talbrücke 1183 m)
Anschlussstelle (36)  Pasewalk-Süd B109
Land Brandenburg
Parkplatz mit WC Symbol: LinksRechtsSymbol: LinksRechts Parkplatz (mit WC) Klockow
Anschlussstelle (37)  Prenzlau-Ost
Brücke (70 m)  Wildtierdurchlass
Anschlussstelle (38)  Prenzlau-Süd
Knoten (39)  Kreuz Uckermark A11 E28
Autobahn Ende Übergang in B166 Richtung Schwedt/Oder
  • In Bau
  • In Planung
  • Verkehrsbeeinflussungsanlage
  • Vorlage:AB/Wartung/Leer Anmerkungen:
    1. a b c Weiterer Bedarf mit Planungsrecht
    2. a b zurzeit zweistreifig
      als B437 gewidmet
    3. zurzeit vierstreifig
      als B437 gewidmet
    4. zurzeit als AS ausgebaut
    5. Vordringlicher Bedarf

    Die A 20 ist bislang der längste zusammenhängende Neubau einer Autobahn seit 1939 und löste die Bundesautobahn 61 als längste „zweistellige“ Autobahn Deutschlands ab.

    VerlaufBearbeiten

    Die Bundesautobahn 20 führt seit Dezember 2009 durchgängig von Bad Segeberg über das unmittelbare Hinterland der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns bis zum Autobahndreieck Kreuz Uckermark an der A 11, wo sie in die B 166 in Richtung Schwedt/Oder übergeht.

    Von Lübeck über Rostock bis Greifswald verläuft die A 20 in östlicher Richtung, ab hier südlich in Richtung Neubrandenburg, dann weiter südöstlich bis Pasewalk und von dort in Richtung Süden bis zum Kreuz Uckermark. An der zum Autobahndreieck ausgebauten Anschlussstelle Stralsund mündet die als vierstreifige Kraftfahrstraße neu gebaute Bundesstraße 96 ein.

    Von der Gesamtstrecke befinden sich 279,6 Kilometer in Mecklenburg-Vorpommern, 26,8 Kilometer in Brandenburg und 38,8 Kilometer in Schleswig-Holstein. Bestandteil der Strecke sind 105 Autobahnbrücken, vier Autobahnkreuze und -dreiecke sowie 35 Anschlussstellen.

    Der Flughafen Lübeck erhielt 2007 im Zuge der neugebauten Bundesstraße 207 die direkte Anschlussstelle Lübeck-Süd.

     
    Wakenitz unter der A 20-Brücke

    Im Tal der Wakenitz passiert die A 20 zwischen den Anschlussstellen Groß Sarau und Lüdersdorf die ehemalige innerdeutsche Grenze. Östlich der Wakenitz befindet sich die ehemalige Sperrzone an der Westgrenze der DDR, die heute Teil des Grünen Bandes Deutschland und damit des Grünen Bandes Europa ist.[3] Damit der Biotopverbund von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer entlang dem ehemaligen Eisernen Vorhang möglichst wenig gestört wird, wurde über die A 20 im Grünen Band eine 50 m lange Grünbrücke errichtet. Diese soll Tieren einen Wechsel von den nördlich der Autobahn gelegenen Biotopen zu den südlich von ihr gelegenen ermöglichen. Direkt an der Grenze können sie entlang der Wakenitz unter der 294 m langen Autobahnbrücke hindurchlaufen.

    RaststättenBearbeiten

    Für den A-20-Abschnitt in Mecklenburg-Vorpommern wurden fünf Autobahnraststätten geplant, von denen bis November 2016 nur drei eröffnet wurden.[4] Für die zwei verbleibenden wurden zwar die infrastrukturellen Vorbereitungen getroffen, allerdings fanden sich noch keine Investoren, die dort Raststätten bauen und eröffnen wollen, so dass die Flächen bisher wegen fehlender Sanitäranlagen lediglich eingeschränkt als Parkplatz genutzt werden können. In Höhe der Abfahrt Grimmen findet sich zudem ein Autohof mit Schnellrestaurant und Tankstelle. Grund ist laut Verkehrsministerium die zögerliche wirtschaftliche Entwicklung der Region, das geringe Verkehrsaufkommen und das damit verbundene hohe unternehmerische Risiko.[5] Für den schleswig-holsteinischen Abschnitt der A 20 wurde nur eine einzige Raststätte geplant.

    Am 21. Juli 2016 wurde die Tank-/Raststätte „Demminer Land“ eröffnet. Sie liegt zwischen den Anschlussstellen Jarmen und Anklam und befindet sich nur einseitig auf der westlichen Seite der A 20, ist aber von beiden Fahrbahnen aus über eine Brücke erreichbar. Sie ist bislang die einzige Raststätte in Vorpommern.

    Weiterbau und PlanungenBearbeiten

    Im Referentenentwurf des Bundesverkehrswegeplans 2030 wird der Abschnitt von der A 23 bei Hohenfelde (Kreis Steinburg, Schleswig-Holstein) bis zum Anschluss an die A 28 bei Westerstede (Landkreis Ammerland, Niedersachsen) mit einer Länge von 161 Kilometer als vordringlicher Bedarf mit einer Gesamtinvestition von 2588,9 Millionen Euro geführt.[6] Unter anderem werden die Teilabschnitte der neuen Elbquerung bei Glückstadt und Anschluss an die A 23 hierbei separat mit 597,2 Millionen Euro ausgewiesen.[7]

    Nordwestumgehung HamburgsBearbeiten

    Eine Weiterführung durch Schleswig-Holstein von Bad Segeberg über Bad Bramstedt zu einer Elbquerung westlich Hamburgs quer durch das nordwestliche Niedersachsen mit Weserquerung südlich Bremerhaven ist geplant. Die Autobahn erlangt nördlich von Hamburg eine besondere Bedeutung als Hamburger Nordring. Die A 20 wird hier (von Ost nach West) die A 1, die A 21, die A 7 und die A 23 miteinander verbinden.

    Aufgrund einer Baupanne zwischen Kreuz Lübeck und Geschendorf verzögerte sich die Freigabe dieses Teilstücks bis zum 28. Juli 2009. Der Abschnitt enthält 20 Brückenbauwerke inklusive einer umstrittenen Wildbrücke bei Strukdorf, die aus großen Stahlbetonbögen besteht und einem Tunnel ähnlich ist. Der anschließende Abschnitt bis Weede wurde am 21. Dezember 2009, sechs Monate früher als geplant, dem Verkehr übergeben.[8]

    Der Planfeststellungsbeschluss für das Teilstück inklusive Querung der A 21 von Weede bis Wittenborn erfolgte am 30. April 2012.[9] Am 6. November 2013 entschied das Bundesverwaltungsgericht, dass der Planfeststellungsbeschluss für dieses Teilstück nicht vollziehbar ist. Das Gericht stellte fest, dass die Planung den bindenden europarechtlichen Anforderungen in Bezug auf den Schutz der FFH-Gebiete „Segeberger Kalkberghöhle“ und „Travetal“ nicht hinreichend Rechnung trägt. Zum einen wurde die Methode zur Bestandserfassung der geschützten Fledermäuse als unzureichend erachtet. Zum anderen wurde die Alternativenprüfung in Bezug auf eine südliche Trassenvariante bemängelt. Die Planung musste entsprechend nachgearbeitet werden, verbunden mit einer Verzögerung um zwei bis drei Jahre.

    Am 27. November 2018 stoppte das Bundesverwaltungsgericht den Weiterbau zwischen der A 7 und Wittenborn bei Bad Segeberg vorerst und erklärte den Planfeststellungsbeschluss für „rechtswidrig und nicht vollziehbar“. Die Richter bemängelten Planungsfehler für den 20 Kilometer langen Abschnitt, so sei das sogenannte wasserrechtliche Verschlechterungsverbot aus dem europäischen Wasserrecht nicht eingehalten worden und es habe Defizite in der Artenschutz-Prüfung gegeben – unter anderem bei den Fledermäusen in den Segebergern Kalkhöhlen. Für die Nachbesserungen schätzte Verkehrsminister Bernd Buchholz zwei bis drei Jahre.[10][11]

    Ebenfalls eine Verzögerung von mindestens zwei Jahren bedeutet das Auffinden eines Seeadler-Horstes bei Hohenfelde in der Nähe der geplanten Autobahn. Obwohl der Horst im Dezember 2015 verlassen war, behält er drei Jahre den Status einer Brutstätte.[12][13][14][15]

    Für die restlichen Streckenabschnitte einschließlich der Elbquerung bei Glückstadt erfolgte die formelle Linienbestimmung am 28. Juli 2005. Sie sind derzeit in der Planfeststellung. Das größte Bauwerk dieser Strecke soll die Untertunnelung der Elbe bei Glückstadt werden. Es ist vorgesehen, sie von privaten Investoren bauen zu lassen. Dabei ist aktuell (September 2017) eine Maut-Finanzierung nicht mehr angedacht.[16] Geplant sind zwei etwa 5200 Meter lange zweistreifige Röhren mit knapp zwölf Metern Innendurchmesser.

    Auf dem Gebiet Niedersachsens soll die A 20 über das geplante Kreuz Kehdingen mit der A 26 Richtung Stade und Hamburg verbunden werden. In südwestlicher Richtung sollte ursprünglichen Planungen zufolge die geplante A 22 weiterführen.[17] Die geplante Strecke soll nun aber ebenfalls Teil der A 20 werden.

    Geplanter Verlauf der A 20 durch Schleswig-Holstein und Niedersachsen

    Verlängerung in Niedersachsen bis zur A 28Bearbeiten

     
    Die A 20 soll durch den bestehenden Wesertunnel führen

    Eine ursprünglich geplante Verlängerung vom Elbtunnel nach Süden bis zur A 1 bei Sittensen ist zugunsten der zunächst als A 22 geplanten Strecke in Richtung Westen („Küstenautobahn“) zurückgestellt worden. Am 25. Juni 2010 wurde bekannt gegeben, dass diese Strecke ebenfalls als Teil der A 20 realisiert werden soll.[18] Damit sollte deutlich werden, dass die Küstenautobahn die Ostseeautobahn verlängere.[19]

    Dieser Abschnitt beginnt beim Autobahnkreuz Kehdingen mit der ebenfalls geplanten A 26 und umfährt Engelschoff südöstlich.[20] Des Weiteren wird die Autobahn nordwestlich Himmelpforten, nördlich Oldendorf und östlich Estorf verlaufen. Im weiteren Verlauf wird die Oste nördlich von Nieder Ochtenhausen überbrückt, Bremervörde wird nordwestlich umfahren,[21] Hipstedt wird im Südosten berührt und am Nordrand von Lunestedt wird die Strecke weiter nach Westen abbiegen. Darüber hinaus wird die Trasse nördlich der Bahnstrecke Bremen–Bremerhaven in südöstliche Richtung verlaufen, um dann Loxstedt nördlich fast in einem Halbkreis zu umfahren. Beim Dreieck Bremerhaven-Süd wird die Autobahn in die A 27 einmünden, dieser sieben Kilometer bis zum Dreieck Stotel folgen und dann in westlicher Richtung durch den bereits bestehenden Wesertunnel der Bundesstraße 437 führen. Danach wird die A 20 weiter nach Südwesten verlaufen, die Schwei westlich sowie Neustadt östlich umgehen und in einem Bogen südöstlich um Jaderberg herum mit einer Querung der Jade bei Jade die A 29 auf dem Kreuz Jaderberg überqueren. Die Autobahn soll in 700 m Entfernung am Gut Hahn vorbeiführen.[22] Von dem Kreuz aus wird die Autobahn nordwärts durch das Dringenburger Moor führen, ehe sie schließlich bei Westerstede in die A 28 münden wird.

    Dieser Verlauf ging erstmals aus den am 18. Oktober 2007 veröffentlichten Unterlagen zum Raumordnungsverfahren[21] und der Landesplanerischen Feststellung vom Februar 2009[23] hervor. Im Raumordnungsverfahren wurden Baukosten um 1,1 Mrd. Euro genannt.[24]

    Am 27. Februar 2012 erklärte der niedersächsische Ministerpräsident David McAllister, dass er sich mit dem Bundesverkehrsministerium darauf geeinigt habe, Ende 2013 mit dem Weiterbau der Autobahn auf niedersächsischem Gebiet, zunächst zwischen Bremervörde und Elm, zu beginnen.[25] Für zwei Abschnitte (Westerstede–Jaderberg und Bremervörde–Elm) wurden bisher die Planfeststellungsverfahren eingeleitet; der Planfeststellungsbeschluss Westerstede–Jaderberg erging am 16. April 2018.[26] Die Frage der Finanzierung des Elbtunnels ist noch offen. Verkehrsminister Alexander Dobrindt ging im September 2017 davon aus, dass es zu keiner Maut-Finanzierung kommt.[16] Das Baurecht für den Tunnel erwartet Alexander Dobrindt im Jahr 2019[veraltet] und für die zwei Anschlussabschnitte Anfang nächsten Jahrzehnts.[16]

    Laut der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr ist (Stand: Ende Februar 2019) mit dem Baubeginn für den Abschnitt zwischen Westerstede und Jaderberg im Herbst 2019 zu rechnen.[27] Der Baubeginn hat sich jedoch aufgrund noch ausstehender Klagen auf voraussichtlich Mitte 2020 verschoben.[28]

    Nr. Abschnitt Status Länge
    (km)
    3 (SH) AS1 Bad Segeberg-Ost  – AS Wittenborn in der Planänderung (seit 6. November 2013) im Fehlerheilungsverfahren (bis Q2 2019 geplant)[29] 7
    4 AS Wittenborn  – AK2 Schmalfeld (A 7) planfestgestellt (am 27. April 2017), nach mündlicher Verhandlung Nov 2018 Nachbesserungen erforderlich[30][10] 22
    5 AK Schmalfeld (A 7) – AS Bokel in der Planfeststellung, Erneute Beantragung Q2 2019 geplant[31] 14
    6 AS Bokel  – AK Steinburg (A 23) in der Planfeststellung 8
    7 AK Steinburg (A 23) – AS Glückstadt in der Planfeststellung 15
    8 AS Glückstadt  – Landesgrenze SH-NI in der Planergänzung (seit 28. April 2016) 3
    (NI) Landesgrenze SH-NI – AK Kehdingen (A 26) planfestgestellt (seit 30. März 2015)[32] 6,7
    7 AK Kehdingen (A 26) – AS Elm Vorplanung genehmigt (am 26. Februar 2016) 18,6
    6 AS Elm – AS Bremervörde in der Planfeststellung (seit 28. September 2012) 12,4
    5 AS Bremervörde – AS Beverstedt-West in der Vorplanung 19,2
    4 AS Beverstedt-West – AD Stotel (A 27) in der Vorplanung 16,1
    4a AD Stotel (A 27) – AS Dedesdorf in der Vorplanung 6,7
    3 AS Dedesdorf – AS Stadland Vorplanung genehmigt (am 30. Dezember 2016) 10,4
    2 AS Stadland – AK Jaderberg (A 29) in Planfeststellung (seit 1. Dezember 2017)[33] 22,4
    1 AK Jaderberg (A 29) – AD3 Westerstede (A 28) planfestgestellt (am 16. April 2018) 13,0
    Summe in Kilometer (km): 196

    DiskussionBearbeiten

    Gefordert wurde der Bau der Küstenautobahn insbesondere von der (Hafen-)Wirtschaft Nordwestdeutschlands, nicht zuletzt aufgrund des erwarteten Zusatzverkehrs durch den JadeWeserPort in Wilhelmshaven. Die Autobahn würde vor allem eine kürzere Verbindung zwischen den Niederlanden bzw. dem Ruhrgebiet und 60 km an Hamburg vorbei (sowie weiter nach Skandinavien und Osteuropa) schaffen[34] und sollte die A 1 um zwei Prozent entlasten. Da der Bund die Planung noch nicht finanzieren wollte, wurden im Jahr 2006 – insbesondere von Unternehmen der Region – über 750.000 Euro Spendengelder gesammelt, um sich an den notwendigen Vorplanungskosten zu beteiligen, damit diese sofort beginnen könnten. Dieses Drittel der Vorplanungskosten wurde als private Spende deklariert, obwohl viele der Großspenden von Verbänden, Versorgern, Geldinstituten und anderen „halböffentlichen“ Firmen kamen. Für die laufende Planung sind im niedersächsischen Landeshaushalt über 40 Millionen Euro bereitgestellt.

    Es gab erhebliche Widerstände der betroffenen Bevölkerung entlang der geplanten Trassen. Ein breites Bündnis aus Bürgerinitiativen, Umwelt- und Verkehrsverbänden wendet sich gegen die mit dem Bau verbundene Landschaftszerstörung, zweifelte die Wirtschaftlichkeit des Projektes an (Nutzen-Kosten-Verhältnis 1,9 laut Bundesverkehrswegeplan; laut Unterlagen Raumordnungsverfahren bis 4,2) und sah eine Vielzahl regionaler Arbeitsplätze gefährdet. Das Bündnis forderte als Alternative den Ausbau des Eisenbahnnetzes, um noch mehr Verkehr von der Straße auf die Schiene verlagern zu können.

    Nachdem der Name von „A 22“ in „A 20“ geändert worden war, hatte die Initiative „A22-NIE“ darauf hingewiesen, dass die Landesregierung damit „einen Offenbarungseid ablegt. […] Offensichtlich sei die bisher propagierte Förderung der regionalen Wirtschaft nicht stichhaltig. Mit der Zustimmung zur Umbenennung macht auch die Bundesregierung deutlich, dass die A 22/20 vor allem dem internationalen Transitverkehr dienen soll.“[35]

    Nummerierung der AnschlussstellenBearbeiten

    Bei der Nummerierung der Anschlussstellen wurde die westlich der A 1 liegende Trasse nicht berücksichtigt. Daher wird nach Fertigstellung der Gesamtstrecke ggf. eine neue Nummerierung der Anschlussstellen notwendig.

    GeschichteBearbeiten

     
    Brücke der A 20 über das Peenetal bei Jarmen

    Archäologische TrassenuntersuchungBearbeiten

    Vor den Bauarbeiten wurde die gesamte Trasse durch die Archäologischen Landesämter untersucht. Als Basis für die Untersuchungen war ein neues, dreistufiges Verfahren erarbeitet worden. In der ersten Phase erfolgt die Ermittlung des im Trassenverlauf vorhandenen Denkmalbestandes, anhand von Archivunterlagen und Luftbildauswertungen. Zusätzlich wurde eine Begehung durchgeführt und die Ackeroberfläche abgesucht. Es zeigte sich, dass die wenigsten der im Trassenbereich vorhandenen Denkmale zuvor bekannt waren. Im 90 Kilometer langen Abschnitt zwischen Schönberg und Rostock wurden 161 Fundplätze ermittelt, von denen zuvor nur neun bekannt waren. Die Zahl der im Trassenverlauf ermittelten Bodendenkmale beträgt 594, von denen 495 in Mecklenburg-Vorpommern, 29 in Brandenburg und 70 in Schleswig-Holstein liegen. Zuvor waren davon nur etwa 100 bekannt.

    Mit Abschluss der Prospektion und Auswertung der Bodengutachten waren nur quantitative Aussagen zum Fundplatzbestand möglich. Da bei der Auswahl von Grabungsobjekten der wissenschaftshistorische Mehrwert zu beurteilen war, wurden die Fundplätze einer Voruntersuchung unterzogen. Dazu wurden zwei Meter breite, meist 50–100 m lange Suchschnitte angelegt, die zeigten, ob der Zustand des Fundplatzes weitergehende Untersuchungen rechtfertigte.

    Insgesamt wurden im Verlauf der A 20 zwischen 1994 und 2004 etwa 430 Bodendenkmale untersucht, wobei 138 Fundplätze flächig aufgedeckt wurden. Ihre zeitliche Tiefe umfasst mehr als 11.000 Jahre. Sehr breit ist das Spektrum der Befundgattungen. Neben Siedlungen, die den größten Teil stellen, konnten eine komplette slawische Burganlage mit zugehöriger Vorburgsiedlung, Grabanlagen unterschiedlicher Art, Opferplätze, Produktionsstätten, Wegeführungen, ein Wehrspeicher und saisonale Werkplätze dokumentiert werden. Viele Grabungsergebnisse sind von größter landesgeschichtlicher oder überregionaler Bedeutung. Beispiele für den Erfolg der Untersuchungen sind die Entdeckung des Feuerstellenplatzes von Jarmen, des Feuerstellenplatzes von Triwalk und der Fund des Feuersteinbeils von Wodarg.

    BauarbeitenBearbeiten

     
    Gedenkstein zur Freigabe des ersten Teilstücks

    Der erste Spatenstich zum Bau dieser Autobahn wurde im Jahr 1992 vom damaligen Bundesminister für Verkehr, Günther Krause, an der Anschlussstelle Wismar-Mitte durchgeführt. Daher wurde diese Autobahn zeitweilig auch „Krause-Autobahn“ genannt. Ein Teil des Vorhabens wurde per Investitionsmaßnahmegesetz, ohne Planfeststellungsverfahren, genehmigt.

    Hauptaugenmerk wurde zuerst auf Teilstücke gelegt, in deren Umgebung Bundesstraßen und Ortsdurchfahrten besonders belastet waren. So konnte seit November 1997 das 18 Kilometer lange Teilstück zwischen Grevesmühlen und dem Autobahnkreuz Wismar und seit Ende 2000 das gesamte 91,1 Kilometer lange Teilstück zwischen Schönberg über Wismar nach Rostock befahren werden. Am 7. Dezember 2005 eröffnete Bundeskanzlerin Angela Merkel nach 14 Jahren Planungen und Bau die letzten Teilstücke bei Tribsees und Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern. Die Baukosten betrugen insgesamt 1,9 Milliarden Euro.

    Im Einzelnen erfolgten folgende Freigaben:

    Verkehrsfreigabe Abschnitt Länge in km
    November 1997 AS Grevesmühlen – AK Wismar 25,7
    Mai 2000 AS Schönberg – AS Grevesmühlen 15,6
    Dezember 2000 AK Wismar – AK Rostock 49,9
    18. Dezember 2001 AK Lübeck – AS Lübeck-Genin 6,4
    Dezember 2001 AK Uckermark – AS Pasewalk-Nord 31,4
    Dezember 2001 AS Grimmen-West – AS Grimmen-Ost 7,4
    August 2002 AS Gützkow – AS Jarmen 6,8
    August 2002 AK Rostock – AS Sanitz 14,0
    August 2002 AS Pasewalk-Nord – AS Friedland 25,1
    Dezember 2002 AS Friedland – AS Neubrandenburg-Nord 21,4
    September 2003 AS Tessin – Behelfsabfahrt Langsdorf 14,8
    November 2003 AS Sanitz – AS Tessin 8,7
    November 2004 AS Grimmen-Ost – AS Greifswald 8,6
    14. Dezember 2004 AS Lübeck-Genin – AS Schönberg 24,6
    Dezember 2004 AS Jarmen – AS Anklam 10,6
    November 2005 AS Neubrandenburg-Nord – AS Anklam 16,5
    Dezember 2005 Behelfsabfahrt Langsdorf – AS Grimmen-West 17,1
    Dezember 2005 AS Greifswald – AS Gützkow 17,2
    28. Juli 2009 AS Geschendorf – AK Lübeck 15,7
    21. Dezember 2009 Weede – AS Geschendorf 6,25

    BaupannenBearbeiten

    Minderwertiger Belag in WestmecklenburgBearbeiten

    Das etwa 14 Kilometer lange Teilstück zwischen Schönberg in Mecklenburg-Vorpommern und der schleswig-holsteinischen Landesgrenze wurde wegen einer Pannenserie bekannt. Die Mitte Dezember 2004 freigegebene Teilstrecke mit einer Betondecke, angeraut mit einem „Besenstrich quer“ – seit etwa 1990 im Autobahnbau als überholt geltend und von den Medien als „Brüllbeton“ tituliert – führte aufgrund erhöhter Reifen-Fahrbahn-Geräusche in einem halben Kilometer Entfernung zu einem Straßenverkehrslärm mit einem Schalldruckpegel von mehr als 100 Dezibel, statt der zulässigen 80 Dezibel. Deshalb wurde bis zur technischen bzw. baulichen Lösung des Problems die zugelassene Höchstgeschwindigkeit auf 100 km/h begrenzt. Im August 2005 wurde der Beton mit einer Asphaltdecke überzogen. Bei den Arbeiten wurden durch bei Regen auf die Fahrbahn geratene Bitumenemulsion etwa 300 Fahrzeuge beschädigt. Im sehr heißen Monat Juli 2006 warf der neue Fahrbahnbelag erstmals bis zu 30 Zentimeter große Blasen, die auf Wassereinschlüsse zwischen Beton und Asphalt zurückgeführt und durch Aufbohren beseitigt wurden.[36] Auch in der Folgezeit kam und kommt es bei hohen Temperaturen zu Blasenbildungen im Asphalt. Eine endgültige Abhilfe ist noch nicht in Sicht.

    Blasenbildung bei LübeckBearbeiten

    Ähnliche Probleme stellten sich auf dem inzwischen unter Vorbehalt freigegebenen Teilstück vom Autobahnkreuz Lübeck nach Geschendorf ein.[37] Hier wurde die für den 6. Juli 2009 geplante Freigabe verzögert, weil sich auf dem gesamten Abschnitt zahlreiche zwei bis drei Zentimeter hohe Asphaltblasen zeigten. Die Blasen sollten, nachdem Löcher in sie gebohrt wurden, durch die Autofahrer plattgefahren werden.[38] Für Motorradfahrer galt deswegen ein Tempolimit von 120 km/h.

     
    Abgesacktes Teilstück am 11. Oktober 2017

    Versackung bei TribseesBearbeiten

    Bei Tribsees sackte die Fahrbahn in Richtung Westen zunächst auf etwa 100 Metern Länge um einen halben Meter ab und wurde daraufhin im September 2017 gesperrt. Für die Reparatur wurden mindestens zwei Jahre veranschlagt.[39] Bis Oktober 2017 sackte der betroffene Abschnitt auf 40 Metern Länge weiter um über zweieinhalb Meter ab und wurde dadurch auf ganzer Breite stückweise zerstört. An dieser Stelle quert der Autobahndamm das Trebeltal auf Moorboden. Zur Abstützung wurden dort Trockenmörtelsäulen (CSV-Säulen), bestehend aus einem Gemisch aus Sand und Zement, erstmals in extrem weichen Böden und mit Längen von bis zu 13 Meter ausgeführt.[40] Die Bodenverbesserung unter dem Damm erfolgte auf eine Länge von 600 Metern.[41]

    Ursache für den Vorfall ist laut Verkehrsminister Christian Pegel der Verlauf der Autobahn bei Tribsees über eine so genannte „Torflinse“, die mit kleinen Betonkernen stabilisiert worden war. Diese haben möglicherweise der Last nicht standgehalten, die genaue Ursache soll ermittelt werden.[42]

    Die Aufträge für den Rückbau des zerstörten Damms und den Bau einer Behelfsbrücke wurden im März 2018 vergeben.[43] Am 12. November 2018 wurde die Behelfsbrücke fertiggestellt, die Verkehrsfreigabe erfolgte am 12. Dezember 2018.[44]

    Ökologische AusgleichsmaßnahmenBearbeiten

    Der Bau der A 20 stellt einen sehr umfangreichen Eingriff in Natur und Landschaft dar, der gemäß Bundesnaturschutzgesetz durch geeignete Maßnahmen auszugleichen ist. Hierzu wurden in den jeweiligen Planfeststellungsbeschlüssen entsprechende Maßnahmen festgelegt. So entstand z. B. zwischen Franzburg und Richtenberg seit 2006 durch Wiederaufstauung der Richtenberger See. Zudem sollen mehrere Grünbrücken über die Autobahn nicht nur im Zusammenhang mit dem Grünen Band Deutschland verhindern, dass die Autobahn Biotope mit der Folge zerschneidet, dass Tiere nicht mehr von einem zum anderen Teil ihres angestammten Lebensraums gelangen können.

    Siehe auchBearbeiten

    LiteraturBearbeiten

    WeblinksBearbeiten

    Commons: Bundesautobahn 20 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

    EinzelnachweiseBearbeiten

    1. vgl. Verkehrsmonitoring 2013 der Straßenverkehrszentrale Baden-Württemberg für Kreisstraßen: http://www.svz-bw.de/verkehrsmonitoring.html
    2. Bundesanstalt für Straßenwesen, Manuelle Straßenverkehrszählung 2015: http://www.bast.de/DE/Statistik/Verkehrsdaten/2015/Autobahnen-2015.pdf?__blob=publicationFile&v=4
    3. Helge Sobik: Dreizehn Kilometer Amazonas. zeit.de, 8. Mai 1992
    4. Franz Bökelmann: Grevesmühlens heimliche A 20-Raststätte. (Nicht mehr online verfügbar.) Ostsee-Zeitung, 6. Februar 2011, ehemals im Original; abgerufen am 18. Juni 2011: „Erst diese Woche hat das Verkehrsministerium mitgeteilt, dass die geplante Raststätte „Schönberger Land“ an der A 20 voraussichtlich 2014 in Betrieb genommen werde.“
    5. NDR-Fernsehen, Beitrag im Nordmagazin vom 28. Dezember 2007
    6. Bundesverkehrswegeplan 2030 - Entwurf März 2030. (PDF) Abgerufen am 17. März 2016. S. 115.
    7. Bundesverkehrswegeplan 2030 - Entwurf März 2030. (PDF) Abgerufen am 17. März 2016. S. 148.
    8. NDR: Freigabe A 20-Abschnitt sechs Monate früher als geplant; 21. Dezember 2009 (Memento vom 27. Januar 2010 im Internet Archive)
    9. schleswig-holstein.de: Abschnitt 3: A 20 im Raum Bad Segeberg zwischen Weede und Wittenborn (Memento vom 26. September 2012 im Internet Archive), Zugriff am 28. Juli 2012
    10. a b Spiegel: Gericht hält Ausbau der A20 für rechtswidrig.
    11. NDR: Bundesverwaltungsgericht bremst A20-Weiterbau.
    12. Streckenabschnitt der A20: Seeadler-Horst stoppt Bau der Ostseeautobahn für zwei Jahre
    13. Autobahnteilstück bei Hohenfelde: Seeadlerhorst stoppt A20-Ausbau
    14. Neue Probleme beim Weiterbau der A20
    15. Adlerhorst - teuer und verlassen (Memento des Originals vom 6. Oktober 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.schwarzbuch.de
    16. a b c https://www.shz.de/deutschland-welt/politik/alexander-dobrindt-begraebt-maut-fuer-a20-tunnel-endgueltig-id17722316.html, SHZ Zeitung vom 2. September 2017
    17. Gisela Schütt: Die Autobahn 20 mit Elbquerung zwischen Drochtersen und Glückstadt. mit Anschluss an die A 26. Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, 15. Juli 2010, abgerufen am 18. Juni 2011.
    18. Gisela Schütt: Die Küstenautobahn A 20. Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, 14. Juni 2011, abgerufen am 18. Juni 2011.
    19. Küstenautobahn A 20: Jetzt wird es ernst, Nordsee-Zeitung, 26. Juni 2010
    20. Planfeststellungsbeschluss für die Elbquerung zwischen Drochtersen und Glückstadt erging am 30. März 2015. A 20: Elbquerung zwischen Drochtersen und Glückstadt. In: strassenbau.niedersachsen.de. Abgerufen am 30. November 2015.
    21. a b beteiligung.kuestenautobahn.info
    22. Alice Düwel: Märchenschloss auf Verkehrsinsel – Küstenautobahn soll tausendjähriges Gut Hahn durchschneiden, in: kulturland oldenburg, herausgegeben von der Oldenburgischen Landschaft, Oldenburg (Oldb), Ausgabe 172 (Heft 2/2017), S. 54f. (online)
    23. Linienbestimmung beantragt (21.04.2009). (Nicht mehr online verfügbar.) In: kuestenautobahn.info. 21. April 2009, archiviert vom Original am 27. Oktober 2014; abgerufen am 1. Juni 2018.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.kuestenautobahn.info
    24. Erläuterungsbericht, S. 278, abgefragt am 9. Oktober 2008
    25. mobil.abendblatt.de In Niedersachsen wird ab 2013 gebaut
    26. Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr: Autobahn 20 von Westerstede bis Drochtersen. Aktueller Planungsstand
    27. Hans Begerow: Baubeginn für Küstenautobahn ist im Herbst 2019. Artikel in der Nordwest-Zeitung vom 22. Februar 2019. Abgerufen am 22. Februar 2019.
    28. Küstenautobahn: Bau in Westerstede verzögert sich. Abgerufen am 30. Dezember 2019.
    29. DEGES: Abschnitt 3 (Wittenborn bis Weede) Stand Juli 2018
    30. DEGES: Abschnitt 4 (A 7 bis Wittenborn) Stand Juli 2018
    31. DEGES: Abschnitt 5 (L 114 bis A 7) Stand Juli 2018
    32. Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr: A 20: Elbquerung zwischen Drochtersen und Glückstadt
    33. Abschnitt 2: Von der A 29 bei Jaderberg bis zur B 437 bei Schwei (Memento des Originals vom 27. Juni 2018 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.strassenbau.niedersachsen.de
    34. Karte der Initiative A22-jetzt (Memento vom 24. März 2010 im Internet Archive)
    35. Presseinformation des Koordinationskreises der Bürgerinitiativen gegen die A22: Nach der Linienbestimmung ist vor der Linienbestimmung
    36. Bögen im Beton, Blasen im Asphalt: Hitzeschäden an A 20 und A 23. Hamburger Abendblatt, 14. Juni 2006, abgerufen am 18. Juni 2011.
    37. A 20: Nagelneu und schon kaputt, Lübecker Nachrichten, 30. Juni 2009
    38. Mit Akkubohrern im Einsatz gegen Asphaltblasen, Die Welt, 6. Juli 2009
    39. https://www.nwzonline.de/panorama/tribsees-autobahn_a_32,0,4076671784.html
    40. DEGES: Stützen an der A 20 sind regelkonform
    41. Bauer Spezialtiefbau, Broschüre 02/2005, S. 17
    42. Zwölf Jahre nach dem Bau versinkt die A 20. www.ntv.de
    43. A 20: Aufträge für Behelfsbrücke und Dammrückbau vergeben
    44. Verkehrsminister gibt Behelfsbrücke bei Tribsees frei. www.spiegel.de vom 12. Dezember 2018, abgerufen am 12. Dezember 2018