Neukloster

Gemeinde in Mecklenburg-Vorpommern
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Neukloster
Neukloster
Deutschlandkarte, Position der Stadt Neukloster hervorgehoben

Koordinaten: 53° 52′ N, 11° 41′ O

Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Nordwestmecklenburg
Amt: Neukloster-Warin
Höhe: 30 m ü. NHN
Fläche: 27,49 km2
Einwohner: 3925 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 143 Einwohner je km2
Postleitzahl: 23992
Vorwahl: 038422
Kfz-Kennzeichen: NWM, GDB, GVM, WIS
Gemeindeschlüssel: 13 0 74 057
Adresse der Amtsverwaltung: Hauptstraße 27
23992 Neukloster
Website: www.stadt-neukloster.de
Bürgermeister: Frank Meier
Lage der Stadt Neukloster im Landkreis Nordwestmecklenburg
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Neukloster ist eine Stadt im Osten des Landkreises Nordwestmecklenburg in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland). Die Stadt ist Verwaltungssitz des Amtes Neukloster-Warin, dem weitere acht Gemeinden angehören. Der Ort ist ein Grundzentrum.[2]

GeografieBearbeiten

Neukloster ist etwa 45 Kilometer von Rostock und etwa 20 Kilometer von Wismar entfernt. Der Ort ist Teil der Metropolregion Hamburg. Das Gebiet um Neukloster zählt zum äußersten Nordwesten der Sternberger Seenlandschaft. Neukloster liegt am Neuklostersee, dessen Entstehung auf die Auswirkungen der letzten Eiszeit zurückzuführen ist. In der Nähe des Ortsteiles Ravensruh liegt der Selliner See.

Die Nachbarorte Neuklosters sind: Lübberstorf, Glasin, Zurow, Benz und Züsow.

Ortsteile:

Zu Neukloster gehören die Ortsteile Neuhof, Nevern, Ravensruh, Sellin und Rügkamp.

GeschichteBearbeiten

Neukloster

Im Gebiet von Neukloster befand sich um 1170 die Kussiner Burg. Es wird vermutet, dass sie sich auf dem Gebiet der heutigen Innenstadt befunden hat.

Das von Heinrich Borwin I. gegründete Kloster Sonnenkamp befand sich in jener Zeit noch im kleinen Örtchen Parchow in der Nähe der Burg Ilow. Das Kloster von Parchow wurde bereits acht Jahre nach seiner Gründung nach Neukloster verlegt und dort 1219 erstmals urkundlich erwähnt. Die Burg verfiel mit der Zeit, das Kloster entwickelte sich jedoch zu einem kulturellen und wirtschaftlichen Zentrum für die Umgebung. 1235 wird die in der Nähe gelegene Ortschaft Bryzelaz (heute Wüstung) erwähnt. Mitte des 14. Jahrhunderts waren Ländereien und Besitz am umfangreichsten. Das Kloster wurde 1555 aufgelöst, sein Besitz fiel an den Landesherren von Mecklenburg, der es von nun an verwaltete.

Im Westfälischen Frieden 1648 fiel Neukloster wie auch Wismar an Schweden. Es wurde das Amt Neukloster gebildet. Die Schwedenzeit Neuklosters war geprägt durch Armut und Not. Die schwedische Herrschaft über Neukloster und Wismar endete de facto 1803, als Schweden Neukloster mit dem Malmöer Pfandvertrag gegen Zahlung von 1.250.000 Taler für 99 Jahre an das Herzogtum Mecklenburg-Schwerin verpfändete. Formal fiel Neukloster 1903 an Deutschland zurück, und Schweden verzichtete auf die Einlösung des Pfandes.

 
Lehrerseminar mit Denkmal Friedrich Franz II. von Hugo Berwald (zerstört)

Neuklosters lokale Bedeutung stieg, als 1862 das Lehrerseminar von Ludwigslust in die Kleinstadt verlegt und 1864 die Landesblindenanstalt in Neukloster eröffnet wurde. Der Zuzug nach Neukloster nahm rasch zu; Handwerk und Gewerbe florierten. 1887 wurde Neukloster über die Bahnstrecke Wismar–Karow an das regionale Bahnnetz angeschlossen.

Neukloster erhielt 1938 das Stadtrecht; die Einwohnerzahl verdoppelte nach dem Zweiten Weltkrieg von rund 2500 auf fast 5000.
Die Stadt veränderte sich und erhielt ein kleinstädtisches Aussehen. Durch Zuzug und Neubauten wurde das Stadtbild zunehmend bestimmt. Es entstanden eine Bibliothek, ein Kino, ein Altersheim, ein Stadion, Schulen, ein Kindergarten, die katholische Kirche und der Marktplatz.

Am 1. Juli 1950 wurden die bis dahin eigenständigen Gemeinden Neuhof bei Neukloster und Nevern eingegliedert. Von 1952 bis zum Beitritt zur Bundesrepublik Deutschland im Jahre 1990 lag Neukloster im DDR-Bezirk Rostock. Auf Kreisebene gehörte die Stadt zwischen 1952 und 1994 zum Kreis Wismar-Land und seitdem zum Landkreis Nordwestmecklenburg im Land Mecklenburg-Vorpommern.

Die Innenstadt wurde im Rahmen der Städtebauförderung seit 1991 gründlich saniert.

Ravensruh: Gut Ravensruh wurde 1787 gegründet. Das Gutshaus stammt von 1806. Die Gutsanlage dient seit etwa 1995 als soziotherapeutische Suchteinrichtung.

PolitikBearbeiten

StadtvertretungBearbeiten

Die Stadtvertretung von Neukloster besteht aus 15 Mitgliedern. Seit der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 sind die Sitze wie folgt verteilt:[3]

CDU WFN* SPD AfD Die Linke LUL** Gesamt
4 Sitze 4 Sitze 3 Sitze 2 Sitze 1 Sitz 1 Sitz 15 Sitze

* Wählervereinigung „Für Neukloster“

BürgermeisterBearbeiten

  • seit 2009: Frank Meier (parteilos)

Meier wurde in der Bürgermeisterwahl im September 2017 für weitere acht Jahre in seinem Amt bestätigt.[4]

WappenBearbeiten

Das Wappen wurde am 16. August 1903 von Friedrich Franz IV., Großherzog von Mecklenburg-Schwerin verliehen und unter der Nr. 78 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.

Blasonierung: „Gespalten; vorn in Gold ein halber, hersehender schwarzer Stierkopf mit silbernen Hörnern, goldener Krone, aufgerissenem Maul, ausgeschlagener roter Zunge und abgerissenem Halsfell am Spalt; hinten in Rot ein schrägrechter silberner Äbtissinnenstab mit goldener Krümme, begleitet oben und unten von je einer silbernen Lilie.“

Das Wappen wurde 1993 von dem Wismarer Roland Bornschein neu gezeichnet.

FlaggeBearbeiten

Die Flagge der Stadt Neukloster zeigt in zehn Längsstreifen gleicher Breite abwechselnd die Farben Gold und Rot, in einem Querstreifen längs des Flaggenstocks, der etwa ein Fünftel der Flaggenlänge einnimmt, die Farbe Schwarz und in der Mitte des von Rot und Gold längsgestreiften Feldes das Stadtwappen.

Sehenswürdigkeiten und KulturBearbeiten

 
Klosterkirche
  • Romanische Klosterkirche Sonnenkamp von um 1219 mit wertvollen Ausstattungsstücke der Gotik, Marienaltar und die zweitältesten farbigen Kirchenfenster Nordeuropas. Erhalten sind das Propsteigebäude und der in den 1990er Jahren wiederhergestellte Glockenturm.
  • Ehemaliges Amtsschreiberhaus mit Heimatmuseum betrieben vom Museumsverein Neukloster
  • Das Fischerhaus und der im 19. Jahrhundert erbaute, denkmalgeschützte Komplex der Sehschwachenschule und der Landesblindenanstalt.
  • Ehrenmal für die Opfer des Nationalsozialismus von 1951 am Sonnenberg
  • Schwedeneiche im Stadtzentrum; Erinnerung an die Zugehörigkeit zu Schweden von 1648 bis 1803
  • Nonnenfiguren vor dem Rathaus (Klinkerskulpturen)
  • Kloster und der Gedenkstein auf dem Jahrhundertberg,
  • Ehrenmal für die Völkerschlacht bei Leipzig von 1813.
  • Dorfkino der Kirchengemeinde als Einrichtung des Verbandes für Filmkommunikation und des Filmklubs Güstrow mit regelmäßigem Programmkinoprogramm.
  • Blasorchester von 1959, als Klasbachtaler Blasmusik; sie spielt böhmischer Blasmusik.

Wirtschaft, Verkehr und InfrastrukturBearbeiten

Neukloster verfügt neben Geschäften in der Innenstadt über zwei Industrie- und Gewerbegebiete. Eines davon ist voll ausgebaut und durch Firmen bebaut, das andere ist in einer Plan- und Bauphase.

Verkehr

Neukloster ist über den gleichnamigen Autobahnanschluss an der Bundesautobahn A 20 erreichbar. Die Bundesstraße 192 (WismarNeubrandenburg) führt drei Kilometer westlich an der Stadt vorbei. Die Landesstraße L 14 nach Bützow durchquert Neukloster.

Die durch Neukloster führende Bahnstrecke Wismar–Karow wurde 1998 stillgelegt und infolge des Baus der Autobahn A 20 zurückgebaut. Die nächsten Bahnhöfe befinden sich in Hornstorf an der Bahnstrecke Wismar–Rostock und Blankenberg an der Bahnstrecke Bad Kleinen–Rostock. Die Bahnhöfe in Wismar und Blankenberg sind von Neukloster täglich mit Regionalbussen zu erreichen.

PersönlichkeitenBearbeiten

EhrenbürgerBearbeiten

  • 1957, März: Ernst Puchmüller (1897–1976), Direktor der Landesblindenanstalt bzw. des Rehabilitations-Zentrums für Blinde in Neukloster

Söhne und Töchter der StadtBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Sabine Schöfbeck, Tilo Schöfbeck, Detlef Witt: Kloster Sonnenkamp in Neukloster. Michael Imhof Verlag, Petersberg 2009, ISBN 978-3-86568-385-4.
  • Michael Buddrus, Sigrid Fritzlar: Die Städte Mecklenburgs im Dritten Reich. Ein Handbuch zur Stadtentwicklung im Nationalsozialismus, ergänzt durch ein biographisches Lexikon der Bürgermeister, Stadträte und Ratsherren. Edition Temmen, Bremen 2011, ISBN 978-3-8378-4029-2. (Zu Neukloster: S. 319–323).
  • Josef Traeger: St. Maria im Sonnenkamp. Ein Beitrag zur Geschichte des ehemaligen Zisterzienserinnen-Priorates Neukloster 1219-1555. St. Benno-Verlag, Leipzig 1970.

WeblinksBearbeiten

 Commons: Neukloster – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Amt M-V – Bevölkerungsstand der Kreise, Ämter und Gemeinden 2018 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Regionales Raumentwicklungsprogramm Westmecklenburg (2011), Regionaler Planungsverband, abgerufen am 12. Juli 2015
  3. Stadtvertretung und Ausschüsse auf www.stadt-neukloster.de
  4. Frank Meier bleibt Bürgermeister von Neukloster. In: Ostsee-Zeitung, 25. September 2017