Hauptmenü öffnen

Himmelpforten

Gemeinde in Deutschland
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Himmelpforten
Himmelpforten
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Himmelpforten hervorgehoben
Koordinaten: 53° 37′ N, 9° 18′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Stade
Samtgemeinde: Oldendorf-Himmelpforten
Höhe: 6 m ü. NHN
Fläche: 18,29 km2
Einwohner: 5263 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 288 Einwohner je km2
Postleitzahl: 21709
Vorwahl: 04144
Kfz-Kennzeichen: STD
Gemeindeschlüssel: 03 3 59 025
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Mittelweg 2
21709 Himmelpforten
Webpräsenz: www.samtgemeinde-oldendorf-himmelpforten.de
Bürgermeister: Bernd Reimers (SPD)
Lage der Gemeinde Himmelpforten im Landkreis Stade
BaljeKrummendeichFreiburg/ElbeOederquartWischhafenDrochtersenGroßenwördenEngelschoffHammahDüdenbüttelHimmelpfortenBurwegKranenburgEstorfOldendorfHeinbockelStadeDeinsteFredenbeckKutenholzJorkBuxtehudeApensenBeckdorfSauensiekAhlerstedtBrestBargstedtHarsefeldNottensdorfBliedersdorfHorneburgDollernAgathenburgLandkreis StadeNiedersachsenLandkreis CuxhavenLandkreis Rotenburg (Wümme)Landkreis HarburgHamburgSchleswig-HolsteinSchleswig-HolsteinGrünendeichMittelnkirchenNeuenkirchenGuderhandviertelSteinkirchenHollern-TwielenflethKarte
Über dieses Bild
Luftbild, im Vordergrund die Horsterbeck
Die evangelisch-lutherische St. Marienkirche

Himmelpforten (niederdeutsch: Himmelpoorten) ist eine niedersächsische Gemeinde in der Samtgemeinde Oldendorf-Himmelpforten im Landkreis Stade. Neben dem Hauptort Himmelpforten gehören auch die Orte Kuhla und Breitenwisch zur Gemeinde.

Himmelpforten ist besonders in der Weihnachtszeit in aller Munde. Der Ort wird dann zum Christkinddorf. Für zahlreiche Kinder in der ganzen Welt ist der Ort die Postadresse des Weihnachtsmannes. Diese Tradition wird seit den 1960er Jahren gepflegt, siehe auch: Weihnachtspostamt

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Im Jahre 1255 zog die Nonnenzisterze Conventus Porta Coeli vom Westerberg bei Rahden nahe Lamstedt nach dem Ort, der damals Eulsete hieß. Der Zug der Zisterzienserinnen wurde anlässlich des 750-jährigen Jubiläums 2005 nachgestellt.

Eulsete (plattdeutsch: Eylsede, etymologisch als [Wohn-]Sitz eines Eylos/Eilhards gedeutet) nahm im Laufe der Zeit die plattdeutsche Übersetzung des lateinischen Klosternamens Porta Coeli, Klooster to der Himilporten oder jünger tor Hemmelpoorten, an, der in hochdeutscher Lautung als Himmelpforten später amtlich wurde.[2]

EingemeindungenBearbeiten

Am 1. Juli 1972 wurden die Gemeinden Breitenwisch und Kuhla eingegliedert.[3]

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Sitze im Gemeinderat
Jahr CDU SPD FWG Grüne
2006 7 6 1 1
2011 6 7 1 1

BürgermeisterBearbeiten

1945 – Johann Lünstedt
1991–2001 Hermann Bardenhagen (SPD)
2001–2013 Lothar Wille (SPD)
seit 22. Mai 2013 Bernd Reimers (SPD)

WappenBearbeiten

Das Wappen der Gemeinde Himmelpforten zeigt auf blauem Untergrund ein goldenes, gotisches Tor, in dem eine silbern gekleidete Äbtissin mit goldenem Krummstab steht.

Das 1955 angenommene Wappen[4] beruht auf der ältesten überlieferten Version des Klostersiegels, wie es sich an der Verzichtserklärung des Klosters vom 17. März 1291 findet, womit es den Anspruch auf das ihm zugedachte in Stralsund zurückgehaltene persönliche Erbe des Dorpater Fürstbischofs Friedrich von Haseldorf aufgab.[5]

Die Farben der Gemeinde sind blau-gelb (quergestreift).

 
Heimat- und Schulmuseum von Osten

MuseenBearbeiten

In Himmelpforten gibt es ein Heimat- und Schulmuseum, in dem man auch einiges über die Entwicklung der Schule in den letzten Jahrhunderten aus der Umgebung erfahren kann.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

WirtschaftBearbeiten

In Himmelpforten sind mehrere Gewerbe-, Dienstleistungs- und Handwerksbetriebe ansässig. Zu den regional bzw. im Elbe-Weser-Dreieck bekannten Unternehmen gehören u. a.:

  • das 1953 gegründete Familienunternehmen Brödenfeldt (Heiz- und Baustoffhandel, Transporte und Erdarbeiten).
  • der Haushalts-, Heimwerker- und Gartenmarkt Wehbers Mühle mit einem angeschlossenen Restaurant im Mühlenturm und im ehemaligen Kornspeicher der Windmühle Himmelpforten, einer 1871 erbauten und 1985/86 vollständig restaurierten Holländerwindmühle, deren gesamtes Gebäudeensemble unter Denkmalschutz steht.
 
Die Villa von Issendorff von Süden

Der regelmäßig in der Vorweihnachtszeit veranstaltete Christkindmarkt Himmelpforten, bei dem der Ort zum Christkinddorf wird, ist über die Region hinaus bekannt. Der Weihnachtsmarkt wurde 2005 in Ergänzung des seit 1962 bestehenden Weihnachtspostamts Himmelpforten gegründet. Er findet rund um die Himmelpfortener Kultur- und Tagungsstätte Villa von Issendorff statt und umfasst inzwischen über 50 Kunsthandwerksstände.

VerkehrBearbeiten

Durch Himmelpforten führt die Bundesstraße 73, die den Ort mit Stade und Hamburg verbindet. Himmelpforten verfügt zudem über einen Bahnhof an der Strecke der Niederelbebahn zwischen Cuxhaven und Hamburg.

Seit Oktober 2007 wird das Raumordnungsverfahren für die geplante Bundesautobahn 22/20 durchgeführt, die durch den Ortsteil Breitenwisch verlaufen soll und den Ort unmittelbar am westlichen Ortsrand tangieren wird. Gegen die Autobahn kämpft eine Bürgerinitiative mit fast 400 Mitgliedern.[6]

 
Porta-Coeli-Schule von Westen

BildungBearbeiten

Himmelpforten verfügt neben der Porta-Coeli-Schule, einem Schulzentrum mit Klassen vom 5. bis zum 10. Schuljahr, über eine eigene Grundschule.

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

  • August Elfers (1897–1959), Missionsdirektor der Hermannsburger Mission
  • Udo Pollmer (* 1954), Lebensmittelchemiker, Ernährungsexperte und Buchautor

Personen, die mit Himmelpforten in Verbindung stehenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Landesamt für Statistik Niedersachsen, LSN-Online Regionaldatenbank, Tabelle 12411: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Stand 31. Dezember 2017 (Hilfe dazu).
  2. Silvia Schulz-Hauschildt: Himmelpforten – Eine Chronik, Gemeinde Himmelpforten (Hrsg.),Hansa-Druck Stelzer, Stade 1990, S. 23. Keine ISBN.
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 245.
  4. Silvia Schulz-Hauschildt: Himmelpforten – Eine Chronik, Gemeinde Himmelpforten (Hrsg.), Hansa-Druck Stelzer, Stade 1990, S. 5. Keine ISBN.
  5. Georg von Issendorff: Kloster und Amt Himmelpforten. Nach Akten und Urkunden dargestellt, Nachdruck der Ausgabe vom "Stader Archiv", 1911/1913, erweitert durch Clemens Förster, Krause, Stade/Buxtehude 1979, S. 8. Keine ISBN.
  6. Bürgerinitiative gegen Westtrasse A20