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Lamstedt

Gemeinde im Landkreis Cuxhaven in Deutschland

Geographische LageBearbeiten

Die Gemeinde liegt inmitten einiger Endmoränen der letzten Eiszeit, wie dem Westerberg. In Richtung Osten grenzt Lamstedt an das Ostetal, wo zum Teil kleine Moorflächen vorhanden sind. Nördlich befindet sich der Westerberg, ein Mischwald mit vorwiegend Nadelbaumbewuchs.

GeschichteBearbeiten

Lamstedt wurde erstmals 1115 als parochia lamstede in Kirchenunterlagen erwähnt. Archäologische Funde weisen aber aus, dass die Börde schon wesentlich früher besiedelt gewesen sein muss. Sie ist im Vörder Register um 1500 niedergeschrieben und damit namentlich erstmals erwähnt. Dabei handelte es sich aber noch nicht um die kommunale Einheit, sondern um den kirchlichen Amtsbezirk. Über Lamstedt wüteten in der Vergangenheit viele Feuerbrünste.

EingemeindungenBearbeiten

Am 1. Juli 1972 wurden die Gemeinden Hackemühlen, Ihlbeck, Nindorf und Wohlenbeck eingegliedert.[2]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Jahr 1821 1885 1910 1925 1933 1939 1955 1996 2005 2007 2016
Einwohner 0914 1229 1364 1328 1247 1307 1986 2255 3367 1 3341 1 3332 1
Quelle [3] [4] [3] [4] [4] [4] [3] [3]

1 2005–2016 laut Versionsgeschichte von Lamstedt

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Der Rat der Gemeinde Lamstedt besteht aus 15 Ratsfrauen und Ratsherren. Dies ist die festgelegte Anzahl für die Mitgliedsgemeinde einer Samtgemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 3001 und 5000 Einwohnern.[5] Die 15 Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2016 und endet am 31. Oktober 2021.

Die letzte Kommunalwahl am 11. September 2016 ergab das folgende Ergebnis:[6]

Partei Anteilige Stimmen Anzahl Sitze
CDU 72,12 % 11
SPD 27,87 % 04

Die Wahlbeteiligung bei der Kommunalwahl 2016 lag mit 63,32 %[6] über dem niedersächsischen Durchschnitt von 55,5 %.[7]

BürgermeisterBearbeiten

Der Gemeinderat wählte das Gemeinderatsmitglied Manfred Knust (CDU) zum ehrenamtlichen Bürgermeister für die aktuelle Wahlperiode.[8] Seine Stellvertreter sind Wilfried Päuser (CDU) und Heinz-Dieter Lübke (CDU).[9]

WappenBearbeiten

Blasonierung: „In Blau auf goldenem Schildfuß ein silbernes Hünengrab (Steintisch).“[10]
Wappenbegründung: Die Börde Lamstedt besaß früher zahlreiche vorgeschichtliche Steingräber, von denen eines, der „Steinofen“ im Westerberg, bis in die Gegenwart erhalten blieb.

GemeindepartnerschaftenBearbeiten

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Die St. Bartholomäuskirche zu Lamstedt
 
Das Bördehuus, ein wiederaufgebautes Niederdeutsches Hallenhaus
 
Der Landschaftspark am Bördehuus hinter dem Rathaus und der Bördehalle
 
Großsteingrab am Westerberg
 
Steingarten am Westerberg

BauwerkeBearbeiten

  • St. Bartholomäuskirche zu Lamstedt
Die St.-Bartholomäuskirche, heute evangelische Pfarrkirche des Dorfes, ist in einem Ablassbrief aus der Zeit des Papstes Bonifatius VIII. aus dem Jahre 1300 zum ersten Mal erwähnt. Dieser Zeit entstammt auch das Kirchenschiff aus Feldsteinmauerwerk mit seinem polygonalen Ostabschluss.
Die Westempore wurde um 1700 eingebaut, die Nordempore ebenso wie das Deckengewölbe mit hölzernen Segmentbogentonnen bei einem Umbau im Jahre 1768 hinzugefügt.
In diesem Jahre wurde auch der eigenwillige Westturm nach Plänen von Oberlandbaumeister Christian Wundram in Backsteinmauerwerk erstellt, nachdem viele Jahre zuvor der alte hölzerne Kirchturm hatte abgebrochen werden müssen. Dieser neue Turm brannte 1812 während einer großen Feuersbrunst aus; er wurde 1820 wiederhergestellt und erhielt dabei den heutigen Kuppelhelm.
Der Altarretabel mit einem großen Säulenrahmen und einem Kreuzigungsgemälde wurde um 1730 geschaffen, die Kanzel bereits Ende des 17. Jahrhunderts. Aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts stammen der Kelch sowie im Kirchenschiff befindliches Holzkruzifix.[11]

BaudenkmaleBearbeiten

MuseenBearbeiten

  • Das Norddeutsche Radiomuseum mit über 200 alten Radios, der Entstehungsgeschichte der ersten Funkübertragung, der Radiosender in Deutschland uvm.
  • Das Bördemuseum. mit bäuerlichen Kulturgütern und den überlieferten Trachten der Geestbewohner.

ParksBearbeiten

  • Landschaftspark hinter dem Rathaus
  • Steingarten im Westerberg mit dem Vorgeschichts- und Waldlehrpfad
  • Park von Gut Haneworth (unter Denkmalschutz)

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Öffentliche EinrichtungenBearbeiten

  • Schwimmbad Lambada

BildungBearbeiten

  • Grundschule Börde Lamstedt mit den Außenstellen Armstorf, Mittelstenahe und Basbecker Berg
  • Oberschule Am Hohen Rade

SportBearbeiten

Lamstedt bietet ein großes Sportzentrum, hier befinden sich mehrere Sportplätze, zwei Turnhallen und eine Schwimmhalle. Außerdem besitzt Lamstedt mehrere schöne und ausgedehnte Fuß- und Radwege. Es befinden sich in der Gemeinde Tafeln, auf denen die Routen und Sehenswürdigkeiten stehen.

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

  • Adolf Kottmeier (1822–1905), evangelisch-lutherischer Pastor und Gründer sowie erster Leiter der heutigen Rotenburger Werke der Inneren Mission
  • Claus Spreckels (1828–1908), Zuckerfabrikant in den USA (Sugar King von Hawaii und Kalifornien), finanziell zweiterfolgreichster deutscher Emigrant des 19. Jahrhunderts: Nr. 40 auf der Liste der reichsten Amerikaner aller Zeiten
  • Heinrich Evers (1884–1960), Flugpionier und Rennfahrer[12]
  • Wolfgang Rolff (* 1959), ehemaliger deutscher Fußballnationalspieler, gehörte von 2004 bis 2013 dem Trainerstab von Werder Bremen an

Personen, die mit der Gemeinde in Verbindung stehenBearbeiten

  • Julius August Friedrich Kottmeier (1794–1871), Pfarrer in Lamstedt (siehe unter: Familie des Adolph Georg Kottmeier)
  • Diederich Hahn (1859–1918), nationalliberaler, später konservativer Politiker und führender Funktionär und anti-großkapitalistischer, antisemitischer Ideologe des Bundes der Landwirte, lebte mit der Familie auf dem „Gut Hanevorth“ in der Lamstedter Heide
  • Margarethe Hahn-Böing (1877–1956), Pianistin und Klindworth-Schülerin, Autorin (Pseudonyme: Margarethe Hahn von der Oste, Margarete von der Oste), lebte mit der Familie auf dem „Gut Hanevorth“ in der Lamstedter Heide
  • Werner Lang (1924–1999), Fußballspieler und -trainer, spielte nach der Rückkehr aus britischer Kriegsgefangenschaft Handball in Lamstedt
  • Ursula Kirchberg (* 1938), Kinderbuchillustratorin, lebt und arbeitet seit 1981 in Lamstedt
  • Stefan Aust (* 1946), Journalist und Autor, wohnt in Lamstedt

Sagen und LegendenBearbeiten

  • Die heilige Ziege
  • Einer Mutter Liebe
  • Pastor Block
  • Der Westerberger Wald
  • Die Pennkuhle
  • Der Schuhberg[13]

LiteraturBearbeiten

  • Udo Theuerkauf: Kleine Heimatkunde der Börde Lamstedt. Hrsg.: Samtgemeinde Börde Lamstedt. Lamstedt 1997.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Lamstedt – Sammlung von Bildern

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Landesamt für Statistik Niedersachsen, LSN-Online Regionaldatenbank, Tabelle 12411: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Stand 31. Dezember 2018 (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 243.
  3. a b c d Udo Theuerkauf: Kleine Heimatkunde der Börde Lamstedt. Bevölkerungsentwicklung von Lamstedt. Hrsg.: Samtgemeinde Börde Lamstedt. Lamstedt 1997, S. 48.
  4. a b c d Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Landkreis Land Hadeln (→ Siehe unter: Nr. 29). (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  5. Niedersächsisches Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG); § 46 – Zahl der Abgeordneten. In: Internetseite Niedersächsisches Vorschrifteninformationssystem (NI-VORIS). 17. Dezember 2010, abgerufen am 4. April 2018.
  6. a b Gemeinde Lamstedt – Gesamtergebnis Gemeinderatswahl 2016. In: Internetseite Zweckverband Kommunale Datenverarbeitung Oldenburg (KDO). 11. September 2016, abgerufen am 4. April 2018.
  7. Die CDU holt landesweit die meisten Stimmen. In: Internetseite des NDR. 12. September 2016, abgerufen am 11. Februar 2017.
  8. Rat der Gemeinde Lamstedt. In: Internetseite der Samtgemeinde Börde Lamstedt. Abgerufen am 4. April 2018.
  9. Carmen Monsees: Knust bleibt Lamstedts Bürgermeister. In: Internetseite Cuxhavener Nachrichten. 18. November 2016, abgerufen am 4. April 2018.
  10. Rudolf Lembcke: Kreis Land Hadeln. Geschichte und Gegenwart. Hrsg.: Kreis Land Hadeln. Buchdruckerei Günter Hottendorff, Otterndorf 1976, S. 41 (Wappenteil).
  11. Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler Bremen/Niedersachsen. Hrsg.: Dehio Vereinigung. Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 1977, S. 566 (tlw. überholt).
  12. Udo Theuerkauf: Kleine Heimatkunde der Börde Lamstedt. Heinrich Evers – Pionier der Luftfahrt. Hrsg.: Samtgemeinde Börde Lamstedt. Lamstedt 1997, S. 56–64.
  13. Eberhard Michael Iba (Hrsg.): Hake Betken siene Duven. Das Sagenbuch von Elb- und Wesermündung (= Sonderveröffentlichungen der Männer vom Morgenstern, Heimatbund an Elb- und Wesermündung. Band 16). 3. Auflage. Männer vom Morgenstern Verlag, Bremerhaven 1999, ISBN 3-931771-16-4 ([eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche ]).