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Brest (Niedersachsen)

Gemeinde in Niedersachsen
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Brest
Brest (Niedersachsen)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Brest hervorgehoben
Koordinaten: 53° 27′ N, 9° 23′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Stade
Samtgemeinde: Harsefeld
Höhe: 29 m ü. NHN
Fläche: 24,57 km2
Einwohner: 781 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 32 Einwohner je km2
Postleitzahl: 21698
Vorwahlen: 04762, 04166Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: STD
Gemeindeschlüssel: 03 3 59 008
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Ringstraße 22
21698 Brest
Webpräsenz: www.brest.de
Bürgermeister: Johann Höft (Bürgerliste)
Lage der Gemeinde Brest im Landkreis Stade
BaljeKrummendeichFreiburg/ElbeOederquartWischhafenDrochtersenGroßenwördenEngelschoffHammahDüdenbüttelHimmelpfortenBurwegKranenburgEstorfOldendorfHeinbockelStadeDeinsteFredenbeckKutenholzJorkBuxtehudeApensenBeckdorfSauensiekAhlerstedtBrestBargstedtHarsefeldNottensdorfBliedersdorfHorneburgDollernAgathenburgLandkreis StadeNiedersachsenLandkreis CuxhavenLandkreis Rotenburg (Wümme)Landkreis HarburgHamburgSchleswig-HolsteinSchleswig-HolsteinGrünendeichMittelnkirchenNeuenkirchenGuderhandviertelSteinkirchenHollern-TwielenflethKarte
Über dieses Bild

Brest ist eine Gemeinde im Landkreis Stade in Niedersachsen. Sie ist die kleinste Mitgliedsgemeinde der Samtgemeinde Harsefeld.

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Geographische LageBearbeiten

Brest liegt auf der Stader Geest. Die Landschaft ist geprägt durch Landwirtschaft, Grün- und Ackerflächen, aber auch durch Wälder, Baumgruppen und Bachläufe. Im Gemeindegebiet liegen zudem die Moore Kreyenmoor, Hammoor und Rehrsmoor. Im Zentrum der Gemeinde liegt das Naturschutzgebiet Im Tadel.

Räumlich liegt Brest etwa in der Mitte zwischen Buxtehude (25 km) und Bremervörde (20 km). Hamburg liegt ca. 60 km, Bremen ca. 85 km entfernt. Die nächsten Grundzentren sind Bargstedt (5 km), Ahlerstedt (7 km) und Harsefeld (10 km).

NachbargemeindenBearbeiten

Kutenholz
Farven   Bargstedt
Ahlerstedt, Anderlingen

OrtsgliederungBearbeiten

Die Gemeinde besteht aus den drei Dörfern Brest, Reith und Wohlerst sowie den Wohnplätzen Am Subeck, Bredenbeck, Kirchbülten, Klein Reith, Klein Wohlerst und Lehnhorst.

GeschichteBearbeiten

Archäologische Funde und die bei Reith liegenden Hünengräber lassen darauf schließen, dass es im Gemeindegebiet bereits in der Vor- und Frühgeschichte Siedlungen gab. Funde in einem alten Backofen aus Tonmergel bestätigen dies ebenfalls.

Im Jahre 1939 wurden einige Hamburger Juden zum Geschlossenen Arbeitseinsatz verpflichtet, bei der Firma Emil Schmidt Tief- und Straßenbau zu Erdarbeiten eingesetzt und dafür in einem Lager in Wohlerst untergebracht.[2]

1970 feierte der Ortsteil Wohlerst sein tausendjähriges und 1988 der Ortsteil Brest sein 600-jähriges Bestehen. Das Dörp’s Museum in Brest und die Museumsscheune in Reith zeigen Teile der Vergangenheit.

Regionale ZugehörigkeitBearbeiten

Vor 1885 gehörte Brest zur Börde Bargstedt im Amt Harsefeld, nach 1885 zum Kreis Stade und seit 1932 zum heutigen Landkreis Stade.

Die jetzige Gemeinde entstand 1972.

OrtsnameBearbeiten

Alte Bezeichnungen des Ortes sind 1388 Brecstede, 1467 Brestedt und 1500 Brestede. Die Bedeutung des Ortsnamens ist vermutlich identisch mit Bredstedt in Schleswig-Holstein. Er steht für breite, ausgedehnte Stätte oder Siedlung.[3]

EingemeindungenBearbeiten

Zwischen 1964 und 1972 war Brest Mitglied der Samtgemeinde Bargstedt. Am 1. Juli 1972 entstand Brest durch Zusammenschluss der Gemeinden Brest, Reith und Wohlerst. Seit 1972 ist Brest auch Mitglied der Samtgemeinde Harsefeld.[4]

ReligionBearbeiten

Brest ist evangelisch-lutherisch geprägt und gehört zum Kirchspiel der Kirche St. Primus in Bargstedt.

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

  • Bei der Kommunalwahl 2006 betrug die Wahlbeteiligung in der Gemeinde Brest 69,5 Prozent. Der aus neun Sitzen bestehende Gemeinderat setzte sich seitdem wie folgt zusammen: CDU vier Sitze (46,9 Prozent), SPD drei Sitze (31,9 Prozent) und WG Brest zwei Sitze (21,2 Prozent).
  • Bei den Kommunalwahlen am 11. September 2011 kandidierten nur noch CDU und SPD. Bei einer Wahlbeteiligung von 67,8 Prozent errang die SPD 54,7 Prozent und erhielt fünf Sitze. Die CDU kam mit 45,3 Prozent auf vier Sitze.
  • Bei den Kommunalwahlen am 11. September 2016 stellten sich zwölf Kandidaten für eine gemeinsame Bürgerliste auf. Bisherige Ratsmitglieder verzichteten ebenso darauf sich für eine Partei zur Wahl zu stellen, wie die neuen Kandidaten. Die Wahlbeteiligung lag bei 71,3 Prozent.[5]

BürgermeisterBearbeiten

Bürgermeister ist seit November 2016 Johann Höft. Er stammt aus dem Ortsteil Brest.[6]

WappenBearbeiten

Blasonierung: Das Wappen der Gemeinde Brest zeigt in Gold einen schrägrechten schwarzen Stabbalken, oben begleitet von einem grünen Erlenzweig und unten von zwei vierblättrigen Kleeblättern an einem Stängel.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Denkmal für die Kriegstoten aus Brest

Die Architektur des OT Brest wird von Neubauten dominiert, es sind nur relativ wenige ältere Gebäude erhalten geblieben. Nahe dem Friedhof im OT Brest wird der Brester Toten der beiden Weltkriege sowie des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 gedacht. Hier steht auch eine kleine Backsteinkapelle aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Im OT Brest befindet sich in der Ortsmitte ein Findling, in welchem das Brester Wappen eingemeißelt ist.

MuseenBearbeiten

In einer Museumsscheune im Ortsteil Reith können Landwirtschaftsgeräte besichtigt werden. Besonders deutlich wird hier der Wandel beim Einsatz der Technik. Das Dörp's Museum in Brest zeigt alte Schulbänke, Tafeln und alte Haushaltsgegenstände aus den letzten 150 Jahre und somit einen Teil der Brester Vergangenheit.

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

  • Letzter Sonntag im August: Flohmarkt im Ortsteil Reith mit über 500 Ständen mit Besuchern aus der ganzen Region. Aufgrund der großen Nachfrage sind an diesem Tag alle Gemeindestraßen in Reith belegt.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

VerkehrBearbeiten

 
Bahnhof Brest-Aspe

Brest liegt an der Kreisstraße 48. Zwischen Brest und Aspe befindet sich in einer eigenen Siedlung der Bahnhof Brest-Aspe an der Bahnstrecke Bremerhaven–Buxtehude.

Ansässige UnternehmenBearbeiten

Das Wirtschaftsleben der Gemeinde wird durch die Landwirtschaft geprägt. Neben Bauernhöfen gibt es einige auf Landwirtschaft spezialisierte Gewerbebetriebe, sowie eine Werkstatt, die sich auf die Restaurierung von Rolls-Royce-Oldtimern spezialisiert hat.

Ein weitere Betrieb hat sich auf professionelle Medientechnik spezialisiert. Dazu gehören digital Mediensteuerungen, Telefonanlagen und Sat-Anlagen.

WindparkBearbeiten

Schon frühzeitig wurde in Brest ein Windpark errichtet; durch ihn und der Biogasanlage wird mehr Strom erzeugt als verbraucht. Für die nächsten Jahre wird ein Repowering angestrebt, um den Wirkungsgrad zu steigern.

DorfgemeinschaftshäuserBearbeiten

In allen drei Ortsteilen sind Dorfgemeinschaftshäuser anzutreffen. Das Angebot reicht vom Kaminzimmer bis zum Saal mit Bühne für rund 120 Plätze. Feuerwehren, Jagdgenossenschaften, Sport- und Tanzgruppen können die öffentlichen Begegnungsstätten nutzen, da es vor Ort keine Gastwirtschaften gibt.

NeubaugebietBearbeiten

2014 wurde ein Neubaugebiet am Ortsrand ausgewiesen. Jede Parzelle hat eine Fläche von etwa 1000 m², was eine lockere und großzügige und individuelle Wohnbebauung zulässt. Die Bebauung wird in zwei Bauabschnitten verzogen und dient der Eigenentwicklung der Gemeinde.

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

GalerieBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Brest – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Landesamt für Statistik Niedersachsen, LSN-Online Regionaldatenbank, Tabelle 12411: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Stand 31. Dezember 2017 (Hilfe dazu).
  2. Wolf Gruner: Der geschlossene Arbeitseinsatz deutscher Juden - Zur Zwangsarbeit als Element der Verfolgung 1938-1943. Berlin 1997, ISBN 3-926893-32-X, S. 221.
  3. Der Ortsnamenforscher auf NDR 1 Niedersachsen, Recherche Jürgen Udolph
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 246.
  5. Gemeinderatswahl Brest 2016. Abgerufen am 8. November 2018.
  6. Wilfried Stief: Johann Höft ist Bürgermeister von Brest, tageblatt.de, 5. November 2016, abgerufen am 19. März 2017.